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Jüdische Wochenschau · 1962-12-21 · 1991 (21.12.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1991 (21.12.1962)
Date
1962-12-21
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Í S' Vernes, 21 de Dwiembfe de 1962 SEMANA ISRAELITA Afie XXIII. — Ne. 1991 — 3 Das Ende der Arabischen Liga Der frühere britische Aussenminister Sir Anthony Eden, der schon viele Traunie und Hoffnungen des britischen Reiches zerfliessen sah. hat auch noch den Zusammenbruch eines seiner Lieblingskinder, der Arabi sehen Liga, erlebt. Längst hat Anthony Eden den Glau- Iben an diese Institution aufgegeben; er hat mit ihr seit vielen Jahren keine Verbindungen mehr aufrecht erhalten. Seit der Suez Aktion gehört Eden zu den bestgehassten Repräsentanten des ,,Imperialismus“ in der arabischen Welt, aber dies ändert nichts daran, dass ihm die Vaterschaft dieser Institution zugesprochen werden muss. Während des Zweiten Welt krieges wandte sich der damalige irakische Ministerpräsident Nuri, ein ausge sprochener Parteigänger des Westens, an Grossbritannien und schlug vor, den nationalen Aspirationen der MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit der grössten Auswahl. SARMIENTO 1147 T. 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Grundidee des Plans war die Ausschaltung Frankreichs, das bis dahin Mandatsmacht für Syrien und Libanon gewesen war. Der Ausschaltung Frankreichs stimmte Eden zu. er wollte jedoch an die Srel!e eines Staates, wie ihn N'uri gewünscht hatte, eine Länder Organisation setzen, die möglichst alle arabischen Staaten umfassen sodte. Diese Länder-Organisation sollte den Arabern den Glauben vermitteln, dass die Zeit Mohammeds und der Kalifen wieder herangebrochcn sei. Bei allem sollten hinter den arabi sehen Regierungen und den Tagungen der künftigen Liga britische Berater stehen, die den Einfluss Englands in indirekter Form sichern sollten. Eden gewann den dama ligen ägyptischen Ministerpräsidenten Nahas Pascha für seinen Plan, und 1945 wurde die Liga gegründet, der sieben arabische Länder angehörten «Aegypten, Saudi-Arabien. Transjordanien, Syrien, Libanon. Irak und Jemen). Alle Länder blieben selbständig, und im Griindungspakt der Liga wurden sogar noch beson dere Unabhängigkeits-Vorbehalte für den Libanon eingefügt. der diese wegen seiner starken christlichen Be völkerung für notwendig hielt. Dabei kamen in der Folgezeit von Libanon die geringsten Schwierigkeiten. Der ägyptische Minister für panarabische Fragen Abdul Rahman Azzan. der sich sehr für den Liga-Plan eingesetzt hatte, wurde zum ersten Generalsekretär der Liga gewählt. Die Begeisterung auf der Griindungstagung war sehr gross, aber bald zeigte sich, dass der Liga grosse Enttäuschungen und Misserfolge beschieden waren. Die Liga konnte zwar triumphierend die Ausschaltung Frankreichs aus der Levante verzeichnen, aber in ihrem Kampf gegen die Juden Palästinas erlitt sie eine schwere Niederlage. Seit damals herrschen innerhalb der Liga gegenseitiges Miss-; trauen und Argwohn, und i seit damals traut kein arai bischer Staat dem anderen, I wenn es um Abmachungen I über konkrete Hiifeverspre- I chungen geht. Die Liga | schloss wohl einen ,,kollektiven Sicherheitspakt“ ab, I und ein arabisches Militärkommando wurde gegriinj det. aber seit dem Palästi- ' na-Krieg wurden alle Ab' ■ machungen dieser Art nicht j ernst genommen.; lm Laufe der Jahre muss ' te die Liga weitere schwe- 1 re Krisen durchmacben. I 1950 wollte sie Transjorda- I nien ausschliessen, weil es j Teile des ehemaligen Palä- | stinas gegen den Willen der , Mehrheit der Liga anuek. | tiert hatte. Am Ende setzte sich Transjordanien durch, j und die Liga musste zähne! knirschend nachgeben. In! den letzten Jahren waren i die inneren Krisen der Li* : ga meist auf Beschwerden j der Mitgliedsstaaten gegen! Aegypten wegen revolutio- : närer Propaganda zurückj Zufuhren. Tunesien beklagte sich wegen eines von I Nasser unterstützten Anschlages gegen Bourguiba. der Libanon beschwerte sich wegen Einmischung pro ägyptischer Elemente in seine inneren Angelegenheiten. die zu einem blutigen Aufstand im Libanon führte. Diese Auseinandersetzungen in der Liga waren je doch geringfügig im Vergleich zu der Krise, die sich aufgrund der Beschwerde Syriens gegen Kairo ergab. Nachdem Nasser sich nach dem Abfall Syriens von der Vereinigten Arabischen Republik eine Zeitlang ruhig verhalten hatte, hatte der ägyptische Staatschef in seinen Reden zum ägyptischen Revolutionstage im Juli plötzlich wieder Syrien als ..Nordbezirk der VAR“ bezeichnet und forderte die Bevölkerung Syriens zum Aufstand gegen die Regierung von Damaskus auf. Eine Beschwerde Syriens bei der Arabischen Liga folgte sofort. Der — ägyptl sehe — Generalsekretär der Liga Hassouna versuchte, zwischen beiden Staaten ohne formelle Sitzung zu vermitteln. Aber Syrien bestand auf Abhaltung einer Sitzung der Liga, die noch schlimmer wurde, als sie der ängstliche Generalsekretär der Liga Hassouna sich vorgestellt hatte. Die Aeg.vpter schickten als ihre Delegierten syrische Emigranten, die zu Nasser übergegangen waren. und wollten damit die Syrer provozieren. Damaskus antwortete mit Erlass von Haftbefehlen gegen die Emigranten und kündigte ausserdem Vorführung von Tonbandaufnahmen an, die | Beweise für ägyptische Ver | sehwörertätigkeit liefern sollten. Die Aegypter antworteten mit Vorlage einer I Erklärung eines libanesij sehen Ministers, dass ihm 1 nichts vom Uebertritt ägyp-; tischer Agenten aus dem Li- ] banon hach Syrien bekannt 1 sei. Die übrigen Beweise be I zeichneten sie als ge- | fälscht. Eine Sitzung voll j neuester gegenseitiger Be-! schimpfungen folgte, aber! unangenehm wurde die Sij tuation für die Aegypter,! als plötzlich der ägyptische j Militärattache im Libanon,! Zaghlul Ambul Rachman,! absprang und nach Darnasi kus flüchtete, wo er sich auf | einer Pressekonferanz als j Feind Nassers produzierte. I Der Militärattache war der i Leiter des Geheimdienstes | der Aegypter im ganzen Nahen Osten gewesen, und er verfügte wirklich über Informationen. die Kairo unangenehm waren. Der Leiter der ägyptischen Delegation bei der Tagung der Liga fragte Kairo telefonisch an, was er machen solle, (das Ge sprach wurde natürlich von den arabischen Brüdern in Syrien und im Libanon ab- LA SEMANA ISRAELITA BÍSEM ANA-RIO INDEPIN DIENT* Sa. Air»« - PUEYRREDON 24. Kislew 5723 2198, 1* i*q. — T. E. 83-281 21. Dezember 1962! Verhaftet ] i i | Konstanz. — Die Konsum 1 zer Staatsanwaltschaft gab '! die Veihaftung des ehe,naj; ligen SS-Oberfiihrers ind Kommandanten des Konj Stanzer SS-Abschnitts Wal < ter Stein bekannt. Er steht j im Verdacht, im November , 1938 den Brand und die! Sprengung der Konstanzer Synagoge befohlen zu haben. )AWZ) gehört), und er bekam die Anweisung, die Diskussion abzubrechen. Sofort verliess die ägyptische Delegation die Sitzungen der Liga, und Kairo kündigte Ausscheiden und Gründung einer Gegen-Liga an. wenn man die Angriffe gegen Aegypten nicht einstelle und wenn Syrien nicht verurteilt werden würde. Die Beschwerde sollte auf diese Weise unterdrückt werden. Sofort begannen Vermittlungsaktionen von allen Seiten, denn eine Arabische Liga ohne Aegypten wird von allen als sinn und zwecklos betrachtet, aber die letzten Vorgänge zeigten, dass auch eine Liga mit Aegypten völlig aktionsunfähig ist und keine Bedeutung hat. Verwerflicher als Rassenhass Vorgetäuschter Rassenhass bei der Tötung eines Kriegsgefangenen ist uuen Ansicht des Bundesgericr.t.shofes strafrechtlich als niedriger Beweggrund zu vierten. ln einer grundsätzlichen Entscheidung des Ersten Strafsenats neisst es; „Aus niedrigen Beweggründen handelte nicht nur der Täter, der einen Juden aus Rassenhass tötete sondern auch derjenige, der für seine Person den Rassenhass der nationalsozialistischen Machthaber nicht teilte. s;cu ihn aber in der Erwartung, wegen seiner Tat n.eht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen zu werieu. bewusst zunutzen machte.“ Im Mai 1942 hatte in Russland ein Sanitätsgefre'cer aufgrund des Befehls seines F Iriwebefs e!nen kriegsegefangenen jüdischen Dolmetscher erschossen. Der Feldwebel hatte den Dolmetscher für einen Schon gehalten und die Ersch'essung eigenmächtig angeordnet. Wegen Totschlags wurde der Feldwebel vom Schwurgericht zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt, der Gefreite wurde freigesprochen. (AWZ' i Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKUüPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN ’¡'UER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindlich« Vorführung Auf Wunsch Zahlungseiieichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader vor Station Urquiza ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ RÜCKERSTATTUNG jetzt auch für luden aus Polen. ★ ANMELDUNGSM0EGUCHKE1TEN für alle, die nach dem I. 10. 1953 aus Laendern hinter dem eisernen Verhäng auswandern kennten. ★ SPRECHSTUNDEN: Dienstag, Mittwoch und Freitag yon 15 bis IG Uhr tt 8 Dr. Günter Frey f ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS I Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun | gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. | ♦5 - » H PUEYRREDON 2190 esq Av. LAS HERAS — T. 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