Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1990 (14.12.1962)
- Date
- 1962-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viern ’s, 14 de Diciembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1990 Teignisse Im Colegio de Abogados , diese Umstände gegeben ° "! CQ'AH lind ilion in I C »’ O AI Im Colegio de Abogados von Buenos Aires hielt Dr. Chaim Herman Cohen. Mit* glied des Obersten Gerichtshofes des Staates Israel, ein Referat über das Thema: ,,Universität und Organisa tion , der Rechtsprechung: die Rolle der Hebräischen Universität'-. Der Veranstaltung. die den Charakter des Anschlusses an den 100-Jah" restag des Obersten Ge richtshofes Argentiniens trugt wohnten Dr. Luis Maria Boffi Boggero. Mitglied dieses Gerichtshofes, der Präsident des Colegio de Abogados Dr. Alejandro . Castro, Botschaftsrat der Israel * Botschaft Sehlomo Cohen Abravanel, der Präsident des argentinischen Ver bandes der Freunde der Hebräischen Univeristäf in Jerusalem. Dr. José Grinstein sowie ein zahlreiches Publikum bei. Dr. Grinstein begrüsste die Anwesenden und wies darauf hin. dass die Zere monie zu Ehren des argentinischen Tribunals stattfinde und lud Dr. Boffi Bogge ro ein. den Redner vorzu stellen. Dieser schilderte den Werdegang Dr. Cohens dessen Persönlichkeit er ausführlich würdigte. Hier bei erinnerte er auch an die verschiedenen hohen Aenr ter, die Dr. Cohen bekleidet hat. als Staatsanwalt. Delegierter vor den UN. und dass er, bevor er in das Oberste Gericht berufen wurde, Justizminister Isra! eis war und seit 1961 als I Professor für Strafrecht an der Hebräischen Universität wirkt. Hierauf ergriff Dr. Cohen das Wort. Er sprach englisch, und seine Rede wurde Teil für Teil ins Spanische übersetzt. Er hob eingangs die Bedeutung hervor, die das Recht in Israel dank der Wechselwirkung zwischen der Arbeit der Universität. der Legislatur. Rechtsprechung und der schöpferischen Bemühungen der Anwaltschaft geniesst Er berichtete, dass in Isra el acht der neun Mitglieder des Obersten Gerichtshofes Professoren der Universität sind. ..vielleicht“, wde er lächelnd hinzufügte, ..weil es in meinem Land wenig Rechtsanwälte gibt“. Zwar sei es nicht immer gut. dass seien, und auch in Israel : seien manche Richter der j Ansicht, di; Professoren seien zu sehr Theoretiker und I zu wirklichkeitsfremd. Der fundamentale Unterschied liege jedoch darin, dass der eine das Recht in einem konkreten Streit zwischen zwei Parteien anwende, die entgegengesetzte Interessen vertreten, und dass der Professor die Rechtsprechung theoretisch zu bestimmen sucht. Rechtsprechung in Israel Nachdem Dr. Cohen eine Reihe von Prozessen, die in Israel geführt W'orden sind beschrieben hatte, unterstrich er, dass es in Israel keine geschriebene Verías sung gebe sondern eine politische Deklaration, nämlich das Dokument der Staatsgründung, in dem eine Reihe grundsätzlicher Prinzipien aufgestellt ist, die als Text c'er Verfassung die nen. Er führte einige Beispiele für das „common Law“ an, das in Israel angewandt wird, und erwähnte gleichzeitig, dass heute neuerlich die Doktrin auf das Denken der Richter Ein fluss gewinnt. Abschliessend definierte der Referent in klugen Worten die Aufgaben der Richter an einem Obersten Gerichtshof, die gleichzeitig zu Hütern des Gesetzes, der Sicherheit und der mensch liehen Würde berufen sind Nach dem Vortrag Dr Cohens, der mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde, verlas Dr. Julio Gonzä lez Iramain, welcher sich unter den Zuhörern befand, eine voh ihm verfasste Würdigung der Grösse des israelischen Volkes. Empfang in der Botschaft Israel Botschafter General Joseph Avidar veranstaltete ein Bankett zu Ehren von Dr. Chaim Cohen. Zu den Gästen gehörten der Mini ster für Erziehung und Justiz, Dr. Alberto Rodríguez Galán, GeneralstaatsanwaP Dr. Ramón Lascano, Unterstaafssekretär für Justiz. Dr. Eduardo Roca, Oberrichter Dr. Luis Maria Bof fi Boggero, der Dekan der Fakultät für Recht und So-! zial-Wissenschaften von Bue I nos Aires, Dr. Marco Aure- | lio Risolia, die Doetores Jo | se Sartorio. Margarita Ar-! güas, Alejandro Lastra j Eduardo Busso, Carlos Sän- I chez Viamonte. Carlos Fayt. | Ignacio Winitzk.v und Jose Grinstein. Zum Schluss hielt Bot schafter General Avidar eine Rede, in der er die Be deutung der Beziehungen zwischen Argentinien und Israel hervorliob und einen Trinkspruch auf beide Länder ausbrachte. Von der DAIA C. W.: — Auf Veranlas-! sung des Präsidiums der i DAIA versammelten sich am vergangenen Mittwoch , im Saale der ..Nueva Comu | nidad Israelita“ die Repräsentanten des zentraleuroj pii ¡sehen Sektors, um einen; Bericht des Präsidenten der i höchsten Instanz der argen-; tinischen Judenheit über die j laufende Tätigkeit entgegen- | zunehmen. F'ast sämtliche »Herren Rabbiner Präsiden | teil und Vorstandsmitglieder : der Gemeinden und Organi; sationen waren erschienen, j Nachdem Herr Calvary die j Anwesenden begrüsst und j kurz die Bedeutung dieser , offenen Aussprache gekennj zeichnet hatte, unterstrich! Herr Alexander Wohlge- : muth. der Vertreter unseres 1 Sektors im Vorstand der , DAIA. deren unablässige Bemühungen- und die spe! zielle hervorragende Arbeit , des Präsidiums unter Lei- | tung von Dr. Goldenberg. j Dieser, lebhaft applau- | diert, nahm sodann das Wort zu einem umfassenden Rechenschaftsbericht der zunächst die Entwicklung des argentinischen Jisehuw in den letzten drei Jahrzehnten seit Schaffung der DAIA darstellte, um dann ar. Hand von Beispielen aus der r*ra xis die Tätigkeit im einzel nen zu schildern. Es sei heute eine der allerwichtigsten Aufgaben, den Kontakt mit dem einwandfrei-demokrati sehen Sektor innerhalb unserer Umwelt zu fördern, mit jenen vielen, die oftmals noch falschen Vorstellungen und Begriffen anhängen. aber mit guten und echten der Menschenrechte Am Tag der Menschenrechte hat die DAIA folgen de Erklärung abgegeben: „Im Namen der jüdischen Gemeinschaft in. Argen tinien betrachtet es die DAIA als ihre Pflicht, ihren Anschluss an den Tag der Menschenrechte bekanntzu. geben, der sich jetzt zum 14. Mal jährt. Die DAIA glaubt, dass die 31 Artikel dieser histo sehen Erklärung den Grundstein für den Aufbau e'nei besseren Welt bilden, und dass diese Plagen, die in den vergangenen Jahrzehnten soviel Unheil angerieh' tet haben, der vollen Ausübung der geheiligten Men schenrechte weichen werden als elementare Bedin gung für das friedliche Zusammenleben aller Men sehen. Dieses bedeutsamen Tages zu gedenken und die an ihm verkündeten Prinzipien erneut zu betonen, gewinnt an Bedeutung in Augenblicken, in denen gewissenlose Elemente den Versuch unternehmen, in die sem Lade des Glaubens, der Hoffnung und der Freiheit die dunklen Kräfte zu entfesseln, die vor nicht langer Zeit auf einem anderen Kontinent wüteten. Mit ihrem Anschluss an den Tag der Menschen, rechte bringt die DAIA den Wunsch zum Ausdruck, dass seine Ideale sich endlich verwirklichen mögen.“ Argumenten zu überzeugen sind. Niemals bediene sicr. die DAIA irgendeiner Vermittlung von angeblichem Einfluss, sondern wende sich direkt und freimütig an die in Betracht kommende hohe bzw. höchste Amtsstelle des Landes. Wo offizielle Schritte nötig wären, würden diese sofort, im allerersten Stadium eines Vorgangs, unternommen wer den, und judenfeindlichen Angriffen und Aktionen begegne man nicht mit leeren Protesten, sondern mit wirksamen Gegenaktionen, die von der Oeffentlichkeit verstanden würden. So war es in jenen Junitagen dieses Jahres, als die jüdische Welt spontan und eindeutig, fast hundertprozentig reagierte. stärker, als man zu wagen hoffte. Diese Reaktion gewann die Sympathie der Besten der nicht jüdischen Bevölkerung. Tm weiteren Verlauf seiner Ausführungen hob Dr. Goldenberg die grosse Verantwortung der DAIA.Leitung hervor, die nur. gestützt auf einen einigen Ji schuw, den Kampf, wo er uns aufgezwungen wird in i das feindliche Lager hineintragen könne. Die sehr riih- , rigen Gegner möchten uns! Juden teilen und isolieren, j sowohl vom internationalen ' als vom Leben im Lande. Um dies zu verhindern, müsse die DAIA über die notwendigen ökonomischen Mittel der Abwehr verfügen, sowie die Entschlossenheit der argentinischen Juden hinter sich wissen. Deuteoher Redakteur verurteil! Hannover. — Zu sechs Wochen Gefängnis mit Bewährung verurteilte oas Schöffengericht Hannover den 53 Jahre alten Redakteur Heinz Hartler aus Geismar/Göttingen, Mitglied -1er Deutschen Reichspartei, wegen Verunglimpfung der Farben der Bundesrepublik. Härtle hatte in einem Artikel der von ihm verantwortlich geleiteten „Deutschen Wochenzeitung“ die Bundesfarben als „schwarzrot-gelb“ bezeichnet. Das Gericht sah in der Verwendung des Wortes „Gelb“ anstatt „Gold“ eine „bösartige Beschimpfung des demokratischen Staatssymbols“. Es habe zwischen 1933 und 1945 zu den hämischsten Parolen der Goebbels Propaganda gehört, von „schwarzrot-gelb“ als den Farben <ier Weimarer Republik zu sprechen. > Das Gericht bezog sien in seiner Urteilsfindung auch auf den politischen Werdegang des Angeklagten, der sehen wollte und versuchte, j SS.,- Sturmbannführer und Träger des Goldenen Abzeichens der NSDAP war. Härtle versicherte vor Ge- ) Der Redner erwähnte u.! a. den schweren Irrtum der j mitteleuropäischen Juden in der Epoche vor 1933. als ein j sehr grosser Teil von ihnen die Gefahrenmomente üner- I sich von gesamtjüdischen j Verpachtungen, z. B. gegenüber Erez Israel, zu lösen. Wie wirkungsvoll die DAIA heute operiere, zeigte Dr. Goldenberg auch daran, dass im Augenblick einer grossen Nazi-Konzentration unsererseits eine eindrucksvolle Gedenkfeier an den Ghetto - Aufstand durchgeführt wurde. Auch erwähnte der Referent die imporicht. keine Verunglimpfung der Bundesfarben beabsichtigt zu haben. (AWZ> Abend sehr geschickt damit ab, dass er an die Gründung des „Hilfsvereins“ und der „DAIA-- in den kritischen Tagen von 1933 erin* sante Demonstration promij nerte. an die Notwendigkeit nenter nichtjtidiseher Persönlichkeiten gegen den Antisemitismus in der vergangenen Woche im Plaza Hotel. Nachdem Dr. Goldenberg noch einige Fragen beantwortet hatte, schloss Herr Ernesto Oppenheimer den der „kollektiven Verantwortung“. Die Versammlung beschloss, dass jede Organisation je zwei Vertreter in ein Comité entsende, das die Aufgabe habe, die Tätigkeit der DAIA materiell und ideell wirksam zu unterstützen. MARAVILLOSAS EXCURSIONES A ISRAEL V I A J C S CORRIENTES 3063 PESA] I0M HAATZMAUÏ BITTERMANN T. E. 45-4957 / 7607 y 49-0433 / 1229 / 3491 BUENOS AIRES Pension Familiar “'¿*21 M. FLAMM 1 ¡unter Aufsicht s. Eh*w., Rabb. Dr. J. Oppenheimer í CHASCOMUS — T. 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