Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1989 (7.12.1962)
- Date
- 1962-12-07
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vifrnís, 7 de Diciembre de 1962 EMANA ISRAELITA Ano XXIII. — No. 1989 — 5 Henry Levy, Direktor des Joint für Lateinamerika, informiert über die Konferenz des Joint in Gnf An der Konferenz nahmen Vertreter von 27 Laen* dem teil. Es wurde über die Erweiterung der Arbeit des JOINT gesprochen. Zur gleichen Zeit fand eine Konferenz der jüdischen Gemeinden von I i europaeischen Laendern statt. Mehr als 200.000 entwurzelte Juden im Laufe des vergangenen Jahres. Weitgehende Hiifsarbeit des JOfNT in verschiedenen Laendern und auf vielen Gebieten. Arbeit des „UNITED JEWISH APPEAL“, die in unserem Kreise nachgeahmt werden sollte. Henry Levy. der Direktor des JOINT für Lateinamerika, ist von seiner Reise nach Europa und Nordamerika zurückgekehrt. In Europa nahm er an der 16. Konferenz des JOINT, die in Genf stattfand, teil. Henry Levy ist nicht nur einer von den Teilnehmern an der Konferenz, sondern er ge hört zu denjenigen, die sich voll und ganz den Problemen der Arbeit des JOINT widmen. Nachdem die Arbeit des JOINT einen wichtigen Teil des jüdischen Lebens in sich schliesst, hielten wir es für angebracht, uns mit ihm über diese Konferenz. über die Arbeit des JOINT im allgemeinen und über andere Probleme zu unterhalten, weil dieselben für die jüdische öffentliche Meinung von Interesse sind. Einige der besprochenen Punkte unserer Unterhaltung geben wir hiermit weiter. DIE KONFERENZ DES JOINT An der Konferenz nahmen Vertreter des JOINT von 27 Ländern teil und zwar hauptsächlich von Europa und Afrika, aber auch von entfernteren Ländern wie Iran etc. Ausser den allgemeinen Problemen des JOINT bezüglich der Erwei terung seiner Arbeit in verschiedenen Ländern musste diesmal ein sehr ernstes Problem besprochen werden und zwar handelte es sich um die traurige Tatsache. dass obwohl wir bereits 17 Jahre den zweiten Weltkrieg hinter uns haben, 200.000 Juden (hauptsächlieh von Xordafrika) im Laufe des vergangenen Jahres entwurzelt wurden. Dies ist ein ernstes Problem, welches nicht leicht zu lösen ist, obwohl der JOTNT in den verschiedenen Ländern alles tut, um die Situation der Betroffenen zu erleichtern. Herr Levy gab uns einige, Ziffern, die uns ein Bild über die Grösse des JOINT- Programms in den verschiedenen Ländern mit jüdischen Gemeinden, die zwischen 275.000 und 300.000 Seelen zählen, geben, von denen 100.000 Hilfe erhalten und zwar für die Alten, Kranken, Blinden, für Erziehungsmittel, Schulen etc. Hier sind einige Beispiele: im Jahre 1961 benötigte der JOINT für Algerien 40.620 Dollar, während im Jahre 1962 diese Summe sich auf 135.000 Dolar erhöht hat und das Budget für 1963 zieht Ausgaben von 200.000 Dollar in Betracht. In Marokko waren die Ausgaben für 1961 1.600.000 Dollar, für 1962 1.910.000 Dollar und man rechnet mit zukünftigen Ausgaben von 1.950.000 Dollar. Das Budget für die übrigen europäischen Länder erhöht sich im gleichen Masse. Im letzten Jahr half der JOINT 252.000 Juden und zwar auf dem Gebiet ärztlicher Hilfe, kultureller und erzieherischer Natur und ergab auch die notwendigen Mittel, die vielen halfen, sich Existenzen zu schaffen und unabhängig zu werden. ZWEI WICHTIGE PUNK¬ TE: FRANKREICH UND ISRAEL Die Ilauptländer, auf die der JOINT seine Arbeit konzentriert, sind Frankreich und Israel. Nach dem letz ten Weltkrieg lebten in Frankreich ungefähr 300 000 Juden, jetzt beläuft sich diese Zahl auf 500.000. Letzthin kamen 110.000 Juden von Algerien und 20.000 von Tunis sowie viele Juden aus Marokko und anderen Ländern. Der JOINT muss den Neuankömmlingen Wohnungen und Lobensmöglichkeiten verschaffen. Frankreich steht heute an erster Stelle was Hiifsarbeit des JOINT anbetrifft. Im letzten Jahre wurden Milionen von Franken für Hilfszwecke ausgegeben. Natürlich umschliesst das Programm des JOINT in grossem Masse Hilfe für Israel, speziell durch die Mal ben-Organisation, die in den letzten 13 Jahren riesige Summen verschluckte. Der JOINT unterhält ausserdem ungefähr 100 Einrichtungen für religiöse Erziehung mit einer Schülerteilnahme von 12.000. Für geistig Kranke wurden in Israel mit Hilfe des JOINT in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsniini' sterium Einrichtungen geschaffen, wie z. B, ein IIo spital mit 140 Betten. Alle diese Einrichtungen verfügen über die modernsten Hilfsmittel. Nach Israel kommen zehntausende von Emigranten aus Europa und Afrika, für deren Einordnung die Mitarbeit des JOINT notwendig ist. Alle diese Probleme wurden auf der Konferenz in Genf diskutiert und das Arbeitsprogramm wurde festgesetzt. KONFERENZ VON GE¬ MEINDEN VON 11 EURO¬ PAEISCHEN LAENDERN Herr Levy informierte uns über die Konferenz der jüdischen Gemeinden von 11 Wohnhaeuser für Neueinwanderer /fr',,' SS' KEREHKAYiHETH DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND ISRAEL’ IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL europäischen Ländern. Vertreter jüdischer Gemeinden von Spanien, Finnland. Oesterreich und Jugoslawien nahmen an dieser Konferenz teil. In Anbetracht der gegenwärtigen ernsten Situation und der Notwendigkeit zu helfen, beschloss die Konferenz. den Betrag von 15.000.000 Neuen Franken (3.000.000 Dollar) für Hilfszwecke aufzubringen und während der Konferenz selbst konnten bereits 315.000 Dollar für dringende Fälle gesammelt werden. Dies war der Giuielpunkt der Konferenz; die europäischen Länder zeigten, dass auch sie finanziell zur Hilfsarbeit beitragen können. Ungefähr 70 Dele gierte nahmen an der Konferenz der 11 Gemeirüen t eil. DAS HlLFSPROGRAMM DER CLAIMS CONFERENCE Was das Programm der Claims Conference atibetrifft — dessen aiisführende Organisation der JOINT ist — informierte uns Herr Levy über deren Verhandlungen mit der deutschen Regierung, die dahin gingen, das besagte Programm zu erweitern und auf weitere zehn Jahre zu verlängern. um alle Naziopfer, die in den letzten Jahren den Eisernen Vorhang überschritten hab’n und bisher; ihre Ansprüche nicht gelj tend machen kennten, zu het günstigen. Henry Levy in! formierte uns. dass in ,den j letzten zehn Jahreg seit' die 1 Reparationszahlungen he- . sannen der Betrag von ' 3.400 Millionen Dollar an j Naziopfer bezahlt wurdet I Unter den Begünstigten b?-! finden sich 122.000 Naziopj fer. die in Konzentrationslagern waren. I Während derselben Perio; de wurden 90.000.000 Dollar j für Gemeindezwecke verwandt. 75 Prozent dieser j Summe wurden für Rehabij litation, Unterstützung an I Schulen. Hospitäler etc. be stimmt. 22 Prozent für kulturelle Zwecke lind nur drei Prozent betrogen die admi nistrativen Spesen. Tm Jahre 196.2 wurden für kulturelle Zwecke 1.100 000 Dollar verteilt, von welcher Summe 140.000 für Stipendien für Schriftsteller und Künstler bestimmt waren. Während der icnn Jahre verteilte man 1.555 dieser Stipendien, man veröffentlicht? 250 Werke <300 Riieher) in neun Sprachen. Während der nächsten Iah re plant man 40 bis 50 Bücher mehr herauszubriiigen und ungefähr 10.000.000 Dollar für Hosoitalbau. Schulen etc. zu verwenden. Henry Levy führte weiter aus, dass man plant, einen eigenen Fonds zu gründen, der die Arbeit der Claims Conference fortfuhrt, wenn 1 die Zahlungen der deut"! sehen Regierung beendet! sind.! ARBEIT DER MAGBIT, j DIE WIR ALS BEISPIEL NEHMEN SOLLTEN Henry Levy berichtete uns über seinen Besuch in New York und die Arbeit der Magbit in den Vereing- I ten Staaten, — dort heisst diese Organisation United JEWISH APPEAL — die nach seiner Meinung für die argentinischen Juden ein! Beispiel sein sollte Erstens j wollen wir die gesammelte Summe nennen: letztes -fahr 60.000.000 Dollar. Dieser Be- | trag erhöhte sich dieses : Jahr um 35.000.000 Dollar, ein Betrag, der sich auch im Jahre 1963 auf der gleichen Höhe halten wird. Aber nach Herrn Levys Meinung ist ein« andere Tatsache von grosser Wichtigkeit. und zwar die, dass der United Jewish Appeal jedes Jahr eine Mission an den Ort der Ereignisse sendet. Dieses Jahr reisten 125 Personen, die ausser Israel auch Deutschland, das Konzentrationslager Bergen Belsen, Hamburg und Berlin besuchten. Sie reisten auch nach Polen, besuchten Auschwitz. Krakau, Warschau und in Frankreich machten sie sich mit der Arbeit des JOINT vertraut. Während dieses Jahres wurde auch eine Jugend-Deiegation von 145 Personen entsandt. die Wien. Marseille, Marokko und Israel besuchten und sich so zu den besten Propagandisten für Israel entwickelten. Henry Levy erwähnte auch, dass es am 6. Dezember 48 Jahre waren, dass der JOINT sein Programm begann und 25 Jahre seit der Gründling des United Jewish Appeal. % S | Pension Familiar * M. FLAMM I 9 »unter Aufsicht s. Ehrw., Rabb. Dr. J. Oppenheimer % | GHASC0MUS — T. E. 2910 — Córdoba 38 J | ALLE ZIMMER MIT PRIVATBAD | | Telef. Auskünfte in Bs. Aires: 76.2312 u. 70.5805 | + * Die neue Stadt CARMIA di* Riviera Israels AUF ÖEN BERGEN VON KARMEL in der Naehe von HAIFA. Dl* grosse Stadt der ZUKUNFT. für Lateinamerikaner, di? durch dieselbe Lebensweise und Sprache verbunden sind. Eine Ihnen eigene Atmosphäre. HOTELS FUER TOURISTEN RESIDENZEN SCHULEN NEUE INDUSTRIEN Bevor Sie nach Israel reisen lernen Sie diesen grossartigen Bauplan kennen. AUSKUNFT: ISRAEL AMERICAN ENTERPRISES CORP. LTO. 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