Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1989 (7.12.1962)
- Date
- 1962-12-07
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 7 de Diciembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. I9S9 — * Katholizismus in moderner Zeit In Rom tagt seit dem 11. Oktober das grösste Konzil der katholischen Kirche, uas die Menschheit je gesehen hat. Schon Wochen vorher waren alle Transportmihel, die als Endziel die „Ewige Stadt“ hatten, überfüllt von kirchlichen Würdenträgern, die aus der ganzen Welt im Vatikan zusammenströmten. 2.600 Kardinale, Erzbischöfe und Bischöfe nehmen an dem Konzil teil — dem ersten in 90 Jahren und dem zwanzigsten seit Bestehen der Kirche. Und während an den letzten Konzilien ausschliesslich Europäer teilgenom'men hatten, sind diesmal die europäischen Länder nur mi* 37 Prozent der Teilnehmer be teiligt — 33 Prozent kommen aus Nord- und Südamerika. 11 Prozent aus Afrika, der -Rest aus Asien und Ozeanien. ★ Das Konzii, das mit Unterbrechungen viele Monate hindurch, bis weit in das Jahr 1963 hinein tagen wird, hat eine Bedeutung, die er heblieh über den Rahmen der katholischen Kirche hinausgeht — denn die katholische Kirche repräsentiert eine internationale geistige Weltmacht, deren Entscheidungen und Einstellungen in ihrem Einfluss auf das Weltgeschehen garnicht überschätzt werden können. Wenn auch Papst Johannes XXIII., der das Konzil einberufen und vorbereitet hat, die „Erneuerung und Verjüngung der Kirche“ als sein wichtigstes Ziel bezeichnet, so hat er es in mehreren Ansprachen klar gemacht, dass das Leitmo tiv des Konzils die Reak'ion der Kirche auf die moderne Zeit ist. Die Welt von heute ist eine Welt der Widersprüche, die dem Menschen keinen Halt mehr gibt. Es ist eine Welt, in der die Menschen ins All vorstossen zu neuen, ungeahnten Erkenntnissen und gleichzeitig durch die Spaltung des Atoms ihren eigenen Selbstmord vorbereiten. Es ist eine Welt, deren Ratlosigkeit und Ver von Dr. FREDERICK R. LACHMANN zweiflung aus der Gegen standslosigkeit von Musik und Kunst ersichtlich wird. „Fast alle Kundgebungen der zeitgenössischen Literatur“. hat Papst Johannes XXIII. einmal gesagt, „steigen auf wie Seufzer, und die Mächtigen dieser Erde erkennen, dass sie den Menschen nicht erheben, dass sie ihm den Weg in das wahre Reich des Glücks und des Reichtums nicht w.dsen können“. Es ist eine Welt, in der der Religion, in Inhalt und Form, gänzlich neue Aufgaben erwachsen sind, die noch vor weniger Jahrzehnten nicht geahnt werden konnten. Die Schlüsse, zu denen das Konzil kommen wird, werden nicht „sensationell“ sein, und es wird Jahre, vielleicht Jahrzehnte dauern, bis sie sich auswirken werden. Die Probleme sind vielgestaltig. Als ein Reporter einmal Kardinal Tardini fragte, womit sich das Konzil denn beschäftigen werde, war die Antwort: „Mit allem — und ausserdem noch mit einigen Dingen“. Drei Jahre lang haben spezielle Kommissionen an der Vorbereitung des Konzils gearbeitet. 67 Karatnäle, 5 Patriarchen, 28 Erzbischöfe, 3 Bischöfe, 3 Ordensgeneräle und 27 „Ratgeber“ insgesamt aus 55 Ländern, haben daran *eil* genommen. Allein die dem konzii vorliegenden Erwägungen einer einzigen, der Theologischen Kommission, umfassen 23 Bücher. Ser.ens nichtkatholischer Christen sind Vorschläge erbeten worden, und nichtkatholi sc-he christliche Delegationen nehmen an dem Konzil teil. Dagegen erscheinen keine Staatsoberhäupter, die bei alfen früheren Konzilien i zugegen waren — denn das! Konzil soll frei sein von politischem Druck. Die Regierungen der Welt, darunter die Israels, sind nur durch „diplomatische Missionen“ repräsentiert. Was das Judentum anlangt, dem gegenüber Papst Johannes XXIII. eine von seinen Vorgängern weit ab weichende viel positivere Haltung eingenommen nat, so werden unter anderem zwei Probleme zur Diskussion stehen — eines davon von allergrösster Bedeutung: bis zum heutigen Tage werden von den Kirchenkanzeln in den 550 Millionen Katholiken, die es auf der Welt gibt, intensive antijüdische Gefühle wachgerufen durch die Feststellung einer jüdischen „Kollektivschuld“ am Tode von Jesus, die das. des „Gottesmordes“ schuldige Volk bis in alle Ewigkeit, wie Ahasve rus, nicht zur Ruhe kommen lassen werde. Die sogenannten „Schemata“, die von der Theologischen Kommission ausgearbeitet .vorden sind, enthalten Vorschläge, deren Formulie rung auf den deutschen Kardinal Agostino Bea zurückgehen. wonach dis katholische kirche von dieser Einstellung abrücken will. 'Interessanterweise sitzen in dem „Sekretariat für die Einheit der Christen“, das Kardinal Bea leitet, zwei getaufte Juden, die heute katholische Priester sind). Did gesamte jüdische Welt hat Ursache, die Diskussion und die Entscheidungen über diese Vorschläge mit Spannung zu erwarten. Ein zweites Problem JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN Sommer, See und Sonnenschein leicht gekleidet muss man sein! In Fertig-Kleidung grosse Auswahl in federleichten Anzügen aus Terylene, Aero' cel, Alpaccas, Tropicals, Dacrons, Leinen und Poplin. Sommerhosen von Grösse 40 bis 68. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 recht zu uns! Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKI'UPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN rUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigen« Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Die katholische Kirche sucht seit Jahrhunderten, einen Kalender zu finden, bei dem das Osterfest, nach dem andere Feiertage festgesetzt werden, auf einen bestimmten Tag fällt, statt, wie neute, zwischen dem 21. März und dem 18. April zu liegen. Das Problem einer, immer wieder, auch von den Vereinten Nationen diskutierten. Kalenderreform liegt für das Judentum larin, dass der Schabbat bei einem anders gearteten Jahr nicht mehr auf den Sonnabend sondern auf die verschiedenen Wochentage fallen würde. Der Vatikan hat versichert, man werde von der Diskussion einer generellen Kalender-Reform absehen und sich lediglich damit beschäftigen, ein festes Datum für Ostern zu finden. So sehr sich die Mitglieder des Konzils auf Massnahmen in Bezug auf die katholische Kirche, vielleicht das Christentum generell. beschränken, so liegt hinter all den Beratungen und Sorgen ein, die ganze Welt betreffendes Prob’em: die Frage nämlich, ob Religion, ob Glaube, durch wissenschaftliche Forschung, durch Weltuntergangs-Drohungen oft erschüttert, durch materialistische oolitische Systeme verfolgt und verboten, überleben wird — ja, ob nicht vielleicht gerade die Ratlosigkeit der heutigen Welt im geistigen Bezirk und der Zusammenstoss zwischen Humanität und wissenschaftlich-politischer Realität. zwischen Geistigkeit und Materialismus, ein ideales Feld für eine Neugeburt des Glaubens ist — vorausgesetzt, dass die Religion in Form und Inhalt den Kontakt zum „modernen“ Menschen halten oder schaffen kann. LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE S*. Airee — PUEYRREDON 2190, I* ieq. — T. E. 83-2« f ï 7. Kislew 5723 7. Dezember 1962 ENTSTELLUNG DER TATSACHEN New York. — Ein offizielles sowjetisches Blatt, die „Moskauer Nachrichten“, wurde hier beschuldigt, die „Wahrheit über die Lage der Juden in Sowietrussland zu entstellen“ und falsche Berichte zu gebeu. die einen völig unzutreffenden Eindruck erwecken. D'ese Anklage wurde in einer öffentlichen Erklärung ausgesprochen, die Adolph Held, der Präsident des Jüdischen Arbeitercomites. abgab. Held bezieht sich auf die Bekanntgabe Moskaus, dass 7.500 Juden Beamtenstellungen in Russland bekleiden. „Das ist gar nichts, dessen man sich zu rühmen braucht“, führt Held aus. „denn ein flüchtiger Blick auf die Tatsachen zeigt, dass im Jahre 1960 über 1.800.000 sojeher Beamter ernannt wurden. Die von den Sowjets angekündigte „grosse Zahl von Juden“ stellt nicht mehr als '2 Prozent der ernanmen Beamten dar.“ Weiter heisst es: „Die Sowjets sagen, dass die Juden zwar nur 1,1 Prozent der Bevölkerung ausmachen, aber zahlenmässig die dritte Gruppe unter der Studentenschaft sind. Sie geben an, dass rund 420.000 Juden höhere Schul- oder Berufsausbildung besitzen. In Wahrheit gibt es heutzusage 3.1 Prozent Juden an den Hochschulen. Diese Proportion muss man mit der des Jahres 1935 vergleichen, als das Verhältnis 13.5 Prozent betrug Im Lauf dieser 27 Janre ist die Zahl der Juden nur von 1,6 Prozent auf 1,1 Prozent der Bevölkerung gesunken. Heute gibt es ein Quotensystem für die Juden an allen Hochschulen Russlands.“ Europaeische Konferenzen London. — Die Europa- Exekutive des Jüdischen Weltkongresses trat vor Kurzem in London zu einer Tagung zusammen. Die Jahrestagungen des Joint und der Standing Con ferenee on European Jewish Community Services fanden Anfang November in Genf statt. Bananen-Ausfuhr Während im Vorjahr 46.000 Tonnen Bananen geerntet wurden, rechnet man dieses Jahr mit 50.000. Auch der Export wird höher sein als vor einem Jahre nämlich 15.000—17.000 Tonnen, gegenüber 13.000 im Vorjahr. MOEBELHAUS WATERMANN Das Haus der 3 Geschäfte mit d?r grössten Auswahl. SARMIENTO M47 T. E 35 - 1033 CABILDO 2614” PAMPA 4979 fast Ecke Triunvirato IPHÎHÎHλ Eigene Werkstätten. 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