Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1988 (30.11.1962)
- Date
- 1962-11-30
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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SEMANA ISRAELITA Viernes, 30 de Noviembre de 1982 Año XXHI. — No. 1188 Ereignisse der Woche TAETER GEFASST POLIZEILICHE ERMITTLUNGEN ERFOLGREICH Wie die argentinische Tageszeitung „La Prensa“ in ihrer Ausgabe vom 28. No" vetnber ds. Js. auf Sei'e 16 berichtet, sind die polizeilichen Ermittlungen gegen die Attentäter auf die in Florida, einer Vorstadt von Buenos Aires, gelegene Synagoge der Gemeind« Lamroth Hakol erfolgreich abgeschlossen worden. Wie bekannt, wurde am 27. Oktober ds. Js. gegen diese Synagoge ein Attentat gerichtet, bei dem eine sogenannte Molotow - Bombe geworfen wurde, die keinen Schaden anrichtete. Dagegen wurden gleichzeitig Schüsse aus einem Schrot gewehr abgegeben durch welche drei Jugendliche getroffen worden sind, davon zwei in einer ernsteren Form, sodass sie interniert werden mussten, nämlich die beiden Mädchen Aiicia Elbert (11 Jahre) und Lucia Levy (13 Jahre). Wie in dem früheren von der Polizei herausgegebenen Bericht, der s. Zt. von der Tagespresse und auch von der „Jüdischen Wochenschau“ wiedergegeben wurde, ist auch diesmal die Rede von der Synagoge der Nueva Comunidad Israeüta. Es handelt sich aber um die Synagoge der Gemeinde Lamroth Hakol, die früher einmal zur Nueva Comunr dad Israeüta gehört hat. DIE UNTERSUCHUNG Die Polizei in Florida hat nach dem Attentat eingehende Untersuchungen unter Leitung des zuständigen Polizeikommissars Julio Zamudio. zur Identifizierung der Täler angestellt, bei denen der höhere Polizeibe amt« Carlos Villada und die Polizisten Rodolfo Franisevic und Ramon Bramajo nutgewirkt haben. Am letzten Sonntag konnten nunmehr die Täter verhaftet werden. Es handelt sich um Jugendliche im AIter von 18—19 Jahren, un ter ihnen den Anführer der extremistischen Gruppe „Guardia Restauradora Nacionalista“. Der Richter verfügte ihre Verbringung in das Jugendgefängnis von La Plata. Die polizeilichen Durchsuchungen brachten eine grosse Menge von Propagandamaterial, aber auch von Munition etc. zu Tage. U.a. wurde auch das Schrotgewehr gefunden, das bei dem Attentat benutzt worden ist. Das kleine Auto, das die Jugendlichen führte, sowie ein Motorrad wurden sichergestellt. Wie die Polizei weiter mitteilt, stand diese Gruppe von Jugendlichen u. a. auch mit der Tacuará und anderen extremistischen Verbinden in Kontakt. Nachbemerkung H. Sw.: — Der Anschlag gegen die Synagoge der Gemeinde Lamroth Hako; in Florida stellt nur eine schwere Kampfhandlung im Rahmen der antisemitischen Aktionen dar, die im Laufe des letzten Jahres bedauerlicherweise zu verzeichnen waren. Es ist nach unserem Wissen das erste Mal, dass die Polizei alle Attentäter festnimmt und gegen eine extremistische Gruppe in eijier erfolgreichen und energischen Form vorgegangen ist. Dies beweist uns, dass derartige, gegen Verfassung und Menschenrechte verstossende Verbrechen erfolg reich bekämpft werden können. Jedenfalls hat die Polizei in Florida den Beweis dafür erbracht, dass von geheimen Organisationen nicht die Rede sein kann, die sich durch ihre Tarnung einem polizeilichen Zugriff entziehen könnten. — Das Vorgehen der Polizei in Florida wird den Beifall aller rechtschaffenen Bürger des Landes finden, die gewillt sind. Recht und! Freiheit zu achten und. zu i verteidigen. Man darf erwarten, dass mit derartigen unerhörten Verbrechen ein für alle Male Schluss gemacht wird. Sicherlich ist aber die Aktion der zuständigen Behörde mit der Verhaftung der jugendlichen Täter in Florida nicht abgeschlossen. Es dürfte ohne weiteres klar sein, dass diese Jugendlichen nicht allein und unabhängig ihre verbrecherischen Attentate durchfuhren. Jetzt ist der Augenblick gekommen, sich auch mit den Hintermännern zu beschäftigen. die sich fiir ihre dunklen politischen Ziele jugendlicher Elemente bedienen. Das Jüdische Krankenhaus Der Präsident des „Hospital Esra“ berief eine Pressekonferenz, um die jüdische Oeffentüehkeit über die schwere finanzielle La ge des einzigen jüdischen Krankenhauses in Argentinien zu informieren. Diese Schwierigkeiten bestehen, da die Beiträge und Spen den, auf die man angewiesen ist, die gewaltigen Unkosten des Krankenhauses und der Poliklinik bei weitem nicht decken können, zumal die Ausgaben infolge der Preissteigerungen sich ständig erhöhen. Der Sekretär, Herr Tcher* ny, betonte, dass das Krankenhaus, das jetzt seinen 62. Geburtstag feiern kann, sich aus einem kleinen, von Emigranten gegründeten Verein sich zu dieser Rieseninstitution entwickelt hat. Das Hospital besitzt auch eine Apotheke, chemische Laboratorien und wissenschaftliche Abteilungen, in denen neben Forschungen auch Kurse für Weiterbildung abgehalten werden. Das Jüdische Krankenhaus, das allen Kranken gleich welcher Religion und Rasse zur Verfügung stellt, gibt auch vielen jüdischen Praktikanten die Möglichkeit, ihr praktisches Jahr zu abcn KEREÜKAYEHETH Gefahreckerd in Südamerika Vancouver (Kanada. — Dr. Jose Mana Cha.oz ein kolumbianischer Diplomat und eine Autorität aut dem Gebiet des internationalen Rechts, äusserte aut einer Pressekonferenz, dass Südamerika ein neuer Schauplatz der in Deutschland verübten Nazigivuei werden könne, wenn man nicht zur Unterdrückung der nazistischen Elemente auf dem latelnamerikani sehen Kontinent schreiten würde. Dr. Chavez erklärte, die Nazis und ihre Anhänger hätten „überall“ straffe Organisationen gebildet In den letzten zehn Monaten hätten die Ausbrüche des Nazismus drei Todesopfer gefordert, und ..trotz a.ler Proteste sei nicht eine einzige wirksame Massnahme ergriffen worden, um eine Wiederholung der abscheulichen Verbrechen zu verhindern“. Dr. Chavez sprach auch im Newman Club, einem katholischen akademischen Verband, wo er ausführte. Kanada und Lateinamerika sollten ihre politischen. kulturellen und kommerziellen Beziehungen en ger und weniger von den Vereinigten Staaten abhän. gig gestalten. Dr. Chavez wohnte auf Einladung Israels als Beobachter dem Eichmann-Prozess bei und war der Repräsentant Kolumbiens vor den UN und in Washing ton. (ITA) SL P DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND ISRAEL IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL solvieren. Vor allem schafft es sich viele Freunde unter den nichtjüdischen Patienten, die jeden Monat zu Hunderten seine Dienste in Anspruch nehmen. Das Hospital macht? in letzter Zeit viele Neuanschaffungen. u. a. ein künstliches Herz. Dementspre chend sind riesige Summen zu seiner Unterhaltung ’’onnöten. Das vorhandene De fiziert sei ein Beweis dafür, dass man arbeitet und sich nicht scheut, alle notwendigen Anschaffungen für das W'ohl der Kranken zu machen. Viele weltbekann te jüdische Universitätspro fessoren weihen ihre Dienste dem Krankenhaus und stehen auch den Patienten der Poliklinik zur Verfii gung. Obwohl viele Kranke, die keine Mitglieder de« Hospitals sind, auch umsonst behandelt zu werden w'iinschen. so wird do.-h al les getan, um einen jeden der ärztlichen Behandlung Bedürftigen zufrieden zu stellen. Eine Damenkommission arbeitet freiwillig, um die Kranken zu betreuen und Gelder aufzubringen, doch stösst man leider auf zu wenig Verständnis so dass die Leitung um freiwillige Mitarbeit in der. Kommissionen bittet. Eine Initiative Man ist jetzt auf dem Wege, die Sammelarbeit für alle jüdischen philanthiopi sehen Institutionen, wie Waisenhäuser, Altersheune, Heilanstalten wie die Poliklinik „Bikur Cholim“, die „Jüdische Liga gegen Tuberkulosis“, das Hospita! usw. zu vereinigen, um die administrative Arbeit zur Einkassierung der Gelder, Sammelaktionen und Hilfskampagnen zu vereinhntli ehen und die hohen Unko sten zu verringern und im Stil der Einheitskampagne ein ähnliches System für diese Wohlfahrts-Institutionen zu schaffen. So hoffe man, das bei allen j'idi" sehen Institutionen voriian dene Defizit, vor allem auch bei der Kehilla, die sich auch dieser Initiative angeschlossen hat, zu beseitigen. Statistiken haben, ergeben, dass sich an der Einheitskampagne für Israel kaum 30 Prozent der jüdischen Gemeinschaft beteiligen und den oben angeführten Institutionen kaum 30 Prozent der Juden als zahlende Mit glieder und Protektoren angehören. Man will versuchen, diese philanthropische Einheits-Kampagne zu organisieren, so dass alle Juden moralisch verpflichtet wer den, einen Mindestbeitrag beizusteuern. Wenn man dabei mit einem Drittel der Eingänge bei der Einheitskampagne für Israel rechnet, so wären das ca. 40 Millionen Pesos, mit denen es möglich sein würde, mit einem Schlag alle Dciizite zu begleichen. Daher muss unbedingt eine Koordinie- | rung der Sammelar'oeit zu-; stande kommen und gleichzeitig der Apparat der Kassierer und des administrati' I ven Personals reduziert! werden. Auch müssen die Mitglieder unserer Gemein- | Schaft, die sich weigern, diesen Beitrag zum Wohl unserer Organisationen zu j leisten, durch Ehrencomi- ¡ tés veranlasst werden, aus! ihrer Passivität herauszugej hen und ihrer jüdischen! Pflicht nachzukomrm.n. Hilfe tut not Das Jüdische Kranxenhaus hat ein grosses Defizit und kann auch nicht die notwendigen Gelder auf bringen. Es hat z. B. die von der Kehilia zugesagten Subsidien seit Monaten nicht erhalten. Allein fiir Reparaturen der Fahrstühle sind anderthalb Millionen Pesos vonnöten, wobei zu berick- | sichtigen ist. dass man die I Kranken viele Stockwerke I heraufschaffen muss. W'as oft bei schw'eren Fällen mit Lebensgefahr vertun I den ist. i Im Krankenhaus sind mo-! natlich ca. 300 Kranken in- I ternierl, und in der Pol klii nik werden im Monat zumindest 300 Menschen behandelt. Rund 290 Operationen werden jeden M.<nat durchgeführt und tausende Analysen angefertigt, w'as einen ungefähren Ueberblick über die dort entwdkkelte Tätigkeit vermitteln kann. Der Präsident, Herr Starkmann.-wies auf die Notwendigkeit hin, besonders unter der Jugend Mitarbeiter zu werben. Da das Hosoital einen ausgezeichneten Ruf geniesst, so sei hier auch ein Argument vorna-nöen, um der in W’eiten Kreisen herrschenden antisemitischen Einstellung zu den Juden entgegenzutreten da alle im Hospital Esra behandelten Nichtjuden zu Freunden des Krankenhauses werden. Die Unte^su" chung in der Poliklinik, selbst durch berühmte jüdische Universitätsprofessoren, kostet z. B. nur 25 Pesos, womit man natür'ich nicht im entferntesten die Unkosten decken kann. Bei einer jüdischen Bevö'kerung von fast einer halben Million Menschen gibt es nur ca. 20.000 zahlende Mit" glieder, so dass alle auigerufen werden. Mitglieder dieser Institution zu werden. Besuch aus Tel Aviv j Herr und Frau Hermann F.llern aus Tel Aviv befinden sich seit einigen Tagen in Buenos Aires auf ihrer Reise durch Süd- und Nordamerika. Herr Hermann Ellern ist Gründer aer nun bald 30 Jahre alten Ellern’s Bank Ltd. in Israel, deren Direktorium er präsidiert. Herr Ellern stammt au? einer alten deutschen Bankiers Familie — sein Vater gründete in Karlsruhe das Bankhaus der Familie Ellern im Jahre 1881 — und der Urgrossvater mütterlicherseits in Fürth die Feuchtwanger-Bank in 1786. Die Ellern’s Bank in Israel steht heute mit ilmen 16 Filialen mit an erster Stelle im Privatbankwesen des Staates Israel. Herr Ellern selbst ist Vorsitzender der Möller Textile Corporation und Direktor der General Mortgage Bank und Industrial and Developneut Bank. In seinem Privatleben verstand es Herr Ellern immer Zeit für Aufgaben allgemeinen Interesses zu finden. Seine Liebe zur zionistischen Geschichte hat er in Form seines Buches „Herzl, Hechler, der Grossherzog von Baden und der Deutsche Kaiser. 1896 1904“ auf Grund von Dokumenten zum Ausdruck gebracht, die von Hermann und Bessi Ellern gefunden wurden. (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 8) Die neue Stadt CARM1A die Riviera Israels in der Naahe von Haifa die grosse Stadt der Zukunft Auf den Bergen von Carme! für Lateinamerika, die durch dieselbe Lebensweise und Sprache verbunden sind. Eine Ihnen eigene Atmosphäre. HOTELS FUER TOURISTEN RESIDENZEN •SCHULEN NEUE INDUSTRIEN Bevor Sie nach Israel reisen lernen Sie diesen grossartigen Bauplan kennen. AUSKUNFT: ISRAEL AMERICAN ENTERPRISES CORP. HO. Argenlina: Uruguay: Corrientes 2025. 2o. A. T. E. t.i 3094 . 46-0023 Buenos Aires Avda. Francisco Soca 1514 Telef. 79-30 96 Montevideo i^.-—-1-'W iS«®«