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Jüdische Wochenschau · 1962-11-30 · 1988 (30.11.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1988 (30.11.1962)
Date
1962-11-30
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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■■■■ "'Ä.i'S Vie»»«*, 30 de Nov»? mbre tie ir02 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aß« XXIII. — No. 1988 Alle Menschen sind gleich (Schluss von Seite 1) die schwarze Bevölkerung schlechter als di» weisse zu stellen. Hierbei muss man zwei Tatbestände unterscheiden, die an Beispielen klargemacht werden können: nehmen wir das Rassenproblem in Nordameri* ka. wo in einem von den weissen dominierten Land mit einer noch immer ge waltigen Mehrheit Schwarze leben. Das ist der eine Fall. Ganz anders ist die Situation in den afrikanischer. Staaten, in denen es eine kleine weisse Oberschicht gibt, die bisher allein die staatspoliiischen Gewalten in ihren Händen hielt. Zum Fall Amerika ist zu sagen, dass hier wiederum zwei demokratische Rechte aufeinanderstossen. die in der Form, wie sie sich präsentieren, miteinander unvereinbar sind: das Prinzip der Gleichheit aller Menschen, unabhängig von ihrer Rasse, ihrem Glauben, ihrer Weltanschauung oder sonstigen Unterscheidungen, und das Recht der Mehr heit, die Richtlinien für die politischen, wirtschaftlichen kulturellen und gesellschaftlichen Grundlagen des Lebens dieses Volkes aufzustellen. Solange man nicht erkennt, dass die Grundrechte nicht von Mehrluits beschlössen abhängig sein können, und dass die Majorität nicht eine Minderneit vom Genuss dieser Grundrechte auszuschliessen vermag, ist die Demokratie selbst gefährdet. Denn jedes Recht, auch cas der Mehrheit, findet seine natürliche- Grenze an den ,,höheren“ Interessen, durch welch? erst ein demokralisches Leben ermöglicht wird Durch einen Mehrheitsbeschluss kann weder ein.? politische, noch rassische oder religiöse Minderheit in ihren de mokratisehen Rechten eingeengt werden. Tragische Formen hat der Rassenhass bereits in Südafrika angenommen, dessen Schicksal uns schon oasw'egen besonders interessieren muss, weil dort eine starke und wichtige Judenheit lebt. Nach der übereinstimmenden Meinung aller objektiven, nicht unmi'telbar beteiligten Beobachter wird die Politik der Weissen in Südafrika heute beteits weitgehend von der Augst vor der Vergeltung bestimmt. die zu Recht be steht, wenn man das ungeheuerliche Sündenregister der Weissen betrachtet, de. ren UnVersöhnlichkeit auch nur eine Folge ihrer Scnvvä che ist. In Anbetracht einer aufzuhaltenden Entwicklung sollte man an eine Kompromisslösung denken, die aber heute noch mit aller Rück sichtslosigkait von den Weissen. die allein die Macht in der Hand halten, abgelohnt wird. Man hat ausgerechnet. dass in 50 Jahren 25 Millionen Schwarze und 1 Vz Asiaten in der Südafrikanischen Republik 5 Millionen Weissen gegenüberstehen werden. Nach den neuesten Informationen treten die Gegen sätz-a immer schärfer hervor. Die demokratische Maske fällt. ..Die Nationalisten zeigen das nazistische Gesicht, das sie im Kriege hatten und das sie eine Zeitlang versteckten“. Der Ju- Dr. FREY ABOGADO : 4 PUEFRREDON 2190 t 1» izQ. 4 4 nachm. 16—19 Uhr 1 T. 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Er soll während des Dritten Reiches als Regierungsrat in der Abteilung für Rasserecht und Rassepolitik des Reichsinnenministeriums gearbeitet und 1941 in Norwegen als SS-Sturmbannführer und Oberregierungsrat Beisitzer eines Standgerichts gewesen sein, das einen Norweger zu lebenslänglich Zuchthaus verurteilte. Präsident Schiedermair erklärte zu den Vorwürfen, dass er' bei Kriegsende von den Norwegern überprüft und freigesprochen worden sei. Er sehe der dienstaufsichtlichen Ueberprüfung „mit grosser Ruhe“ entgegen, da „alles beamtenrechtlich und kriegsrechtlich korrekt“ verlaufen sei. Ministerialdirigent Brunner vom bayerischen Innenministerium sagte dazu, dass Schiedermair von den Norwegern zwar in einem Fall freigesprochen w'orden sei, doch habe sich das norwegische Gerichtsurteil noch auf eine Reihe anderer Fälle bezogen. Obwohl ein Original der Urteilsabschrift in Besitz Dr. Schiedermairs sei, wolle das Innenministerium bei seiner Untersuchung nicht auf dieses Dokument zurüekgreifen, um von vornherein jeden Verdacht auf eine nicht korrekte Verfahrungsweise zu entkräften. Nach dem bisherigen Ergebnis der Ueberprüfung stehe bereits fest, dass Dr. Schie dermair nicht zu den Richtern gehörte, die unter dem NS-Regime Todesurteile fällten, die gegen die Grundsätze der Menschenrechte verstiessen. Nach diesem offiziellen Bericht ist alles in bester Ordnung. Nur einige wenige Einwände dürften angebracht sein. WTenn sonst jemand unter dem Verdacht steht, an einem Verbrechen mitgewirkt zu haben, wird er doch „eigentlich“ entweder eingesperrt, um die Untersuchung gegen ihn zu erleichtern, oder aber wenigstens solange seines Amtes enthoben, bis der Sachverhalt geklärt ist. In Bayern — und offensichtlich nicht nur dort ist es anders. Erst heute weiss man, was mit dem „Präsidenten Schiedermaier“ los ist, erst heute. Wunderbar, wie alles in die dicke Suppe des Vergessens getaucht wurde. Eine feine Karriere hat Herr Schiedermair gemacht, obwohl er in Norwegen angeklagt war. Aber er selbst sagt, dass „alles beamtenrechtlich und kriegsrechtlieh korrekt“ war Auf die Idee, dass man auch danach fragen konnte ob er menschlich korrekt gehandelt habe, was man von einem so hohen Beamten auch erwarten daif, ist der Herr Schiedermair wahrscheinlich garnicht gekom- Judith :■ \ SCHENKOLEWSKI } Í KULTUSSTICKEREIEN Í Schabbosdecken - Tallis- > 5 beute! Käppchen - *faz-«, i zot-Tasehen Hand- und Í Maschinensticker« von ,j J Bett und Tischwäsche \ < Dr. P. I. RIVERA 2585 ’• (fr. Bebedero) % $ T. E. 73-9155 J vww*wwv%%vw «EC Ilf I Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS J ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE j 76-0286 73-1049 i M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 I. E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAPIDUS; dipl. Mohel NEUE ADRESSE ¡ V1AMONTE 2037, 4., B.' 46 1716 und 48-2124 ' Hinrichtungen in Russland London. — Vier Sowjetbürger. anscheinend Juden, wurden wegen ..Spekulation“ erschossen. Fünf andere, allem Anschein nach ebenfalls Juden, sind wegen „Wirtschafts - Verbrechen“ zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden, wie russische Nachrichten über den Prozess in Kischinew besagen. Die Hingerichteten, von denen nur die Nachnamen angegeben werden, heissen Palanker, Tabak, Rabinovich und Goldenstem. Freiheitsstrafen von 6 bis zu 12 Jahren erhielten Serebnitcky, Uchitel, Milenstein, Sudman und Gorbaty. (ITA) stizminister wird als Erzna zi bezeichnet. Faschistische Organisationen, im Stil der SA, tauchen auf. Ein gewis ser Leibbrandt, im Kriege zum Tode verurteilt, dann amnestiert, ein Mann, der „heule noch Hitlers ..Mein Kampf“ als seine Bibel be zeichnet, erklärte, er habe 1.000 fanatische ..Freiheitskämpfer“ gesammelt, um Südafrika zu retten“... Aber er ist nicht der einzige, der diese Gedanken propagiert und geheime Armeen aufstellt. Nach dem Vorbild ihres inzwischen zerstörten Idols geben diese Südafrika nischen Nazis vor ihr Land und die Welt vor dem Kommunismus bewahren zu wollen. Auch diese Melodie kennt man. Die Völker dürften inzwischen verstehen gelernt haben, dass gerade diese Faschisten immer sofort bereit sind, ein Bündnis mit dem Kommunismus zu schiiessen, um die ihnen verhasste Demokratie zu bekämpfen oder zu zerstören. Aehnlich den Nazis wollen diese südafrikanischen Kreise das Prinzip der Gleichheit der Menschen nicht an erkennen. Sie fühlen sich als die Herren und betrachten die Schwarzen r»Is ihre Knechte. In diese Situation hineingeschleudert, finden sich die südafrikanischen Juden in einem ungeheuren Konflikt, da sie als „Weisse“ in deren Front eingegliedert sind. Im alten kai- Die Administration der J. W. bittet Herrn MEISTER früher Obligado 2875 um Angabe seiner neuen Adresse unter T E. 83 2613 oder 80-6930 zwecks weiterer Zustellung der Zeitung. Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 Dr. $ B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52 8214■ RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E* 58-4052 serhehen Deutschland ha ben Juden, um ihren deutschen Patriotismus zu beweisen, für die antisemitischen deutschen Kandidaten ihre Stimme geben müssen weil sie die Kandidaten der Minderheiten nicht wählen durften. Aber in Südafrika liegen die Dinge viel ernster. Die geschilderte Situation in der Kaiserzeit war ein Kinderspiel dagegen. In Südafrika verteidigen Juden die gleiche Position wie die Grauhemden Leibbrandts, dessen Bibel die hitleristische Schmähschrift „Mein Kampf“ ist, in der er die Juden ausserhalb der Gesellschaft stellte und ihre totale Vernichtung verkündete. In derartig para doxe, man kann nichts anderes sagen als tragische Situationen werden die Juden durch die südafrikanische Galut hineinmanövriert. Solche Positionen — sind es überhaupt noch Positionen? — sollten nicht mehr gehalten werden. Nach jüdischer Auffassung gibt es nur d?n einen Weg, das Grundprinzip der Gle chheit aller Menschen anzuerkennen und aus der Front der Chauvinisten auszutre ten, die gegen die Grundlage eines Menschheitsgedankens rebelliert, der bereits in der Bibsl verankert ist: gegen den Gedanken, dass alle Menschen gleich sind, und dass alle gleiche Rechte gemessen. III. Kein Kompromiss Nur auf dem Prinzip, dass alle Menschen gleich sind, kann eine Welt des Friedens und der Gerechtigkeit aufgebaut werden. Dieser Leit satz ist eines der entscheidenden Fundamente des nationalen wie des internationalen Lebens. Von der Gleichheit kann und darf man nicht abweichen. Hier kann es keinen Kompromiss geben. Für Debatten ist kein Raum mehr. Auch U SEMANA ISRAELITA Bisem anario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V trantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Paeyrredón 2190, 1» izq T. E. 83-26i3 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland i 600 — jährl Botschafter in Zypern Tel Aviv. — Im Rahnen einer besonderen Zeremonie überreichte vor kurzem der neue Botschafter Israels auf Zypern, Tuwia Arasi, dem zypriotischen Präsidenten, Erzbischof Makarios, sein Beglaubigungsschreiben. wenn die Entscheidung schwer fällt und mit den grössten persönlichen Opfern verbunden ist, gibt es keine Zwischenlösung. Wer dem Fortschritt die nen will, muss sich zu dieser Erkenntnis durchkämpfen, auch wenn es noch so schwer sein sollte. Wer von Freiheit träumt, soll begreifen. dass Freiheit kein Privileg, kein Vorrecht für we nige bedeuten kann. Die Sonne der Freiheit ist für alle Menschen aufgegangen, für alle, die im Ebenbild Gottes geschaffen wurden. Ermittlungen in Erbschafts- und Entschaedigungs- Angelegenheiten JAMES HIRSCH Berlin-Wilmersdorf Prager Platz 6, Telefor: 87 59 14 •»saisaas5$ssäissiisss3iiisssii3sasa**s*issasBasasSäassa»BSsassg | Dr. BERNARDO GOLDSTEIN ¡ S MEDICO a * M S Cardiología — Hospital Fernándei ¡ M M S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme 3 1 CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 I Consultas: Montag Ws Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr *ss*e»3MSis*sitss*SB slSSSf-»SSftl*53SSIBISa!S8«iiSISSS* '<UMga3sias*ii*sM*ti£ss*äa-»i*sll*s*®is*ssaB5S3“fSJiS®3S**ss”ä! VARICES-ULCERAS f I DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ¡ I Dr. SAUL UMANSKY f s Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 g HI 5J is«siisiii*uH!ssian«HWMwiHSffl«ä**s®H“i3äSMSSSSMSä SDr. BENJAMIN L1PNIZKY3 S ZAHNARZT S S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- S S HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- - » LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG 5 S Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend ■ S nach vorheriger Vereinbarung. £ 3 JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E. 76-8*73 und 73-856C B «S«EgKgES»SMBB8Baa»aMiaHWM»£«maEI81WW*«*HMMggBg Dr. L. KLEIN - Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgenuntersuchungen SPRECHSTUNDEN: t Montag, Dienstag, Mittwoch «. Freitag von IS—M Uhr; Ee wird gebeten, sich vorher telefonisch anaumeklen ‘SANTA FE 1891 T. E. 44-9493 u. 44-1542; Ti f w,

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