Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1987 (23.11.1962)
- Date
- 1962-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vierne«, 23 d« Noviembre d« 1%2 .) O D I S C H £ WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1987 — 9 Erziehung von Einwanderer-Kindern Der Ministerpräsident von Israel, David Ben Gurion, sagte einmal bei einer Feier anlässlich der Ernennung von Offizieren, dass'er gerne einen „jemenitischen Aluf“ (Brigadier) in der israelischen Armee sehen würde. Die Militärbehörden waren der Meinung, dass bevor ein Jemenite zu einem so hohen Rang ernannte werden könnte, er eine angemessene Ausbildung durchmachen müsse, und es wäre gut, wenn er mit dieser Ausbildung in frühem Alter beginnen würde. So entstand die Idee, eine Institution für begabte Einwandererkinder. hauptsäch lieh orientalischen Ursprunges, zu schaffen, um sie für Staatsmänner auszubilden. FAEDAGOGISCIIER WEITBLICK Das Erziehungsministerium betrachtet die Gründung einer solchen Institution, in der die Kinder lernen und auch wohnen, als die Ver wirklichung Aner pädagogischen Idee, die in keinerlei Verbindung mit der Notwendigkeit für jemenitische Brigadiere in der Armee steht. Die israelischen Erziehungsbehörden haben immer die Erziehung von begabten Kindern als wichtig angesehen, doch ist ihr bis jetzt noch nicht die genügende Aufmerksamkeit geschenkt worden .In Israel ist das Problem durch demographische und kulturelle Bedingungen verschärft worden. Die Kinder der Neueinwanderer, die meistens orientalischen Ursprungs sind, betragen 60 Prozent der in Israel geborenen Kinder, aber nur ein verhältnismässig kleiner Prozentsatz von ihnen besteht die Stipendienprüfung für die höhere Schule. Auch auf anderen Gebieten ist der Prozentsatz der begabten Einwanderer kinder viel niedriger als ihr zahlenmässiger Anteil an der Bevölkerung. Diese Tatsache hat ernste Folgen auf sozialem Gebiet und bedeu- *-4-4-4-4-4-« von J. EDELSTEIN tet eine grosse Gefahr für die zukünftige Gesellschaft Israels. In Erkenntnis dieser Situation sah das Erziehungsministerium die dringende Not wendigkeit zur Schaffung eines Internats für begabte Kinder orientalischer Herte Lehrer zu finden. Die mit der Durchführung des Plans Betrauten erwogen auch das Problem der Trennung der Kinder von ihrer Familie und die möglichen Folgen dieser Massnahme. Doch in Anbetracht der Tatsache, dass viele der Kinder in Ju V . ■MW- DIE JUENGSTE GENERATION kunft. um ihnen eine Erzie hung zu geben, die ihnen einen angemessenen Platz in j der Gesellschaft sichert.! Man beschloss, die Institu j tion nach Jerusalem zu le-1 gendalija-Institutionen erzogen worden waren, wo eine Untersuchung des Problems und seiner Folgen durchgeführt wurde, wurde die Frage nicht als sehw'erwie gen, w'o es zahlreiche pädagend betrachtet gogische Anstalten gibt und es viel leichter ist. geeignehotel ARMON i ISRAELS SCHOENES Die beste Angenehmer Aufenthalt Tel Aviv, Jarkonstr. SO Tel. 2371 1 ♦ (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt * erforderlich) } TOURISTENHOTEL Küche ♦*♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦*, ♦ ♦ ♦« ♦ ♦ ♦ «-4-*-»-» < I <♦ ♦ ♦♦♦♦♦♦' Und so kamen vor zwei Jahren etwa 80 Jungen und Mädchen in das Wise-Jugend-Zentrum, das im jerusalemer Vorort BajitVegan liegt. Die Bewerber für diesen Kurs wurden nach folgenden Gesichtspunkten aus gewählt: hohes intellektuelles Niveau, das die erfolg reiche Absolvierung einer höheren Schule ermöglicht, und andere Faktoren wie schlechte soziale Bedingungen, Familienschwierigkeiten, Wohnort ohne höhere Schule usw. Der erste Punkt, der bei der Auswahl der Kinder berücksichtigt wurde, war jedoch das Ergeb nis der Stipendienprüfung, die vom Erziehungsministerium nach Beendigung der INDUSTRIAL & |fj(J0BA COMMERCIAL BANK , (ISRAEL . LATIN AMERICA) LTD. TRUST. Co. L.ö. ASOCIADO CON BANK HAPOALIM TEL AVIV — ISRAEL tßfCÖBA INVESTMENT & TRUST Cia.! achten Voiksschulklasse ab- 1 gehalten wurde. Die Schul direkteren wurden gebeten, einen Bericht über die betreffenden Schüler abzugeben, und die Wohifahrtsbe hörde. über die soziale Lage der Familien Auskunft zu geben. Dann mussten sich die Kinder einer psychotech nischen Prüfung unterzie hen und schliesslich vor einem Auswahlcomite erscheinen. Aber noch ein anderes Problem musste gelöst wer den — das der gefühlsmässigen Anpassung. Und so mussten alle Bewerber eine Zeitlang in einem Lager Zusammenleben. wo sie b?ob achtet wurden. Nach einiger Zeit sah man, dass es noch einige Kinder gab. die sich nicht in das Leben in einem Internat einfügen würden. DIE SCHUELER UND IHRE HERKUNFT I. Perrv, der Leiter der Institution, machte einige interessante Angaben über die Schüler und ihre Herkunft. 23 stammen aus dem Irak. 17 aus Marokko. 3 aus dem Jemen und die anderen aus der Türkei. Persien, Afghanistan. Libyen. Syrien und anderen Ländern. Elf Schüler stammen aus euro päischen Familien. Eine Uebersicht über die Famil’en der Schüler zeigt, dass die meisten sich von Gelegenheitsarbeit ernähren. Sieben Schüler sind Wais-en, 8 Kin der von ständig arbeitslosen Väfer*n. 7 von Büroangestellten. 6 von kleinen Lad-enbe sitzern. 9 von Handwerkern. 7 von Bauern. 62 der Väter haben die Volksschule oder den Cheder beendet. 13 die höhere Schule. 2 haben pine Fachausbildung erhalten und einer akademische Ausbil düng. Die Schüler besuchen verschiedene höhere Schulen in Jerusalem. Sie machen ihre Schulaufgaben unter Aufsicht und erhalten nötieen falls Nachhilfeunterricht In der Institution herrscht ei ne den Schülern gemässe Atmosphäre. Natürlich müssen viele pädagogische Pro bleme gelüst werden. Besonders wichtig ist eden Kontakt mit dem Elternhaus aufrecht zu erhalten und die Eltern zur Kooperation mit der Institution zu veranlas sen. Denn es besteht die Gefahr. dass ein kultureller Niveauunterschied zwischen den Kindern und ihren Eitern geschaffen wird der ei ne gewisse Spannung innerhalb der Familie und ein sieh Loslösen von den Ellern bewirken kann. Die beiden ersten Jahre des Bestehens der Institution haben gezeigt. dass die Kinder sieh vollständig in den verschiedenen Schulen eingevvöhnt haben, und ihre Leistungen sind zufrieden stellend. Vor kurzem wurde der Grundstein für ein eigenes Gebäude für die Institution gelegt, das das Internat und die mit ihm verbundene höhere Schule beherhergen soll. Die Baukosten, die mif etwa 3 Millionen 1L berechnet wurden, werden teihvei ■se durch eine Stiftun? eines amerikanisch - jüdische Philanthropen finanziert wer den. I (GALERIA DEL OBELISCO) A». CORRIENTES 1145 T. E. 35-8586 Professorentitel für van 4er Rohe Chikago. — Architekt Ludwig Mies van der Rohe wur de von er nordrhein westfälischen Landesregierung mir dem Professorentitel ausgezeichnet. Die offizielle Mitteilung darüber wurde dem in Chikago lebenden Kunst ler zugestellt. Mies van der Rohe war der letzte Direktor des Bauhauses, das von ihm 1933 geschlossen wurde, um staatlichen Mass nahmen zuvorzukommen — lAWZ) Glückwünsche für einen Koenig New York — Dr. Nachum Goldmann, der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, übermittelte Koni0 Gustav Adolf von Schweden anlässlich seines Ge burtstages die Glückwünsche aller Juden der Vielt. In seinem sehr herzlichen Kabel betont Dr. Gern mann dass die Juden die höchste Achtung und die wärmste Sympathie für das schwedische Volk empfinden, das „unter der gesegneten Führung Eurer Majestät «ich als eine der wahren Demokratien unserer Tage erwiesen hat.“ Als der Jüdische Weltkongress im Jahre 1959 in Stockholm seine IV. Plenarversammlung abhielt, entbot der König von Schweden den indischen Führern aus aller Welt seine Sympathie. — (ITA) AUSSTELLUNG VON TUTTNAUER Phoebus Tuttnauer hat wieder einen grossen Erfolg aufzuw'eisen. Seine dritte Ausstellung in der „Arthur Jeffress Gallery“ bildete eine Sensation in den Kreisen der londoner Artisten. Eine Stunde vor der Eröffnung w'ar der Saal voll mit Jour, nalisten. Künstlern, Schauspielern und Persönlichkeiten der londoner Gesellschaft. 45 Bilder von Tutt nauer wurden ausgestellt, darunter neun, die er in Israel gemalt hat. Tuttnauer war kürzlich in Israel, und er hielt seine Eindrücke in Jerusalem. Tiberias und Rcchowot in Farben fest. Tuttnauer begann im Alter von 68 Jahren zu 'malen. Vorher hatte er nie einen Pinsel in der Hand gehalten. So plötzlich entschloss er sich zur Malerei und gehört heute zu der Gruppe der führenden „Neo- Primitiven“. Die Kritiker beschäftigen sich mit ihm die londoner Zeitungen bringen sein Bild, reproduzieren seine Bilder, und er wurde eingeladen. im BBC-Rundfunk zu sprechen. Dr. Phoebus Tuttnauer war Arzt in Wien. Edwina Mountbatten gehörte zu seinen Patientinnen. Im Ja.nre 1938 half sie ihm. nach London zu flüchten. Nach ihrem Tod? propaeierte er den Verkauf von. Bäumen., um einen .Edwina Mr-untbatten Memoria] Forest' in Is rael zu pflanzen. Jetzt Kam Earl Mountbatten of Burma nach Israel, um bei der Einweihung des Waldes zur Erinnerung an seine Frau zuvegen zu sein. Tuttnauer gehört eigentlich keiner „Schule“ an. Seine Bilder zeichnen sich durch hell-’, leuchtende Farben aus. Man zählt ihn zur Kategorie der ..Naiven“. Eric Newton schrieb unlängst im ..Guardian“, dass es nicht so leicht sei. den Zauber der naiven Bilder von Tuttnauer zu definieren. Sip sind farbenreich und glitzern wüe Juwelen.' Odette Hallowes — ponulär unter dem Nam°n Od°fte Churchill als Heidin der Widerstandsbewegung gegen! die Nazis — meinte in ihrer Eröffnungsrede, dass Tuttnauers Bilder, gerade weil sie ohne „Tradition“ sind, so reizend und anziehend wirken. Andere Künstler plagen sich gewöhnlich durch Jahre, um anerkannt zu werden. Tuttnauer dagegen wurde — wie über Nacht — von der Presse und von den Experten als Maler gefeiert und gerühmt. Flüchtlinge aus Oesterreich sind nun besonders stolz auf ihren; Tuttnauer. Er gehört der Exekutive des ..Council of Jews from Austria“ an und ist auch aktiv zionistisch täug- J. Fr. Weizmann- Boulevard Jerusalem. — Die Zufahrtsstrasse nach Jerusalem wurde bei einer Feier im Rahmen der Ehrungen Chaim Wciz manns anlässlich seines 10. Todestages ..Weizmann - Boulevard“ benannt. Benjamin Weizmann. der Sohn d?s ersten Staatspräsidenten. war aus England gekommen, um an dieser Zeremonie teilzunehmen, bei der Justiz Minister Dow Joseoh. der Präsident des KKL .Taakow Tsur und der Bürgermeister der Hauotstadt. Mordecbai Ish Shalom. Ansprachen hielten. (ITA) Bewaesserungsplan Tel Aviv. — Der Israeli sehe Nationale Wasserral hat den Plan für die erste Phase eines nationalen Bewässerungsprojekts, die bis 1964 verwirklicht werden soll, gebilligt. Diese Phase sieht die Vollendung der Wasserleitung vom Tiberias- See nach Tel Aviv vor. die jährlich rund 180 Millionen Kubikmeter Wasser südwärts befördern soll. Die Kosten werden sich auf über 200 Millionen Israel Pfund belaufen. (ITA) HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN; HAIFA - Israel; VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM t HAIFA. Hadar Hakarmel, Nerdauslr. ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ... « «. Dr. MAX FLESCH | 4 4 Berater für Investitionen und Finanz- * geschaefte in Israt I — Lang- und kurzj fristige Anlagen — Auskünfte jeder Art Ü TEL AVIV, Israel — 18, George Elliet Str. \ 0 W J