Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1987 (23.11.1962)
- Date
- 1962-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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mm-*-- fctfsiü •siaWr — Viern-s, 2:» de Noviembre de 19G2 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1987 Jüdische Flüchtlinge aus Arabien rv/ :! P L ,,Es gibt noch einen anderen Gesichtspunkt des Problems der Flüchtlinge im Mittelosten, < der ebenfalls häufig unbeachtet bleibt. Es ist notwendig, sich daran zu erinnern, dass zur gleichen Zeit, als das arabi sehe Flüchtlings Problem entstand, über 400.000 Juden ihre Heimstätten in Irak. Jemen und Nordafrika verlassen mussten. Sie wurden nicht als Flüchtlinge betrachtet, da sie bereitwillig und ohne Schwierigkeit als Einwanderer in Israel aufgenommen wurden. Sie waren aber gezwungen, die Heimat. in der sie Jahrhunder te gelebt hatten, gegen ihren Willen zu verlassen und sie mussten alles, was sie besassen, zurücklassen. Später kamen zu dieser Zahl noch über 20.000 Juden aus Aegypten hinzu, für die das Leben dort unerträglich geworden war.“ (Aus .,We Strangers and Afraid“ von Eifan Rees, Berater des Weltkirchenrates für Flüchtlingsfragen) . Der Mittlere Osten wurde •in den letzten Jahren zum Schauplatz von zwei grossen Flüchtlingsproblemen. Un gefähr eine halbe Million jüdischer Flüchtlinge waren gezwungen, die arabischen Staaten im Mittleren Osten und in Nordafrika unter dem Druck von Diskriminierung und Verfolgung zu verlassen. und ungefähr dieselbe Zahl arabischer Flüchtlinge waren das Resultat des arabischen Invasionskrieges der Jahre 1947 und 1948 gegen das in Entstehung begriffej ne Israel. j Dieses jüdische Flüchtlingsproblem ist gemeinsam j mit dem Problem einer hal i ben Million anderer Juden, j die der Verfolgung Hitlers in j Europa entgangen waren, : gelöst worden. Das kleine Israel, dessen Fläche 21.000 qkm beträgt, hat sie aufgenommen und sie zu produktiven Bürgern einer Gesellschaft gemacht, die sich in einem steten Entwicklungsprozess befindet. Bei der Aufnahme und Einordnung dieser neuen Bürger folgte Israel dem Beispiel anderer Staaten, die nach dem Zwei ten Weltkrieg grosse Flüchtlingsprobleme zu bewältigen hatten; sie alle betrachteten die zusätzliche Bevölkerung als eine wichtige Verstärkung ihres Wirtschaftspotentials und ihrer Gesellschaft. Das zweite Fliichtlingspro- * Tüern das Mittleren Ostens, bei dem es sich umungefähr 600.000 palästinensische arabische Flüchtlinge in den arabischen Staaten handelt, ist heute der Lösung nicht näher, als es im Jahre 1948 war. Die Listen der Flüchtlinge sind durch Fälschungen und besonders durch Nichtregistricrungen von Todesfällen künstlich vergrössert worden, die Fälle der wirtschaftlichen Einordnung wurden nicht registriert, und die arabischen Staaten mit ihrer Fläche von ungefähr 4.000.000 qkm — beinahe das Zweihundertfache der Fläche Israels — haben ihre Brüder und Schwestern wie unwillkommene Eindringlin ge behandelt. Aber auch jene Flüchtlinge, die schon längst in ihren neuen Heimatländern Arbeit gefunden haben, leben noch immer in Lagern, damit das Problem auch weiterhin als Waffe im Propagandafeldzug der arabischen Staaten gegen Isra el dienen kann. GRUENDE DES JUEDISCHEN EXODUS Der Auszug der jüdischen Familien aus dem arabischen Ländern — zunächst nach Palästina und später nach Israel — begann in dem Augenblick, in dem annehmbare Bedingungen für ihre Aufnahme im Heimatland der Juden geschaffen werden konnten. Tausende von Juden zogen nach Zion, so wie sie es seit jeher in ihren Gebeten erfleht hatten. Idealismus allein war jedoch nur eine Zeitlang die Triebkraft dieser Bewegung. Der erwachende arabische Nationalismus brachte um die Jahrhundertwende Diskriminierung und Verfolgung für alle mit sich, die nicht Araber waren. Nach der Errichtung der unabhängigen arabischen Staaten verstärk te sich diese Tendenz und wurde von den arabischen Regierung offiziell unterstützt. NAZI-EINFLUSS Das Problem der jüdischen Gemeinschaften in den arabischen Ländern erhielt eine besondere Verschärfung, als das national sozialistische Deutschland seine Intrigen im Mittleren Osten zu spinnen begann. Anfangs der dreissiger Jahre unterstützte das ,.Dritte Reich“ den berüchtigten früheren Mufti von Jerusalem, Amin el-Husseini, mit Geld, Waffen und Propaganda. Während des Zweiten Weltkrieges fand dar Mufti Zuflucht bei Hitler in Berlin. Im ganzen Mittleren Osten, vor allem in Palästi na, verloren hunderte Juden als Folge der bösartigen Hetze und Intrigen des Mufti und seiner Anhänger auf tragische Weise ihr Leben. Der missglückte Aufstand von Raschid Ali im Irak während des zweiten Weltkrieges, mit dem Ziel, ein Bündnis mit der Achse zu schliessen, wurde zum Startzeichen für offene Verfolgungen der Jahrtausende alten jüdischen Gemeinschaft dieses Landes. Adolf Eich mann hat in seiner Aussage vor dem Gericht in Jerusalem zugegeben, dass irakische Offiziere sich während des Krieges seinem Stab angeschlossen hatten, um in Montevideo/Uruguay Einzelnummer 70 Centesimos Jahresabcno 45.— $ urug. LUFTPOST VERSAND DURCH „PLUNA' ANZEIGENANNAHME RIO BRANCO 1231 Tel. 83887 ABONOS — COBRANZA Sra. L. Loeblowilz PARAGUAY 1164. piso 2. apt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK CONSTITUYENTES 1757 Tel. 42 640 ,,fortschrittliche Methoden [ Lei der Lösung der Frage der jüdischen Minderheiten“ zu studieren. ARABISCHE ANGRIFFE Die Flucht der Juden aus den arabischen Staaten nahm kritische Ausmasse an, als die arabischen Streitkräfte begannen, die jüdische Gemeinschaft in Palä stina mit Waffengewalt anzugreifen. Diese Angriffe wurden bald verstärkt and, parallel zu dem arabischen militärischen Invasionskrieg gegen Israel, auch auf die jüdischen Gemeinschaften in der ganzen arabischen Welt ausgedehnt. Während der Debatte in den Vereinten Nationen über die Teilung Palästinas und die Gründung eines unabhängigen jüdischen und arabischen Staates, erklärte der ägyptische Delegierte in der Vollversammlung drohend, dass das Leben einer Million Juden in den mohammedanischen Staaten durch die Gründung eines jüdischen Staates gefährdet werden würde. Auch der Vor sitzende des arabischen Zentralrates Palästinas, Jamal el Husseini, drohte, dass nach der Errichtung eines jüdischen Staates die Lage der Juden in den arabischen Ländern sehr unsicher werden würde. Er knüpfte daran die düstere Warnung, ,,Regierungen sind niemals imstande gewesen, einen Mob zu beschwichtigen, der in seiner Erregung gewalt tätig wird.“ JUEDISCHE FLUECHT- LINGE AUS DEM IRAK Die irakischen Behörden benutzten drei Mittel, um den Auszug der irakischen Juden zu beschleunigen: Terror durch Ueberfälle und Massenverhaftungen, wirtschaftliche Zwangsmassnahmen und administrative Druckmittel. Zu Beginn des Jahres 1949, kurze Zeit nach dem missglückten Versuch der arabischen Staaten, den neuge schaffenen Staat Israel durch einen Invasionskrieg zu vernichten, begann man, die irakischen Juden auf den Strassen anzugreifen. Ihre Geschäftslokale wurden zerstört und viele Juden kaltblütig.ermordet. Juden wurden aus allen öffentlichen und halböffentlichen Diensten entlassen und nahezu aller Rechte beraubt, die einem Bürger im allgemeinen zustehen. Im Dezember 1949 gab es im Irak eine zweite Welle antijüdischer Pogrome. Tau sende von Juden wurden unter der Anklage des ,,Zionismus“ arrestiert oder in j ,,Schutzhaft“ genommen. Als daraufhin, wie erwartet, j eine grosse Zahl um Ausreij segenehmigung nach Israel nachsuchte, wurde eilends ein Gesetz erlassen, demzufolge jüdische Konten auf den Banken gesperrt und der Verkauf jüdischen Eigentums ohne Sondergeneh migung verboten wurde Am 10. März 1950 wurde durch Erlass der irakischen Rcj gierung der Besitz all der | Juden blockiert, die beim I Verlassen des Landes ,,ihre i Nationalität aufgegeben hat- | ten“. Dieser Besitz wurde ] dann auf öffentlichen Auk- I tionen versteigert.! Durch eine Reihe neuer , Gesetze wurde die Lage der Juden im Irak unhaltbar. Ihre Bewegungsfreiheit wur i de eingeengt. Der Zutrift zu Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen wurde ihnen verwehrt und Import- und Exporterleichterungen ver weigert. Gleichzeitig dauerte die Welle der Verhaftungen an. Mit allen Mitteln jagte die irakische Regierung ihre jüdischen Bürger zu dem einzigen Zufluchtsort, dessen Tore für sie offenstanden, und in dem sie willkommen waren — nach Israel. Bis Mitte Juli 1950 hatten sich über 110.000 irakische Juden als Auswanderer re gistrieren lassen, und innerhalb von zwölf Monaten waren alle in Israel. Ende 1951 erreichte die Zahl der Flüchtlinge aus dem Irak in Israel etwa 125.000, d. h. über 90 Prozent des irakischen Judentums. Sie kamen völlig mittellos an. aber sie waren nunmehr gesichert. Ein Artikel im kairoer ..Mid-East Mirror“ gab am 4. März 1951 an, dass das von der irakischen Regierung blockierte jüdische Vermögen 6.000 Dinar und das beschlagnahmte jiidi sehe Vermögen 12.000.000 Dinar, zusammen 50.000.000 Dollar betrage. Die ,,New York Times“ gab am 24. September 1951 den Wert der jüdischen Sperrkosten allein mit ..zwischen 84 Millionen und 120 Millionen Dollar“ an. Im Jahre 1961 gab es nur noch 4.000 Juden im Irak’, der armselige Rest eines stolzen Gemeinwesens, das 2.000 Jahre überdauert und dem jüdischen Volk kostbare religiöse und literarische Besitztümer ge schenkt hatte, darunter den babylonischen Talmud, den wichtigsten Kodex des jüdischen Gesetzes. JUEDISCHE FLUECHT. LINGE AUS JEMEN Selbst im Jahre 1961 war das Königreich Jemen an der Südspitze der arabischen Halbinsel noch immer der rückständigste und fremdenfeindlichste aller arabi sehen Staaten. Die Benachteiligung aller Nichtmohammedaner wird dort auch heute noch streng gehand habt. Während Generationen hatten die jemenitischen Juden ein Ghettoleben ge führt. Sie waren die Opfer ständiger Unterdrückung und Vorurteile, so dass Tausende von ihnen um die Jahrhundertwende gezwungen waren, den gefährlichen Ueberlandweg nach Palästina einzuschlagen. Nach dem ersten Weltkrieg wurde der Jemen unabhängig. Eines der ersten Dekrete, did' nach der Unabhängigkeit erlassen wurden, befahl den Zwangs- Übertritt jüdischer Waisenkinder zum Islam. Unter dieser Drohung wuchs die illegale Auswanderung aufs , neue an, und bis zur Grünj düng des Staates Israel war | es ungefähr 22.000 jemenitischen Juden gelungen, aus dem Land ihrer Unterdrükkung nach Israel zu entkommen. Ende 1947 und Anfang [ 1948 brachen in Jemen anti.! jüdische Unruhen aus, bei denen viele Juden ums Leben kamen und jüdisches Eigentum vernichtet wurde. [Die- Situation warhoffnungs los geworden. Bis zum Jahre 1950 gelang es der ganzen jüdischen Gemeinschaft von 45.000 Seelen auf verzweifelten' Märschen durch die Wüste in die britische Kolonie Aden zu entkörn men, von wo aus sie in Flugzeugen ins Heilige Land gebracht wurde. Ein weiteres jüdischen Gemeinwesen in der arabischen Weit hatte aufgehört zu bestehen. JUEDISCHE FLUECIIT- LINGE AUS AEGYPTEN Die Juden Aegyptens haben während der letzten Jahrzehnte drei grosse Verfolgungswellen und wirt schaftliche Zwangsmassnahmen erlebt — in den Jahren 1948, 1954 und später von 1955 bis 1956. Ihre Zahl, die ursprünglich 80.000 bis 90.000 betrug, ist infolge dieser Entwicklung stark zusammengeschmolzen. Als Aegypten im Jahre 1948 gemeinsam mit ande VON DEN JUDEN IN KATANGA New York. — Wie die „New York Times“ berichtet, gibt es nur noch 500 Juden in Elizabethville, der Hauptstadt der umstrittenen kongolesischen Provinz Katanga, die noch im vorigen Jahr eine jüdische Ko lonie von 1250 Seelen besass. Das Blatt berientet über ein Interview mit Rabbiner Moisés Levy, dem geistigen Oberhaupt der jüdischen Gemeinde von Elisabethville, deren Hauptsorge nach Aussage Levys die Aufbringung von einer genügenden Summe Geldes zum Wiederaufbau ihrer Synagoge ist. Bis heute wurden rund 5.400 Dollar für diesen Zweck verausgabt, wie der Rabbiner erklärte, wobei er bemerkte, dass es für die heute so kleine Gemeinde ausserordentlich schwer ist, die erforderlichen Beträge aus eigenen Mitteln bereitzustellen. Rabbiner Levy rühmte die in Elizabethville herrschende „geistige Toleranz“ und hob hervor, dass es „dort ebenso wenig wie in einer anderen Gegend des Kongo jemals ein Pogrom gegeben hat.“ (ITA) ren arabischen Ländern in Israel einfiel, wurden in Ae gypten eine Reihe antijüdischer Verfügungen und strenge Massnahmen gegen alle des „Zionismus“ verdächtigten Personen ergriffen. Jüdischer Resitz wurde konfisziert und Hunderte jüdischer Familien aus ihren Heimen vertrieben. Wiederholt fiel der Mob über die jüdischen Viertel von Kairo her, wobei Juden getötet und ihre Häuser und Ge schäfte geplündert wurden. Eine überstürzte Flucht begann. Bis November 1950 hatten etwa 27.000 Juden Aegypten verlassen und fanden Zuflucht in Israel. Ein neuer Ausbruch, des Terrors im Jahre 1954 gab den Anstoss zu einer zweiten Fluchtwelle. Im folgen den Jahr wurden neu? an tijüdische Gesetze veröffentlicht: Juden konnten nun nicht mehr die ägyptische Staatsbürgerschaft erwerben oder als Beamte beschäftigt werden. Auch die Zahl der jüdischen Aerzte in den Krankenhäusern wurde stark reduziert. Im Januar 1956 berichtete die transjordanische Tageszeitung „Ad-Difaa“. dass alle jüdischen Angestellten in den ägyptischen Banken von der Regierung die Anweistung erhalten hatten, ihre Stellungen zu kündig n. und so schnell wie möglich ihre Arbeitsplätze aufzugeben. Die Tendenz, die Banken und Versicherungsgesellschaften zu „ägyptisieren“, hielt auch während des gan. zen Jahres 1956 an. Während dieser ganzen Zeit wurde die antijüdische Propaganda ständig ver schärft. Tagtäglich veröffentlichte die unter Regierungsaufsicht stehende Pres, se und Radio Hetzartikel und Beschimpfungen gegen Juden — abgesehen von Drohungen gegen den Staat Israel. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte eine grosse Anzahl ehemaliger Nazipropagandisten in Kairo Zuflucht gefunden, u. a. Johannes von Leers. ein ehemaliger hoher Beamter im Propaganda - Ministerium von Goebbels. Diese Nazi Propagandisten wurden vom ägyp. tischen Informationsdienst; beschäftigt, und ihr Einfluss j war im Ton der Radio-Sen- | düngen deutlich erkennbar. Gegen Ende 1956 wurden tausende Juden dann ihrer Staatsangehörigkeit beraubt, ihr Eigentum wurde be schlagnahmt und sic selbst ausgewiesen. Von ihnen kamen etwa 15.00 nach Isra el. insgesamt haben sich seit der Gründung des Staates Israel 36.000 aus .Aegypten vertriebene Juden in Israel niedergelassen, und heute existiert in Aegypten nur noch ein kleiner Rest der ehemals grossen, blühenden jüdischen Gemeinschaft. ANDERE ARABISCHE LAEXDER In anderen arabischen Ländern Afrikas und des Mittleren Ostens ist die La ge wenig verschieden von der in den bereits erwähnten Staaten. Von den 29.000 Juden, die im Jahre 1943 in Syrien lebten, waren 1960 nur noch etwa 6.000 übrig geblieben. Sie dürfen weder Grundbesitz erwerben, noch verkaufen, und ihre Bankkonten wurden gesperrt. In Libyen lebten während des Zweiten Weltkrieges 35 000 Juden. Antijüdische Unruhen waren ständig auf der Tagesordnung. Den Höhepunkt bildete der Pogrom in Tripoli im November 1945, in dessen Verlauf 130 Juden, unter ihnen zahlre.che Frauen und Kinder, ermordet wurden. Viele Juden mussten, um ihr Leben zu retten, damals ihrem Glauben abschwören und zum Islam übertreten. Da die Verfolgungen und Unterdrückungen auch wei terhin nicht aufhörten, wan derte bis zum Jahre 1961 die gesamte jüdische Gemeinschaft nach Israel aus. Ein« grosse Anzahl Juden wanderte auch aus Tunis, Marokko und anderen Teilen Nordafrikas, sowie aus den übrigen Ländern des Mittleren Ostens nach Israel ein. Im ganzen beträgt. die Zahl der jüdischen Flüchtlinge aus diesem Gebiet, die sich nach Israel retten konnten, etwa eine halbe Million. DIE ZUKUNFT Eine besondere internationale Organisation kümmert sich um die arabischen Flüchtlinge. Den jüdischen Flüchtlingen hat man kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Die finanzielle Belastung, die mit der Eingliederung dieser Einwanderermassen verbunden war, wurde ohne Zögern von dem .Staat Israel mit Unterstützung der jüdischen Gemeinden in der freien Welt übernommen. Sie wurden zu wertvollen Staatsbürgern und zu einem bedeutsamen Teil des jungen Staates. Israel hat damit das Beispiel anderer Länder befolgt, die nach Kriegsende mit ähnlichen Problemen des Bcvölkerungsaustausehes belastet wurden. Griechenland und die Türkei haben zu Beginn der zwanziger Jahre ihre Minderheiten ausgetauscht und eingeordnet. Millionen Hindus aus Pakistan haben nach dem Zweiten Weltkrieg in In-; dien, und eine ebenfalls Millionen umfassende. Zahl Mohammedaner aus Indien hat in Pakistan eine neue Heimat gefunden. In diesen und vielen anderen Fällen betrachtete der aufnehmende Staat die Neuankömmlinge als eine wertvolle Bereicherung seines Potentials an menschlichen Kräften, und die Entwicklung hat diese Anschauung gerechtfertigt. Nur die arabischen Staaten bestehen darauf, das Problem der arabischen Flüchtlinge von Jahr zu Jahr zu verschleppen. Gefaertgrtis für 1 Bombenattentaeter Miami. — Weil er im ver- | gangenen April versucht hatj te, eine Synagoge in die! Luft zu sprengen, wurde der : 28 Jahre alte Angestellte Donald Branch von einem j Gericht in Miami zu einer; Gefängnisstrafe von sechs 1 Jahren verurteilt, (ITA)