Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1987 (23.11.1962)
- Date
- 1962-11-23
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 23 de Noviembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Aña XXUJ. — No. 1887 — 5 BERICHT AUS OSTDEUTSCHLAND ARABER - SIEDLUNG Sliimon Samet vom ,,Haarez" in Tel Aviv reiste vor kurzem durch Ostdeutschland und Ungarn, wobei na turgemäss sein besonderes Interesse den jüdischen Gemeinden galt. Bei einer Gesamtbevölkerung von 17 Millionen gibt es in ganz Ostdeutschland rund 1.500 Juden, meistens alte Leute, die irgendwelche Pensionen beziehen. Es gibt acht jüdische Gemeinden: Ostberlin hat 800 Juden, Leipzig 140. Marx-Stadt (vormals Chemnitz) mit dem benachbarten Zwickau zusammen hat 30 bis 40 Juden; in Magdeburg leben 100, in Erfurt ebenfalls 100, auch Dresden und Umgebung hat 100 Juden; Halle und Schwerin-Rostock haben je 50 jüdische Ein wohner. In kleinen Orten leben vereinzelte Juden. Der Präsident des jüdischen Gemeindebundes in Ostdeutschland, Helmut Harris, ist ein Dresdner, der die Bombar dierung der Stadt durch die Alliierten überlebt hat. In Ostdeutschland bestehen 120 jüdische Friedhöfe, die von der Regierung erhalten werden. Die Gemein de Berlin-Ost erhält von der Regierung zu diesem Zweck jährlich 150.000 Mark, die übrigen sieben jüdischen Gemeinden zusammen 300.000 Mark. Die Juden Ostberlins haben keinerlei Verbindung zu denen Westberlins, und über Israel wissen sie nur, was die zumeist gegen Israel hetzenden Zeitungen veröf fentlichen. Vorsitzender de- Reform der Liturgie Rom. — Ein Vorschlag zur Entfernung jener Gebete aus der katholischen Liturgie, die sich auf die Geschichte des jüdischen Volkes beziehen, wurde während der Beratungen über das Thema des Gottesdienstes auf dem Oekumenischen Konzil gemacht. Wie aus der Quelle, aus der diese Information stammt, verlautete, isf angeregt wor* den, die Dauer der Gebete zu verkürzen. (ITA) jüdischen Gemeinde ist ein von der Regierung ernannter Kommunist namens Schenk. Dr. Riesenburger. Rabbiner von Ostberlin, ist Ostdeutschlands einziger Rabbiner. (Leipzig und Dresden haben einen gemeinsamen Kantor). An hohen Fei ertagen steht der ostberliner Gemeinde ein Kantor aus Budapest zur Verfügung Auf eine offizielle Aufforderung an die Juden Ostberlins, sich der Gemeinde anzuschliessen, haben nür wenige reagiert, unter ihnen Ar nold Zweig, der vor seiner Rückkehr nach Ostberlin 14 Jahre in Haifa gelebt hatte. ,,Beim Schabbat - Gottesdienst in der Synagoge Oranienburger Strasse“ schreibt Samet, ..zählte ich 12 Man ner und 5 Frauen.“ Der Kantor war 80 Jahre alt In Leipzig, wo einstmals 12.000 Juden lebten, gibt es heute 140. unter ihnen nur drei Kinder, deren Mutter Jüdin und deren Vater Chinese war. Der Chinese hatte in der Hitlerzeit die Jüdin geheiratet, um ihr Leben zu retten, und die Kinder werden jüdisch erzogen. Vorsitzender der jüdischen Ge meinde, deren Mitglieder aus 40 Männern und 100 Frauen bestehen, ist Mena ehern Mendel Emanuel. der während des Krieges in Israel gelebt hat und später nach Leipzig zurückgekehrt ist. Es gibt Veranstaltungen, bei denen man aus jüdischen Schriftstellern vorliest und jüdische Schallplatten spielt. Zu Pessach gibt es einen öffentlichen Seder im Hotel International. An der Spitze der 30 Mitglieder zählenden Gemeinde in Chemnitz steht ein Kaufmann, Hans Kleinberg. Kinder gibt es nicht. Das ehemalige Schocken-Kaufhaus in Zwickau, von Erich Mendelsohn gebaut, ist heute ein staatliches Warenhaus. Anstelle der grossen Dresdener Synagoge, die vor rund 100 Jahren von dem berühmten deutschen Architekten Gottfried Semper gebaut und von den Nazis niedergebrannt worden war, hat man mit der Unterstützung der sächsischen Landesregierung und der Stadt Dresden eine neue Synagoge errichtet. Allgemein gesprochen, werden die bestehenden Synagogen, Gemeindelokale, Friedhöfe, Waisenhäu ser und Altersheime mit grosser Sorgfalt gepflegt. Die Synagogen stehen naturgemäss leer, so z. B die in Leipzig, zu deren Errichtung die Regierung 300.000 Mark gegeben hatte. ,,Es gibt keinen Antisemitismus in der Ostzone“, sagte man Samet, ..aber es gibt Antisemiten.“ Da Ulbricht bei den Wahlen nicht auf Volksstimmen angewiesen ist, hat die Ostzone den Juden gegenüber eine durchaus beständige Politik. Samet war auch in Budapest. Ungarn hat zwischen 80.000 und 100.000 Juden. 80 Prozent leben in Budapest. Es gibt eine Anzahl jiidi scher sozialer Anstalten Waisenhäuser, Altersheime etc. In Budapest besteht ein Rabbiner-Seminar und ein jüdisches Gymnasium; ferner gibt es eine prächtige jüdische Bibliothek; doch ein bewusst jüdisches Leben existiert nicht. .t-*— m: t * JT»** ír'fv'; nisse (Aus „Aufbau”) Arabische Propaganda Stambul. — Ein arabischer Student, Faruk el Hamud, fand einen Verleger für sein in türkischer Sprache verfasstes Buch „Das geraubte Vaterland: Palästina“. In seinem Vorwort betont der Autor, er habe das Buch geschrieben, um „das türkische Volk auf einige ihm unbekannte Tatsachen“ hinzu weisen. Das Buch bringt die arabische Version des im Jahre 1948 erfolgten arabischen Angriffs auf den jungen Staat Israel und legt natürlich besonderes Gewicht auf das Problem der arabischen Flüchtlinge. Es ruft die Türken zum „totalen Krieg gegen Israel“ auf und enthält immer wieder den Kampfruf „Lasst uns Israel vernichten“. (ITA) Energischer Protest der DAIA Am vergangenen 'Wochenende wurde eine Delegation der DAIA, an deren Spitz: Dr. Isaac Goldenberg stand, welcher von den Herren Dr. Abraham Gorbatt. Ing. Miguel Goldfeld und D. Naum Barbaras begleitet wurde, beim Chef der Bundsspolizei Coronel Carlos A. Mussio vorstellig, um diesen auf die Besorgnis der jüdischer Gemeinschaft angesichts der Ankündigung der Taeuarä hinzuweisen, di 3 für den Dienstag dieser Woche reue Gewaltakte angesagt hatte. Der Polizeichef zeigte sich von dieser Situation unterrichtet und gab den Vertretern der DAIA Sicherheiten, dass die Polizei alle Vorsichtsmassregeln treffen werde, um die Bevölkerung vor Belästigungen zu schützen. Die Delegation der DAIA empfing den besten Eindruck von den Äusserungen des Chefs der Bundespolizei bei diesem Meinungsaus tausch und Hess die Mahnung ergehen, die grösste Ruhe zu bewahren. KEREil-KAYEMETH DIE BRUECKE ZWISCHEN UNS UND ISRAEL’ IST DIE BLAUE BUECHSE DES KKL K e h i 1 1 a Die Leitung der asehkenasischen Kehilla hat jetzt ein grosses Grundstück neben dem Friedhof in Tablada erstanden, das nach ei nigen baulichen Veränderungen mit dem Friedhof vereinigt werden wird. Das neue Grundstück ist fast zehn Hektar gross und wurde der Fabrik Metalúrgica abgekauft. Um eine Verbindung mit dem Friedhof h?r. zusfellen. musste der sefar dischen Gemeinde ein Streifen von acht'aussnd Quadratmeter almekauft werden. der zwischen den Friedhöfen liegt. Dieser neue Kauf des Grundstücks, das?5 Miilio neu Pesos gekost et hat. stellt die Kehilla vor neue, schwere finanzielle Probleme, war aber von entscheidender Wichtigkeit für die Kehilla von Buenos Ai,-es. di~ dm zweitgrösste jüdische Gemeinschaft in der Diaspora ist. Freunde der Hebraeîschen Universitaet Anlässlich der Beendigung des Studienjahres 1962 statteten Vertreter des Verbandes der Freunde der Hebräischen Universität Dr. .losé Peco in seinem Büro in der Nationalen Universität von La Plata einen Besuch ab. Im Laufe des sehr herzlichen Gesprächs machten sie Dr. Poco den Vorschlag mit der Universität von La Plata einen Kulturaustausch durchzuführen, der sich auf Professoren und Studenten, sowie auf die Publikationen der jerusalemer Universität bezieht. Dr. Peco nahm dieses An gebot erfreut und dankend an. Er trete für die gleichen Ziele seinerseits ein, so versicherte er, denn er halte dies für den besten Weg zum gegenseitigen Verständnis zwischen den beiden Universitäten. ihrer Menschen und Errungenschaften, da die Kultur die Völker eine. Die Delegation, die Dr. Peco aufsuchte, bestand aus dem Präsidenten des Ex?-; kutiv Comités der Freunde der Hebräischen Universität. Dr. José Grinstein, den Vorstandsmitgliedern. Doctores Samuel Daien, Samuel Saslavzky Bodni und Le-; on Kibrik. dem Präsidenten der .Zweigstelle La Plata und Direktor der Zeitung „El D'a“, Dr. David Krai- «elburd. und dem Büroleiter D. Leonardo Glusberg. Abraham Mibashan- Preis 1962 Zum dritten Mal ist jetzt der „Dr. Abraham M:ba \ shan-Preis“ für Technologi- I sehe Wissenschaften verlie hen worden. Diese Auszeichnung. die zum Gedenken an den 150. Jahrestag der Mairevolution von der DAIA und der Kehilla von Buenos Aires für einen Zeitraum von 30 Jahren geschaffen worden ist. kommt durch den Nationalrat für wissenschaftliche und technisch- Forschung zur Verteilung, an dessen Spitze Dr. Bernardo TToussay steht. Der! diesjährige Mibashan-Prcis-! träger ist Dr. José Piazza j Molo von der Universidad : Nacional del Sur. Die Eröffnung der fcierli chen Ueberreichur.g des Preises wurde von Professor Iloussay unternommen, nach dem Dr. Isaac Goldenberg im Namen der fördernden Organisationen das Wort ergriff und auf die Bedeutung des Preises verwies. Die Persönlichkeit des Preisträgers Dr. Piazza Molo würdigte der Beisitzer des Nationalrats für wissenschaftliche Forschung, Dr. Alberto J. Zanetta. Die Feier fand in den Räumen der Argentinischen Wissenschaftlichen Gesellschaft statt. David Elnecave — j 80 Jahre Der Herausgeber der sefardischen Wochenzeilschrift „La Luz“. Don David E’necave vollendete sein 60 Lebensjahr. Er ist der älteste jüdische Journalist Argentiniens. David Elnecave wurd» in der Türkei geboren und gehörte zu den Mitarbeitern Jizchak Ben Zwis und Ben Gurions, die in c'er Türkei, unter deren Oberhoheit das damalige Palästina stand, die Universi’ät b^sueVeu. Seiner zionistischen Einste?, lung wegen musste -Elnecave nach Bulgarien miswan* dern und k»m Sparer mit seiner Fam’lie nach Argentinien. T-Teut? hat sein cobn Nissim Elnecave die Rer'-ki tion d°r 7ei»sch--ift. d^e! schon 32 .Tah-e hcrairsg°g?-! Iren wird. inre. und a’—h j f’m- Enkel isf rktiv in dm* I Zeitschrift täMg. d^ b.i;r | sehr stark verbreitet ish Die Redaktion der Jütischen Wo?hencehau schlis st sich den Glückwunsch*- d *r : Kollektivität an und wünscht Herrn Elnecave •-e-h vim.c Jahre der Gesundheit und des Schaffe;-« im jüdischen Journalismus. IHR INSERAT in der JUEDISCIIFN WOCHENSCHAU bringt immer Auskunft: 83-2613 Erfolg ’«»•»••■••••«••••a«,aaaaaaaaaaaaaa9aaaasf| ISRAEL - BRIEFMARKEN : AN WIEDEBVERR AEUFER _ ALLE NEUAUSGA- J BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, l ' IAMONTE 550, I/B — Buenos Aire», Rep Argentina J JUAN JULIUSBURG | ALERARBEITEN j m 73-H48 BLANCO ENCALADA 1646 i :aï3*aîa5l*l2iâ*£ju;ziô23: