Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1986 (16.11.1962)
- Date
- 1962-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 16 lie Noviembre ríe 1962 J Ü D SCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 11)86 bis Illusion und Wirklichkeit Trauer Eíeanor Roosevelt! (Schluss von Seite 1) sifizierung liegt, die in vielen Fallen einer ernsthaften Kritik gurnieht standhält. Gewollt oder ungewolt, distanzieren sieh diejenigen, «iie Hilfe leisten wollen, von «len anderen, den Armen, «len Bedürftigen, den Zu rückgebliebenen, mit einem Wort den ..Unterentwickelten“. Bereits die hierdurch geschaffenen psychologischen Bedingungen erschwe ren den erstrebten Erfolg. Sind doch junge Nationen, die soeben erst ihre nationale Freiheit nach langem Ringen durchsetzen konnten, besonders empfindlich gegen jede Verletzung des Prinzips ihrer Gleichberechtigung und ihrer Gleichstellung mit anderen und gerade den Ländern, denen sie ihre nationale Emanzipation abge rungen haben. Man mag diese Einstellung simpel oder einfältig nennen. Die Gesetze der Psychologie gelten aber nicht allein für die In dividuen, sondern auch für «lie Völker. Schliesslich ist die Völkerpsychologie keine Erfindung im leeren Raum, sondern folgt ihren eigenen Gesetzen, die von einsichtigen Politikern berücksichtigt werden müssen. I Nehmen wir nur Argenti nien und Israel als Beispiele von Landern, die Entwicklungshilfe erhalten. Gewiss bat das argentinische Volk seine grossen Probleme, bei deren Lösung nach den Regeln der Vernunft die Hilfe von Staaten beansprucht werden sollte, die über die Dr. FREY I GADO PUE VEREDON 2190 1« ¡Z4. aacbm. 16—19 Uhr T. E. S3 2613 REAL PEN uUhaliex REPARATUREN Spezialgeschäft 1 CORRIENTES 569 l T. E. 49-5850 j aime Liebling! S. A. PERRHOELZER HOELZER DIAZ VELEZ 5224 ] Tel.: 89-9349, 33-9305} PROPIEDADES FRANKENBERG i berät Sie kostenlos und Ji | anverbindlich beim Kauf { oder Verkauf von «, ' GESCHAEFTEN!' WOHNUNGEN 5 > haeusebn;- J Manuela Pedraza 2530 ¡1 * pl. b. Dp. B; T. E. 70-7244 * Af.wuwjvjv.”jväivjjenigen materiellen Möglichkeiten und Erfahrungen verfügen, die aus verschiedenen Gründen in Argenti nien nicht oder noch nicht vorhanden sind. Deswegen aber Argentinien in die Kategorie der „unterentwickelten“ Völker einzuordnen, wäre nicht nur deswegen ungerecht, weil es gegen den natürlichen Stolz der lateinamerikanischen Völker ver-! stösst, sondern weil es sach ich nicht gerechtfertigt ist. Die gilf in gleichem Masse auch für Israel, das nach einer 14jährigen Existenz natürlicherweise nicht über die selben administrativen, staatspolitischen und wirtschaftlichen Erfahrungen wie alte Staaten verfügen kann. Ohne überheblicn za sein, kann Israel jedoch von sich sagen, dass sein kulturelles Niveau nicht geringer als das der am meisten entwickelten Länder ist. Diese Vergleiche und die ihnen zugrunde liegenden Gesichtspunkte sind durch aus wesentlich. Denn die Bezeichnung als unterentwickelte Länder verlagert in einem nicht tragbaren Masse das Problem von der wirtschaftlichen auf die na tionale Ebene. Die Entwicklungshilfe ist in erster Linie das Bemühen um den Ausgleich zwischen den armen und den reichen Ländern, zwischen denen, die sich in einer erfreulichen wirt den. Der Arme hat einen Rechtsanspruch gegen dL Gesellschaft, in deren Mitte er lebt, dass man ihm hei fe. Nicht aus Mitleid und nicht aus dem Gefühl einer Ueberlegenheit haben die armen Völker einen Anspruch auf Hilfe, ohne dass man ihnen ihre angebliche Zurückgebliebenheit vorwerfen dürfe, und sei es auch nur, durch irreführende oder unglückliche Bezeichnung oder Klassifizierung. Dass es sich nicht um Wortspiele handelt, beweist die Reaktion der „Zurückgebliebenen’ gegen diese Art der Behänd lung ihrer Lebensfragen. Wie ungerechtfertigt diese Haltung der grösseren Mächte ist, geht auch daraus hervor, dass es Völker gibt, die sowohl Hilfe von anderen empfangen wie selbst Hilfe gewähren können. Auch hierfür ist Israel ein ausgezeich netes Beispiel. Bedingt durch die innere wie durch seine äussere Situation ist Israel darauf angewiesen, in einem gewissen Umfang die „Entwicklungshilfe“ anzunehmen, die reichere Nationen bieten können. Aber Israel nimmt nicht nur, es gibt auch. Grosse, sogar sehr grosse Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika haben diese Hilfe von Israel erbeten. Es ist vielleicht der schönste und der iiberzeu gendste Beweis für das „Wunder“ Israel, dass diesc-baftlicben Prosperität be-! Ses> kleine Land nach einer kurzen staatlichen Exifinden und denen, die an die sem Fortschritt keinen eder nur einen ungenügenden An teil haben. Dies hat mit dem kulturellen Niveau an sich überhaupt nichts zu tun. Wehe dem Reichen, wehe dem Wohlhabenden, der seinem armen Bruder Wohltätigkeit erweisen will. Die Beziehungen der Völker untereinander müssen heute in jeder Hinsicht denjenigen Bezie hungen gleichgestellt werden, die zwischen den einzelnen Menschen bestehen. Der Einzelne hat seine Freiheit erkämpft. Hierzu w iren Revolutionen und lange Ent Wicklungen erforderlich. Inzwischen haben aber auch die Völker ihre Unabhängigkeit erlangt. Für jedes rndividuum gilt das Prinzip der Unterordnung unter die Interessen des Staates. Die Freiheit des Einzelnen findet ihre natürliche Grenze an den Gesetzen des Staates. Auf eben diesen Fundamenten ruhen auch die Beziehungen der Völker unter einander. Sie haben ihre Souveränität erlangt, aber ihre Freiheit als Volk hat ihre" natürlichen Grenzen an den Interessen der Völkerfamilie. Es darf und kann kein doppeltes Recht geben, ein solches für die Menschen und ein anderes für die Staaten. In der modernen Gesellschaft ist das Prinzip der Wohltätigkeit überwun- >. Judith J J SCHENKOLEWSK! < *¡ KULTUSSTICKEREIEN \ J Schabbosdecken - Tallis-^ { Bett und Tischwäsche 1; Dr. P. I. RIVERA 2585 ’« (fr. Bebedero) T. E. 73-9155 stenz und trotz der gewalti gen eigenen ten, vor allem politischer und wirtschaftlicher Art, schon jetzt imstande ist. anderen Nationen durch seine Experten und aufgrund seiner-Erfahrungen Hilfe bringen-ztt-können. Dies gilt vor wiegend für das Gebiet der landwirtschaftlichen Entwicklung, also für einen Zweig des Lebens, der nicht nur der älteste und gesündeste ist; es ist auch ein Gebiet der Arbeit und des Lebens, von denen die Ju den viele Jahrhunderte hin durch verdrängt waren . Die Einteilung der Völker in solche, .die Entwicklungshilfe leisten, und solche, die sie in Anspruch nehmen, schafft bei der bisher übli ehen Betrachtung eine neue Art Klassensystem unter den Völkern wie es einmal innerhalb eines staatlichen Organismus bestanden hat. Das ist eine Gefahr, die man nicht gering schätzen sollte. Ob dieser Eindruck und die damit verbundene negative Einstellung mancher jungen Nation berech tigt ist oder nicht, dürfte allein nicht entscheidend sein. Vielleicht handelt es sich nur um ein Vorurteil. Aber wer — wie besonders unser Volk — die negative Kraft und die Bedeutung des Vorurteils im Leben kennt, w^eiss zur Genüge, dass man sich hier- New York. — Die Führer ddr jüdischen Gemeinden und der wichtigsten jüdischen Organisationen in den Vereinigten Staaten gaben ihrer Trauer um das Hinscheiden von Frau Eleanor Roosevelt Ausdruck, die in der vergangenen Woche im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Frau Roosevelt hat zu Lebzeiten an vielen jüdischen Inteiessen Anteil genommen. Sie warb eifrig für die Ziele der Bonds A.ktion und trat iiir die Arbeit der Vereinigten Einheitskampagne ein, sie half beim Werk der Fraum-Organisation Misraehi und war förderndes Mitglied der Weltleifung der Jugendalija. In der einen oder anderen Form war sie mit praktisch allen jüdischen oder israelischen Bewegungen in Nordamerika eng verbunden. In ihrer Eigenschaft als USA Delegierte vor den Vereinten Nationen war Frau Roosevelt „Befürworterin“ der Deklaration der Menschenrechte, die sie in der Generalversammlung in Paris im Jahre 1948 in Vorschlag und zur Annahme brachte, ohne dass sich eine einzige Stimme dagegen erhob. Diese Deklaration ist seither das „Beispiel für den Fortschritt der Welt auf dem Gebiet der Menschenrechte“ geworden, wie ihre Verfasserin selbst dies ausgedrückt hat. Jerusalem. — Israel Aussenminister Golda Meir erklärte nach Bekanntwerden des Ablebens von Frau Roo sevelt, „der Tag ihres Hinseheidens sei ein Tag der Trauer für jeden Mann und jede Frau in der Welt, die ihren Mut und ihr menschliches Verständnis zu schätzen wussten.“ Sie fügte hinzu, für sie selbst sei der Tod von Frau Roosevelt ein schwerer persönlicher Verlust. „Für mich war sie die grösste Frau der Welt“, versicherte Frau Meir. „Niemals zögerte sie, einer Situation ins Auge zu sehen und für eine Sache einzutreten, die sie für gerecht hielt, und niemals wurde es ihr schwer, zwischen dem, was gerecht, und dem, was bequem war, eine Entscheidung zu treffen.“ In seinem Kabel an den Präsidenten Kennedy gibt Staatspräsidet Ben Zwi „seiner tiefen Trauer“ Ausdruck und spricht von „dem furchtbaren Schlag“, den dieser Tod bedeutet. Der Präsident Jsrael würdigt „die unermüdliche Hingabe der Verstorbenen an die Sache des Verständnisses unter den Völkern und ihre besondere Freundschaft und Hilfsbereitschaft für Israel, der, wie er betont, „immer gedacht werden wird.“ Mosche Kol sandte im Namen d?r Jugendalija eine Trauerbotschaft anlässlich des Hinscheidens der „Welt patin“ dieser Organisation. (ITA) vor hüten sollte, um die oh- Schwierigkei! nehin schwierigen Beziehun gen zwischen den Nationen nicht weiter zu belasten. Hilfeleistungen dürfen niemals zu Privilegien irgendeiner Art führen. Wer Hilfe leistet, erwirbt hierdurch noch keinen Anspruch auf politische oder wirtschaftliche Bevormundung desjenigen, der diese Hilfe akzeptiert. Jede Verbindung von Hilfeleistungen, welcher Art diese auch sein mag, durch Geld, durch Experten oder durch beides, mit politischen Forderungen trägt nicht zur Entwicklung der Menschneit bei, sondern schafft neue Probleme, bereitet trotz wirtschaftlichen Fortschreitens den Boden für neue Auseinandersetzungen vor und fordert damit — gewiss nicht gewollt — die kommunstischen Quertreibereien heraus. Entwicklungshilfe kann ein Weg zum Fortschritt und zum Frieden sein. Denn hierdurch können die schar fen Gegensätze überwunden werden, die heute bestehen. Allerdings muss diese Entwicklungshilfe von den richtigen Voraussetzungen ausgehen und alle Erkenntnisse U SEMAK* ISRAELITA Bísemanario — ^parece ■os Martes y Vitrnes. Editado poi Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. Hardi Swa.sensky Paeyrredón 2)90. Io izq T. E. 83-26i3 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: S 100 — pro Quartal Ausland î 600 — jährl Deutchfand- Direkior des Joint Frankfurt a. M. — Nachdem Fred Ziegellaub, bis vor kurzem in Frankfurt am Main amtierender Dsutsehland Direkter des American Joint Distribution Committee, kürzlich nach den USA zurückgekehrt ist, hat Samuel L. Haber (Genf), Stellvertretern,er Direktor der Gesamt ■ Organisation, die Verantwortung für die Lei tung des Deutschlandbüros übernommen. Er wird dabei von Rudolf Jorysz und den übrigen Mitarbeitern des frankfurter Büros unterstützt. (AWZ) wie Errungenschaften be rücksichtigen, die im Kampf um die Fieibeit der Menschheit vor Unterdrückung, vor Not, vor Hunger und vor der Angst erworben worden sind. Ermittlungen in Erbscftaffs- und Entschaedigungs- Angeiegenheiten JAMES HIRSCH Berlin-Wilmersdorf Prager Platz 6, Teiefer: 87 5» 14 ¿SäiäiS3B3Sg3SSBSS äsanäSssssässäSKsassiisssssaasrt* Confitería NIZA í *« Servicios de lunch île categoría \ _ SALON DE FIESTAS {ECHEVERRIA 3296, esq. I 76-0286 " 73-1049 M0HEL N. PLAKSIN Superí 2719 X. E. 76-6784 n, 76-2312 JACOB LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE V1AMONTE 2037. 4-. B. < 46-1716 und 48-21TA ¡¡ Dr. J. P. Krell Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Piro van« Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76 0266 Privat 52-7734 der im K. Z. Sachsenbausen-Oranienburg von De zember 1938 bis Januar 1939 war. Bitte anrufen: T. E. 740-9869 nach 20 Uhr abends. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN f MEDICO « M Cardielogia — Hospital Fernândei 5 S S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiegramine jjj CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 | u M m Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Ute g Sonnabend: 14—16 Uhr g ¡S!5t»B!Saï*»5SÏ3âSSSSSiSï! S, ïillSIlâSSÏSSiBBlSâ -r vasgisaissiaasasssask »SMäSRSSiig VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMAHSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 Dr. B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 - 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG! 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