Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1984 (2.11.1962)
- Date
- 1962-11-02
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 2 de Noviembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1984 — S \ Ereignisse der Woche Grosse Konferenz in Sao Paulo In der vergangenen Woche tagte, wie von uns be reits berichtet wurde, die IV. lateinamerikanische Konferenz des Jüdischen Weltkongresses. Die Konferenz, die diesmal in Sao Paulo stattfand, war von starken Delegationen aus vielen lateinamerikanischen Ländern beschickt worden. Die Konfe renz hatte durch die Teilnahme von Dr. Nachum Goldmann, dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation und des Jüdischen Weltkongresses’ eine beson dere Note erhalten. Es nahmen aber auch andere wichtige zentrale Persönlichkeiten des jüdischen Lebens teil: Rabbi Maurice Perl zweig, „der politische Leiter des JWK in der amerikanischen Hemisphäre, Dr. Gerhart M. Riegner, Leiter der Koordinationsabteilung und Chef des Büros des JWK in Genf, Zwi Lurie, Leiter der Aliah-Abteilung der Jewish Agency in Jerusalem, um nur einige Namen zu nen nen. Aus den folgenden Ländern waren die legitimen Vertreter des Jischuw erschienen: Argentinien, dessen Delegation vom Präsidenten der DAIA, Dr. Jizchak Goldenberg, angeführt wurde; Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Chile, Ecuador, Paraguay, Perú, Uruguay, Mexiko und Venezuela. Eine stattliche Anzahl von Delegierten haben an den Beratungen teilgenommen, die sich über mehrere Tage er streckten. Die Eroeffnung Auf dem wunderschönen Gelände der Hebraica in Sao Paulo inmitten eines Lichtermeeres wurde die Konferenz in einer grossen Halle eröffnet. Etwa 4.000 Personen sollen an der Eröfnung teilgenommen haben, die auch in der brasilianischen Presse einen starken Niederschlag gefunden hat. Nach programmatischen Worten des Vorsitzenden der lateinamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Moisés Goldman tBuenos Aires) und einer Reihe von Begrüssungsansprachen, unter denen die des Vertreters des israelischen Botschafters in Brasilien hervorgehoben sei, ergriff Nachum Goldmann das Wort zu einer brillanten Rede, die von hohem Pa thos und einem grossen sittlichen Ernst getragen war, zugleich aber auch Goldmann als einen Geschichtsphilosophen von bedeutendem Rang zeigte. Da wichtige Teile der Re de 'bereits iii der vergangenen Woche zum Aubdruck gelangen konnten, sei hier nur kurz auf den ernsten, aber durchaus nicht pessimistischen Grundton der Aus- MtlIlllllIlIHIHHIIIIIllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIR; Colonia Hebrea Diurna S de Recreación Infantil Comenzó la Inscripción i AMPLIO PARQUE Y PILETA | EN OLIVOS Secr.: Independencia 1590 9? 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Zu Alarmstimmungen ist kein Anlass. Man muss aber mit der erforderlichen Acht samkeit und der gebotenen Würde die antisemitischen Tendenzen beobachten und ihnen entgegentreten, wie dies bekanntlich an verschiedenen Stellen geschehen ist. Die Berichte wurden dann durch Referate der verschiedenen zionistischen Repräsentanten — Zwi Lurie, der Chef des Alijah Ressorts der Jewish Agency u. a. — ergänzt. In einer glücklichen Kombination hatte man die Tagung der Gemeinden, organisiert durch den Jüdischen Weltkongress mit einer Tagung der zionistischen Vereinigungen zu einer grossen Konferenz zusammengefügt, zumal die führenden Persönlichkeiten des gemeindlichen und zionisti sehen Leben auf diesem Kontinent weitgehend identisch sind oder denselben Kreisen angehören. Das Referat Lurics und seiner Mitarbeiter weitete den Blick über den südamerikanischen Kontinent hinaus und richtete die Auf merksamkeq auf die Juden in Osteuropa und Nordafri ka, die aus schwierigen Situationen zu befreien und zu retten sind. Bedeutung der Konferenz Manche werden fragen, welche Bedeutung einer solchen Konferenz beizumessen ist. Die Institution dieser Konferenzen — es war ja bereits die vierte ihrer Art — wurde in schweren Tagen von dem ersten Delegierten des Jüdischen Weltkongresses in Lateinamerika, dem unvergesslichen Dr. Jakob Hellmann, mitten während des Krieges geschaffen, um die politische Kraft und die Hilfsmöglichkeiten der lateinamerikanischen Juden erstmalig zu mobilisieren. In unserer Welt, die niemals zur Ruhe kommt, und in der auch wir mit dauernden Auseinandersetzungen rechnen müssen, ist die Information und Selbstorientierung wichtig. Die lateinamerikanischen Judenheiten stehen überall einer Situation gegenüber, di« sich gleicht 11 F0%b : ( Hi. FORESTA ^%«ias di Die israelii Luftflotte ■<■,£ yt , „ '*■ ' , , 'ß, V K i i &"■ * Israelisches Militärflugzeug auf einem Uebungsflug über dem malerischen Jesreel-Ta! «■♦•»»♦»»»»»»♦»»»»»»»e»»»»»»» »♦»»»»»♦-»-♦-»»» oder ähnlich ist. Die Grundlagen der Problematik und die Lösungsmöglichkeiten bewegen sich ebenfalls auf gleichen oder ähnlichen Ebenen. Aus diesem Grunde ist es geradezu ein Erfordernis, im Wege solcher Besprechungen zu Richtlinien des Verhaltens und der Politik zu gelangen, die besonders für die kleineren, isolierten Gemeinden von einer ent scheidenden Bedeutung sein können. Diese und andere Gesichtspunkte unserer Lage wurden in einem ausgezeichneten Referat ausgearbeitet, das Mark Turkow, der Delegierte des Kongres ses in Argentinien und Spezialist für lateinamerikanische Probleme, gehalten hat. Die Arbeit fand in einer Reihe von Kommissiohssitzungen und Entschlüssen ih ren praktischen Niederschlag. Die führenden Menschen der einzelnen lateinamerikanischen Judenheiten hal»en wieder einmal einen wichtigen Gedankenaustausch geführt, gleichzeitig aber auch ihr Bewusstsein gestärkt, nicht allein zu sein, sondern sich in jeder Lage auf die Hilfe und Freundschaft vieler anderer Gemeinden stützen zu können. Reflektiert doch eine solche Konferenz auch die lebendige Solidarität der Gemeinden und der Judenschaft-en untereinander, jene Solidarität, die in allen Zei ten denen Zuversicht verlieh, die in Not waren, und die immer dem geistigen Fortschritt gedient hat. — Jüdischer Senator Einen grossen politischen Erfolg, der zu einem guten Teil auch ein persönlicher Erfolg ist. konnte der bisherige Deputierte Dr. Aron Steinbrueh bei den kürzlich in Brasilien durchgefübrten Wahlen davontragen, der für den Staat Rio zum Senator trotz schärfster Konkurrenz gewählt worden ist. Er erhielt mehr Stimmen als alle seine Gegenkandidaten zu sammen. Es ist das erste Mal, dass ein Jude in Brasilien zum Senator gewählt worden ist. Dr. Steinbruch ist Mitglied der lateinamerikanischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses; er nahm auch an den Sitzungen der 4. lateinamerikanischen Konferenz teil. In einer freundschaftlichen Unterhaltung befragt, gab Steinbruch sei ne Genutuung über seinen Wahlerfolg und der Hoffnung Ausdruck, seine Wähler nicht zu enttäuschen. Er wies auf die allgemeinen Schwierigkeiten der Lage hin. Für die Juden in Brasilien sei kein Grund zur Besorgnis vorhanden. Ihr Schicksal ist mit dem der gesamten Bevölkerung eng verbunden. Antisemitischer Ueberfall auf Synagoge Vor einigen Tagen verübten antisemitische Rowdies ein Attentat gegen die in Florida gelegene Synagoge der Nueva Comunidad Israelita. Drei Jugendliche, die ihre Gesichtszüge durch dunkle Brillen unkenntlich zu machen versucht hatten, wollten eine ,,Moloto\v“ Bombe aus einem Isetta-Wagen in den Eingang der Synagoge werfen, was ihnen je doch nicht gelang. Die Bombo explodierte auf der Strasse. Nun begannen die Strol- I che, mit einem Gewehr aut | das Gotteshaus zu schieseen.; Vor der Synagogentür warj teten zwei kleine Mädchen, 1 die 11jährige Alieia Eibert j und die 13jährige Lucia Le-! vy, auf ihre Eltern, die dem | Gottesdienst beiwohnten. Sie j wurden beide verletzt und mussten in ein Krankenhaus I gebracht werden. Die Täter | konnten entkommen. DAIA interpelliert i Innenminister | Nachdem in letzter Zeit j wieder neue antisemitiseha j Ausschreitungen gemeldet j wurden, die ihren Höhe-! punkt mit dem am letzten | Wochenende gegen die Syn-, 1 agoge der Nueva Comunidad! Israelita in Florida verüb! ten Attentat fanden, bei dem! zwei Kinder durch Gewehrschüsse verletzt wurden, hat sich die DAIA telegrafisch an den Innenminister gewandt und um eine dringende Audienz ersucht. Dia DAIA lenkt in diesem Tele gramm, das von ihrem Präsidenten Dr. Isaae Goldenberg und Sekretär Dr. Alejandro Lutzky unterschrieben ist, die Aufmerksamkeit von Innenminister Dr. Rodolfo Martinez (hi \ f diese i empörenden Vorfall.» und I fordert ihn gleichzeitig auf, (Fortsetzung auf Seite 8) Für meine Schwester Witwe, sympathisch, wirtschaftlich. suche gutaussehenden Herrn bis 65 Jahre in gesicherter Position kennenzulernet. — Antworten unter Chiffre 17 an die Adm. der Jüd. Wochenschau. Federica Reich Berta Schmid de Reich Marco Chaoui Lucis Manoach de Ohaoy! beehren sich, die TRAUUNG ihrer Kinder SUSI und FREDDIE bekanntzugeben, die am Sonntag, den 11. November 1962, um . 11 Uhr 30 in der Synagoge Chaim Weizmann, Arcos 2319, stattfindot. Empfang nach der Trauung im Salon des Tempels. Am 8. November feiert Frau MARIANNE GAERTNER ihren 99. GEBURTSTAG. Tacuari 1147 V, B. Empfang: Samstag, den 1«. November. 17—2» Uhr Confitería Nizza, Echeverría 3296 esq. Conde.