Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-11-02 · 1984 (2.11.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1984 (2.11.1962)
Date
1962-11-02
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613548--2430-9613552
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

4 — Vie»**.-2 «e Neviembr« <k }M2 SC MIKA I$R ARLITi At« XXIII. — N«. |<*84 'Bekenntnisse und Weltanschauungen Israel ist zwar kein iheokralischor Staat, und niemand strebt danach, ihn zu einem solchen zu machen, aber der Staat Israel ebenso ■wie das Volk Israel ist theo zentrisch. Der Glaube, die Religion, bildet, das Rückgrat allen Seins und Geschehens im jüdischen Volk, hat in der Vergangenheit die Geschichte bestimmt und ist der Anhaltspunkt für das Ziel der Entwicklung in der Eukunft, und daher hat die Gegenwart dies zur Kenntnis zu nehmen und sich danach zu richten. ■ Nicht in diesen Worten und in dieser Form brachte Religionsminister Dr. Se 3‘ach Wahrhaftig sein Bekenntnis zum Ausdruck, als innerhalb der grossen Budget-Debatte das Religionsmi nisterium an die Reihe kam, aber dies war die Quintessenz seiner Rede, und um dieses Bekenntnis rankte sieb dann auch die Diskussion mit ihren Argumenten für und wider. Rhetorisch und vom Stand punkt der Wirksamkeit aus gesehen ist es stets günstig, j zu Anfang einer Debatte ei-1 ne neue Parole, eine neue Definition oder einen neuen ' Begriff zu formulieren, da j sich dies aus der Routine hervorhebt und sich leichter | einprägt. Von diesem Gesichtspunkt aus war das Bekenntnis Wahrhaftigs ,,wir *LÖNG-PLAY.| PLATTEN berühmt» Chasonim Mordechai Hershman Moishe Oysher Familie Malawski Pinchas Borenstein Spezial-Long-Play-PIatte für Chanukka. R AD 10 LEON ILAVALLE 2760 irtMMMVWWWWMMW 1 yon MEIR FAERRER sind theozentrisch“ wir kungsvoll. Der Gedanke hat etwas Bestechendes, denn er charakterisiert einen Zustand und stellt keine unmittelbaren Aktions- oder Ak tivitäts-Postulate auf. Selbst die militanten Antireligiösen können die Be hauptung nicht widerlegen, dass es Zeiten in der Geschichte unseres Volkes gegeben hat. da nur das Glaubensbekenntnis des Juden tums die Judenheit existent erhalten hat. Das Nationalgefühl allein hätte nicht genügt, unser Volk über die zweitausendjährige Ge schichte der Diaspora hinweg zu erhalten, und auch die Zionssehnsucht, die vor zwei Generationen den politischen Zionismus geboren hat, war bis dahin ein durchaus religiöser Faktor, in dem die prophetischen Verheissungen über die Sammlung der Verstreuten und den Wiederaufbau der Heimat im Lande der Väter also die Erlösung des Volkes, mit denen über den Völkerfrieden auf Erden und die Erlösung der ganzen Menschheit ohne klare Trennungslinie zu einer Gemeinschaft ineinander Übergin gen. Die Sprecher der antireligiösen Linken, also Mapam und Achdut Awoda, (die Kommunisten vermeiden es, in Israel als antireligiöse Kämpfer hervorzutreten) führten dagegen den Wiederaufbau des Landes auf die sozialistische Revolution zu rück, die vor über einem halben Jahrhundert wie in den anderen Völkern so auch im jüdischen Volk die Geister erregt und die Jugend zur Urbarmachung des verödeten Heimatlandes veranlasst hat. Die Religion hatte vielleicht früher ein mal eine Funktion in der Aufrechterhaltung des Zionsgedankens zu erfüllen, rr OLAMENU rv TEL AVIV POB 3002 NEUERSCHEINUNGEN ISRAEL ♦ ♦ DES VERLAGES Prof. Dr. H. Sternberg: Zur Geschichte der Juden in Czernowitz Reich illustriert , Kart. 3. Prof. Kamilo Landmann: Israel und die Juden der Welt Kart. 2—: SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG: GESCHICHTE DER JUDEN IN WIEN Herausgegeben von HUGO GOLD Gewidmet dem Andenken von Prof. Dr. Zwi Perez Chajes Unter Mitarbeit der hervorragendsten Kenner der j Geschichte der Wiener Juden. f ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: J 4 VOR Erscheinen ....... $ 15. Nach Erscheinen.. $ 20.— Alle Zuschriften u. Anfragen sind ausschliesslich an den Verlag, Tel Aviv, P.O.B. 3002 (Israel) zu richten. Die Preise sind in U$A*Dollar angegeben. ► 44444444 *1; und di« Religiösen haben in! der zionistischen Geschichte; ihre Rolle gespielt, jerzt aber seien staatliche von religiösen Institutionen streng zu trennen. Dadurch, dass den Rabbinatsgeriehten das Ausschliesslichkeitsrecht in Ehestandsfragen eingeräumt wurde, dass also Reiigions Satzungen für alle, auch für Nichtreligiöse, gelten, wenn sie sich verheiraten oder sich scheiden lassen wollen, dadurch unterliegt der Staat Israel jetzt bereits auf einem wichtigen zivilrechtli chen Gebiet der Theokratie. Um dies zu durchbrechen, müsste die Möglichkeit standesamtlicher Trauungen und profan - gerichtlicher Scheidungen gesetzlich eingeführt werden. Dies würde aber die eherechtlichen Satzungen ver letzen und in späterer Ent Wicklung ein derartiges Chaos herbeiführen, dass Familien. die religiöse Satzungen respektieren, sich mit aus standesamtlichen Ehen hervorgegangenen Kindern nicht verschwägern würden und daraus müsste eine Kluft innerhalb des Volkes entstehen... (Ein ähnliches Problem besteht jetzt gegenüber den indischen Juden, den Bne Jisrael, die eine Zeitiang die eherechtliehen Satzungen nicht so lückenlos und exakt eingehalten haben. Erst nach scharfen Auseinandersetzungen wurde dieser Konflikt jetzt im Kompromissweg beigelegt.) Der Sprecher der Liberalen trat als Verfechter der Trennung von Staat und Re ligions - Institutionen auf: MUSIK IN BUENOS AIRES Der Knoten zwischen Politik und Religion müsste aufgeknüpft oder zerschlagen werden! Das Oberrabbinat soll von der Vormundseaft des Religionsministeriums befreit werden, das eine pro fane Funktion hat. Das Religionsministerium sei überhaupt überflüssig und solle aufgelöst werden: die Rabbinatsgerichte wären dem Justizministerium zu unter stellen und die anderen Abteilungen des Religionsminii steriums könnten auf Innen- | ministerium, Kanzlei des i Ministerpräsidenten, Wohlj fahrts - Ministerium. Erzie- ■ hungs- und Kultur-Ministeri- I um usw. aufgeteilt werden.! In keinem anderen Staat gibt es ein Religionsministe rium. nicht im haib-protestantisehen, halb-katholi sehen Kanada, nicht in Indien. wo alle Religionen der Weit vertreten sind... j Die unterschiedlichen Parj teien und Gruppen im Volk, 1 die der Religion gegenüber I verschieden eingestellt sind, j müssen einander gegenseitig \ achten und tolerieren und I müssen in friedlicher Ko ] Existenz mit einander auskommen, wenn dem Volk in Israel der Kampf um religiöse Belange, der mit einem nicht ganz zutreffenden Schlagwort , Kulturkampf* genannt wird, erspart bleiben soll und wenn die Jugend zur jüdischen Solidarität erzogen werden soll. ..Die Lehre Israel, das Volk und das Land Israel hängen unlösbar miteinander zusammen“, erklärte der Re ligionsminister, ..und das sollte als historische Tatsache von allen anerkannt werden, auch von den Antireligiösen.“ Simchat Tora mit Steinen „GOETTE8DAEMME- RUNG“ IM COLON Als viertes und abschiie ssendes Musikdrama des Zyklus ..Der Ring des Nibelungen“ ging Richard Wagners „Götterdämmerung“ in Szene. Das Gold, versinn bildlieht durch seinen Ring, geht von Siegfried, der er mordet wird, über Hagen wieder zurück auf den Grund des Rheins, dessen Töchter ihn empfangen und hüten werden wie zuvor. Die Götter haben ihre Macht verloren: ihr Untergang. ihre Dämmerung bricht an. Die Mammutpartitur wur de von Heinz Wallberg, der ihre detaillierte Kenntnis offenbarte, umsichtig einstudiert und interpretiert. Er umging wiederum absichtlich die schleppenden Tempi. Die Yerwandlungs- und Trauermusiken waren sorgfältig in Dynamik und Aufbau durchdacht. Das Colon- Orchester zeigte zuweilen Spuren von Uebermüdung, kein Wunder in Anbetracht der wochenlangen zermürbenden Tetralogie - Proben und Aufführungen. Nichtsdestoweniger zeigte es guten Willen und Enthusiasmus. Ernst Poettgens Inszenierung darf als die geglückteste des „Ring“ gewertet werden. Wenn es auch bei ihm keinen Kamin. Bären, Ross oder Tanne mehr gibt, so versteht er es, dem Publikum durch seine einzigartige Kombinationsgabe von Licht, Farbe. Projektion und Bewegung die Vorgänge des Werkes sinnfällig und glaub haft zu machen. Auf der runden, bald nach hinten, bald nach der Seite ansteigenden Rampe befinden sich New York. — Zum zweiten Mal in wenigen Tagen wurde an Simchat Tora in Moskau ein Ziegelstein durch ein Fenster der Hauptsynagoge von Moskau geschleudert, wie ein Kabel an die „New York Herald Tribüne“ von ihrem moskauer Korrespondenten David Miller besagt. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sieh am Vorabend von Rosch Haschana. doch wurde das Attentat damals zu einer Zeit verübt, als der Gottesdienst noch nicht begonnen hatte. Dieses Mal fiel der Stein in die Synagoge, als der Chor sang. Beinahe wurde der Israel-Botschafter Josef Tekoach von dem Wurfgeschoss getroffen. Der Berichterstatter stand fast ne ’ben Tekoach, der sich in einer Art Loge befand, die für die Angehörigen der israelischen diplomatischen Vertreter durch Trennungswände errichtet worden war. Der Ziegelstein zerschmetterte das Fenster, und ein Regen von Glasscherben ging auf die Andächtigen nieder. In diesem Augenblick, so berichtet Miller, befanden sich Tausende von Menschen im Innern des Gotteshauses, während meh rere tausend Juden, die keinen Einlass gefunden halten, sich in den umliegenden Strassen aufhielten. Keiner! wurde verletzt. Nach einem j kurzen Schweigen der Be- [ stiirzung fuhren die Anwe senden in ihrer Andacht fort. Miller fügt hinzu, es sei bezeichnend, dass sich unter j den Betenden viele JugendH- ‘ c-he befanden. Die Hauptj synagoge liegt ea. 800 Meter | vom Roten Platz entfernt, auf dem die grossen Auf '■ märsche der Truppen statt- ' finden. Auch werden in Mos- I kau stets starke Polizeiein- | heiten an den Steilen aufge- I boten, an denen sich Men- I schenmengen versammeln. ' Hierzu bemerkt er, dass die | Polizisten niemanden ver- : hafteten, noch sonst zu einer : Aktion schritten. (ITA) TEATRO COLON Sábado 3 a las 21.30 hs.: Fuñe, extraord. de Ballets. “Concertó” (Jolivet), “Anabel-Lee“ (Sehifmani. “El hijo Prodigo“ (Prokofieff. Domingo 4 a las 17 hs.: “El Ocaso de los Dioses“ (Wagner). Dir. de orq.: Heinz Wallberg. Regisseur: Ernst Poettgen, con: Hopí. Niísson, Brouwenstijn, Van Will, Pernestorfer, Mattieilo. Boese, Hoeffgen. Casay. Garbarini. Chelavin-s. Souza. Dir. Coro: Tulio Boni. Institut für jüdische Studenten Los Angeles. — Das Institut der Pazifik-Küste für das Studium des Judentums die erste ausserhalb New York gelegene Hochschule der Jeschiwa - Universität, wurde jetzt im hiesigen Zentrum für jüdische Erziehung eingeweiht. Das Studienjahr umfasst zwanzig Vorlesungen über Erziehung. Religionsgeschichte. Hebräisch und Bibelkunde. Die Einla düng von Gastprofessoren ist vorgesehen. Vorläufig finden die Vorlesungen drei Mal in der Woche in den Abendstunden statt. Der Lehrgang dauert 13 Wochen. Das Institut verfolgt den Zweck, dem kritischen Mangel an jüdischen Dehrern für die Erziehung der jüdischen Jugend an der Westküste der USA abzuhelfen. (ITA) nur noch unumgängliche Vor satzstücke, alles Weitere ist Symbol und Ahnung, mit der er über fünf Stunden lang unermüdlich die Hörer bannt. Di-j fast an Choreutik grenzende Behandlung des — von Tuliio Boni überwältigend einstudierten — Männerchors war ebenso ein drueksvoil wie die logische Führung der Solisten, von denen Birgit Niisson (Brünhilde > und Gre Brouwenstijn die Palme zu reichen ist, Hans Hopf sang sich zwar im Laufe des Abends frei, wusste aber den siegesgewissen Siegfried nicht, recht glaubhaft zu machen. Arnold Van Mill (Hagen) war eine Nuance zurückhaltender als gewöhnlich. Ursula Bose (Waltraute) war ebenso untadelig wie Alois Pernerstorfer (Alberich). Nor nen und Rheintöchter fügten sich vollwertig in die Aufführung ein. die langen Beifall hervorrief. Eine sympathische Geste: Am Schluss der Vorstellung Hessen Dirigent und Poettgen nicht nur die Solisten, sondern auch das gesamte technische Personal an die Rampe treten, und Wallberg dankte dem Orchester. Ein glänzender Opern - Saison Abschluss. e-n 40jaehriges Bühnenjubilaeum Herrn an Jablokoff, der grosse Sänger und Schauspieler des jüdischen Theaters, der gerade als unser Gast hier weiit, begeht am 4. November sein 40jähriges Bühnenjubiläum, ein Datum. das bei einem Künstler seines Ranges festgehalten zu werden verdient. Geboren in Grodno im russischen Litauen begann er 1922 zu spielen. Er siedelte schon 1924 nach New York über, das seitdem sein Wohnsitz blieb. Sein Tätigkeitsfeld aber waren alle Länder der Erde, wo Juden weilen, die in ein jüdisches Theater gehen. Jablokoff war auch nach Ende des Weltkrieges der erste jüdische Künstler von Rang, der in den ehemaligen Konzentrationslagern und in den damaligen Lagern für DP's vor versprengten Juden, die sich retten konnten, auftrat. Jablokoff gibt im Theater Soleil am Sonnabend, den 3. November, seine letzte Premiere „Die verzauberte Melodie“. eine musikalische Komödie, die er auch am 4. 11., am Tage seines Jubiiä ums, bringen wird. Ein Besuch dieser Vorstellung bildet eine angemessene Ehrung für einen bedeutenden- Künstler und einen Gewinn für den Zuschauer. — O. O. E An alle Juden. Mitglieder oder Nichtmitglieder E E der Mapai, die nach E MFDINÁT reisen wollen.! LUACH — (KALENDER) Freitag, den 2. November Sonnabend, den 3. November 5. Marchesehwan 6 Marcheschwan Parschat hasehawua Noach 1. B.M. VI.9—XI.32 Haftara Yeschayahu XLIV.l—XL,5 Senntag. den 4. November Montag, den 5. November Dienstag, den 6. November Mittwoch, den 7. November Donnerstag, den 8. November Freitag, den 9. November Sonnabend, den 10. November Parschat hasehawua Lech leeba 1. 7. Marcheschwan 8. Mareheschwan 9. Marcheschwan 10. Marcheschwan 11. Marcheschwan 12. Marcheschwan 13. Marcheschwan B.M. XII.l—XVII,27 Haftara Yeschayahu XL,27—XL1.16 E Ihre Probleme werden gut und gewissenhaft geloest im E S REISEBUERO DER I I POÄLE HON HIIACHDUT I E im Subsuelo unseres Hauses in der E | AYACUCHO 352. T. E. 49-4852. durch die erste | ¡grosse Gesellschaftsreise! E am 3. Januar 1963, die ein Erlebnis fuer aileE E Beteiligten sein wird. E Melden Sie sich sofort an und informieren Sie £ E sich ueber die Bedingungen. X

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.