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Jüdische Wochenschau · 1962-10-19 · 1982 (19.10.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1982 (19.10.1962)
Date
1962-10-19
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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[DR «m KUNST I e^nz der Theosophen ro® IFAERBER ífd«»Sn,. *• Zubüff, •S ’Stbaio®!- Hunde*¿ 'nth«n bis Is. Dänemark bi, akls<an. »w ■ 2usamnict gemeinsam lr(,b eine brü- ¡ji¡*re Almo ^er Tagung 1 Oelegalions-!l*te der r{. iwcsenden ge- Hindus, Bud- Sikh, Ch-ritra Anhänger, lr usw.. und ‘ibenfolge des Higionen, so 'Eer als dritwurde, von aus das Bedes Juden ren. Mit anim lauschten ndert Führer sehen aus alid Religionen iseh vorgetra- Israel .", rj l Zeuger Stilppc-hen aufge. sen in das Innere von Tibet unternommen hatte, und von Henry Steel Alcott, einem amerikanischen Offizier, in New York gegründet. Seither verbreitete sie sich über die ganze Erde, und heute bestehen 46 aktive Lanrlessektoren, abgesehen von etwa elf Ländern, in denen aus innerpolitischen Grün den die offizielle Aktivität der Theosophen unterbunden ist. Die Gesellschaft verfolgt drei Ziele, von denen nur das erste bindend für alle diejenigen ist, die die Mitgliedschaft erwerben wollen, während die beiden anderen dem freien Ermessen anheimgegeben sind, da die Gesellschaft keinerlei Dogmen aufstellt und völlig Ge dankenfreiheit in ihren Reihen herrscht. Der Kern der allgemeinen Bruderschaft der Menschheit — ohne Unter schied von Rasse, Relieion, Geschlecht. Kaste und Hautfarbe — soll gebildet wer den. An zweiter Stelle steht das Studium der vergleichenden Religionswissenschaft, der Philosophie und der Naturwissenschaften anzuregen, und drittens sind die noch nicht ergründeten Gesetze der Natur und die latent im Menschen schlummernden See’enkräfte zu erforschen. Zu letzterem gehören die verschiedenen Gebiete des Okkultismus, insbesondere die neuesten Forschungen auf dem Gebiet der Telepathie und des Hell seliens, wie sie von Prof. Rhine (Duce University, Durban, USA) in wissenschaftlich unantastbarer Form untersucht wurden. Auf meinen zurückhaltend geäusserten Zweifel an der Endgültigkeit der Forschungsergebnisse über Telepathie blickt mich mein Freund Zeuger (wir kennen einander seit einem Vierteljahrhundert) mit seinen himmelblauen, giaubensbeseelten Augen in leichter Bestiirzurg an und bemüht sich, mich zu überzeugen dass die Erkenntnisse der Telepathie unanfechtbar seien. Der Theosophen-Weltverband, dessen Hauptsitz in Adyar bei Madras in Indien liegt, hat über 33.000 organisierte Mitglieder, und die Zahl der vielen Tausen de nicht organisierter Anhänger lässt sich kaum absc-hätzen. In Israel bestehen fünf Logen der Gesellschaft mit zusammen etwa hundert Mitgliedern u. s. w.. eine in Jerusalem, zwei in Tel Aviv, eine in Haifa und eine in Safed, und überdies eine Studiengruppe unter der Leitung des oben erwähnten Ghanesen namens Ehrenfried Mawudeku in Haifa. Auf der Rückfahrt nach seine beiden Israel, eine Tel Aviv und der aus Ghaomentan aber Er waehlte den Am 23. März 1939 hatte ,.Dr. Ludwig Israel Fulda“ auf seiner Wohnung in der Miquelstrasse 86 in Berlin- Dahlem ein handschriftliches Gesuch an das Reiehswirtschafts-Ministerium ge richtet. Der Brief enthielt nichts anderes als die Bitte, ihm zu gestatten, dass er den „Burgtheater-Ring“ behalten dürfe und nicht mit seinen „sonstigen Wert gegenständen“ abzuliefern brauche. (Kurz vorher war ..die 3. Verordnung aufgrund der Verordnung über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 21. Februar 1939“ ergangen; danach hatten Juden alle Gegenstände aus Gold. Platin und Silber sowie Edelsteine und Perlen an die öffentlichen Ankaufs- Stellen abzuliefern). Der Ring, der Ludwig Fulda im April 1933 für Verdienste um das Wiener Burgtheater von einem Preisrichterkollegium mit dem österreichi sehen LTnterrichtsminister von Rinteln an der Spitze zuerkannt und vom österreichischen Gesandten in Berlin feierlich überreicht worden war, sei kein Schmuck die Fti*r,>8* m Jahre 5722 5723 io Oktober Hoschana Rabba 20 Oktobez* Schemini Azeret Oktober Simchat Tora 21 Okt0*er Schabbat Bereschit ^21 nein** Erew Chanukka ■i jatjlir 1- Tag Chanukka ■ newirfier 8. Tag Chanukka 1-' januar 1963 Fasten Assara be’Tewet , ' o Fetter Schabbat Schira — Cha- 'en 1 mischa assar be Schwat , «an Fasten Esther war, Purim i Märi Sehusehan Purim o Apr'l Schabbat hagadol ief »nril Erew Pessach 8; April 1- Ta8 Pessach » V Apr« 2‘ Tag Pessach Inril 7- 'Pag Pessach l5i« AP»1 8- Tag Pessach p " Aprjl Gedenken des Aufstandes i 21y im Warschauer Ghetto Yom Ha’atxma’ut stück, sondern eine „ordensähnliche Auszeichnung“. Dieser Brief, mit dem deutlich lesbaren, geradezu wuchtigen Bleistiflvermerk „Abschlägig beschieden“ versehen, gehört zu den zahlreichen Schriftstücken, die anlässlich der 100. Wiederkehr des Geburtstages des am 15. Juli 1862 in Frankfurt a. M. geborenen Dichter in zwei Räumen des Frankfurter Goethemuseums (Freies Deutsches Ilcchstifi' am Grossen Hirschgraben ausgestellt sind. Die letzten Seiten des tagebucharligen Kalenders, den Fulda von 1879 bis 1939 geführt hat. sind in dem gegenüberlie genden Schaukasten aufgeschlagen. .Die letzte der Stichwort-Eintragungen, die sein Tun und Erleben andeuten, zuweilen läuch sei ne Stimmung wiedergeöen. trägt das Datum vom 29 März 1939. Und am Tag danach, eine Woche fast nach Absendung des Ge suchs an die Reichsbehörde, hat jemand in das schmale Heft geschrieben:' ..30ten März. 11'4, eingeschlafen!“. Der Lustspielautor, der als klassisch anerkannte Uebersetzer (Moliere. Rostand. u. a.). der vormalige Vizepräsident der Sektion' Dichtkunst der Preussischen Akademie der Künste hatte den Freitod gewählt. Dass der 77-Jährigc so endete, ist erst viel später bekannt geworden; selbst der New Yorker ..Aufbau“ vermochte am 15. April 1939 nur zu berichten, Fulda sei — gestorben. Die näheren Umstände seines Ablebens konnten und durften ja auch nicht publik ■ werden. Ob sie vor drei Jalv. ren bekannt waren, als bei der feierlichen Eröffnung des 30. Internationalen PEN- Kongresses in der Paulskirche Oberbürgermeister Werner Bockeimann von Ludwig Fulda, dem Sohn Frankfurts. als dem 1. Präsidenten des deutschen PEN Klubs sprach, . dessen. Por Traeger des Stalin* Preises gestorben London. — Emanuel Kazakewicht. einer der bekanntesten jiddischen Schriftsteller in Russland, der für seine Romane zwei Mal den Stalinpreis erhielt, verschied kürzlich im Alter von 49 Jahren, wie aus hier eingetrol fenec Kabelnachrichten hervorgeht. Kazakewich wurde in der Ukraine geboren. Er leide eine Zeitlang in Birob:- dschan, dem sog. „autonomen jüdischen Territorium“, wo er auf Russisch und Jiddisch schrieb. Im Zweiten Weltkrieg trat er in die Armee ein und wurde Leiter der sowjetischen Spionage abwehr. 1948 und 1950 wurde er mit dem Stalinpreis ausgezeichnet. Er stand vor cer Vollendung eines neuen Romans „Neue Zeiten“, in dem er das Leben in Russland in den Jahre 1920—50 schildert. (ITA) Israel besuchte Zeuger das Zentrum der Theosophen in Huizen in Holland und traf in Saanen in der Schweiz mit dem indischen Philosophen und Schriftsteller Krischnamurti zusammen, um seine in den zwanziger Jahren mit ihm gemachte Bekanntschaft zu erneuern. Nun ist Zeuger nach Tal Schachar in den Jerusalemer Bergen zuriiekeekebrt. wo er in seinen Feldern und Pflanzungen arbeitend ein naturnahes Leben führt und seine Freizeit lesend und schreibend der Literatur widmet. Erst kürzlich schrieb er ein Mysterienspiel. Sein bemerkenswertestes Werk ist das dramatische Gedicht ..Judas, der Mann aus Kariot“. Freitod trat von Liebermann gemalt, im Historischen Mu seum der Stadt zu sehen sei? Es ist anzunehmen, dass zwischen den beiden ebenso lapidar wie demütigend klingenden Worte auf jenem Brief und dem Sehlussatz der Lebenschronik ein Zusammenhang besteht. So also dürfte die dan kenswerte. vielleicht un scheinbar anmutende, aber in einen würdigen Rahmen gestellte Fukia-Gedenkschau. vorübergehend im Goethemuseum zu sehen, Klarheit in das Ende eines Mannes bringen, dessen Laufbahn bis 1933 erfolgreich und ungetrübt genannt werden kann. Auch und vor allem diese alte Seite seines Werdens und Werdegangs kommt in der Ausstellung zur Geltung. Nicht nur dass hier die Originalmanuskripte einiger seiner Werke („Jugendfreunde“, „Des Esels Schatten“, „Der heimliche König“), Erstausgaber und Exemplare Fuldaseher Uebersetzungen zu sehen sind, man findet auch Briefe und Postkarten, die in den Jahren 1905/32 Von berühmten Zeitgenossen wie Arno Holz, Max Lieber mann (den Fulda um einen Vortrag im Berliner 'Goethebund gebeten hatte). Max Planck, Anatole France (der sich der von Fulda 190B eingeleiteten Aktion wegen der Verhaftung von Maxim Gor ki anschloss), Heinrich und Thomas Mann, Alfred’ Mom bert und Arthur Schnitzler auch John Galsworthy (Hampstead 1926) und G. B. Shaw an Fulda gerichtet ha ben. Die Urkunde, mit der der- Frankfurter Magistratdem Siebzigjährigen die Ehrenplakette überreichte, liegt neben dem Glückwunschschreiben des damaligen Reichspräsidenten von Hin i denburg und dem Gratulationsielegramm von Gerhart Hauplmann. Und der Ra-bmen? Die Hebraeischer Unterricht —- ’ ' . | * T T * (^)17K itrr npT"»‘*pn Jrösm npTh ,1953 nitía bm1? nrntíDxn nx T»n» : **. t : v t v * mn Vmn -saan “ixixn T - : * - T T nj^Enpn nrtíy? ^atfa ^infera rroia-jrn rrnfays niaia xix" t v \ : : * : : »?»? pop? nxi rnan "in D*7a nan Kin? naaS rronrf .n^x nrfesriV dwi ■’‘i’inirn *?im *?tí ins? inino? □"?"?» “"X? mritf nix-m1? *?>när .pimn mtaai nsn rnan *7# mnsn nj^pa rrmn nlwn nxi 51% nra ntfx TT : v ** Ts* -tí» rnTsni ,rnann nraaa “an a^Vian ,0^0*13 n-aaan ^»aaa na» nira * :- t : “ t - : s - ♦agn nws*? niaiaT ni:n nnar ma rxsina) ▼ * I * -I - T 1 INDUSTRIA DE CERAMICA Y VIDRIO EN ISRAEL (Columna derecha) Ya hace (muchos) años que existe en Israel una industria del vidrio. Antes se importaba la arena especial necesaria para la industria del vidrio. Pero, hoy día. se puede lomar el té en un vaso que es totalmente producido en el país. También el material que se utiliza para la fabricación de la cerámica, se encuentra en el país y hoy día es posible comprar una hermosa laza para café tíe cerámica israelí, fabricada en arcilla extraída del Neguev, producto de uno de los muchos artesanos que trabajan en la industria cerámica. Si viajarás hoy día a través de las ex tensiones del Neguev meridional, aparecerán ante tus ojos vistas maravillosas de arenas y arcillas distintas, y si los palparás con tus manos, comprenderías de inmediato el gran tesoro que tienes ante •J. La empresa “Arcillas y Arenas puras en el Neguev“ que se fundó en Israel (Columna izquierda) en el año 1953. revisa constantemente las posibilidades de explotación de esta gran riqueza natural para las necesidades de las industrias de cerámica y vidrio de Israel al igual que para la exportación. Gracias a la actividad desarrollada por dicha empresa, ha sido terminada casi totalmente la importación de la materia prima indispensable para estas industrias Arcilla y arena pura del Neguev is raelí son material para exportación hacia otros países de Europa y del Lejano Oriente. Las actividades del desarrollo de dicha industria realizadas por esta empresa, son apoyadas por el gobierno de Israel, que tiene en su posesión el 51 por ciento de las acciones de la sociedad, y con la ayuda de inversores (particulares), que demuestran gran interés en la empresa ia que promete grandes y buenas posibi lidades para el desarrollo del Neguev. f “1K3 n»^¡7 ni3*7 D»tí ITT» dije .rraiDj rrfcsm *rn'»n ’pinn nx triraa rn - rraiatn irtísm5? tírnn “itíDX oí"? .ynsV pna -in n*?3tí Di»» nn nintí1? in"»n n»nn m .pnxn nnx ,pK3 xxai npT"»n¡?n *?do orn nüp1? »tía«] -¿nizr np"»np» nsp2? nw -»»» nnD»n» “ix/»n ,»•'? )»x "T "tíy» ,aan?ÍXp» "tílX'l D^yiD .np"»“ipn n^fcana onairn -^nna arn yon dh nixn» ^sn1; /ar.^o nronm *¡>in *7tí D"mnj *T3 títí»n Dxi ,r^rí | I :t : : : I .•n»D,7!?i‘n-ixiX"3T»rDr I I V T : T T * T » * * i t]í *?ini n^onnp.nann moij ,*a5ia -Ti-¡ Ti V ~¡ KERAMIK- UND GLAS INDUSTRIE IN ISRAEL (Rechte Spalte) Schon seit vielen Jahren besteht in Ere& Israel eine Glasindustrie. Einst importierte man besonderen für die Glasindustrie erforderlichen Sand aus dem Ausland. Aber jetzt kann man Tee aus einem Glas trinken, das ganz und gar Nationalprodukt ist. Auch das zur Keramik- Erzeugung nötige Material findet sieh im Lande, und man kann heute eine «chüne Kaffeetasse in Israel-Keramik erwerben, fabriziert aus Israel-Ton. im Negew gewonnen. ein Produkt eines der vielen Facharbeiter, die in der keramischen Industrie tätig sind. Wenn man heute durch den südlichen Negew fährt, enthüllen sich einem prächtige Ausblicke der verschiedenen Sand- und Ton-(Arten), und wenn man sie mit der Hand betastet, versteht man sofoit, dass ein grosser Schatz vor einem liegt. Die Firma ..Ton und Sand im Negew“, im Jahre 1953 in Israel begründet, (Linke Spalte) prüft ständig die Möglichkeiten der Ausbeutung dieses natürlichen Reichtums für die Bedürfnisse der Keramika- und Glasindustrie in Israel und auch für den Export. Auf Grund der Leistung dieser Firma hat fast völlig die Einfuhr von Rohstoffen für diese Industrie aufgehört. Reine Ton- und Sand-Erden kommen heute als Ausfuhr-Artikel nach verschiedenen europäischen Ländern und nach dem Fernen Osten. Die Aufbau-Werke dieser Firma werden mit Hilfe der Israel Regierung geschaffen. die in ihrer Hand 51 Prozent der Aktien der Gesellschaft hält, und 'gleichzeitig) mit Hilfe privater Investoren, die starkes Interesse an dem Unternehmen zeigen, das grosse und gute 'Erfolge) für die Erschliessung des Negew verheisst. Schaukästen, deren Inhalt an den freiwillig aus dem Leben geschiedenen Dramatiker erinnert, sind umgeben von Werken bester Kunst, von Büsten, Porträts und Städteansichten, durchweg aus der Goethezeit stammend, wie es dem Sinn und Zweck des Museums ent spricht. Somit befindet sich Fulda — jedenfalls vorüber, gehend — in der Gesellschaft nicht nur des grossen Sohns der Mainstadt, sondern auch anderer Grössen deutschen Gebiets (Brenta no, Lenau. Hebbel, Wilhelm von Humboldt, Bettina und Achim von Arnim). Drunten auf der Strasse stoppt ein Fermdenverkehrsauto nach dem anderen. Es gilt. Goethemuseum und Goethehaus zu besichtigen. Fahrzeuge und Menscher kommen von nah und fern, sogar aus der Türkei und aus Spanien, von den vielen Besuchern aus Uebersee ganz zu schweigen. Manche bleiben, en passant, vor den Fulda-Erinnerungen stehen, ohne zu begreifen, wieso und warum Ludwig Fulda im Goethemuseum geehrt wird. (AVer soll auch wissen, dass das Freie Deutsche Hochstift Fuldas Nachlass verwaltet?) Aber es ist durchaus denkbar, dass jene grosse, dick und sichtbar geschriebenen Worte .Abschlägig besehieden“ manchen interessierten Besucher zu einigem Verweilen im Raum XIV des Museums veranlassen und ihn zu der Frage „Was bedeutet deun das?“ führen. Dr. E. G. Lowentlial J

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