Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1982 (19.10.1962)
- Date
- 1962-10-19
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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DAS WESTFALENBUCH von Rttbhiner Dr. 1SEUFELD Als vor einiger Zeit die Vorbereitungen zu der gross angelegten Ausstellung jiidisehen Kult- und Kulturgutes getroffen wurden, die in Reeklinghausen und später in Frankfurt am Main einen grossen Kreis mit der Welt des Judentums bekanntmachte, da war es der Gedanke des westfälischen Landesrabbiners Dr. Hans Manoch Meyer, bei dieser Gelegenheit in einem Sammelwerkeinen Querschnitt durch Geschichte und Leben der Juden in AVestfalen zu geben. Es war freilich ein weiter Weg bis zur Verwirklichung dieses Gedankens, denn es mussten Mitarbeiter aus aller Welt gewonnen und unzählige räumliche und technische Schwierigkeiten überwunden werden. Aber nun liegt das Werk vor, das in besonders geschmackvoller Ausführung mit 34 lluslrationen im Umfang von fast 300 Seiten im Verlag Ner Tamid 1962 in Frank furt am Main erschienen ist. ten von 24 Mitarbeitern, deren Biographien am Schluss abgedruckt sind. Zwei der Mitarbeiter sind während der Drucklegung gestorben und werden entsprechend gewürdigt: der Rabiner Dr. Abraham Michalski aus Tel Aviv, der vor vier Jahrzehn ten Rabbiner des Vereins zur Wahrung der religiösen Interessen des Judentums in Westfalen war. und der Generalkonsul Dr. Isi Kahn der aus Witten an der Ruhr stammt und einiges über die Geschichte der Juden in Westfalen, insbesondere über den vom Hofprediger Adolf Stoecker verbreiteten Antisemitismus berichtet. Wie diese Hasspropaganda sich letzten Endes ausgewirkt hat, sieht man an den zahlreichen Bildern der Pynago gen. die sämtlich im November 1938 verbrannt wurden, man sieht es auch in einer nüchternen Gegenüberstellung der jüdischen Gemeinden und Institutionen im Jahre 1932 und im Jahre 1962: 1932 lebten 21 595 Ju den in Westfalen, 1962 nur 1.161. Der Bericht von 1932. der aus dem ..Führer durch die jüdische Gemeindeverwaltung und Wohlfahrtspflege in Deutschland“ abgedruckt ist. umfasst 28 Sei ten, der Bericht von 1962 nur 2 Seiten! Diese Zahlen sprechen für sich selbst and sine ein Spiegelbild der Situation in ganz «Deutschland. Die überragende Persönlichkeit der ganzen Provinz war der Rabbiner und Bibelforscher Benno Jakob aus Dortmund. Seir. Sohn Ernst Jakob, der ihn schon in der Gedenkschrift für Paul Lazarus (in englischer Sprache) gewürdigt hat. fügt hier eine weitere Würdigung seines Vaters in seiner Ei genschaft als Rabbiner in Dortmund bei. Ausser Benno Jakob sind der frühere westfälische Landesrabbiner Paul Holzer (jetzt London), der jetzige Landesrabbiner. der Herausgeber, und der orthodoxe Bezirksrabbiner von Recklinghausen Selig Auerbach (jetzt USA), abgebildet. Es fehlen die Bilder des letzten Dortmunder Rabbiners Ernst Appel, der beiden schwedischen Rabbiner Professor Kurt Wilhelm und Emil Kronheim, die vor vielen Jahrzehnten in Dortmund waren, und der verstorbenen Rabbiner Moritz David (Bochum), Siegfried Galliner (Gelsenkirchen) und Hans Kronheim (Bielefeld). Es fehlen auch Mitteilungen über Leopold Zunz, den Altmeister der Wissenschaft des Judentums, der in Detmold geboren ist. und über den Stettiner Rabbiner Heinemann Vogeistein, der aus Lage (Lippe) stammt. Beide sind aber in ande rem Zusammenhang erwähnt worden. Bernhard Bribing hat nämlich eine ausgezeichnet^ Biographie über Juden in Westfalen herausgegeben, in der er auf achtzehn Seiten alles nur irgendwie erreichbare einschlägige Material zusammenträgt. Es ist erstaunlich, mit welchem Bknenfleiss er aus den entlegensten Winkeln Aufsätze zusammenträgt. Ich selber kann nur dazu ergänzen: 1. einen synagogalen Dich ter aus Coesfeld, 2. die Schrift eines Herrn Levertoff aus Hoexter gegen das liberale Gebetbuch, das Heinemann Vogelstein im Auftrag des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Westfalens 1896 in stark liberalem Sinn bearbeitet hat, Leopold Zunz wird nur in seinem jetzt vom Leo Baeek-Institut herausgegebenen Briefwechsel erwähnt. D’e zentrale Institution der Provinz ist die Marks-Haindorffsche Stiftung, das Lehrerseminar in Münster, über das einer der ältesten Seminaristen und Lehrer Siegfried Braun (Kibbuz Maa.ian Zvi) anschaulich berichtet. Zwei Arbeiten, die eigentlich nichts mit Westfalen zu tun haben, sind auch abgedruckt. Ein Hörspiel über Leo Baeck, das c'er Schreiber dieser Zeilen besonders deshalb lebendig nachempfindet, weil er es bei jener denkwürdigen letzten Ausschuss-Sitzung des Allgemei nen Rabbinerverbandes in München im Juni 1938 selber miterlebt und wiederholt geschildert hat. Es han delt sich um den mitten in der Sitzung an den Vorsitzenden des Bayerischen Landesverbandes, Oberlandesgerichtsrat Alfred Neumeyer, ergangenen Befehl, die Münchener Synagoge sofort und weit unter Preis zu verkaufen. Die andere Ai’beit ist in die Zukunft gerichtet. Der Herausgeber ventiliert die schon von ihm vor acht Jahren aufgeworfene Frage der Errichtung einer zentralen Lehrstätte für die Wissenschaft des Judentums in Europa. Diese Frage wurde eindringlich von Leo Baeck in Luxemburg 1955 auf der letzten Rabbinersitzung vor seinem Tode dargelegt. Sic wird, je weiter die Zeit vorsebreitet, umso vordringlicher. zumal leider nach den letzten unerfreulichen Entwicklungen das Jewish College in London . von seiner 160 Jahre bewährten Tradition der voraussetzungslosen Wissenschaft abweicht, und zur Zeit eigentlich nur die Ecol« Rabbinique in Paris übrig geblieben ist. Obwohl diese beiden Arbeiten den sechsten Teil des Buches ausfüllen und an sich nichts mit Westfalen zu tun haben, ist ihre Veröffentlichung gerade zu dieser Zeit begrüssenswert. Es kann als eine gewisse Genugtuung betrachtet werden, dass von den zerstörten Synagogen immerhin neun wieder aufgebaut wurden, und zwar in Bielefeld, Det mold, Dortmund, Gelsenkir- Das Buch enthält 27 Arbei- Das Leo Baeck Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN EILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES IEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES l. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TU EBING EN YEAB BOOK VM I960 — VOM L.B.-INSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) { WERDE AUCH DU 3MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILK, Moreno 2256. und im Büro der JUEDJSCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredon 2190, 1, izq. (83/2613) LITERATUR > Europa-Konferenz de ,,Es gibt einen winzig kleinen Flecken auf der Landkarte unseres Globus, unbedeutend, soweit es sich um die physischen Dimensionen handelt, aber geistig gese hen ist es eine Kraft Station für drei grosse Weltreligionen. Juden!um. Christentum und Islam — Israel, das Heilige Land. Auferweckt nach vielen Jahrhunderten aus einer Art von Weltennacht durch den Pioniergeist eines Volkes das während Jahrhunderten der Verfolgungen, trotz Pogromen und Konzeniralions lagerqualen — Jerusalem, die Vision des Friedens, nie vergessen konnte. In den vierzehn Jahren seit unserem Freiheitskrieg wurde Israel der vertraute Freund, Instruktor und Lehrer von Dutzenden neu erstandenen Nationen in Asl en, Afrika und in einer neuen Welt wie Madagaskar u. a. In unseren Stauten und Strassen kann man fast täglich die Flaggen einer anderen Nation sehen, deren Staatsoberhaupt oder Regie rungschef Israel besucht, um unsere neue Form kooperativen Lebens kennenzulernen und die Lösung vieler sozialer Probleme, die wir gefunden haben, zu stu dieren. In dieser Atmosphäre praktischer Brüderlichkeit und in die Tat umgesetzter Theosophie versucht unsere kleine Gruppe von Mitgliedern der Theosophischen Gesellschaft in Israel ihre Ar beit auf der inneren Seite der Dinge zu tun. Es ist mir eine Freude, ein Privileg und eine grosse Ehre, die ser Konferenz die Griisse unserer Schwestern und Brüder in Israel zu überbrin gen . . “ So begann die Beerilssungsansprache, die der vom Präsidenten des Weltverbandes, einem Inder namens N. Sri Ram. eingesetz te Vertreter der Thcosophischen Gesellschaft in Israel, Hans Zeuger, auf der Europa-Konferenz des Verbandes in ,,The Hayes“ Conference Centre in Swanwick (Derby shire, England) Ende Juli gehalten hat unc* <fie wärmster Sympathie aufgenemmen wurde. Hans Zeuger schloss seine Rede etwa f.zigendermassen: „Wann immer Israelis einander begegnen oder vor, einander Abschied nehme:,, sagen sie im allgemeiner, nicht .guten Morgen!’, ,gu ten Abend!“ oder ,auf Wie dersehen!’, sondern sie sagen einander bei ahen die sen Gelegenheiten ein kle.- nes Wörtchen, das durch seine Wiederholung die Qualität einer Art Zauberformel angenommen hat. Dieses Wort will ich auch hier aussprechen als Gruss an alle hier versammelten Brüder und als Gruss Israels an di.: Welt. Es heisst .Schalom“ und seine Bedeutung ist: Friede.“ Der Friedensgruss aus eben, Hagen, Minden, Münster, Paderborn und Recklinghausen. Wenn die äusseren Möglichkeiten vorhanden gewesen wären, hätte noch viei, viel mehr berichtet werden können. Man muss dem Herausgeber und seinen Mitarbeitern dankbar sein für die Schaffung dieser schö nen Sammelschrift. Aber es hat wenig Zweck, nur zu loben. Mit Lessing, der ja durch seine Bindung mit Mendelssohn am Anfang dieser ganzen Entwicklung steht, sei gesagt: ,,Wir möchten weniger gelobt und mehr gelesen werden,“ von MEIR FAEMe1 dem Heiligen Land erwärmte die Seelen aller Zuhörer, und der Gruss .Schalom!“ war plötzlich im Munde al ler Teilnehmer aus der ganzen Welt von Indien bis Island und von Dänemark bis Südafrika und Neuseeland, Ghana und Pakistan, abge sehen von den Vertretern der europäischen Staaten. Sogar aus zwei kommunistl sehen Ländern waren Vertreter gekommen, zusam men 320 Delegierte, die fast alle zehn Tage lang unter einem Dache zusammen wohnten und gemeinsam speisten, wodurch eine brüderliche, familiäre Atmo sphäre entstand. Zu Beginn der Tagung wurden von den Delegationsführern die Gebete der Religionen der Anwesenden gesprochen, der Hindus, Buddhisten, Juden. Sikh. Christen, Zarathustra Anhänger. Mohammedaner usw., und zwar in der Reihenfolge des Alters der Religionen, so dass Hans Zeuger als dritter eingeladen wurde, von der Tribüne aus das Bekenntnis-Gebet des Judentums zu rezitieren. Mit angehaltenem Atem lauschten die über dreihundert Führer gläubiger Menschen aus allen Völkern und Religionen auf das hebräisch vorgetragen:: „Schma Jisrael .zu dessen Vortrag Zeuger stilgerecht ein Käppchen aufgesetzt hatte. Zeuger und seine beiden Begleiter aus Israel, eine Zahnärztin aus Tel Aviv und ein Chemiker, der aus Ghana stammt, momentan aber in Haifa lebt, waren geradezu die Sensation des Kongresses, standen im Mittelpunkt des Interesses und fanden Gelegenheit, wiederholt über Israel, seine Pro bleme und seine Entwicklung zu referieren. Es ist zu erwarten, dass in der nächsten Zeit ein Strom von Touristen aus theosophisc-hen Kreisen der ganzen Welt kommen wird, um das Heilige Land aus eigener Anschauung kennenzulernen. Das Hauptthema des Kongresses war ..Ewigkeitswerte in einem ständig sich ändernden Weltall“. Die Hauptredner waren der Präsident Sri Ram, Universität sprofessor Haas aus Holland. Dr. Henrv Smith, der Präsident der Gesellschaft in den USA, Rukmini Dav.v, Mitglied des indischen Oberhauses, und die Erncuerin der altindischen Tanzkunst Kalakshe «en in <>as unternon)"11 Henry s,€.el anierikamsi .New 1 her verbreit die S3nze.I bestehen « Sektoren, al wa eif Lum aus innerpe den die off der Theosop ist- Die Ges;) drei Ziele, das erste 1 diejenigen gliedschäft' nährend die dem freier heimgegebe Gesellschaft men aufste: dankenfreil ben herrscl Der K meinen B Menschheit schied von Geschlecht. färbe - so] den. An zw das Sfudiui ehenden schalt, der der Natur«" 2uregen. w die noch n Gesetze d» latent im A mernden S forschen. Z Er tra. GESCHICHTE UND ZIELE DES VERBANDES Die Theosophischs Gesellschaft wurde am 17. 11. 1875 von Helena Petrowna Blavatsky. einer russischen Aristokratin, die mehrere Rei Wi# liegen die Feiertage jm ja)| Freitag, den 19. Oktober Sonnabend, den 20. Oktober Sonntag, den 21. Oktober Sonnabend, den 27. Oktober Freitag, den 21. Dezember Sonnabend, d. 22. Dezember Sonnabend, d. 29. Dezember Sonntag, den 6. Januar 1963 Sonnabend, den 9. Februar Donnerstag, den 7. März Sonntag, den 10. März Montag, den 11. März Sonnabend, den 6. April Montag, den 8. April Dienstag, den 9. April Mittwoch, den 10. April Montag, den 15. April Dienstag, den 16. April Sonntag, den 21. April jtosehan; Schemin; Sirnchat Schabbai Q\ L Tag r 8 Tag { lakten f ^habbai mischa Tasten ] Husch' >ba Ere* p, Tag} 7 1 '■ Tag Tag Ge<ienki «n w *«« jj, mm*