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Jüdische Wochenschau · 1962-10-19 · 1982 (19.10.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1982 (19.10.1962)
Date
1962-10-19
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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1 ~ VlíntH.'lfl dr Octubre dr 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AB« XXIII. — No. 1982 Das Leben in der Galut ¡c (Schluss von Seite J) Chasaren an der Wolga, mit dem er nach Ueberwindung vieler Schwierigkeiten in Verbindung trat. Als Jude begrüsst er den König Jo seph des jüdischen Chasarenreiches in einem berühmt gewordenen Brief, aus dem nicht nur der grosse Staatsmann des Kalifats Cordoba, sondern vor alle ns der Jude Chasdai spricht. Weder gab es in der deutsch jüdischen Zeit Persönlichkeiten vom Rang« eines Chasdai ibn Schaprut — der einstige deutsche Reichsaussenminister Walther Rathenau betrachtete sein Judesein als das zentrale Problem seiner Exi stenz, war aber vom Judentum bereits weit entfernt —, noch Männer in diesen Positionen, die nichts anderes als Juden sein wollten. Gewiss waren andere, neue Zeiten heraufgezogen, die auch die Juden vor ganz neue Probleme stellten. Dia deutschen wie alle europäi sehen Juden hatten ihre Freiheit und eine meist bogrenzte Gleichberechtigung durch die Franzöiscehe Revolution und ihre Auswir kungen erhalten-. Schon in den stürmischen Tagen der Nationalversammlung wur de jene unglückliche Formel geboren, die ,,den Juden als Individuen volle Freiheit, als Volk keine Rechte“ postulierte. Im Schatten dieser unglücklichen Losung, die zu einer immer stärkeren Aufgabe der echten jüdischen Werte geführt hat, zi;- Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* Izq. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 terten die Juden des 19. und beginnenden 20. Jdhrhuu derts um ihre Rechte als Einzelpersonen ebenso wie als Gemeinschaft. Aus diesem seelischen und juristischen Zwiespalt erwuchs jene merkwürdige Galut-Erscheinung, die wir kurz mit Bindestrich Judentum zu bezeichnen pflegen. Damit entstanden die Begriffe vom deutschen, polnischen, französischen, russischen usw. Judentum. Gemeint war aber garnieht das Judentum, sondern die Judenheit. Allmählich wurde aus dem, was eine mehr zu fällige Verwirrung der Begriff« war, ein Prinzip. Die nationalen Verschiedenhe) ten der Völker, in deren Mitte die Juden lebten, wurden zu differierenden Unterscheidungen zwischen den Juden selbst, wenigstens in der Theorie. Die Juden betrachteten ernst die von ih nen festgestellten oder vermuteten Abweichungen in der Lebens- und Denkweise der verschiedenen Judenheiten. Von Seiten der nichtjüdischen Umgebungen wurden diese Unterscheidungen nicht bemerkt, wobei man sie selbst dort, wo sie wirklich vorhanden waren, auch nur als äusseriiehe Merkmale sah oder sehen wollte. Am niederträchtigsten hat das der pveussisehe Geschichtsprofessor Heinrich von Treitsehk« ausgedrückt, als er davon sprach, dass es „immer Juden geben wird, die nichts sind als Deutsch redende Orientalen“.... Nach der deutschen Katastrophe und dem Rüekfali des deutschen Volkes in atavistische Zeiteh kam es zu einer beinahe völligen Trennung und der Auflösung der jüdischen Galut in Deutsch land. Was die Zukunft brin- JUDITH 5 i SCHENKOLEWSKi S S* KULTUSSTICKEREIEN 5 i Schabbosdecken - Tallis- 5 5 beutel Käppchen - Mazi? zot-Taschen - Hand- und i i Maschinenstickerei von J 5 Bett und Tischwäsche J Dr. P. I. RIVERA 2585 f i (fr. Bebedero) 2 i T. E. 73-9155!■ Jaime Liebling S. A. SPERRHOELZER HOELZER DIAZ VELEZ 5224 Tel.: 89-9349. 33-9305;: PROPIEDADES \ FRANKENBERG \ berät Sie kostenlos und } 1 unverbindlich beim Kauf ‘ oder Verkauf von ¡, ' GESCHAEFTEN - WOHNUNGEN HAEDSERN} Manuela Pedraza 2530 J pl. b. Dp. B « '< T. E. 70-7244 ¡¡ OPTICA! DIPL. OPTIKER Sarmiento 829 \ T. E. 35 - 7356! MARTHA CHAPEAUXÍ HUTSALON gen wird, weiss niemand. Aber ein langes Kapitel fand mit diesen schrecklichen Ereignissen seinen, wenigstens vorläufigen Abschluss. Das jüdische Volk ist um eine Erfahrung reicher geworden, die allerdings .reichlich schnell vergessen worden ist. Man soll sich jedoch nicht nur darüber beklagen, dass es immer noch unbe lehrbare Judengegner gibt. Auch viele Juden sind unbelehrbar, sonst wären sie zu ganz anderen Ergebnissen und Auffassungen als denje nigen gelangt, die heute noch häufig vertreten werden. Hierbei wollen wir uns nicht mit jener ein wenig infantilen Anschauung auseinandersetzen. die das Wort „deutsch“ aus ihrem Binde strich-Judentum streicht und nun dafür ein anderes Kennwort einsetzt, etwa chilenisch. Früher waren sie deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens, heute nun sind sie chilenische Staatsbürger jüdischen Glaubens. Die Umwelt nimmt sie auch nicht ernst. Sie bleiben wur zellose Gestalten am Rande jeder Gesellschaft, auch der jüdischen. Von den amerikanischen Zionisten wurde auf einem der letzten Kongresse in Jerusalem die Theorie von der guten und der schlechten Galut aufgestellt. Es mag sein, dass diese Nuancierung im ersten Augenblick beste chend und überzeugend wirkt. Aber viele Halbwahrheiten hören sich gut an; nur können sie keiner ernsthaften Prüfung standhalten. Man könnte sieh zur Widerlegung der These von der guten und der schlechten Galut kurz auf den Ablauf un serer jüdischen Geschichte berufen. Es dürfte jedoch erforderlich sein, vorerst noch Vorfragen zu klären: welche Galut ist gut (und welche demzufolge schlecht?). Ist eine Galut dann gut, wenn es den Juden gut geht? Niemand wird gewillt sein, das Problem nur unter wirtschaftlichen Aspekten oder den Gesichts punkten einer finanziellen Situation betrachten zu wol len. Offensichtlich sollte unter der guten Galut die gesicherte Gleichberechtigung und die Möglichkeiten einer freien und würdigen Entfaltung der jüdischen Kräfte verstanden werden. Nach unseren geschichtlichen Erfahrungen wurden aber bisher -immer die bürgerlichen Rechte der Juden in jedem Jetzt in BELGRAN0 MOLDES 2 5 6 1 Í T. 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Man kann es dahingestellt sein lassen, auf welche Fak toren diese antisemitischen Exzesse, die in verschiedenen Ländern vor wenigen Monaten vorgefallen sind, im einzelnen zurückgeführt werden müssen. Sicherlich ist der Antisemitismus nicht allein eine Angelegenheit der Judengegner. Zu behaupten jedoch, dass die Juden daran schuldig seien, weil einige unter ihnen, wie man hört, unkorrekte Ge schäfte gemacht haben, ist abwegig. Es hat auch Antisemitismus ohne irgendwel che Affären gegeben.' Und es würde Antisemitismus von bestimmten Kreisen ge predigt werden, wenn alle Juden Engel sein würden. Die Repräsentanz der argentinischen Juden hat mit Entschlossenheit und Würde auf derartige Angriffe geantwortet. Einer Intervention von anderer Seite be darf es heute nicht. Gewiss ist es nicht einfach, den rechten Weg in einer solchen Situation zu finden. Man sollte weder die Vorfälle bagatellisieren noch unnötig vergröbern und vergrössern. Wenn aber eine antisemitische Welle allen Teilen der Bevölkerung zum Bewusstsein bringt, dass Gruppen gegen die Juden Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN n. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo., Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76 0266 Privat 52-7734 Dr. B. Schwanz ZAHNARZT JSSTOMBA 2283 - 52 8214’ RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG ^NERVEN n. GEMÜTS- 5 2 KRANKHEITEN ¡J? Dr. M. J. KUHN J 5 prov. V RIVADAVIA 2625 III > Tel. 48-7524 2 'Mont., Mittwoch, Freitags 117—20 Uhr. Tel. Anrnelf düng erbeten, 2 agitieren und eine heftige Hetzpropaganda entfalten, dann dürfte es schon angebracht sein, auf der Wacht zu stehen und seine eigene Situation zu kontrollieren. Jahre, wenn nicht Jahrzehnte lange Aufpeitschung der Leidenschaften unter Aufwendung aller staatlicher Mittel, wie sie von der Hitler Regierung in allen, auch den lateinamerikanischen Ländern betrieben worden ist, kann nicht spurlos vorübergehen. Trotz des guten Willens, das traurige Kapitel antisemitischer Hetze zum Abschluss zu bringen, den das Kabinett Adenauer bewiesen hat, gibt es heute noch in der Bundesrepublik eine ausserordentliche Anzahl antisemitischer Bege benheiten. Die Emissäre der Nazis oder deren Epigonen wühlen in vielen Ländern, auch in Lateinamerika. Das hat die grosse Ha kenkreuz-Schmierkampagne bewiesen, die in Köln ihren Anfang genommen hat und sieh über die ganze westliche Welt ausbreitete, wenige Staaten ausgenommen. Aus diesen wie späteren Vorkommnissen kann man unschwer erkennen, dass es sich hierbei um gelenkte Aktionen gehandelt hat. Nur die Tatsache, dass sieh allerorts wilige Elemente finden, derartige Hetzkampagnen mitzumaehen, muss bedenklich, stimmen. Wir wenden uns gewiss gegen diejenigen, die gegen südamerikanische Länder an ihren Stammtischen im Ausland polemisieren und völlig vergessen, was wir alle diesen Ländern zu verdan ken haben. Wenn diese Stammtische am Kurfürstendamm stehen, kann man nur über den Mangel an Gedächtnis oder moralischer Haltung aufs tiefste verstimmt sein. Wahrscheinlich lohnt es sich nicht, auf diese Erscheinungen wegen ihrer Bedeutungslosigkeit hinzuweisen. Aber von solcher Seite wird eine unnötige Unklarheit und Unruhe in un- U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ios Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V:rantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Paeyrredóa 2190, 1* Izq. T. E. 83-2613 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland 5 600 — jährl. sere Kollektivität getrager,. Deswegen müssen wir unterstreichen, dass wir trotz aller Besorgnis über die Vor gänge der letzten Monate die Sicht für das Ganze und die Proportion des Gesche hens nicht verkennen sollen Die jüdischen Gemeinschaften in Argentinien und anderen lateinamerikani sehen Ländern, die im Angesicht der Vorgänge in der letzten Monaten eine grosse Selbstsicherheit und politische Reife gezeigt haben, werden auch weitere Bewährungsproben bestehen. Wir müssen immer wissen, dass Galut nicht aufgehört hat, Galut zu sein. Der Tod von sechs Millionen unschuldigen Menschen, die nur sterben mussten, weil sie Juden waren, hat weite Kreise nicht zur Einsicht gebracht, deren Aktionen von uns allen mit dem notwendigen Ernsx betrachtet, aber nicht in einer Alarmstimmung übertrieben werden dürfen. Dr. BERNARDO GOLDSTEIN f MEDICO S M Cardiología — Hospital Fernandez s — M S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme g i CUBA 2141 — T. E. 73-8782 U. 73-6817 § “ M M M Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr g Sonnabend: 14—16 Uhr 5 m ’ll îïSisiiïBsSïâîSïSïi*sssïïiïEiîrriSî'eEir****ïssïâS3*ïiî*îîî'‘:;‘' H. ROSENZWEIG TAILOR HENRY •j »TUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 32-0913; ~ Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen BERNARDO STERN Ausfuehrnng saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T» E. 58-4052 Ermittlungen in Erbsehafts- und Entschaedigungs- Angelegenheiten JAMES HIRSCH Berlin-Wilmersdorf Prager Platz 6, Telefor: 87 59 14 «IIlI3ISSESSBSI3SSS?iääiä fa*iSESCSE*Hïi«ïâaaiïSïaîs.*SÏ g«lSE*EEISSSBEaSSSBSÏSÏ**ïE*IEEIEESSSElEESESSBHS«ESSÎâS*3ÏSSrS VARICES-ULCERAS I DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS g Dr. SAUL UMANSKY ¡ Sarmiento 3M6 T. E. 87-1362 ¿gIIES!HEB3SXiaS9EE3I9IBBEIlSExS£935üSSIE&i3ZEISSSrS -■SS3E*iIEEISSIISS£3ii"5B3iEiEiEEi31I*ISSSBaiESSaS3ISaiá 5ís:k sDr. BENJAMIN LIPNIZK Y ZAHNARZT S HOENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BEjjj HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REG0- - LIERUNG DER ZAHNSTELLÜNG S Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend g S nach vorheriger Vereinbarung, S JOSE HERNANDEZ 2518 T. E. 76-8673 und 73-8500 S iiSE«BBBEEe3iEBSKiESIS5S5IEIIESa£S£*E**KEEtSiIBl»äB*IäSSS«Mä? Dr. L. KLEIN - Médico Magen- und Darmkrankheiten Röntgen-Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: [Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uta Es wird gebeten, sieh vorher telefonisch anntmelden [ SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 A i.vtâ'-r'Mr'i

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