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Jüdische Wochenschau · 1962-10-19 · 1982 (19.10.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1982 (19.10.1962)
Date
1962-10-19
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Vwrites, 19 áe Octubre «te 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — N*. litt — 3 Wenn Hitler heute wiederkaeme... Wir finden den folgenden Bericht über eine Aufführung des britischen Fernsehens inn ,,St. Galler Tags Watt; Wenn Hitler heute wieder käme, er hätte leichtes Spiel. Das versuchte der englische Autor und Kritiker Robert Müller in dem Stück ,,The Night Conspirators“ (..Die nächtlichen Verschwörer") zu zeigen, das in ei ner Spätsendung des britischen Fernsehens aufgef ihrt wurde. Es war ein unheimliches Spiel: Die Deutschen mit ihrem tief verletzten Selbstbewusst sein nach zwei verlorenen Kriegen; ihrer Sehnsucht nach einem wiedervereinten Vaterland, so behauptet Müller, würden Hitler zujubeln, sie würden wieder marschieren, sie würden die Welt in einen neuen Krieg stürzen. Fünf prominente Deutsche. Vertreter der wichtigsten Kräftegruppen des modernen Staates, folgen der Abendeinladung eines ausländischen Botschafters in der Bundesrepublik, der ihnen eine wichtige Mitteilung machen will. Der Politiker, der Indu strielle. der General, der Geistliche und der Zeitungsverleger sitzen au reichgedeckter Tafel. Der Zeitungsverleger — 11 Zeitungen und 13 Zeitschriften gehören ihm — ist wesentlich jünger als die anderen vier, die alle schon in der Hitlerzeit ein flussreiche Positionen innehatten. Da öffnet sich die Tür. Ein schemenhaftes Wesen, in Decken gehüllt, wird auf einem Rollstuhl hereingefahren. Auf ein Zeichen des Botschafters nimmt der junge Mann mit Sonnenbrille und Lederjacke, der den Rollstuhl schiebt, die Dekken weg. Die fünf Deutschen erstarren. Kein Zweifel — es ist Hitler. Der unheimliche Geist wird wieder hinausgeschoben. Der Botschafter sagt, Hitler habe bei Kriegsende nicht Selbstmord begangen. Ein Luftwaffenpilot habe ihn nach Island geflogen. Dort hat er die letzten IT Jahre gelebt. Eva Braun sei tot. Aber Hitlers Sohn lebe und sei mit ihm zurückgekehrt. Das Entsetzen der füllt Deutschen weicht völliger Ratlosigkeit. Was tun? Vor ein deutsches Gericht stellen, sagt der eine. In einen j Käfig im Zoo sperren, sagt I stole. ,,Gott sei ihm gnädig", murmelt der Geistliche, „er ist die Inkarnation des Bösen.“ Da betritt der Jüngling wieder den Raum. Er ist blond, helläugig, schmal — reinste nordische „Edelras se“. In gemessenen Worten richtet er den fünf Deutschen den Dank seines Vaters aus. Dem Politiker für das Beibehalten verdienter alter Parteigenossen in de Regierung. Der Kirche für Israel ist eine Realitaet Vereinte Nationen. — Frederiek Guirma, der Präsident der UN-Delegation von Obervolta, erklärte seine volle Unterstützung des von Israels Aussenminister Golda Meir gemachten Vorschlags zur Abrüstung des Mittelostens. In seiner Rede vor der Vollversamm lung nach der Debatte über Kolonialismus sprach Guirma über die „Palästina-Frage", die er eine „gefälschte Angelegenheit" nannte. Die Gegner, so führte er aus, haben die Sprache des Kalten Krieges gut erlernt: die an einige Länder gelieferten Raketengeschosse aus Russland und in den LTSA fabrizierte Waffen in Händen anderer Länder. „Israel existiert als Staat“, fuhr er fort, „und man kann es nicht von der Landkarte ausradieren. Auch würde das Verschwunden Israels gleich ernste Probleme schaffen.“ Guirma schlug vor, Israel und die Araberstaaten sollten sich an einen runden Tisch setzen und versuchen, die Unstimmigkeiten aus der Welt zu schaffen. Er trat für die Abrüstung des Mittelosens ein und fragte: „Wie können die afrikanischen Staaten sich bemühen, Afrika atomfrei zu halten und sich gleichzeitig der Abrüstung im Mittelosten widersetzen? Guirma machte in\ vergangenen Jahr den später abgelehnten Vorschlag, eine Resolution zu fassen, die zu direkten Verhandlungen zwischen den Arabern und Israel auffordert. (ITA) der Zeitungsverleger. Er darf auf keinen Fall das Haus verlassen, sagt ein Dritter. Das deutsche Volk darf nicht erfahren, dass Hitler lebt. Alle sind sich einig in der Verurteilung dieses Unmenschen, des grössten Verbrechers aller Zeiten, der sechs Millionen Juden auf dem Gewissen hat, der Deutschland zugrunde gerichtet hat. Der General fühlt sich berufen, ihn sofort zu richten. Er zieht die Pi Teppichhaus - M. Hochberg UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKt'UPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN «TIER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichternngen « MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Adolf Hitler selbst könne we der sprechen noch sich be- Das Garantiezeichen für Herrenbekleidung im Stile der neuen Zeit ist CARLTON Moderner Schnitt. Stoffe gut getestet und geprüft, mit dem Verkaufs-Programm, das dem Kunden dient an Preis. Qualität und ständigem Kundendienst. Die gesamte Bekleidungslinie in Fertigkleidung! Besonders gepflegte Abteilung für fein ste Massarbeit! Anfertigung aus mitgebrachten Stoffen! Auch Junioren kaufen gerne bei Carlton. Zu jedem Anzug wird bis Ende dieses Jahres, die Ihnen gefallende Kravatte mitgeliefert. Ernst Koppel Herrenbekleidung Maipú 484 I. TE. 31-7845 Herrenausstattung Maipú 982 TE. 31-0357 wegen. Der Politiker, der General, der Industrielle sehen sich an. Streben nicht auch sie nach einem wiedervereinigten Deutschland, das gross und stark ist? Dieses menschliche Wrack könnte kein Unheil mehr anrichten. Dieser Hitler wäre Wachs in ihren Händen. Sie selbst würden die Macht haben. Er wäre nur ein Symbol. „Ein starkes, wiedervereinigtes Deutschland braucht eine machtvolle Spitze, um die sich die Kräfte sammeln“, sagt der General. „Das Ausland wibde vor Angst und Schrecken zittern. Die Rückeroberung der Ostgebiete wäre ein leichtes.‘‘ „Wir können doch dem Westen gegenüber nicht wortbrüchig werden“, wendet der Geistliche ein. Nein, nein, natürlich nicht. Immer korrekt. „Wir wer den unser Bündnis ordnungsgemäss kündigen“, sagt der Politiker. „Es war nie anders beabsichtigt.“ Dann ein Nichtangriffspakt mit Russland. Eigene Atomwaffen. Grosse Rüstungsaufträge. Ein wiedervereinigtes. grosses, herrliches Deutschland wird entstehen. Der Geistliche setzt sich abseits, um zu meditieren. Entsetzt ist der Zeitungsverleger der Diskussion gefolgt.“ „Wozu brauchen wir eine Presse?“ Drohend geht der Politiker auf ihn zu. Der Verleger entgegnet, dass die ganze Unterhaltung heimlich auf ein Tonband aufgenommen worden sei. Wütend stürzt der General auf ihn zu und schiesst ihn nieder. Verletzt wälzt sich der Verleger auf dem Fussboden. Der General und der Politiker stürzen ans Telephon. Truppen und Polizei werden mobilisiert. Her Sturz der Franzosen fordern Auslieferung Düsseldorf. — Die Auslieferung des ehemaligen Kommandeurs der SS-Division Jas Reich“, Heinrich Lammerding, forderte in Düsseldorf eine neunköpfige französische Delegation. Die Gruppe gehört dem „Koordinations-Comite von Tülle und Oradour für die Auslieferung von 'Lammerding“ an. Auf einer Pressekonferenz im nordrhein westfälischen Justiz-- Ministerium machte die Delegation den ehemamaligen SS - Divisionskommandeur für den Tod von 6'2 Einwohnern der Gemeinde Oradour und von 124 Männern der Gemeinde Tülle verantwortlich, die im Juni 1944 von Angehörigen der Division „Das Reich“ ermordet worden sind. Lammerding wurde 1951 in Bordeaux in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Lammerding, der als Diplom-Ingenieur in Düsseldorf lebt, bestreitet jede persönliche Schuld. Ergänzend war beim Oberstaatsanwalt von Dortmund zu erfahren, dass seit dem 22. Mai eine Strafanzeige gegen Lammerding wegen Mordes an den deutschen Emigranten Adolf Steinschneider und Hans Lauterbach vorliegt. Die Anzeige wurde von der Witwe Adolf Steinschneiders er- -lattet. Bc demselben StaatsanwaP der für die Verfolgung von Kriegsverbrechen im Ausland zuständig ist, war die französische Delegation wegen ihres Anliegens vorstellig geworden. Sie hat dort erfahren, dass gegen Lammerding ein Ermittlungsverfahren laufe und die deutsche Justiz bereits die Akten des Prozesses von Bordeaux angefordert habe, in dem Lammerding zum Tode verurteilt wurde. — (AWZ) LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE —tKT S«. Air*« - PUEYRREDON 2190, 1* i«q. — T. E. 83-2413 19. Oktober 1962 21. Tischri 3723 Regierung wird verkündet. Der Politiker übernimmt die „volle Verantwortung“. Sie schicken den Geistlichen zu Hitler. ..Mein Sohn, kennst du die Bibel, das Vaterunser?“ fragt der Geistliche den Jüngling. Folgsam kniet der Knabe nieder und plappelt mechanisch das Ge bet nach. Der Rollstuhl wird in den Saal geschoben. Während Hitler versucht, seine zitternde Hand zunt Gruss zu erheben, strafft sich seine Gestalt. Aus unartikulierten Lauten werden Worte. Er verkündet die endgültige Vernichtung des; Judentums, den Niedergang des Kapitalismus, den Kampf um die Herrlichkeit und j Grösse des Vaterlandes. In schemenhaften Bildern sieht man jubelnde Volksmassen j und marschierende Kolon-1 nen. Im Hintergrund stehen verängstigt und fassungslos ' die Repräsentanten des heu tigen Deutschlands: „Das haben wir nicht gewollt.“ _ * — Soweit die Fernsehsendung. Es war ein nach allen Regeln den Kunst gebautes Gruselstück. Die spannende Handlung, die straffen Dialoge, ausgezeichnet- Regie und Darstellung trugen zur Wirkung des Stückes bei. Es spiegelt andererseits die Skepsis wider, mit der ein Teil der westlichen Welt heute Deutschland betrach- - tet. ‘ Neue Zwischenfaelle { Tel Aviv. — An den israelischen Grenzen kam es vor kurzem wieder zu Zwischenfällen mit den Arabern. Syrische Grenzposten beschossen in der Nähe von Dan einen israelischen Panzerwagen mit Maschinengewehren Israel hat bei der gemischten Waffenstillstandskommission gegen diesen U. b_ fall protestiert. Es war der dritte Zwischenfall innerhalb weniger Tage. —■ (AWZ) MINEN EXPLODIEREN Tel Aviv. — Ein israelischer Panzerwagen stiess auf einer Patrouille längs der syrischen Grenze auf eine Landmine, die auf israelischem Gebiet gelegt worden war, wie jetzt mitgeteilt wurde. Todesopfer waren nicht zu beklagen. Dies war der zweite Zwischenfall dieser Art in der vergangenen Woche. Einige Tage vorher fuhr ein israelisches Militärauto in der Nähe der zweiten Explosion auf eine Mine. Die israelischen Offiziere verfolgten die Spuren zu Fuss vom Ort des ersten Zwischenfalls bis auf syrisches Territorium. <ITA) fZMuMai hi na. rasI Í f. 0 0 0 TONELADAS AIRE ACONDICIONADO TOTAL dfí -'V if GUST 13 DE NOVIEMBRE 27 DE GIULIO CE 5 DE DICIEMBRE - 22 ÎISIOA - SARCEIONA -CANNES GENOVA - NAPOLIS CONSUITE A SU AGENCIA PNCECNIOA O * “ITALMAR” PtORIDA Y CORDOBA

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