Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1980 (5.10.1962)
- Date
- 1962-10-05
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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OL NID RE nidre. »:umkrnamrai. 'st Hass und Sache aus — 5 "erz ein Gotteshaus... in dunklen Tiefen schwelend, verzehrend, verheerend, h der Nächte Dumpfheit quälend Gelübde will erslehen, bestimmt zum Untergebennidre, alte Flamme, t du noch zu überwinden? n in fernen Todgefilden gejagte Kinderschar ■t — alier Hiille bar — te alte Kinderschuhe, hter nur der letzten Ruhe?.. nidre! s’ einmal mehr in Trauer überwinden, für ewig bleibt li'nden: irheit der Wahrheit Weh — nidre . tums die Zukunft der Welt sehen. Aber letzten Ende geh* es im Buch? Jona ja nicht darum, dass die HeiJen von Ninive zum Judentum bekehrt werden; es ist. wie ein Diskussionsredner in London meinte, dort keineswegs von einer chirurgischen Massenaktion die Rede, von einer Kollektiv - Beschnei düng, wie sie bekanntlich nur einmal in der Bibel erwähnt wird, bei der sehr unschönen Handlungsweise der Jakobssöhne Schimon und Levi in Schecham (Gen. 34, 24 ff). Es geht nicht um Massenbekehrung, es geht um die Busspredigt an die Welt. Jona-Israel ist aufgerufen als ein Zeuge des lebendi gen Gottes, der Welt die Unabdingbarkeit, der sittlichen Forderung (nicht der kultisch - rituellen) Gottes existentiell zu bezeugen. Und damit muss er fertig werden, und keine Flucht und keine Emigration und keine Assimilation, keine Emanzipation und letztlich auch keine Autoemanzipation kann uns von diesem Auftrag entbinden. Wenn Hitler in seinem berühmten W'ort an Rauschning davon sprach, dass das Gewissen ,,eine jüdische Er findung“ ist, dann hat er das Rechte getroffen. Ob wir es wollen oder nicht, wir sind das Gewissen der Welt. Wie Jona stehen wir in der Masse der Heiden von Ninive und müssen die Busspredigt Gottes verkündigen. Auch wenn wir schweigen — und gerade wenn wir schweigen, sind wir durch unser Dasein und Sosein eine Mahnung an die Welt. Es war eine richtige Handlungsweise des Staates Israel, dass er durch den Eichmann Prozess die Busspredigt an das Ninive der Kulturvölker richtete, die so gerne gesagt hätten: ,,Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben nichts gesehen.“ (Deuteronomium 21, 7.) Es fehlte freilich nicht an Stimmen, die uns warnen wollten, durch diesen Prozess wird der Antisemitismus nur neuen Auftrieb erhalten. Aber wir haben unseren Auftrag an die Welt auszurichten, wir haben ihr den Spiegel der Wahrheit vorzuhalten, auf jedes Risi ko hin. Tn Jerusalem ist das geschehen, und durch den Staat Israel muss es weiter geschehen: er hat im Rate Ehrung Professor Francks Göttingen. — Nobelpreisträger Professor Dr. James Franck (Durham / New York( nahm in Güttingen den Dannie - Heinemann- Preis der Akademie der Wissenschaften zu Güttingen entgegen. Franck war, ehe er nach 1933 in die USA ging, dreizehn Jahre lang Direktor des zweilcn physikalischen In.stiluts der Göttinger Universität. (AWZ) Neue Biieher Alexander romerantz: Die von den Sowjets ermordeten jüdischen Schriftsteller. Verlag IWO, Buenos Aires. Das Jüdische Wissenschaftliche Institut gab anlässlich des zehnten Jahrestages der Massenerscbiessung jüdischer Schriftsteller und Künstler in Russland unter der Schreckensherrschaft Stalins und Berias ein Gedenkbuch heraus, das von Alexander Pomerantz, einem dem besten Kenner der jüdischen Literatur und Absolvent der jüdischen Hochschule in Kiew', verfasst wurde. Das Buch bringt äusserst reichhaltiges Material und Bilder über viele jüdische Schriftsteller. Künstler und Schauspieler, deren Schicksal meistens ungewiss ist, Auszüge aus ihrem Schaffen auf literarischem und künstlerischem Gebiet, sowie über die Geschiente der jüdischen Hochschmen und Forschungsinstitute in verschiedenen Städten Russlands, die eine riesige wissenschaftliche Arbeit in j)d discher Sprache leisteten und deren Arbeiten auch zum grossen Teil ins Russische übertragen wurden, im Rahmen der Ausmerzung fremdsprachiger Gruppen wurden auch die jüdischen Institute geschlossen, obwohl heute noch hundert!ausende Juden jiddisch als Muttersprache angeben und mit den Juden in der Welt in Verbindung bleiben wollen. Interessant sind die Auszüge aus dem letzten Buch des weltbekannten Schrift steBers Ilja Ehrenburg, der wohl ais einziger jüdischer Publizist verstanden hat, allen Verfolgungen jüdischer Intelektueller zu entgehen. In seiner Biographie widerruft er vieles, was er. um seine eigene Haut zu retten, gegen jüdische Schriftsteller ausgesagt hat, und bedauert offen die Ermordung so vieler hervorragender jüdischer Schriftsteller, Regisseure und Künstler. Das Buch gibt einen erschütternden Ueberblick über das einstige fruchtbare Schaffen der ermordeten Schriftsteller, unter denen einige Weltruhm erlangt haben, und ist ein wichtiges Nachschlag-ew'erk über diesen Zeitabschnitt jüdischen Lebens in Russland. Pome rantz richtet auch einen Aufruf an alle jüdischen Publizisten in der Welt, die russisch jüdischen Schriftsteller und Künstler, deren Wirken unter den herrschenden Umständen stark eingeschrä'.kt ist. nicht anzugreifen, sondern beim Kritisieren ihrer Werke die politischen Verhältnisse zu berücksichtigen, die nicht, wie es in demokratischen Ländern der Fall ist, Freiheit in Wort und Schrift gestatten. der UN die Pflicht, unerschrocken und ohne falsche Rücksichten für die Forderungen einzutreten, die uns im Bund der so furchtbar schweren Erwählung zuteil geworden sind. Aber das Buch Jona hat ein „happy end“: Ninive hört die Predigt des Jona und tut Busse, wie es Jerusalem niemals tat. Deshalb lesen wir das Buch Jona zu Jom Kippur, damit wir nicht übermütig werden und uns nicht übersehen. Wie leicht könnten wir uns bes ser dünken als die Völker, die so oft an uns schuldig geworden sind. Und doch zeigt uns das Jona-Gleichnis, dass diese Vöikerwelt empfänglich ist für die Botschaft. die wir auszurichter haben. Nur das Jona Gleichnis zeigt es und nicht auch die Wirklichkeit? Sehen wir nicht gerade heu'e in dem Volk, das am schuldigsten winde, gegenüber unserem Volke, den Willen zu einer echten Wiedergutmachung, die sich nichf nur im Materiellen erschöpft? Sehen wir nicht ein*. Jugend, die aus dem Lande der Vernichtung FRIEDA HEBEL ben immer wieder stolz-bescheiden bekannt: Wir Juden treiben keine Mission — Ist das wirklich sc eindeutig richtig? Praktisch haben wir seit langem keine Mission betrieben, aber haben wir damit wirklich dem Gesetz Folge geleistet, nach dem wir angetreten sind, der Weisung, die an Jona- Israel ergangen ist? Auf der Diskussion, die sich an das Referat von Dr. Biank ansc-hloss, kamen die beiden Ansichten wieder zu Worte, die schon der Talmud kennt: die Negative, die behauptet, dass Proselyten für Israel wie ein Aussatz seien und die positive, die meint, dass wir nur in die Galut gesandt wurden, um unter den Völkern Proseiyten zu werben, so wie unser aller Vater Abraham in Daran Seelen für Gott gewonnen hat. Dieser Streit, ein „Riv le- „Geschichte der Juden Oesterreichs“ Der Weitrat der Jud< aus Oesterreich (Wor Councii of Jews from A stria) hatte beschlossen, e Buch über die Geschieh der Juden Oesterreichs he auszug-eben. Das Buch wi im Jahre 1963 erscheinen Das Redakiionskollegiu besteht aus folgenden Pe sonen: Dr. F. L. Brassle (London), Dr. G. Jellini (New' York), Dr. C. L. K pralik (London). Ing. Kraemer (Tel Aviv: Rej Rat W. Kreil (Wien), Dr. ] Robinson (New York) ui Josef Fraenkel (London) a Redakteur. Ueber 20 Sch lars und Historiker hat* schon ihre Mitarbeit zug sagt. All« Anfragen sind : richten: The Editor, „Hisl ry of the Jews in Austria 45, Laikhall Rise, Londo S. W. 4, England. ft ».il KUNST dung Israels aehVicl1** , staü81na-f vSleh •*- a'il ^"¡ve io Sgf-d* «a lch Md unaus- ,man sieh it Î aeFlui'bt n-, durch * a ein Land, das es Zugriffs des 5 llegt. Aber BEN-CHÖRIN bekannten Tröster des Exils ausgesprochen wurde: „Es ist ein Geringes, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzuriebten und die Bewahrten Israels wie derzubringen, sondern ich habe dich zum Licht der Völker gemacht, dass du seist mein Heil bis an der Welt Ende." (Jes. 49. 6.) Davon wollten wir eigentlich nichts wissen und basehem Schamajim“, ein heiliger Streit, ist auch heute noch nicht beendet: während die Orthodoxie die Uebertritte zum Judentum im allgemeinen unmässig erschwert, haben die Ver treter des Refovmjudentums, vor allem in Amerika, die Tore ihrer Tempe] den Proselyten weit geöffnet, um Menschen aufzunehmen, die zum jüdischen Monotheismus tendieren, die in der Ethik der Propheten die Richtschnur ihres Handelns und in der messianischen Hebraeischer Unterricht nn?}?n n?e i t (404) rrmïn in -2©ntfp rrpn ^rrp -rnn fl"? - Hin m »3ip rrn - mn*n a»n D“ip tni) tznnn in^nn nim^p riarçn nrra rrn hî nns rn - (rutf V T 3 » *; “ T TT n??1? *’13 ¡?i» nima irions ns anin*1?. .snnn Di nxa vftpa a^nn nn -■ioa ’p1? .rrnxian rnbaa .n-’Dtf1? ht nna ytir n1?» nn - T “ V “ •* - T T T nrtnp nppn lapnn p1? .nt an *?» annai v t “ *t: ^rnn nna }D¡? pbn »-Basten -inaæp »rrn nna Ptf ruions sin -•iv i i 4 *' t? * viraVto mar ma n«sina) •T <| ■?» “ ■» » EL MONTE DE LOS OLIVOS (Columna derecha) JerusaléB, capital de Israel, está situada sobre montañas y rodeada de monta¬ ñas. Una de las más importantes (que la rodean) es el Monte de los Olivos. Esta montaña está mencionada muchas veces on la Biblia y se supone que su nombre se debe a los numerosos oli vos que había allí. Desde remotas generaciones acostumbraban ios judíos enterrar en esta montaña a sus muertos, porque existe una leyenda de que Ja resurrección de los muertos comenzaría en este lugar. Realmente. fueron descubiertas allá tumbas de la época del Primer Templo o sea de antes de 2500 años. La sepultura en la montaña continuó durante muchas generaciones y quedó prácticamente interrumpida sólo cuando estalló la Guerra de la Liberación al ser separada la montaña de la parte judía de Jerusalén. (Columna izquierda) En los días del Segundo Templo, cuan do el Sanhedrín —corte de justicia reli giosa del pueblo jud'o— fijaba el comien zo del mes (entonces todavía no era acostumbrada la utilización del calendario) se encendía en esta montaña gigantescas fogaías para avisar a los judíos la entrada del nuevo mes. El Monte de los Olivos también es muy sagrado en la tradición cristiana según la cual Jesús subió de este monte al cielo. Por éso se han construido numerosos conventos e iglesias sobre este monte. Una pequeña parte del Monte de los Olivos conocida bajo el nombre de “Monte de Seopus“, está bajo el gobierno de Medinat Israel. " t; ~ T! rsppi ann *?» roDitf o^DWin D’inn “rnx .onn -¡ - * T V “ “ T in xin nnix a'ppion •DTO DnD»3 n*nn “on m *in t : *• j ” t : v t —in n:in 'pp? ^p V? 15? .ia d^xo rntf a^s * : tv una nrpnj? ni-ma tí» nx ht nna nPp1? amrrn rvnntf max mt2r "3 ,Drrna - i v TT- T; v * V *• •* ,rn Qipap ”rnppi a^nan ”3p HT Dipas 3”?3n3 Biaxi rrpn npippa ni» nrn n^pa1? ap’pa ,i rrn ,ptr?xnn .ru¿ 2,500"a TT '• nrñn natçfo? ana nni3pn a» pn rtöpa1? npTOD3i a*’?*! ,nnnipn nan^a yñp D^izáT’ ^»a pal nnn - T S * - I--. TT .mvrn »— DER OELBERG (Rechte Spalte) Jerushaiayim, die Hauptstadt Israels, liegt auf den Bergen und ist von Bergen umgeben. Einer der wichtigsten ulie sie umgeben) ist der Oelberg. Dieser Berg wird oft in der Bibel genannt. und man nimmt an. dass er wegen der vielen Olivenhaine, die sich dort befanden, so genannt wurde. Schon seit frühen Generationen pflegten die Juden ihre Toten auf diesem Berg zu begraben, denn es geht eine Legende, dass die Auferstehung der Toten dort begänne. Tatsächlich wurden an dieser Stelle schon aus der Zeit des ersten Tempels Gräber entdeckt, d. h. mehr als 2500 Jahre alt. Die Beisetzung auf dem Berg wurde während vieler Generationen fortgesetzt und wurde praktisch erst mit dem Ausbruch des Befreiungskrieges unterbrochen, als der Berg vom jüdischen Jerushaiayim abgeschnitten wurde. (Linke Spalte) In der Epoche des zweiten Tempels, als das Synhedrion — der religiöse jüdische Gerichtshof — den Monatsbeeinn iestsetzte (damals war die Benutzung von Jahreskalendern noch nicht üblich), pflegte man auf diesem Berg riesige Scheiterhaufen anzuzünden, um den Juden den Monatsbeginn zu verkünden. Der Oelberg ist auch in der christlichen Tradition heilig, nach der Jeschu von hier aus zum Himmel fuhr. Daher wurden viele Kirchen und Klöster auf diesem Berg errichtet. Ein kleiner Abshnitt vom Oelberg, der sogenannte Skopusberg. befindet sich im Herrschaftsbereich von Medinat Israel. zu uns nach Israel in Gruppen kommt, um mit uns zu arbeiten und zu leben. Jona- Israel ist skeptisch: es glaubt nicht an die Kraft der Sendung: ,,Die Botschaft hör ich wohl, allein mir lehlt der Glaube“ und es ist skeptisch gegenüber je ner Wendung der Umkehr von der unser Gleichnis erzählt. Dr. Sheldon Blanks Exegese hat uns gezeigt, dass und wie sehr wir selber immer wieder Jona sind: Wenn wir dis alte kindver traute, schlicht-naive und unerschöpflich - weise Geschichte vom flüchtenden Propheten Jona lesen, dann collen wir uns selbst und un sere Zeit, unsere Aufgabe und unsere Möglichkeit darin erkennen. 4 W »»«»WWW»«»««»»»»»«»««« * JUDEN -'N BAYERN" i Hans Lamm. Verfasser des 1958 erschienenen J Werkes „Von Juden in München“, ist beauftragt wor- * j den, eine Darstellung jüdischen Lebens in Bayern # vor allem während der Jelzin 150 Jahre, zu schreiben. Diejenigen, die Unterlagen zu diesem Thema (Fa-<|; milienaufzeichnungcn. persönliche Erinnerungen. Bild <>; oder Urkunden-Material) haben, werden gebeten. anJi Dr. Hans Lantrni | München 22 Emii-Riedel-Str. C zu schreiben, um kurz anzugeben, was sie zur Vnfü-« gung stellen können. Nach Eingang ihres Schreibens! (von Uebersee wird Luftpost erbeten!) wird der Au-! . tor sich mit ihnen in Verbindung setzen. j '4W4WVrt4»WWWWWWW4W»W4WV4WWWvl