Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1980 (5.10.1962)
- Date
- 1962-10-05
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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SEMANA ISRAELITA Vtefflts, S de Octubre de 1962 Año XXIII. — No. 1980 Justiz-Skandal in Westdeutschland Wenn diese Zeilen in Druck gehen, dürfte der 57jährige in Gablonz geborene, in Deutschland erzogene, und als Landgerichtsdirektor bei Hitlers Reichsanwaltschaft in Leipzig tätig gewesene Wolfgang Fränkel nicht mehr Generalbundesanwalt der Bundesrepublik in Karlsruhe sein. Dieser Posten dürfte wieder von Frankels Vorgänger, dem hochgeachteten Generalbundesanwalt a. D. und Bundestagsabge ordneten Dr. h. c. Max Güde, verwaltet werden. Die üblen Dünste um die Ernennung eines Mitgliedes der früheren Nazi-Reichsanwalt schaft, um das Mitwissen Eingeweihter, um den Propagandaerfolg des ostdeutschen Regimes werden aber noch nicht verflogen sein. Was war geschehen? Als der bewährte Demokrat Max Güde sein Amt als Generalbundesanwalt aufgab, um in Bonn CDU-Abgeordneter zu werden, suchte das Bundesjustizministerium lange nach einem geeigneten Nachfolger. Der schwierige, so ver a nt wortungsvolle Posten als höchster Ankläger, besonders auch in politischen Sachen, sollte einer nicht nur juristisch tüchtigen, sondern auch politisch einwandfrei- Kreuzfahrten AUF LUXUSDAMP. FERN SIND FERIEN OHNE SORGEN An Bord des gleichen Schiffes hin und zurück, als schwimmendes Hotel, ist ..alles inbegriffen“ ab: nach: Rückkehr: 12.1. Rio de Janeiro 27.1. 27.1. Feuerland 11 2. 11.2. Punta del Este 13 2. 19.2. Karneval in Rio 3.3. Viajes Globus Alsina 1418 Bs. Aire« Tel. 38-1447, 38-586«, 37-2660;on ROBERT M. W. KEMPNER, en Persönlichkeit angeboten werden. So fiel die Wahl auf den rangältesten Beamten der Bundes - Anwaltschaft in Karlsruhe, nämlich auf Wolfgang Fränkel, dem sein Vater, ein verstorbener prote stantischer Geistlicher, den weiteren Vornamen Immerwahr gegeben hatte. Für den Juristen ist es zur wahrheitsgemässen Aussage auch erforderlich, nichts zu verschweigen. Aber gerade das scheint der für den Posten in Aussicht genommene Wolfgang Immerwahr Frän kel nicht getan zu haben. j Offensichtlich hat Fränkel j seinen Vorgesetzten, dem Bundesjustizminister oder : seinem Staatssekretär, nie- I mals erzählt, dass er nach seiner Berufung als Hilfsarj beiter zur Reichsanwalt-. schaft — im Jahre 1936 — | dort grauenhafte Sachen be j arbeitet hat, nämlich sogenannte Nichtigkeitsbeschwerden. Nach einem Hitlergesetz hatte die Reichsanwalt; schaft die Möglichkeit, die | Nichtigkeit von Urteilen ' durchzusetzen, die, auf deutsch gesagt, zu milde; waren und aus politischen 1 Gründen der nationalsozialistischen Führung nicht behagten. Dazu gehörte ein ■ Urteil gegen den Franzosen William Radford und den Belgier Roger Fouconnier. Diese waren wegen Lebensmitteldiebstahls zu 12 Jah ren Zuchthaus von einem gewiss strengen Sondergericht verurteilt worden. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde, angeblich von Fränkel unterzeichnet, sollen sie zum ¡ Tode verurteilt und hinge-1 richtet worden sein. Aehn lieh ging es einem Hämischen Zwangsarbeiter, der ¡ wegen Lebensmitteldiebstahls zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt war. und aufgrund der Nichtigkeitsbe schwerde zu Tode verurteilt wurde. Noch weitere ähnliche Fälle sollen existieren. Warum verschwieg Fränkel. der seit 10 Jahren einen guten Posten bei der Bundesanwaltschaft hatte, seine Sünden während der Nazizeit? Warum belastete er dadurch den Ruf der Bundesrepublik, ihr Ansehen im Ausland und spielte der Ostpropaganda in die Hände, die er als Bundesanwalt offiziell bekämpfte? Er wusste doch ebenso wie jeder andere Jurist, dass die Akten des alten Reichsgerichts in Leipzig der sowjetischen Besatzungsmacht 1945 in die Hände gefallen waren und nicht den West-Alliierten, die sich sonst schon in Nürnberg dieser ,.Taten“ im sogenannten Juristenprozess angenommen hätten. Und es kam so, wie es kommen musste —: Bald nach der vollzogenen Ernennung Frankels zum Ge neralbundesanwalt setzte die Pressekampagne aus Ostberlin gegen ihn ein. Die Akten wurden ans Licht ge zogen. Bundesjustizminister Slammberger erkannte, dass hier nicht eine Propaganda I Teppichhaus - M. Hochberg; UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKFUPFTEN » TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN | VUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. ♦ Eigene FabrikaiioK — Unverbindliche Vorfiihruna Auf Wunsch Zahlungserleichterungen S* MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag ♦ von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus I Calle ANDONAEGUI 2083 i t 4 Quader vor Station Urquiza t * MuEBLE$ m WodoTirtcmiL 'o MODERNE WOHN- UNI) SCHLAFZIMMER - EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN $ ¡I SARMIENTO 1147 J;¡ PAMPA 4979 esq. Triunvirato — CABILDO 2614 '• ¡; T. E. 51-9561 T. E. 701.1519 j’ 'ñWWWWWWVWWVMMWVVVWWWVWVWWWWW l AUTO - REPAR ATUR . WERKSTATt! „BEÑO” BEÑO HUTSCHNECKER Ávda. CONSTITUYENTES 4902 T. E. 51 - 2205 (Ecke Monroe) Ankündigung der ARAMC0 New York. — Einen als überraschend bezeichneten Beschluss der ARAM CO kündigte die Kommission für Menschenrechte des Staates New York an, die bekanntgab, dass diese Oelgesellschaft Anweisung erteilt hat. keine Diskriminierung bei Stellungsgesuchen von Juden in Anwendung zu brin gen. Diese Massnahme beendet einen legalen Streit, den der Jüdische Amerikanische Kongress seit sechs Jahren mit der ARAMCO führt. (ITA) Jetzt auch bügelfreie Anzüge und die gesamte Bekleidungslinie für Frühjahr und Sommer in Stabiloform-Ver arbeitung, wie Strassenanziige, Sportanzüge, Gesellschaftsanzüge, lOOOGrammanzüge Tropicalanzüge, Alpacaanziige, Leinenanz ii ge, Sportsaccos, Sommersaccos, Wochenendkleidung, „Topper“, der ital. Sommersacco, Fianellhosen, I^einenhosen, Stabiloformhose (bügelfrei), Regenmäntel in Lang- und Kurzform, weisse Smokingsaccos und vieles mehr. 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Uebrig bleit>t die politische Frage, warum bei Frankels Berufung und Beförderung zu einem der höchsten Posten der Bundes republik seine frühere Karriere nicht genau studiert wurde. Haben Kollegen aus Kameraderie dem Osten Schützenhilfe geleistet, indem sie das,- was sie über Frankels Karriere wussten, verschwiegen und erst auf die Vorlage der Dokumente vonseiten Pankows gewartet haben? Dies alles bleibt zu klären. Es wird lange dauern, bis LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AH ARIO INDEPENDIENTE Sv Aire* - PUEYRREDOM 219«, 1* - T. E. 83-2« U 7. Tlschri 5723 5. Oktober 1962 EHRUNGEN FÜR PROPST GRÜBÍR New York. — Die grossen jüdischen Organisationen be reiten dem einzigen christlichen Geistlichen aus Deutschland, der als Zeuge gegen Adolf Eichniann in j Israel aussagte, Propst ■ Heinrich Gröber, einen feierlichen Empfang. Propst Gröber, der wegen seiner der üble Geruch dieser Affäre sich verzogen hat. Die wichtigste Lehre sollte aber sein, mit der Beförderung solcher Personen zu hohen Posten aufzutjören. die angeschlagenen Behörden wie der Reichsanwaltschaft und ähnlichem treu und wacker gedient haben. Die Bun desrepublik ist nicht so arm an befähigten jungen Juristen und Verwaltungsbeamten, dass sie auf Hitlers einstige Diener zurückgreifen müsste. nazifeindlichen Gesinnung während des zweiten Weltkrieges in einem Konzentra tionslager inhaftiert war. ist zu einem vierzehntägigen Besuch in New York eingetroffen. Das American Jewish Committee veranstaltete zu Ehren des Gastes aus Deutschland ein Bankett, und auf einem vom Jüdischen Weltkongress gemeinsam mit dem Amerikanischen Jüdischen Kongress gegebenen Essen, war Propst Gröber der Ehrengast. Das Theodor Herzl-Institut sowie die Synagoge in dem Vorort Westchester haben Gröber eingeladen, der seinen Besuch zusagte. Er wird ferner das Leo Baeck-Institut besuchen und im Hebrew Union College den Titel eines Doctor honoris causa empfangen. (ITA) ^vVw^lA f0f>fsr4 T IBRI 'CHIAS DI t Eäi3SSäIS€3£*S1938Z«E!!%?3fS33.: ■„iziisisr ■z 3 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ] * * * * ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ « ♦ 4-4- ♦ 4 44>4 «-(44 4-^4 4-44 ’ | Dr. Hardi Swarsensky j | ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE § | IM f A na ★ s J MR! RÜCKERSTATTUNG I i ¡2 [ jetzt auch für Juden aus Polen. I ■ HM ■ M I M I ★ 3 i ANMELDUNGSMOEGLICHKEITEN für alle, di« naeh d«m I. 10. 1953 f! aus Laendern hinter dem eisernen Vorhang auswandern konnten. §! #M i JL S I W g i SPRECHSTUNDEN: I I ** I Mi Dienstag, Mittwoch und Freitag von <5 bis 18 Uhr § * *w M -★-.- 3 Dr. Günter Frey! ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS 3 Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun ¡ gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. J PUEYRRED0N 2190 esq Av. LAS HERÄS — T. E. 83*26(3 ¡j iíeSSiSlSiiSSiMBSiHeSMSBiMSSiííiSÍKMSSStiiazeí^ítsassítlsSíiSMar-Ei.S.ÉiSíiUB*:, **.*«***,„.