Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1979 (28.9.1962)
- Date
- 1962-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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^OCH ■ fWANKORO Verbindungen zum Schwarzen Kontinent JcrUSSfcMi Als Aussenminister Goida Meir in der Knesset über Israel und Algerien sprach, schloss sie ihre Hoffnungen in dieser. Hinsicht auf Israels feste Bindungen in Afrika an. I>3nnoch darf nicht vergessen werden, dass, bisher zumindest, der ganze Norden des schwarzen Kontinents Israel feindlich gegenübersteht, dass das grosse Zentrum der Feindschaft und des Hasses gegen Israel in Kairo sitzt, dass also Israels Wunsch und Arbeit, in Afrika Freunde zu gewinnen, keineswegs so einfach Früchte tragen, wie das manchmal nach aussen hin scheinen mag. Dennoch muss mit Erstaunen festgestellt werden, wie vernünftig gerade die jüngsten Staaten der Welt, politisch meistenteils noch ungeschulte Völker, vielleicht deshalb auch in ihrer rechtlichen Blickrichtung noch ungetrübt, auf die recht erhebliche Propaganda der Araber gegen Israel reagiert haben. Mit Ausnahme erstaunlich weniger Länder — und dabei handelt es sich entweder um moslemische Staaten, die es sich schuldig zu sein glauben, auf die ara bische Linie einzugehen, oder aber auch im Weltbild unentschlossene Länder, die auf Nassers zweifelhaften Neutralismus hereingefallen sind — haben die jungen afrikanischen Nationen Bindungen wahrer und echter Freundschaft zu Israel gefunden. Die Länder, welche bis vor wenigen Jahren französische Kolonien waren, stehen in dieser Entwicklung an der Spitze. Die Eifenbeinküste und Obervolta, Togo, Dahomey und Nigérien, Kamerun, Tschad, Zentralafrika. Brazzaville-Kongo und Gabun, sowie die Malegassische Republik unterhalten Beziehungen wahrer Festigkeit zu Israel. Ihre Staatschefs und Regierungsmitglieder kamen nach Jerusalem, um Israel zu sehen. Verträge zu unterzeichnen, persönliche Bindungen anzuknüpfen. Aber auch die dem britischen Kolonialreich entwachsenen Staaten folgten dem Wege der ehemals französischen Länder: Sierra Leone. Nigeria und Ghana nahmen enge Beziehungen zu Israel auf, die im Fall Ghanas mit de« Jahren an Wärme verlore'n, als die ghanesische Regierung es für richtig befunden hatte, mehr und mehr den Weg eines Neutralismus zu gehen, der einen sehr schwankenden Steg zwischen den Weltblöcken darstellt und für junge Staaten besonders gefährlich ist. Als Tanganjika sslbständig wurde, fand das Land, fast naturgemäss und bereits im Verfolg einer Tradition, den Weg zu Israel, und freundschaftliche Beziehungen bahnten sieh an. Und so iolgten den jungen Nationen auch die beiden seit langem unabhängigen Staaten des afrikanischen Kontinents, Aethiopien und Liberia. Ausser dem arabischen Raum in Nordafrika, von Aegypten bis Marokko, sind Mauretanien. Senegal, Mali, Guinea. Somaliland und Sudan ausserhalb der israelischen Freundschaftsbande, wenn auch einig? von ihnen korrekte diplomatische Beziehungen zu Jerusalem unterhalten. Ungeklärt ist die Lage auch bezüglich des früher belgischen Kongo, r. yacaciones.de ensueño para Ud. j y su familia... ZIM io invito el en a viator "THEODOR HERZL’ Aprovecne ios dos nuevos viojes directos que la confortoble nove israelí realizará entre Buenos Aires y Hoifa y disfrutará inolvidables! ITINERARIO vocaciones, como los miles de j personas qufe yo tuvieron el pri-j vilegio de viajar en el maderno! transatlántico isroelí. 1er. VIAJE (DA HAIFA 25/11 ÑAPOLES 21/11 MARSELLA 29/1) RARCEIONA 31/U IAS RAIMAS 3/12 RIO Oí JANEIRO 11/12 SANIOS 12/12 MONTfVIDEO U I5/I2 RS. AIRES ES/12 VUELE A RS. AIRES 11/12 MONTEVIDEO l*'’? SANTOS 21/12 RIO DE IANEIRO 21/12 LAS PALMAS 38/12 RARCEIONA 2/1/53 MARSELLA 3/1 ÑAPOLES 4/1 Haifa i/t Solicite informes a su ogente de viojes o o?Ao. VIAJE VUELTA RS. AIRES 21/2 MONTEVIDEO 1/3 SANTOS 3/3 RIO DE JANEIRO 4/3 LAS PALMAS 13/3 ÑAPOLES 17/3 HAITA 21/3 IDA HAIFA 7/2 ÑAPOLES 11/2 MARSELLA 11/2 RARCEIONA 12/2 LAS PALMAS 15/2 RIO DE JANEIRO 23/2 SANTOS 24/2 MONTEVIDEO 26/2 RS. AIRES 22/2 dessen Gesamtentwicklung wohl erst abgewartet werden muss, bevor man von solchen Verbindungen sprechen kann. DIE IDEALE AUSBILDUNGSSTAETTE Die afrikanischen Nationen sind sich sehr wohl darüber klar, dass sie fnr die erste Zeit ihrer Selbständigkeit Hilfe brauchen. Sie wissen, dass auch der Oberschicht, die heute die Regierung führt, vieles an Wissen und Erfahrung fehlt, die notwendig sind, um diese Staaten nicht nur zu regieren, sondern sie auch zu entwikkeln, ihre Reichtümer auszubeuten und zu verwenden, sie wirklich in die grosse Staatenfamilie der Welt einzugliedern. Es ist verständlich, dass die afrikanischen Nationen nicht geneigt sind, diese Hilfe, Anleitung und Unterstützung, bei jenen Staaten einzuholen, die bisher ihre Kolonialherren waren. und sia zeigen auch wenig Neigung, sich an solche Länder der westlichen Welt zu wenden, die zwar selbst keine Kolonien besassan und besitzeit, aber mit ihren ehemaligen Kolonialherren in jeder anderen Hinsicht eng verbunden sind. Zugleich haben die afrikanischen Staaten schnell begriffen, dass der Ostblock ihnen keine uneigennützige Hilfe geben wird, und dass die Gegenseitigkeit, die hier verlangt werden würde, ihrer Selbständigkeit zur Gefahr werden könnte. In dieser Situation muss Israel für diese Staaten ein sehr willkommener Partner sein, der sich nach Beendigung des zweiten Weltkrieges aus dem Herrschaftsbereich einer europäischen Kolonialmacht löste, der von einem Volk bewohnt ist, das Jahrtausende hindurch seiner „Rasse“ wegen verfolgt worden war, eine juhge Nation, die es verstanden hat, die Naturwidrigkeiten in ihrem Lande kühn zu überwinden und die politische, militärische und wirtschaftliche Feindschaft all ihrer afrikanischen Staaten, und sie bildeten dort ebenfalls aus, halfen beim Auf- und Ausbau. Israelisches Kapital und israelische Aufbaukonzerne helfen den Afrikanern ihre Entwicklung entscheidend zu beschleunigen. Hintereinander werden zwischen Israel und den afrikanischen Nationen Freundsehafts-, Kultur-, Wirtschafts- und technische Hilfsverträge abgeschlossen. Aber bei. diesen Verträgen kommt ein wichtiger Fakior zutage: das Prinzip der Gegenseitigkeit. Denn Israel gibt nicht nur. es nimmt auch Hilfe an. Und es gibt einige Gebiete, auf denen die Afrikaner, auf Grund ihrer Vertrautheit mit Klima und Boden, auch Israel etwas lehren können. Daher ist mitten in dem Reigen der afrikanischen Staatsbesuche in Israel eine positive Zwischenbilanz zu ziehen. Dis Freundschaftsbeteuerungen der afrikanischen Staatsmänner sind nicht nur reine Höflichkeitsfloskeln. Sie sind der Ausdruck ehrlicher Ueberzeugung, die wiederum auf harten Tatsachen beruht. Israels Aufbauarbeit in Afrika ist einer der grössten Erfolge der israelischen Aussen- und vielleicht auch Wirtschaftspolitik seit der Gründung des jüdischen Staates. Sie ist für alle beteiligten Partner ein mehr als bedeutsames Instrument zur Eroberung der Zukunft.’ Im Interesse der weiteren Entwicklung der Welt und der Erhaltung des Friedens ebenso wie im Interesse Israels und der afrikanischen Nationen kann man nur der Hoffnung und der Erwartung Ausdruck geben, dass diese engen Bindungen zwischen Israel und- Afrika nicht nur andauern, sondern noch verstärkt werden sollten. Jerusalem hat von jeher eine Anziehungskraft au! Touristen ausgeübt, denn es ist eine heilige Stadt für drei grosse Religionen und birgt in seinen Mauern heilige Stätten der Juden, Christen und Mohammedaner. Im Jahre 1960 kamen 118.000 Touristen nach Israel, im Jahre 1961 waren es 160.000, und man nimmt an, dass die entsprechende Zahl für das laufende Jahr 185 000 betragen wird. Fast alle Touristen legen Wert darauf, die Hauptstadt Israels zu besuchen. Man schätzt, dass ab 1965 die jährliche Touristenzahl 350.000 betragen wird. Die Touristik ist ¿chon heute der zweitgrösste Devisen einbringsnde Wirtschaftszweig des Landes — an erster Stelle steht die Zitruszucht. Im Jahre 1961 gaben die Touristen 30 Millionen IL zusätzlich der Reisespesen von und nach Israel im Lande aus. wollen sie erjnögüci^n- Wo'.-he im i ü n - tlerh a us 3 tSverschied-n« „•on Sing«* ui '«u1 de UNTERHALTUNG UND ZERSTREUUNG Jerusalem ist die Hauptstadt des Landes, daher auch der Sitz der Regierung, Universitätsstadt, und viele wichtige Lehrinstitute sind dort konzentriert. Es hat zahlreiche imposante Gebäude und eine kulturell hochstehende Bevölkerung. Diese Tatsachen und die Struktur seiner Bevölkerung sind die Ursache, dass es bisher wenig Vergnügungslokale in der Stadt gab. Die Entwicklung der Touristik hat auf diesen Umstand aufmerksam gemacht mit dem Erfolg, dass schon viel getan wurde, um diesen Mangel zu beheben und den Touristen Unterhaltung und Zerstreuung zu bieten. Fast alle Besucher aus dem Ausland interessieren sich für israelische Volkstänze und Lieder. Die mei- SCHOENES IS Iwristenstrom Wi, fruchtl ¡¡feien und d aitWern mitzi »gossen Zuspr tat jede Woebe fc Forum, aii M’gt werden Me von Fach! ibieiener Reg *o Fragen über Nachbarn mit Stolz erträgt und dennoch aufbaut — es ist mehr als verständlich, dass den afrikanischen Nationen dieses Land und seine Leitung imponieren. Aber mehr als das, handelt es sich hier trotz allem um ein Volk, um einen Staat, der zur zivilisierten westlichen Welt gehört, desse» Wissenschaftler und Experten, Lehrer und Führer zu jenem Teil der Welt zuzurechnen sind, von dem her die Ausbildung und die technische Hilfe nur kommen kann, wie den afrikanischen Nationen durchaus klar ist. Sie erkannten, dass Israel ihnen dasselbe zu bieten imstande ist. wie die grossen ,,weissen“ Staaten. Nicht nur aber, dass man von Israel nun wirklich keine „imperialistischen Neigungen und Massnahmen“ zu befürchten haben würde, hier braucht man solche Befürchtungen — aus innen-, aussen- oder sonstigen politischen Gründen — auch garnicht vorzutäuschen. Ehemalige Breslauer Der „Verband ehemaliger Breslauer“ E. V. hielt vor kurzem im überfüllten Ron- Saal in Tel Aviv seine dritte Generalversammlung ab, an der etwa 250 Mitglieder aus Israel sowie aus Süd- und Nordamerika teilnahmen. Die Pause, welche in der Einberufung der Versammlungen seit mehr als einem Jahr eingetreten war, war keineswegs auf Untätigkeit des Verbandes zurückzuführen. Im Gegenteil: Der Vorstand und die erweiterten Ausschüsse des Verbandes arbeiteten in dieser Zeit intensiv, und als Ergebnis dieser Bemühungen konnte vor kurzer Zeit ein besonderes Altersheim für ehemalige Breslauer in Zusammenarbeit mit dem sozialen Frauendienst in Israel eröffnet werden. „UNIVERSITAET ISRAEL’’ j-ointai ra"fe? r\T£> So ist es kaum als Wunder zu werten' wenn Israel für die Mehrheit der afrikanischen Nationen zu einer Art Universität wurde. Zu Tausenden kamen die Afrikaner, um hier zu lernen, ausgebildet zu werden, neue Methoden zu studieren, die gerade ihrem Klima, ihrer Bodenbeseliaffenheit angepasst sind. Israelische Experten begaben sich in die Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Wilhelm JFTeyhan, eröffnet, der einen;.usführlichen Bericht üb?r die Ziele und Tätigkeit in den letzten zwei Jahren erstattete. Die Ziele des Verbandes seien sehr mannigfaltige, aber uauptsächlich sozialer Natur. Der Zusammenhang zwischen den ehemaligen Breslauern, sowie die Tradition und die Erinnerung an das Leben in Breslau, und insbesondere an das jüdische Leben der Gemeinden, sollten gepflegt und Notleidenden Hilfe ge leistet werden. Besondere Aufmerksamkeit wurde der Errichtung eines Altersheims für ehemalige Breslauer gewidmet, von denen die Mehrzahl naturgemäss sich in vorgerücktem Alter befindet. Für das Altersheim sind noch auf längere Zeit grosse finanzielle Aufwendungen erforderlich, die bisher erst zum Teil aus Sammlungen nicht nur aus Israel, sondern auch aus dem Kreis der über die ganze Welt zerstreuten ehemaligen Breslauer aufgebracht wurden. Auch der „Suchdienst“ des Verbandes, den er in den mehrmals im Jahr in einer Auflage von 1600 erscheinenden Verbands-Mitteilungen entfaltet, leistet1 grosse Hilfe. Bei der Tagung gedachte Dr. Freyhan der seit der letzten Versammlung dahingegangenen Mitglieder des Verbandes und würdige deren Tätigkeit als Menschen, in ihrem Beruf und als Mitglieder des Verbandes. Es waren Dr. Paul Berg. Dr. Samuel Nothmann. Rabbiner Dr. Wahrmann in Israel, Dr. Ludwig Cohn, welcher zuletzt in Holland lebte, und, selbst blind, sich bahnbrechend auf dem Gebiet der Blindenfürsorge betätigte, sowie Rabbiner Wassermann. der wenige Tage vorher in Israel verschieden war. Im brieflichen Verkehr, sowie durch das von