Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1978 (21.9.1962)
- Date
- 1962-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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8 — Viernes, 21 de Septiembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1978 ALIJA AUS LATEINAMERIKA Das Institut für Zeitgenös sisches Judentum der Hebräischen Universität hat sich zum Ziel gesetzt, ein starkes Glied in der Verbindung von Diaspora und Israel zu werden und zum gegenseitigen Verständnis beizutragen, im Sinne einer Stärkung der Weltjudenheit. Die Bedeutung dieses Zieles unterstrich Sir Barnett Jänner in der zweitägigen Tagung, die das Institut zusammen mit dem Board of Deputies kürzlich in London durchführte, um jüdisches Leben im heutigen England einer Untersuchung zu unterziehen. Die Konferenz war von jüdischen und nichtjüdischen Persönlichkeiten besucht und versuchte in zehn Vorlesungen und Diskussionen die Beziehung zur nichtjüdischen Gesellschaft ebenso abzuklären wie die Beziehung und den Standort innerhalb der Juden der Welt. Die anwesenden Soziologen, zwei von ihnen von der London School of Economics (Dr. M. Fredman und S. J. Gould) sowie Prof. Morris Ginsberg, betonten die Wichtigkeit soziologischer Studien. insbesondere der Beschaffung statistischer und demographischer Grundlagen nicht nur der grossen Konglomeration, sondern auch der verstreuten Gemeinden. denen dann die Studien der ökonomischen Struktur der Gemeinschaft, der jüdischen Familie und weitere Untersuchungen folgen müssen. Der Historiker Dr. Cecil Roth befasste sich mit der veränderten Bedeutung der jüdisch-englischen Gemeinschaft seit dem Un tergang der wichtigen jüdischen Zentren in Mittel- und Osteuropa; diese neue, bedeutendere Stellung, die ohne ihr Zutun der Gemeinschaft zufällt, machte die Konferenz und die Ueberprüfung vieler Probleme notwendig. Dr. Roth erwähnte den Einfluss der heute grösstenjüdischen Gemeinschaften der Welt, Nordamerikas und Israels, wobei er den künftigen Weg der englischen Gemeinschaft weitgehend davon abhängig machte, welche der beiden, wenn überhaupt eine von ihnen, triumphieren werde, alles allerdings unter bewusster Ausklammerung des jü-; dischen Rests unter Sowjet- ' einfluss. j Obwohl die Statistik im-; mer als eine trockene Ma j terie bezeichnet wird, ge- | hörten die Ausführungen i von Dr. Prais, Universität | Birmingham, zu den interessantesten zum Thema. Wie auch in USA sind in England die zahlenmässigen Einzelheiten unbekannt und weitgehend nur von Schätzungen abhängig. Um die Jahrhundertwende hatte man umfassende Information aus j den zentral gesammelten! Daten über Geburt, Heirat j und Tod. Seitdem man die Aufnahme der Frage nach der Religionszugehörigkeit im staatlichen Zensus für; nicht erwünscht hält und die j Zahlen nur aus indirekten I Quellen schätzt, sind Irrtümer nicht zu vermeiden. I Als treffendes Beispiel | wurde angeführt, dass die vom Oberrabbinat erfassten Heiraten und die von der all- Die Jewisli Agency hat in Zusamenarbeit mit der Regierung beschlossen, Mittel und Wege zu ergreifen, um die Einwanderung aus den lateinamerikanischen Ländern zu fördern. Es wurde ein Sonderausschuss gebildet, in den seitens der Jewish Agency die Herren Schragai, der Leiter der Einwanderungs Abteilung, Zisling, Pinkus, der Kassierer der Jewish Agency und Dultzin. der selbst aus Lateinamerika nach Israel kam, delegiert wurden. Dieser Ausschuss soll alle Fragen, die mit der Förderung einer solchen Immigrations - Bewegung verknüpft sind, bei sich konzentrieren und die nötigen Massnahmen mit anderen zuständigen Stellen koordinieren. Ein Senior-Repräsentant der Jewish Agency sollte in Bälde nach Argentinien reisen, um dort die Immigrations- Bewegung zu fördern und zu leiten. MITTELSTAENDISCHE BEWEGUNG Diese Massnahme der Jewish Agency ist zweifellos zu begrüssen. aber man -4~4 ♦ A *-v*44-4-44>-< * 4 ♦-4-» 4-^4 4 44 »4 444444441 HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. * HOTEL ARMON ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL Die beste Küche Angenehmer Aufenthalt \ Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 237II I (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt erforderlich) gemeinen Statistik (Register General) erfassten religiös geschlossenen Ehen einen Höhepunkt im Jahre 1934 erreichten (2233) und seitdem ständig gefallen sind; die letzte verfügbare Zahl aus dem Jahre 1957 beträgt 1713. Gerade in diesen 25 Jahren hat sich die jüdische Gemeinschaft Englands durch verschiedene Einwanderungswellen vermehrt, und die Zahl der religiösen Eheschliessungen steht in keinem Verhältnis zu der Zahl von 450.000 Seelen, die als jüdische Bevölkerung Englands in letzter Zeit angenommen wurde. Weiche Schlüsse können daraus gezogen werden? Entweder ist die Schätzung zu hoch, oder ein grosser Teil der Juden lässt sich nicht mehr religiös trauen. Auch die Zahl der Synagogen, die lange anstieg, von 1911 bis 1951 von 208 auf 428 und seitdem um 10 Prozent gefallen ist, lässt nicht unbedingt den Schluss auf eine verringerte Bevölkerungszahl zu; die Statistik der Synagogen sagt nichts über die Grösse der Synagogen und ihre Platzzahl aus; manche kleineren Minjanim sind wohl auch nicht in ihr enthalten. Die Zahl der Kinder im Schulalter .fünf bis fünfzehn) muss mit 52.000 nur als approximativ angenommen werden. Von diesen erhalten 30.000 eine jüdische Erziehung (ganztägig oder stundenweise). Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. j E L A V I V 35, Allenby Rtad NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 (GALERIA DEL OBELISCO) T. E. 35-3463 IN COBA INVESTMENT & TRUST Cia. von Dr. KURT 0TTENS00SER (Israel) T. E. 35-8586 Av. CORRIENTES II45 wird sich in erster Linie klar werden müssen, die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine solche Alija- Bewegung, die doch überwiegend eine mittelständische sein müsste, zu schaffen. Gewiss, Israel bemüht sich intensiv um Investitionen und hat daher auch eine Reihe von Projekten ständig bereit, welche Interessenten zur Verfügung gestellt werden, die in der Wirtschaft Israels investieren wollen, sei es mit tätiger Mitarbeit oder nur als die Financiers eines bestimmten Projekts. Aber bei den meisten dieser Projekte handelt es sieh um grosse Beträge, die oft über das hinausgehen, was eine mittelständische Alija zum Aufbau einer Existenz im Lande zur Verfügung stellen kann. Bisher wurde von den zuständigen Steilen dieser Gegebenheit zu wenig Rechnung und Aufmerksamkeit geschenkt, was bedauert werden muss. KLEININDUSTRIE UND HANDWERK In den USA wurden vor kurzem Statistiken veröffentlicht, die den Beweis dafür erbrachten, dass es völlig irrig sei, zu glauben, dass die Wirtschaft der USA beherrscht werde von einigen wenigen Grossbetrieben. Es zeigt sich, dass die Produktion der Mittel- und Kleinindustrie die der Grossindustrie noch bei weitem übersteigt und dass diese Kleinindustrie oft in der Lage ist, dem Grossbetrieb sowohl preislich wie qualitativ eine ernste Konkurrenz zu machen. Dies aber ist natürlich in noch stärkerem Masse der Fall in Israel. Es mag hier als bezeichnend hervorgehoben werden, dass von den 10.000 Industrie- und Handwerksbetrieben Tel Avivs nur 20 Prozent mehr als je 9 Arbeiter beschäftigen. Da sich aber in Tel Aviv rund 50 Prozent aller Industrie- und Handwerksbetriebe des Landes befinden, kann diese Erscheinung als typisch für das ganze Land angesehen werden, wenn es auch richtig ist, dass sich gerade die Grossbetriebe ausserhalb der Städte und die in der letzten Zeit gegründeten Grossunternehmungen vorwiegend in den Entwicklungsgebieten befinden. Es darf aber auch unterstrichen werden, dass Bürgermeister Mordechai Namir, der diese Ziffern vor kurzem auf einer Pressekonfeernz in Tel Aviv bekannt gab. mit Recht darauf hinweisen konnte, dass gerade diese Kleinindustrie sich ais besonders geeignet erwiesen hat, sich den oft schnell wechselnden Bedürfnissen der Wirtschaft und des Aus der Haft entlasen Frankfurt a. M. — Der unter Verdacht der Beihilfe zum Massenmord an Geisteskranken festgenommene Chefarzt Dr. Kurt Borm ist in Frankfurt gegen eine Kaution aus der Haft entlassen worden. Dr. Borm, der als Chefarzt der inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses in Uetersen tätig war, wird beschuldigt, von 1940 bis 1943 in den sächsischen Anstalten Sonnenstein bei Pirna und Bern bürg an der Saale als-Assistenzarzt an Massenmorden von Geisteskranken, Juden und KZHäftlingen beteiligt gewesen zu sein. Der Haftbefehl gegen Dr Borm wird, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, aufrechterhalten. Das Ermittlungsverfahren wird fortge ■1 setzt. (AWZ) Marktes anzupassen. Auch die Vielseitigkeit der produzierten Artikel ist bewundernswert. Die Stadt Tel Aviv hat in richtiger Erkenntnis dieser Dinge jetzt eine eigene Gesellschaft gegründet, die zusammen mit der Regierung mehrere neue Viertel errichtet, in denen moderne Fabrikräume und Werkstätten erstellt werden, die von den Interessenten entweder erworben werden können, wobei bis zu 50 Prozent langfristige Hypotheken gewährt werden, oder auch gepachtet werden können. PARTNER IN BESTEHENDEM BETRIEB Viele dieser Kleinbetriebe sind unterfinanziert, und es fehlt oft auch an einer zielbewussten kaufmännischen Führung oder an einem Techniker, der neue Produktions-Ideen entwickeln könnte. Hier dürfte daher in vielen Fällen einem Einwanderer aus den mittleren Schichten, der etwa 30.000—50.000 Dollar mitbringt, eine gute Chance geboten sein, sich an einem bestehenden Betrieb zu beteiligen. Natürlich müsste eine vorsichtige Prüfung vorher erfolgen, ob die Voraussetzungen dafür von jedem Gesichtspunkt aus gegeben sind. Mit vollem Verständnis für diese Situation hat nun auf Anregung des sehr aktiven Vorstandes der Handwerker - Vereinigung, des Knesset - Abgeordneten Fischer, die Regierung mit dieser Vereinigung zusammen eine Gesellschaft mit einem Kapitel von 114 Millionen IL gegründet, um sob che Transaktionen zu erleichtern und auch dem Investor, besonders, wenn er sich noch nicht im Lande befindet, eine entsprechende Garantie zu geben. Es scheint uns, dass man sich hier auf dem rechten Weg befindet und auf diese Weise für eine mittelständische Immigrations - Bewegung die Voraussetzungen geschaffen werden können. Im Interesse aller beteiligten Kreise sollte man diese Bestrebungen fördern und unterstützen. Am 16. September entschlief sanft mein geliebter Mann, unser guter Vater, Grossvater, Bruder und Schwager, Herr Walter Wind im 72. Lebensjahre. In tiefster Trauer namens der Hinterbliebenen: LISBETH WIND, geb. SchoHlaender PETER und EDITH WIND, geb. Weinberg RAFAEL und RÜBEN Buenos Aires, Chile 942, III/B Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. In tiefer Trauer teilen wir das Ableben unseres langjährigen Mitarbeiters und guten Freundes, des Herrn Waller Wind mit, der mehr als zwei Jahrzehnte hindurch an führender Stelle unserer Organisation gestanden und tatkräftig für die Ideale der zionistischen Bewegung gekämpft hat. Wir werden ihn niemals vergessen. Der Vorstand der THEODOR HERZL GESELLSCHAFT Wir betrauern das Ableben unseres getreuen Mitarbeiters und Freundes, Herrn Walter Wind Wir werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Andenken bewahren. EDITORIAL CANDELABRO Dr. ASHER MIBASHAN Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, Herrn Dr. Paul Stern sprechen wir allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank aus. Im Namen der Hinterbliebenen: HENNY STERN gel». WALTER Bynnon 6719