Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1978 (21.9.1962)
- Date
- 1962-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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JUGEND KOMMT NACH ln einer Ansprache, die •»» *or einigen Monaten in Jerusalem hielt, betonte Ministerpräsident Ben Gurion nieder einmal die Notwendigkeit, das Band zwischen Israel und der Diaspora zu etärken. Er hob hervor, dass sine der wichtigsten Stützen dieser Verbindung Besuche *on Juden der Diaspora in Israel sind. Diese Ideen des Minlsterpräsiden.en werden durch die wichtige Arbeit der Jugend- und Hechaluz- Abteilung der Jewish Agency verwirklicht, besonders in dem von ihr eingerichteten Sommerinstitut. Das Programm dieses Sommerinstituts, das vor dreizehn Jahren gegründet wurde, besteht darin, junge Menschen mit den Leistungen, Bedürfnissen und Problemen des Staates Israel vertraut zu machen. Vorlesungen, Diskussionsgruppen, Ausflüge, Einladungen bei israelischen Familien, das Erlernen hebräischer Lieder und Tänze, Aufenthalt und Arbeit in landwirtschaftlichen Siedlungen, Unterhaltungen mit Siedlern aus ihven PAUL ren Herku Isländern — all dies bezweckt, den jungen Menschen eine möglichst grosse Einsicht in die Art ihrer Beziehung zu Israel zu geben. Diese Jungen und Mädchen im Alter von 17 bis 25 Jahren kommen meist im Rahmen einer Jugendgruppe ins Land, der sie fiir die Dauer von sechs bis acht Wochen angehören. Den grössten Teil der kosten, einschliesslich der Rückfahrkarte, tragen die Teilnehmer. Die Jugend und Heehaluz-Abteilung bestrebet die Aufenthaltskosten in Israel. 1.500 TEILNEHMER Das Sommerinstitut wurde bisher von 8.000 Jugendlichen besucht; dieses Jahr sind es 1.450. Die englisch sprechende Gruppe besteht aus 970 jungen Leuten aus den Vereinigten Staaten, Kanada, England und den skandinavischen Ländern. Die 480 Teilnehmer der französischen Gruppe kommen SANDMANN aus Frankreich. Belgien und Italien. Sie umfasst auch algerische Juden, die jetzt in Frankreich leben. Ausserdem kamen 40 Jugendliche aus der deutschen Bundesrepublik. Die nordamerikanischen Organisationen, die dieses Jahr an dem Sommerinstitut teilnehmen, sind zahlreich. Aus England kamen ebenfalls verschiedene Gruppen. In der französisch sprechenden Jugend sind französische und italienische Studentenverbände, jüdisch-sefardisehf jugendliche aus Frankreich, die jüdische Jugend Belgiens und die deutsch-jüdische Jugend vertreten. GESTALTUNG DER PROGRAMME Die Programme der Veranstaltung richten sich nach den besonderen Interessen der einzelnen Gruppen, um den Teilnehmern den grössten Nutzen von ihrem Aufenthalt im Lande zu sichern. So ist es üblich, dass die Studenten etwa sechs bis Bas Leo Baeck Institut sucht DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN-LILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBLIKATIONEN DES I.E0 BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TU EBING KN ★ yi:\it boom vi I960 — VOM L.B.-INSTITÜT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) -★- WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Kenn CURT WILK, Moreno 2256, und im Büro der jfUEDISCHEN WOCHENSCHAU. Pueyrredon 2190. 1. izq. (83/2613) ISRAEL sieben Tage in einem Kibbuz oder Moshaw verbringen. Dagegen ermöglicht das Programm der Pioniergruppen den Teilnehmern, sich zehn bis vierzehn Tage in einer landwirtschaftlichen Siedlung aufzuhalten. Nach dem selben Prinzip verbringen die Gruppen der religiösen Jugendbewegung mehr Zeit in religiösen Siedlungen und Institutionen und haben mehr Gelegenheit, sich mit religiösen Führern zu unterhalten, «,1s anders orientierte Gruppen. Kurz gesagt, die Programme werden sorgfältig geplant, um allen Gruppen und allen Mitgliedern die grösste Chance zu geben .ihren besonderen Interessen nachzugehen. Abgesehen von den Spezialinteressen jeder Gruppe ist das Programm im allgemeinen das gleiche für alle Gruppen, mit einer Ausnahme. Unter der Gesamtzahl von 1.450 Teilnehmern in diesem Jahr stellen die Unorganisierten einen beträchtlichen Anteil — 110 in der englisch sprechenden und 180 in der französisch sprechenden Gruppe. Da sie als Individuen gekommen sind, mit eigenen Interessen und aus individuellen Beweggründen, muss das Programm für sie natürlich allgemeiner Art sein. Die Unorganisierten sind mehr an Sehenswürdigkeiten des Landes und allgemeinen Themen wie ..Religion in Israel", ..Einordnung der Einwanderer“ und ..Hochschulbildung in Israel“ interessiert. F.4EHIGE INSTRUKTOREN Ein wichtiger Faktor ist das Niveau der Unterweisung. Die Statistik zeigt, dass die meisten Instruktoren Studenten der Hebräischen Universität im Alter 24 bis 30 Jahren sind. Eine Vorbedingung für ihre Aufgabe ist die Beherrschung des Englischen oder Französischen. Herkunft aus einem echt jüdischen Milieu und eine umfassende Kenntnis Israels. Auch müssen sie Neigung haben, ihre Kenntnis Israels anderen mitzuteilen, und ebenso den Wunsch, die jüdische Jugend der Diaspora kennen zu lernen und natürlich auch zum Führer berufen sein. Es ist selbstverständlich, dass die Frage der Alija in jedem dieser Programme einen wichtigen Punkt darstellt. Bei Behandlung dieser Frage muss erwähnt werden, dass die Mehrzahl der Gruppen nichtzionistisch sind und die Forderung der Alija nicht in ihrem Programm enthalten ist. Genau gesagt sind die meisten Teilnehmer zu jung, um sieh ernsthaft mit der Frage beschäftigt zu haben und ihre Familien und Herkunftsländer zu verlassen. Ihr erstes Interesse gilt ihrer beruflichen Laufbahn und der Beendigung ihrer Studien. Für 80 Prozent der Teilnehmer ist das Sommerinstitut die erste Gelegenheit, mit der lebendigen Gegenwart Israels in Berührung zu kommen. Im Laufe der Zeit hat man jedoch festgestellt, dass diejenigen Teilnehmer des Instituts, die später nach Israel einwanderten — - sie stellen nur einen kleinen Prozentsatz dar — entweder an der Hebräischen Universität studierten oder eine Zeitiang im Lande arbeiteten. Es gibt keine Statistik darüber, wiviele von ihnen wirklich in Israel geblieben sind, aber man ist der Ansicht, dass es nicht mehr als ein oder zwei Prozent sind. Trotzdem ist das Sommerinstitut ein wertvolles Erziehungsmittel zur Förderung einer engen Verbindung zwischen Israel und der Diaspora. Wenn Israel in Zukunft einen- Grad der wirtschaftlichen Selbstversorgung erreicht haben wird, LITERATUR Im Gedenken anSd Vor fünf Jahren ist sein tief fühlendes, jüdisches Herz in London stehen geblieben. Es ging von uns ein Künder der Brüderlichkeit und Menschenliebe. Schaiom Asch war ein meisterhafter Gestalter jüdischer Lebensgefühle. Er war ein starker schöpferischer Geist, dessen Werke im universalen Schrifttum als gleichwertige unter den gezählten Büchern von bleibendem Wert stehen, deren sich die heutige europäische Literatur rühmen darf. Schaiom Asch, der grosse Klassiker des Ostjudentums, der Dichter vieler Welten, der Beglücker vieler jüdischen Generationen, der entzückende Erzähler, der Menschenliebsnde, der um die schwachen und Entrechteten Besorgte, hat im Alter von 77 Jahren diese Weit verlassen. Ihm folgte vor einem Monat, die vier Jahre jüngere Lebensgefährtin Matilda Asch, eine kluge, einsichtige, stille Lebensbegleiterin eines aufbrausenden, schäumenden Geistes, die ihm fast sechzig Jahre hindurch bei seiner 60 Bände umfassenden Schöpfung inspiriert und geholfen hat. Ihr wurde dasselbe Lebensalter beschieden, und als sie 77 Jahre wie ihr heiss geliebter Mann alt wurde, verliess sie wie er diese Welt. Zwischen Warschau und Lodz, in dem kleinen polnischen Städtchen Kutno, ist er im Jahre 1880 als eines der 14 Kinder des vermögenden Viehhändlers Moses Asch und dessen Frau Malka geh. Widawski zur Welt gekommen. Der junge Schaiom genoss eine vorbildliche, traditionelle, jüdische Erziehung und ging, wie die meisten jüdischen Kinder in Polen, in einen Cheder und in eine Jeschiwa (Talmudschule). Er erlernte die hebräische Sprache sehr früh, sodass er zuerst in Hebräisch schrieb und erst später auf Jiddisch. Sein Wissensdurst war gross, seine Empfindungen w'aren tief und bleibend, sein Gedächtnis verblüffend. Er lernte viel und las alles, was er nur bekommen konnte. Die deutschen Klassiker gehörten damals zu seiner alltäglichen geistigen Nahrung und beeindruckten ihn sehr. So bildete sieh Schaiom von Dipl. Ing, STEFAN SCHWARZ Sprache: n üb« eben ihn zu der es ihm ermöglicht, weniger von den Beitrügen aus dem Ausland abhängig zu sein, wird der Begriff eines einheitlichen jüdischen Volkes notwendigerweise nicht nur auf gefühlsmässige Bindungen gegründet werden müssen. Er muss auf sachlichen Grundlagen beruhen, d. h. auf einem Studium des Hebräischen und einer Kenntnis des Wachstums und der Entwicklung des jüdischen Staates und seiner Bedeutung für das Fortbestehen des jüdischen Volkes. Die Initiatoren ¿es Sommerinstituts hoffen, hierzu eine gute Basis zu schaffen. Asch durch Selbstunterricht. Im harten Kampf um seine Existenz erledigte er, der „Gebildete“, manche Schreibarbeiten für andere Leute. Mit 18 Jahren verdiente er seinen Unterhalt mit Unterricht der hebräischen Sprache in Wloclawek, wo er zu dieser Zeit wohnte. Er schrieb damals seine erste Skizze „Mosehele“ und sandte sie dem grossen jüdischen Klassiker J. L. Perez. Als er keine Antwort bekam, begab er sich nach W’arschau, suchte Perez auf und zeigte ihm seine erste Sammlung der geschriebenen Novellen „In der schlechten Zeit“. Perez war begeistert und ermutigte ihn. weiter zu schreiben. Dr. Josef Luri-s veröffentlichte seine erste Skizze. Schaiom Asch machte die Bekanntschaft mit den schon bekannten jungen Dichtern A. Reisen und A. D. Nomberg. und er wurde von ihnen und von J. L. Perez stark beeinflusst. Sein Drang zum Schreiben war unüberwindbar, seine Ausdrucksform mitr^issend. Schaiom Asch erzählte gern, und so erzählte er auch über sein „Städtchen“ so wunderbar. so ergreifend, einfach und schon, dass er mit dieser Novelle (1903) eine grosse Popularität erreichte. Dann begann er in den in W’arschau erscheinenden jiddischen Zeitschriften verschiedene entzückende Erzählungen zu veröffentlichen, die gleich zu den Perlen der jüdischen Literatur gezählt wurden: „Die jüdischen Augen“, „Der Dorf- Zaddik“, „Die verrückte Mutter“, „Ein Zerwürfnis“. „Menschen und Götter“, „In den Tagen der Pogrome“ und viele andere. Schon in der ersten Periode seiner schriftstellerischen Tätigkeit schreibt er verschiedene Dramen. Sein „Gott der Rache“ wird zuerst in Petersburg und dann auf vielen Bühnen Europas mit Erfolg aufgeführt; auch Reinhardt bringt es. Es folgen: „Mit dem Strom“ 11905), „Die Zeit des Messias“ (1906), „Sabbatei Zwi“ (1909). Der Künstler wächst mit seiner Arbeit. Sein Talent entwickelt sich, die Form prägt sieh aus, seine jiddische Sprache wird reich, sein Gedankengut ist von einer wunderbaren Phantasie: angeborene Intelligenz und erworbene Bildung gelangen zur Reife. Seine Werke: „Meri“ (1908), ..Shlomoh Nuget“ (1913), „Motke ~ rer Zeit ist" der Dieb“ (1915), „Am“** sten sehen jedes neue loidenschafth* me erwartet. Leser, vom valer 'erehl sstn Dichter) gicher bis z In seinen e schöpft er an sehen. Die rul schim. die Bas Gebet ein Familienleben Belt und in eii den steht un nung verkauf Ben und still die einzigar traurige Gesc Quellen. Oft sonderlichkeil Berten Zustä bluffend Fre tiimlich Ge .Menschen ui strebende 1 schlossenheit tens“, wie " Werken von h Pinski treffe Asch den Hir Europäer ist stens dort, wo Menschen ein Zeit als Kolb dem will, dip jnans angew: Vielleicht zun der ostjüdis« begegnen w Schaiom Asb Die Wurzel stehen nicht Sie reichen f ne fruchtbar! seit Homer ssen Erzähle bei). Leszr. jidsehe nah zwingt er ■ nachdrücWi! mosphäriseh scheinungen denen seine schaftlich v Mit seiner b< der baut ei zwischen d< kleinen polr und seinem den rauschi des ..East I New York, eher New ' Ebi Roma geschrieben das offenba kuusequente! - - arme ka“ (1911), „Chaim Leds-' j^uz Becke ■*»ß.r*‘4 f1Q1ß\ V í/íi i eoVi Wo. Oßftp. »i» rer“ (1916). „Kidusch Haschern“ (1917), „Die Hexe von Castillien“ (1918), ..Onkel Moses“ (1919), ..Der elektrische Stuhl“ (1920), „Die Mutter“ (1925), di« grosse Trilogie „Petersburg — Warschau — Moskau“ (1933). ..Die Gefangene Gottes“ begeisterten die Leser, werden in verschiedenen pas: Wenn haben (?*sen Borna err*es;ln“, »orankündig Ses. 6 vfy Buc asiepro denbii: schre; lrgers einer J LUACH — (KALENDER) Freitag, den 21. September 22. Elul Sonnabend, den 22. September 23. Elul Parsch. Nitzavim-Wayelech 5. B.M. XX1X9—XXXI 5 JO Haftara Yischayahu LX1 10 — LXIII 9 Sonntag, den 23. September 1. Tag Sliehot — Montag, den 24. September 2. Tag Sliehot Dienstag, den 25. September 3. Tag Sliehot Mittwoch, den 26. September 4. Tag Sliehot Donnerstag, den 27. September 5. Tag Sliehot 24. Elul 25. Elul 26. Elul 27. Elul 28. Elul ’¿diesem To Sir •’ f°rAm und h: eine® gst UD( denk, noch mit :«nden r meten § . niuss der Gr efcS die Vit!Mi