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Jüdische Wochenschau · 1962-09-14 · 1977 (14.9.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1977 (14.9.1962)
Date
1962-09-14
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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^2 — Viernes, 14 de Septiembre de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AB« XXIII. — No. 1977 Bemühen um die Wahrheit (Schluss von Seite 1> , letzten Wahrheiten auf die- / sem Gebiet gefunden sind. i Noch schwieriger wird die Feststellung der Wahrheit dort, wo der menschliche Faktor eine dezidierende Rolle spielt. Mussten wir selbst auf dem Gebiet der exakten Wissenschaften zu der Erkenntnis gelangen, dass es letztlich überhaupt gewagt sein dürfte, von Wahrheiten zu sprechen, so gilt dies erst recht überall dort, wo es sich nicht um objektive, sagen wir vouder Natur gegebene Tatbestände handelt, sondern um solche, die von den Menschen geschaffen worden sind. Damit nähern wir uns einem weiteren, stark umstrittenen Problem, ob es eine objektive Geschichtsbetrachtung und Geschichtsbeschreibung gäbe. Die klassische Geschichtsphilosophie und -Wissenschaft sind der Meinung, dass man von einer objektiven Geschichtsforschung seit den Zeiten des griechischen Historikers Thukydides sprechen müsse. Mit dieser Auffassung stimmt die sozialistisch - marxistische Gescbichtstheorie nicht überein, die heute immerhin von vielen Millionen Menschen als Maxime der Lebensbetrachtung akzeptiert wird. Ohne hier die verschiedenen Meinungen gcgenüberzustellen. und ohne den Beweis dafür zu erbringen, dass nach unserer jüdischen Vorstellung die humanistisch-idealistische Geschichtsauffas- Dr. FREY ABOGADO PUEVRREDON Zl»0 1* izq. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 1 tREAL PEN: ♦ 4 ♦ Füllhalter 4 I REPARATUREN * t Spezialgeschäft? t CORRIENTES 569 t ♦ T. E. 49-5850 ♦ : Jaime Liebling!! S. A.; SPERRHOELZER * * HOELZER» : DIAZ VELEZ 5224 * « Tel.: 89 -9349. 33-9305 J t PROPIEDADES FRANKENBERG; 1 berät Sie Kostenlos und \ | jnverbmdlicn beim Kauf i i oder Verkauf von j [GESCHAEFTEN! WOHNUNGEN ' baeusern; Manuela Pedraza 2530 j pl. b. Dp. B i T. E. 70-7244 ' sung unserem Weltbild ihr Gepräge gibt, sei darauf hingewiesen, dass es bei aller Bemühung eine wirklich objektive Geschichtsbetrachtung und -darstellung sicher' lieh nicht geben kann. Gewiss hat Thykidides, und haben viele Historiker nach ihm, den ehrlichen Versuch unternommen, die historischen Sachverhalte für die Nachweit festzuhalten. Aber schon die Darstellung und die Berichte des Geschehe nen, die Thukydides von Augenzeugen aufnahm, waren nicht mehr objektiv. Auch hat er mit aller Sicherheit nur diejenigen Fakten festgehalten und niedergeschrieben, die ihm — nach seiner Ueberzeugung und seinem Urteil — wesentlich erschienen. Die Bewertung von Tatsachen, Umständen und Entwicklungen muss immer, auch wenn der Urteilende über alle Affekte erhaben ist, subjektiv gebunden, j wenn auch nicht parteiisch 1 festgelegt sein. j Wir dürfen nicht anneh- | men, dass nur wir in einer ,,aufgewühlten, von Leidenschaften zerrissenen Zeit“ leben. Die Legende von der guten, alten Zeit ist ein Ammenmärchen. Mit geschichtlichen Wahrheiten hat dieses aber_nichts zu tun. Die Generation der heute Fünfzigjährigen wurde etwa schulpfüchtig^_als der Erste Weltkrieg ausbrach. Dann kam die Revolution, der Hunger, die Not. die Epidemien, die Inflation und, als es langsam besser wurde, übernahmen die Nazis die Macht. Es begannen d;e Demütigungen, die Verfolgungen, die Ausn’ünderungcn, KZ, neue Not und Pein, die Vertreibung. die Deportation, die Schreckenszeit und der Zweite Krieg. Auch danach JUDITH 5 SCHENKOLEWSKI i KULTUSSTICKEREIEN £ Schahbosdecken - Ta’lis- S beute! Käppchen - Maz- 5 zot-Taschec Hand- und •, Masihinensticker'-: von N Bett und Tischwäsche i Dr. P. I. RIVERA 2585 5 (fr. Bebedero) * T. E. 73-9155 : OPTICA ♦ ♦ ♦ I DIPL. OPTIKER J! Sarmiento 829. ÍT.E. 35-7556! MARTHA i CHAPEAUX] HUTSALON { Jetzt in!; BELGRANO«)! MOLDES 2 5 6 1 % 5 T. E. 73 9229! 73-9155 > b Ï Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría Í SALON DE FIESTAS \ I ECHEVERRIA 3296, esq. CONDE J* 76-0286 73-1049 ist es nicht besser geworden. Unser Leben stand und steht im Zeichen des Kampfes gegen uns, gegen die Juden, gegen die jüdische Existenz. In Deutschland haben aber alle jüdischen Geschlechter seit dem Mittelalter im Zeichen des Kampfes gegen das Judentum gelebt. Es gab auch nicht eine einzige Generation, die hiervon verschont geblieben wäre. Nur dass der Nazismus ein besonders grausamer Rückfall in die Zeiten des Menschenschlächters Rindfleisch gewesen ist, wo ein ganzes Land der antijüdischen Parole folgte, und nur wenige den Mut gefunden haben, sich der braunen Sturmflut entgegenzustellen. Aber in Osteuropa wurden Juden auch im vergangenen Jahrhundert pogromiert und gejagt, als in Deutschland „nur“ eine permanente Hetzkampagne gegen die Juden getrieben wurde. Dass aber die .glücklichen“ Generationen der Friih-Emanzipation, der bürgerlichen Revolutionen um das Jahr 1848 und in den Gründerjahren ohne diesen Kampf gegen das Judentum gelebt haben würden, wird wohl niemand behaupten wollen. Der deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens war eine gefährliche Illusion, die direkt in die Gaskammern führte. Denn die sachliche und ideologische Vorbereitung wurde von den deutschen Antisemiten schon Jahrzehnte vor Hitler eingeleitet. Er hat nur ihr Teufelswerk vollstreckt. Die deutschen Intellektuellen, die sich post festum und heute vom Hitlerismus zu distanzieren pflegen, sind in Wahrheit die Wegbereiter des nazistischen Judenhasses. Gewiss haben sie nur in Ausnahmefällen die Ausrottung selbst vorgenommen. Aber sie haben die Gesetze vorbereitet, an den Konferenzen teilgenommen, die Pläne ausgeheckt, mitunter auch die Kommentare geschrieben. Sie haben nicht selbst geschossen, obwohl es auch solche gab. Sie aber haben die Theorien entwikkelt. wie man gegen die Juden Vorgehen solie. Sie waren die Lehrer an den Volks¬ und Mittelschulen, an den Gymnasien und Universitäten. Sie und nur sie haben das Gift in die Herzen der heranwachsenden Jugend einfliessen lassen, bis diese Jugend reif war, zu allem, auch zum Massenmord. Der rassistische Judenhass ist keineswegs eine Erfindung der Nazis. Sie konnten auf bedeutende Vorgänger hinweisen, vor allem auf den Historiker Heinrich von Treitschke. Treitschkc hat neben vielen anderen Antisemiten das Handwerkszeug für die Nazis geliefert. Er hat von der Verjudung gesprochen, von den Juden, die doch nichts anderes als deutsch redende Orientalen seien, die an dem Lug und Trug, an der frechen Gier der Gründerjahre mitschuldig seien, und die auch die Mitverantwortung an dem schnöden Materialismus unserer Tage (gemeint die Zeit des ausgehenden vorherigen Jahrhunderts) tragen würden. Der berühmte Historiker von Treitschke, der für sich in Anspruch genommen hat. Geschichte nach objektiven Gesichtspunkten zu schreiben und zu interpretieren, scheute sich nicht, Behauptungen, aufzustellen und Forderungen zu erheben, die mit den historischen Tatsachen in einem offenen Widerspruch standen. Aber hiergegen sollten wir uns heute nicht wenden. Wir sollten aus den eigenen Fehlern lernen, dis nicht von uns, sondern von den Generationen vor uns begangen worden sind, die Traumbilder aufrecht erhielten und an ihre Kinder Weitergaben, die mit der Wirklichkeit des Lebens in keiner Verbindung standen und niemals in einen Einklang gebracht werden konnten. Wir sollten verstehen, dass wir uns von dieser höchst subjektiven Form der Betrachtung unser rer eigenen Position in der Weit freimachen müssen, wenn wir nicht eines Tages dieselben Vorwürfe entgegennehmen sollen, die wir — wie wir glauben mit Recht — den anderen machen. Deswegen ist es für uns, für unsere Generation und erst recht in einer solchen Zeit von entscheidender Wichtigkeit, es ist eine unbedingte Verpflichtung, nach Wahrheit zu suchen, nach der Realität unserer Situation, unseres geistigen und politischen Standortes. Wir dürfen uns nicht noch einmal den „Luxus“ oder den Fehler erlauben, in einer geradezu unverantwortlichen Leichtfertigkeit an den Tatsachen vorbeizusehen. Wir leben noch nicht in jenem Idealzustand, wo die Prinzii pien der Freiheit und des! Rechts unbedingt auf alle j Menschen, auch auf uns, in [ der Praxis des alltäglichen i staatlichen Lebens zur An- |wendung gebracht werden. Noch haben wir gegen Vor- | urteile und Hassgefühle zu 1 kämpfen, hier wie in allen Ländern der westlichen Zivilisation. Auf dem südamerikanischen Kontinent haben die Juden erst vor wenigen Wochen verstehen müssen, dass ihre Lage nicht so gesichert ist, wie sie sich es selbst gewünscht haben. Mit heftigen Reaktionen oder überstürzten Entscheidungen ist nichts get; n. Noch nicht einmal Einzelschicksale lassen sich auf diese Weise lösen. In anderen Teilen der westlichen Hemisphäre, vor allem in Nordamerika, stehen die Juden noch immer auf dem (irrigen) Standpunkt, bei ihnen könne nicht „passieren“. was anderswo geschah. Wir hoffen, sie haben i recht. Die geschichtliche I Wahrheit aber steht nicht auf ihrer Seite. So haben I die Juden Deutschlands auch i einmal reagiert. Als das I Verhängnis über sie als die i ersten kam. blickten die | französischen Juden mitlei- : dig über den Rhein zu den | Ostjuden, worunter sie die deutschen Juden verstanden. Aber auch sie dachten dasselbe: „bei uns kann das nicht passieren.“ Sie hatten vergessen, dass einige Jahrzehnte zuvor das Land der Revolution, die einst die Gleichheit und die Brüderlichkeit verkündet hatte, zum Schauplatz eines wü- U SEMANA ISRAELITA Bisemanario — »parece »os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Virantwortlich: Dr. Hardl Swaisensky Pueyrredóo 2190. 1* izq T. E. 83-26i3 80 6930 Abono- Preise: Argentinien: * 100 — pro Quartal Ausland S 600 — jährl Dr. J. P. Kroll Bieber INNERE MEDIZIN u. RHEUMATISMUS Arzt am Hosp. Pirovano Mo.. Mitt. Frei. 15-20 Uhr 3 de Febrero 2030 76-0266 Privat 52-7734 M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 JACOB LAPIDUS } 5 dipt. Möbel { J NEUE ADRESSE J, >) VIAMONTE 2037, 4 s. B. «) . 46 1716 und 48 2114 ¡L Dr. B.Sdiwara! ZAHNARZT $ ESTOMBA 2283 52 8214 4 RAYOS X 4 PARADENTOSE I TELEF. 4 VORANMELDUNG I 1 NERVEN o. GEMÜTS-?; KRANKHEITEN { : Dr. M. J. KUHN i i!• i prov. % 1 RIVADAVIA 2625 Hl 5! Tel. 48-7524 •) ’Mont.. Mittwoch, Freitag)«; 17—20 Uhr Tel. AnnieL i düng erbeten. *) : H ROSENZWEIG j : TAILOR HENRY Z TUCUMAN 563 piso 1 - T.E, 32-0913; * Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen Z BERNARDO STERN Ansfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. 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Wir müssen zunächst bei uns beginnen, wir müssen den Versuch wagen, unserer eigenen Situation zu begegnen und aus der Vergangenheit, der nahen wie der fernen, zu lernen und die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. :: ■LSSÏïS*ïlI«EïïSï*Slï*SïïilïiiiDÎ**6***Sï**iï'-i“**SSSSa**ïï*"Éii3! Dr. BERNARDO GOLDSTEIN 1 5 MEDICO g B Cardiología — Hospital Fernández s AM ° IM «e ■ S Radio X — Durchleucbtung — Electrocardiogramme g s CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 ¡ m m m 9* M S ■ Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr g g Sonnabend: 14—16 Uhr g m S IHIiMHHHWimEaKilKBimiKHHHKWIi. JHlKJillfHiMSaHnHBMIIMSKIKiKllällläiMIKiKiS'Sj Sör. BENJAMIN LIPN1ZKYE ZAHNARZT E ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BEg HANDLUNG Mil GASBETAEUBUNG — REGUg HEBUNG DER ZAHNSTELLUNG 5 * Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend g nach vorheriger Vereinbarung. 5 3 JOSE HERN ANDEZ 2518 T E w-8t?3 und weseo 3 <HHn;Mmamw»i8tnn»«maan»5m«»HiinuMi8Hin? Dr. L KLEIN Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: ) Montag, Dienstag. Mittwoch o. Freitag von 13—18 Ubi^ > Es wird gebeten, sich vorher telefonisch ansmnekteß f! SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542

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