Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1976 (7.9.1962)
- Date
- 1962-09-07
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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T, »pines. 7 de Septiembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1976 — 5 Kampf gegen Antisemiten,För di!.Sf±rchte ® I V/tr^infû ]\J qHaHüh _ T"\î.n Iriir'rlínllZin London. — Der Board of Deputies der englischen Judenheit kündigte vor einigen Tagen an. er beabsichtige, eine Delegation in das Innenministerium zu entsenden um gegen den geplanten’Marsch der Mosley Anhänger durch ein diel; von Juden bewohntes Stadtviertel zu protestieren. Der sters gag:n die Urheber der Rassenunruhen in London den Krieg eröffnet. Von Sonnabend 6 Uhr nachmittags ab wurden für 48 S.unden politische Umzüge verboten. Weitere Verfügungen gestatten den Polizisten, gegen jedwede Person oder irgend ein Fahrzeug einzuschreiten, sobald der Versprecher des Board bezeichj kehr in dieser Zone gestört nete den Marsch als eine „unerhörte Provokation“ und setzte hinzu, er hoffe, das Ministerium werde die nötigen Verfügungen treffen. damit die ..durch diese Demonstration unweigerlich zu erwartenden Unruhen vermieden werden.“ Mosley gab seinerseits *ine Erklärung ab, in der er behauptete, ..in dem betreffenden Vierte] gäbe es nur wenig Juden, und im übrigen stehe es traditionsgemäss in England einem jeden frei, seinen politischen Ueberzeugungen Ausdruck zu verleihen, wo und wie es ihm beliebe.“ Seinen durch Birmii.gham geplanten Marsch sagte Mosley ab. nachdem der Polizeichef dieser Stadt ihn davon abgeraten hatte, da „das Meeting Verkehrsstörungen verursachen könne, so dass sich die Polizei zur Auflösung der Veranstaltung gezwungen sehen würde.“ EINE BOMBE EXPLODIERT London. — Sprengstoffexperten untersuchten die Splitter einer kleinen handgemachten Bombe, die am Vortag im Eingang zu der Adat Israel - Synagcge in dem londoner Viertel Stoke Newington vierzig Minuten nach Beendigung des von hundert Personen besuchten Gottesdienstes explodiert war. Die Explosion zertrümmerte das Glas der Tür, doch wurden keine ernstlichen Schäden veru sacht noch Menschen verwundet. Die Bombe bestand aus einem Eisenrohr, das mit einem aus Pflanzengift hergestellten Sprengstoff gefüllt war. Die Synagoge liegt nur eineinhalb Kilometer von Ridley-Dalston entfernt, wo die beiden miteinander im Kampf liegenden Bewegungen. die englische Nationalpartei und der Gelbe Stern ihre Veranstaltungen für das Wochende vorbereiteten. Die Polizei befürchtet, dass dieses Attentat der Beginn einer neuen antisemitischen Well« sein könne, die nach der letzten vom Jahre 1960, als die Synagogen mit Hakenkreuzen beschmiert wurden. jetzt wieder entfesselt werden dürfte. POLIZEI GREIFT EIN London. — Polizeikommissär Sir Joseph Simpson verwird. Mitglieder der Mosley-Benachdem sie mehrere Ansprachen von antifaschistischen Rednern mitangehört hatten, aber als sie versuchten, einige Strassen weiter ein Meeting zu organisieren, wurden sie angegriffen und verprügelt, so dass einige von ihnen in Hospitälern interniert werden mussten. Einer der ersten Verurteilten war ein Mann, der schon dreimal vorher für ähnliche Angriffe gegen die Neonazis gen „beleidigenden Verhaltens“ bei der Veranstaltung auf dem Trafalgar Square auf, die am 1. Juli stattgefunden hat und auf der es sehr bewegt zuging. Eine ähnliche Berufung, die vom Parteisekretär John Tyndall eingereicht worden war, wurde abgewiesen, doch hat das Gericht die auf 6 Wochen lautende Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe umgewandelt. Richter Seaton, der Ein englischer Nazi erhebt die Hand zum Hitlergruss, waehrend londoner Polizisten die oeffentliche Ordnung bei einer neofaschistischen Kundgebung in, London zu wahren bemueht sind. Die Szene wurde von einem franzoesischen Fotografen aufgenommen. wegung erklärten, die von 'bei Versammlungen verur ihnen geplante Demonstra- - — tion werde planmässig stattfinden, was auch immer geschehen möge. Die Polizei kann keine Versammlungen im vorhinein verbieten, doch sie kann sie bei dem geringsten Anzeichen von Ruhestörung sofort auflösen. Die betreffende Zone wurde polizeilich abgeriegelt, und Polizeitruppen in Bereitschaft gehalten. Im Eastend standen 2.000 Polizisten dem Polizeikommandanten zur Verfügung und waren alarmbereit. An den strategischen Punkten wurden fahrbare Rundfunkstationen aufgestellt. ANTIFASCHISTISCHES DAUERMEETING Die englischen Gerichte begannen am Montag mit der Aburteilung von über 40 Personen, die bei einem wilden Handgemenge verhaftet wurden, das entstand, als eine wütende Menschenmenge versuchte, den Polizeikordon zu durchbrechen, der Oswald Mosley bei einer seiner Veranstaltungen im East End von London schützte. Mosley hatte ursprünglich einen Marsch im East End geplant, in dem viele Juden teilt worden ist. Er erhielt drei Wochen Haft und erklärte, wenn die Bekämpfung des Faschismus das Gesetz zu brechen bedeute, so sei er entschlossen, es weiter zu brechen. Ein anderer Angeklagter sagte, im Kriege habe er einen Orden bekommen, weil er die Nazis verdroschen habe. Die Mehrheit der Angeklagten erhielten Geldstrafen zwischen 2 und 10 Pfund. PRUEGEL UND FAULE EIER Mosley wurde mit Fusstritten und Faustschlägen traktiert, als die tobende Masse sein Meeting störte, obwohl eine achtfache Kette von Polizisten ihn vor den wütenden Angreifern zu schützen versuchte. Als er seine Auto verliess, um sich zur Rednertribüne zu begeben, wurde er schon verprügelt. Seine ersten Worte wurden von empörten Zurufen und lauten Pfiffen der Menge übertönt. Als Mosley auf den guten Rat der Polizei die Versammlung &bbrach, durchstiessen seine Gegner den Polizeikordon, und er konnte nur mit Mühe sein Auto erreichen, das Vorsitzende des Gerichtshofes, erklärte: „Wir haben die Rede Jordans mit grösster Aufmerksamkeit geprüft. Er war sehr nahe an der Grenze des Erlaubten, doch hat er unserer Meinung nach gerade noch vermieden, diese Grenze zu überschreiten. Es ist sehr zu bedauern, dass Veranstaltungen dieser Art nicht gesetzlich verboten werden können, doch hoffentlich wird dies bald möglich sein.“ Jordan erklärte sich „sehr erfreut“ über das Urteil und Vereinte Nationen. — Die kiirzlichen antisemitischen Ausbrüche in Argentinien und Uruguay haben erneut die Notwendigkeit erwiesen, dass die UN berufen sind, sich im Rahmen ihrer Tagesordnung mit Massnahmen gegen die rassische und religiöse Diskrimination zu befassen. Was jetzt nur noch zu tun übrig bleibt, ist, die langsamen Verhandlungen ein wenig anzukurbeln und zu Beschlüssen zu gelangen, statt die endlose Debatte, die sich seit 8 Jahren hinschlcppt, noch weiter fortzuführen. Es sind Anzeichen vorhanden, dass die bevorstehende Tagung der Generalversammlung etwas tun wird, und wenn etwas getan wird, so müssen wir uns von vornehcrein darüber klar sein, dass die kleinen Nationen und nicht die grossen die Initiative ergreifen werden. Im besonderen figurieren folgende Punkte auf der Tagesordnung: 1. Eine Resolution, die „Kundgebungen des Rassenvorurteils und Minderheitenhasses sowie die religiöse Intoleranz“ verurteilt. 2. Neue Debatten, d. h. noch nicht notwendigerweise eine Resolution, über die beiden Projekte für ein Abkommen, das sich mit den Menschenrechten befasst. Der Abschluss der Debatte, die seit 1954 fällig ist und die Versammlung beschlussfähig machen würde, könnte herbeigeführt werden, wenn zwei westliche Grossmächte eine solche Aktion wirklich wünschen würden. Viele Delegierte hier, vor allem die der kleinen Nationen, können nicht verstehen, wie Grossbritannien und die Vereinigten Staaten in einem Fall, in dem es sich um die Meschenreohte handelt, die Dinge immer wieder hinausziehen. Verständlich dagegen ist ihnen die Haltung Sowjetrusslands und der Satellitenstaaten. Doch vermögen nur wenige, sich die Gründe der beiden angelsächsischen Mächte vorzustellen. Die USA haben niemals die UN-Konvention gegen den Völkermord ratifiziert, die im Dezember 1948 angenommen wurde. Auch England hat dies nicht getan. Erst vor drei Wochen hat die englische Regierung offiziell ihre Gegnerschaft gegen diese Konvention erklärt. Jetzt, wo in Argentinien und Uruguay der Antisemitismus ausgebrochen ist und auch in England antisemitische Kundgebungen stattgefunden haben, werden die UN vielleicht zu greifbaren Resultaten gelangen. Schon haben die jungen Staaten begriffen, dass es keinen Unterschied in der Verfolgung der Juden und der Verfolgung von Mitgliedern anderer Rassen gibt. UN-Generalsekretär U Thant selbst gibt sich als Vertreter einer kleinen Nation und als Farbiger völlig Rechenschaft von diesem Problem. Er schwing keine grossen Reden, aber er schläft auch nicht. Er hat nur einem jeden Mi’tgliedstaat zwei getrennte Noten zugehen lassen, aber diese „Noten“ sind bedeutungsvoll. In kurzen Worten, es bestehen gute Gründe zu der Hoffnung, dass die Stunde geschlagen hat und in diesem Jahr den vielen Worten die Tat folgen dürfte. fügte hinzu, er gestehe, „dass er dies nicht erwartet habe.“ Er versicherte, er werde weiter Reden halten, da das Urteil ihn in seiner Ueberzeugung bestärke, „dass es in England noch die Freiheit des Wortes gibt.“ Jordan, Tyndall und andere zwei Nazis werden sich noch vor einem Kriminalgericht gegen die Anklage zu verantworte]! haben, dass sie sich durch die Organisierung der paramilitärisched Formation „Spearhead“ einer Verletzung der öffentlichen Ordnung schuldig gemacht haben. ÎT’nhân* MarSClî fT M°cS,ey-1 leben, musste jedoch hiervon I fauIe" Eiern bombar- AnhiUKTPl* am ipt7tpn Qunn_ I . . filPPi wnr/ÍP Fiar TtincoVian Anhänger am letzten Sonn tag, der durch das Eastend Londons geplant war, und stellte eine 30 Quadratmeilen breite Zone für das Wochenende unter Notstar.dsbestimmungen. Die Polizei wurde ermächtigt, nach ihrem Ermessen gege . irgendein faschistisches oder antifaschistisches Meeting einzuschreiten, sobald sich ei- 1 ne Menschenmenge zu diesem Zweck zusammei.rotten würde. Sir Joseph hat mit Einverständnis des Innenmiminiiimiiiiiiuuiit: Abstand nehmen, weil Polizeikommissär Sir Joseph Simpson jedwede politischen Umzüge während des Wo- , dienendes verbot. ■ | Zu Handgreiflichkeiten kam es auch in Dalston, wo die I diert wurde. Der Zwischenfall spielte sich fast in der gleichen Weise ab wie bei einer ähnlichen Kundgebung, die Mosley vor einem Monat im londoner East End einberufen hatte. antifaschistische Bewegung ' D?r Fasch.stenfuhrer er- ..Der <^]h* S^rn“ ein zwölf- I klarts SPaterer hab« offentem zw01t 1 lieh Hitler und die kaltblüti- ,.Der gelbe Stern ständiges Dauermeeting veranstaltete. um die Neofaschisten der englischen Nationalpartei an der Abhaltung ihrer geplanten Versammlung zu hindern. Die Neonazis zogen sich zurück, utümtüiamimin JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN § 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 KMiKüiuuiiiiaditiianjiiiiimiiinDimiünm^ujjî ge Ermordung der Juden verurteilt, und er sei kein Antisemit. Er behauptete, es handele sich um eine „systematische kommunistische Kampagne“, um ihn und seine Bewegung mit „Verrückten vom Schlag Jordans, dessen Ideen ihm völlig fremd seien, in einen Topf zu werfen.“ VOR DEM APPELLATIONSGERICHT London. — Ein Appellationsgericht hob die Colin Jordan auferlegte zweimonatige Gefängnisstrafe we- NO SOLO DESDE) LA PLATEA!!! Los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan”, VEA¬ LOS, CONOZCALOS. VIVALOS... USTEC MISMO. EXCURSIONES "EXODO" DE J1 VIAJES BITTERMANN CORRIENTES 2063 - PLANTA BAJA, OF. 9,10, 14 y 16 T. E. 49-3491 / 45-4957 / 49-0433/45-7607/ 49-1229 «I