Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1976 (7.9.1962)
- Date
- 1962-09-07
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 7 de Septiembre de 1962 SEMANA ISRAELITA Afle XXIII. — No. 1976 SU" IfrC P' t J: \ ■ ,,Israel-Woche“ Paris. — In Compiegne bei Paris fand kürzlich eine „Israel-Woche“ statt, die der Stärkung der französisch-israelischen Freundschaft diente. Der Auftritt der israelischen Volkstanzgruppe „Imbai“, eine Ausstellung 18 israelischer Maler und die Vorführung israelischer Filme gehörten zu den bedeutendsten kulturellen Ereignissen der Woche. (ITA) Jeatro Soleil Das Jüdische Kiinstler- Ibeater Soleil wiederholt in dieser Woche die Vorstellungen von „Mein Sohn und Ich“ mit MUSIK IN BUENOS AIRES il' C|'H HERMANN JABLOKOFF in der Hauptrolle. Musikalische Leitung und Einstudierung Ernst Stein. Des grossen Erfolges wegen musst, das Stück verlängert werden und jeder, der Hermann Jablokoff noch night gesehen hat, hat die Möglichkeit, ihn i.i dieser Woche spielen zu sehen. DUO GOR1NI LORENZI l.M COLON Das selten gepflegte Genre des Konzertierens an zwei Klavieren findet in den beiden italienischen Pianisten Gino Goriri und Sergio Lorenzi berufene Interpreten. Der Erstgenannte erweist sieh als gediegener, sattelfester Meister seines Instruments. und Lorenzi ist ein alter und überaus geschätzter Bekannter im bonaerenser Musikleben. Wir kennen ihn längst nicht nur als Integranten des berühmten Chigiano-Quintetts sondern als seinen eigentlichen „Spiritus rector", denn dank seinem überlegenen, kaum wahrnehmbaren Dirigieren vom Flügel aus konnte die genannte Instrumentalgruppe den Weltruf erringen, den sie allerorts geniesst. Es bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung, dass zwei derart qualifizierte und vollkommen aufeinander eingespielte und abgestimmte Künstler hohe Kunst bieten; manchmal leidet die Unmittelbarkeit unter der „Uebersetzung“ einer Bearbeitung. Die Mozart-Busoni Phantasie f-moll KV 608, für die mechanische Orgel gesetzt, und das — dem Programm später hinzugefügte — Chopin-Rondo opus 73 zeugen davon. Ebenso zeigt uns dies die Sonate g-dur (ursprünglich für Orgel geschrieben) von Johann Sebastian Bach. Dagegen spricht Schur.-ann mit seinen „Andante e Variazioni“ opus 46 viel direkter zu dem Hörer, Allen diesen Kompositionen wur Jen Gorini-Lorenzi vollauf gerecht, untadelig im Stil und perfekt im Technischen. Eine grossartige Version boten sie von Bela Bartoks „Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug“. Das dreisätzige Opus,, seinerze:t für Argentinien durch Tila und John Montes bedeutsam aus der Taufe gehoben unter Mitwirkung von Antonio Yepes, wurde unter den magischen Händen der italienischen Meisterpianisten zu einer erstklassigen Interpretation, wiederum durch Yepes an den Pauken sekundiert mit dem von ihm ins Leben gerufenen-»„Conjunto Ritmus“, welches an dem grossen Erfolg teilhatte, den die Darbietung auslöste. Gorini-Lorenzi. die langanhaltenden Beifall buchen durften, verabschiedeten sich von dem vollen Saal mit zwei Zugaben, von Debussy (Petite Suite) und einem slawischen Tanz von Dvorak. * VERDIS „DON CARLOS“ IM COLON „Don Carlos“ ist chronologisch gesehen, die letzte der vielen Opern des unsterblichen italienischen Operngenies vor den drei grossen, mit denen er seine Laufbahn beschloss, nämlich „Aida“, „Othello“ und „Falstaff“. Die Musik ist noch herkömmlich, ohne Probleme, dem Beicanto verhaftet und nicht immer so dramatisch, wie es das nach Schiller von Joseph Mery und Camille Du Locle konzipierte Libretto erheischt. Es bedarf entschlossener und auf hohem Niveau stehender Nachschöpfer, wenn das Werk bestehen will. Fernando Previtali am Pult bot die musikalische Gewähr für das Leuchten und den Atem der Partitur. Der Regisseur Ricardo Mo- Jüdisches Lehrhaus Die naechsten Kurse finden statt, am MONTAG, DEN 10. SEPTEMBER, UM 20 UHR 30 IM GEMEINDEHAUS (RAMER 2060 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr, Meir Rosenberg DAS BUCH YIRMEYAHU (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) Die Teilnehmer werden gebeten. VOR Beginn des Kurses zu kommei und eine Bibel mitzubringen. 2. Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky 9. ABEND: ZWISCHEN DEN WELTKRIEGEN DIE UMWERTUNG DER WERTE (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRAEISCHE KURSE: 1. Jahr: Montag: 18 Uhr 30 und Mittwoch: 19 Uhr 15 Dienstag und Donnerstag 18 Uhr für Neuanfaenger 2. Jahr: Dienstag und Donnerstag: 17 Uhr 3. Jahr: Montag: 17 Uhr und Mittwoch: 17 Uhr 50 Auch Fortgeschrittene lernen weiter HEBRAEISCH im JUEDISCHEN LEHRHAUS Alle Kurse finden in der Cramer 2060 stai Ein würdiger „Nathan der Weise“ Die „Kammerspic’.e“ geben wieder ein Gastspiel. Schon im vorhinein gebührt ihnen Dank für die Programmgestaltung. Ein bedeutender Klassiker „Nathan der Weise“, ein modernes Stück, das in 35 Jahren schon fast klassisch geworden ist, Zuckmayers ..Hauptmann von Köpenick“, ein wesentliches zeitgenössisches Werk: Dürrematts erst im letzten Jahr \iraufgefiihrte „Physiker“, und nur eine leichte Komödie: Bahrs unverwüstliches „Konzert“. Die Serie begann in Gegenwart des deutschen Botschafters mit einer bemerkenswerten Aufführung von „Nathan der Weise“. Der Regisseur Olszewski hatte das Werk etwas zusammengestrichen, wobei alle Handlungs-Momente und wesentlichen Lessingschen Gedanresco hatte die gleichen Probleme zu bewältigen, die sich ihm schon bei „Aida“ stellten, denn er war für seinen im letzten Moment „abgesprungenen“ Kollegen Herbert Graf eingetreten und hatte die nach dessen Angaben bei Nicolas Benois angefertigten Bühnenbilder zu übernehmen. Es bleibe /daher dahingestellt, auf wes- 'sen Konto die oft ungelösten szenischen Fragen zu buchen sind. Das Ensemble war aussergewöhnlich, und jeder seiner Integranten machte seinem Namen Ehre. Jerome Hiñes als Philipp II. wiederholte und verbesserte eher noch seine einmalige Leistung von vor mehreren Jahren. Giuseppe Zampieri war ein ausgezeichnet singender, jedoch ein wenig statistischer Titelheld, und Aldo Protti gab einen prachtvollen Rodrigo, Marquis De Posa. William Wilderman zeigte auL neue seine grossen darstellerischen und gesanglichen Gaben in der Rolle des Grossinquisitors. Die Frauenrollen waren ebenso überragend besetzt. Gre Brouwenstijn lebte eine erschütternde, königliche Isabel de Valois, und ihr Sopran ist reiner und tragender denn je. Regina Resnik war eine beherrschte, und dennoch aus sich herausgehende, prachtvoll intonierende Prinzessin Eboli. Argentinische Sänger bemühten sich im allgemeinen mit Erfolg um kleinere Rollen. Nicht zu vergessen der hervorragend singende, von seinem Dirigenten Tullio Boni meisterhaft vorbereitete Colön-Chor. Das Orchester des Colón klang ein wenig sdhwer. fügte sich aber dennoch Previtalis Intentionen. Es gab viel Beifall. c-n TEATRO MITRE CORRIENTES 5424 T. E. 54 3049 PREMIERE Sonnabend um'22 Uhr Sonntag 18 und 22 Uhr Täglich um 22 Uhr Gastspiel des berühmten Operetten-Stars SOFIA LERER mit dem israelischen Sänger INO T0PER in der Komödie STOLZ» EIN JUDE ZU SEIN ken erhallen blieben. Der Zwiespalt der Religionen wurde wohl etwas schärfer betont als vor 40 Jahren etwa, was nach dem schaurigen Erlebnis des Dritten Reiches unvermeidlich ist. Deshalb hat Olszewski auch das Bild des die Juden hassenden Patriarchen gewandelt. Das ist kein verstiegener, vertrottelter Kirchenfürst mehr, sondern in der sehr eindrucksvollen - Darstellung Burdans ein bitterböser harter Nazi, befehlend und ohne Spur von Humor. Man spürt, auch später in Nathans betonten Fragen nach dem Patriarchen, eiskalt die grauenvolle Hand der Gestapo. Schauspielerisch stand Rolf Wanka als Nathan im Mittelpunkt. Ein .guter Sprecher, der Lessings Verse nicht skandiert.-, aber auch nicht zerriss oder zur irosa degradierte. Die Ringerzählung klang ausgezeichnet. Beim Gedenken an Frau und Kinder, die ermordet wurden, fand er warme Herzenstöne. Wanka war ein weiser und würdiger Nathan. Im Ensemble stand Karin. Kernte als Sittah obenan. Im anliegenden stark ausgeschnittenen Goldlamökleid wirkte sie wie ein schöner Filmstar, gewann aber noch, wenn sie klug ihre Worte setzte. Maria Weeting war eine gute Daja, sorglich, neugierig, ängstlich und gesprächig. Isa Miler als Recha war lieblich anzuschauen, sprachlich aber unzurci- chend. Der noch sehr junge Laser war der Tempelherr mit strahlendem Blick und | sieghaftem, mitunter leicht verschämtem Lächeln, sympathischer als ihn Dessing gedacht hat. Plate als Saladin war ein Sultan, klug und edel. Ribeii, ein guter Schauspieler, war ein beweglicher munterer Derwisch und E. von Klitzing ein einfältiger, aber biederer und treuherziger Klosterbruder. Die Zuschauer gingen ergriffen mit und dankten den Darstellern, vor allem Wanka. zum Schluss mit minutenlangem Beifall. Dr. Karl Kost TEATRO COLON Sábado 8 a las 17.30 hs.: Recital de piano por José Tordesilîas. A las 21 horas: 20a. función del abono a sábados nocturnos: “Don Carlos“ de Verdi. Dir. de Orquesta Fernando Previtali. Reg.: R. Moi'esco. Lunes 10 a las 21.30 hs.: 13a. función del abono a 20: Concierto Sinfónico: Orquesta Sinfónica Naional. Director: Jonathan Sternberg, solista: Byron Janis (piano). Martas 11 a las 21 hs.: Función extraordinaria: Doh Carlos, de Verdi. - Eine Gedenktafel Darmstadt. — ln der hessischen Stadt Bergen-Enkheim wurde kürzlich an der Stelle, an der einst die im November 1938 zerstört* Synagoge stand, eine Gedenktafel zur Erinnerung an die früheren jüdischen Mitbürger enthüllt. (AWZ) Teatro Miire Am Sonnabend Abend findet die Premiere des klassischen jüdischen Stückes „Stolz, ein Jude zu sein“ mit Ino Topper und Shifrele Leder an der Spitze des Künstierensembles des Mitre statt. Das Stück hatte in Israel einen Riesenerfolg und wird hier im Stile des heutigen israelischen Theaters nach der Regie des israelischen Regisseurs Israel Becker inszeniert, der durch die Regie des jüdischen polnischen Films „Lang ist. der Weg“ weltbekannt wurde. Becker befindet sich seit längerer Zeit in Israel und ist als Regisseur des grössten Theaters in Israel, der Ha^ima tätig. In dem neuen Stüek spielt Shifrele Lerer die Rolle des jüdischen Jungen Beinseheie, einer- Rolle, in der schon viel* grosse jüdische Schauspielerinnen Riesenerfolge halten. Im Ensemble wirken mit: Sonja Iris, Aron Alexander. Bella Ariel. Isucher Handfuss. Zipora Waldmann. Bernhard Sauer, David Kamplan und Max Kioss. Die musikalische Einstudierung hat Simon Tenowsky inne. i;Moisbs Oysfier l 3 neue liturgische Longi Play-Piatten? 1) KOL NIDREI < 2) SEDER PESSACH 5 3) CHANUKAH j RADIO LEON LAVALLE 276« iÎSïîïII E áil Sä! \ Teatro Soleil | 3 CORRIENTES 3150 S S T. E. 86-2307 S jh m S Freitag um 22 Uhr B 3 Sonnabend um 22 Uhr g ■ Sonntag 18 und 22 Uhr g g Täglich um 22 Uhr w jjj Gastspiel | \ Herman 1 \ Jablokoff I * ln dem musikalischen 5 3 Lustspiel 5 3 '„MEIN SOHN UND I § ICH“ s g Musikalische Leitung: B S Kapellmeister S S ERNST STEIN g » g ¡Í Dcufftfioö Theater BUENOS AIRES GERHART HAUPTMANN „Einsame Menschen” DRAMA IN 5 AKTEN Regie: HELGE SCHUPP Premiere: MONTAG, 17- SEPTEMBER. 21 Uhr im TEATRO ODEON. Esmerelda 367. TE. 45.3531 Kartenverkauf werktäglich ausser Samstag von 10 bis i 12 und 14 bis 19 Uhr. — Vorverkauf für Nordstreeke: „CUCARE“, Av. Lib. Gral. San Martin 15335, Acassuso, T. E. 743-7663. V;"AV.WAWWAWAV.V.W.V/AV.V. ■:rg%