Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1976 (7.9.1962)
- Date
- 1962-09-07
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Viernes, 7 de Septiembre de 1362 SEM Sohlen im Licht der Weltpolitik Versuchen wir einmal, dis Affäre des Sowjetspions Dr. Robert Soblc.i aus dem Gewirr diplomatischer Komplikationen, juristischer Paragraphen - Verästelungen und demokratischer Rechtsschutz-Bedenken herauszuwinden und den an sich simplen Sachverhalt in seiner dem Durchschnittsbürger verständlichen Realität dar zustellen, so ergibt sich das nachstehende Bild: Einem in Nordamerika zu lebenslänglichem Kerker verurteilten Sowjetspion gelingt es, ins Ausland zu entkommen. Welche Taktik soll angewandt werden, um angesichts der von Russland genährten internationalen Spannung, die Affäre unter Beachtung der geltenden völkerrechtlichen Gepflogenheiten und unter möglichst knappem Aufwand an Zeit und Formalitäten aus der Welt zu schaffen? von Dr. E. WEINSTEIN (Tel Aviv) Geht man daran, das Verhalten der drei in diese Affäre verwickelten Länder unter dem Gesichtspunkt der internationalen Politik zu prüfen, so muss man feststellen, dass England und j Nordamerika im vorliegenj den Fall Fehler begangen haben. An zwei für demokratische Länder geltenden Grundthesen darf nicht gerüttelt werden: an dem dem Israel die sofortige Auslieferung Soblens, obwohl dem Weissen Haus die Tatsache zweifellos nicht entging, dass zwischen Israel und USA kein Ausli-eferungsvertrag besteht. Es musste eine Reihe von kritischen Tagen verstreichen, che in den Aussenministerien in London und Washington die Erkenntnis aufkam, dass der Fall Schien in die Sphäre inter- Einzelnen gewährleisteten! nationaler Politik hinüber- Einwanderung aus Südamerika Jerusalem. — Finanzminister Levi Eshkol steht an der Spitze eines gemeinsa- Falles Sohlen den mternatio- Reehtsschutz und an der Unantastbarkeit der Gesetze, die die Beziehungen der in Betracht kommenden Länder miteinander regeln. Man muss zugeben, dass Israel, das sich gegen das Einschleichen von politischen Verbrechern und Deliquenten sonstiger Art mit aller Entschiedenheit wehrt, in der ersten Phase ein allzu rasches Tempo einschlug und in dieser Eile, wenn auch mit guter Absicht, diese Grundthesen vielleicht nicht streng beachtete — aber in London und in Washington scheint man im Anfang bei der Behandlung des men Comités der Regierung und der Jewish Agency für die Förderung der Einwanderung aus Südamerika, wie jetzt angekündigt wurde. Diesem Comité gehören ferner die Minister für Handel und Industrie Pinchas Saplr, für Arbeit Igal Alon und für Volkswohlfahrt Josef Burg an. Die Vertreter der Jewish Agency sind Schatzmeister Arie Pincus, S. Z. Shragai, der Chef der Einwanderungs-Abteilung, sowie die Exekutiv-Mitglieder Aharon Zisling und Leon Dultzin. — (ITA) nalen Gesichtspunkt wollig aus den Augen verloren zu haben. Der britische Innenminister hielt es für angebracht, mit der israelischen Fluggesellschaft El Al, die Sohlen nach London befördert hatte, einen Konflikt vom Zaun zu brechen, indem er ultimativ darauf bestand, dass greift. Die Beibehaltung der vom englischen Innenminister ais richtig empfundenen Linie hätte, nebst der aus ihr erwachsenden inneri politischen Krise in Israel, i zweifellos auch eine Trü- I bung der Beziehungen zwischen London und Washington ausgelöst. Die entschlossene Intervention des englischen Regierungschefs Mac¬ Millan und des nordamerikanischen Staatssekretärs Rusk hat diese nicht unbedenkliche Eventualität aus dem Wege geräumt. Es gehört wohl nicht viel Raffinement dazu, um hinter dem Entschluss der beiden Staatsmänner die klare Erkenntnis zu sehen, dass der Fall Sohlen aus dem isolierten Rahmen, in den ihn eine Politik der Kurzsichtigkeit hineindrängte, herausgehoben und in das internationale Blickfeld verschoben werden müsste. J Der Kommunismus und die von ihm infizierten Ideologien klammern sich bei I Venezuela etc. sein, wo sie den kalten Krieg über Nach: heiss werden lassen — ein .geflüchteter Spion kann un-! ter Umständen den gleichen j Zweck erfüllen. Maemillan I und Rusk verhüteten sozusaj gen im letzten Augenblick, i dass der freien Welt, die es 1 ohnehin so schwer mit ihrer Demokratie hat, ein groteskes Bild geboten wird: ein Mann, der v^gen Spionage zugunsten Russlands von einem nordamerikanischen Gericht zu lebenslänglichem Kerker verurteilt wurde, ergreift unter Missbrauch der ihm von der nordamerikanischen Demokratie für eine bestimmte Zeit zuteil gewordenen Freiheit die Fluch; und setzt in dieser neuen Situation^ seine Tätigkeit zuj gunsten Russlands in einer anderen Form fort. In den drei Ländern, die der Spion Sohlen mit seiner jüngsten Affäre beschäftigt, wurden die renommiertesten Juristen und Staatsrechtler aufgeboten, um die einschlä- , gigen Theorien der Jurisi prudenz einschliesslich des j Völkerrechts auf den Fall | des geflüchteten Sowjetspions abzustimmen. So ver¬ E1 Al den Weitertransport j der Wahl ihrer Mittel zur des Spions nach USA über- | Auslösung von Krisen auf nehme, ungeachtet der Kon- . westlicher Seite durchaus Sequenzen, die sich aus einer solchen Einstellung ergeben könnten. Nordamerika verlangte seinerseits Von | MALERARBEITEN * FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER, % PREISWERT, SCHNELLSTENS * ALFREDO STERN Virrey del Pino 2039 * T. E. 76-7281 y 76-9088 £ y-»»»***if******#*4;-»*»tt*-x-&-x-***»-%*******x-*-^ »»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦»♦»♦»♦« ♦ * i * | Teppichhaus - M. 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S ptember 1372 langt es die Demokratie, der nichts zu teuer ist, wenn es gilt, den einzelnen Menschen vor behördlichen Uebergriffen zu schützen.! Auf der Gegenseite lachten sich die Aussenpoiitiker i des Kreml mit Krutschcw! an der Spitze ins Fäustchen.! Sie gemessen ihren Sohlen in zweifacher Ration: ein- I mal als Spion und das zwei-! te Mal als Urheber politischer Krisen und Verlegenheiten, die sich für Moskau vorteilhaft auswirken. 1 Nun, so richtig es ist, dass I die Grundsätze der Demokratie als des kostbarsten j Gutes der Menscheit hochi gehalten werden müssen, so : dürfen Wir uns andererseits ■ nicht der Einsicht verschliessen, dass die Freiheit nur | dann einen Sinn hat, wenn ' sie mit dem Gefühl internationaler Sicherheit in Ein- I klang gebracht wird. ' Maemillan und Rusk sind offenbar zu dieser Erkennt- 1 nis gelangt. 2190. I* mm» — JE. 83 26) S. Elul 5722 Bssüshcr aus Jugoslawien Tel Aviv. — Die jüdische Jugend in Jugoslawien bewundere den Staat Israel und seine beispiellose nationale Idee, erklärte kürzlich der Präsident der Föderation der jüdischen Gemeinden Jugoslawiens, Professor Albert Vajs, auf einem Empfang der israelischen Exekutive des Jüdischen Weltkongresses in Tel Aviv. In Anwesenheit des jugoslawischen Gesandten in Israel und cn Vertretern des israelischen Aussenministeriums sagte Dr. Vajs, die 7.000 Juden Jugoslawiens, die von der Vorkriegsgemeinde von 75.000 Seelen übrig geblieben seien, fühlten sich durch starke freundschaftliche Bande mit Israel verbunden. Als Freunde erlaubten sie sich deshalb auch gelegentlich kritische Werte an die Adresse des jüdischen Staates. (ITA) 11 Di ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL ♦ ♦ 9 4 ♦ ♦ * ♦ O 4- * ♦ ♦ ♦ 4 4-4--4 4, 4-4 î * - e * * 4-4-4-4-4 Dr. Hardi Swarsensky ] ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE 1 * j RÜCKERSTATTUNG 2 jetzt auch für Juden aus Polen, m m H S ★ m ¡ ANMELDUNGSMOEGLICHKEITEN für alle, die nach dem L 10. 1953 S aus Laendern hinter dem eisernen Vorhang auswandern konnten. ®! r . ★ «i I SPRECHSTUNDEN: «I m 3 Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr 3 ■3 j Dr, Günter Frey l ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. -★- PUEYRREDON 2(90 esq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613 4imaHuiuMnni(iua«3iu3S3aasanizzgi3Z£BxasnnffB3g£cg3tH««%asifeEiat35!S3£3scfi3*T *