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Jüdische Wochenschau · 1962-08-31 · 1975 (31.8.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1975 (31.8.1962)
Date
1962-08-31
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Viernes, 31 de Agosto de 1862 SEMANA ISRAELITA A«« XXIlf. _ No. 1975 fpÍÍSreSSanfeS tnodernes Sdisuspic! | Ein sehr amüsantes Musical Der Schweizer Alax Frisch, dessen schon recht reifes Erstlingswerk „Santa Cruz“ vom „Deutschen Theater“ aufgeführt wurde, ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dramatiker. Der Autor zeichnet sich durch eine Sprache aus. die oft aus dem Alltag stammt, mitunter philosophisch und öfters poetisch, stets aber knapp, prägnant und gehämmert ist, was den guten Sprechern ausgezeichnet Irj. Ein weltdurchwandernder Vagant, dessen T:.ge gezählt sind, kommt im fernen Land in die Gegend eines düsteren Schlosses, dessen Herrin eine ehemalige, vorübergebende, aber grosse Liebe von ihm ist. Diese Frau hat einen pedantisch strengen Rittmeister geheiratet und lebt dort mit ihm seit 14 Jahren. Frisch gestaltet nun, was vor 14 Jahren passiert ist, was die Hauptpersonen träumen und wie die beiden mit dem Kinde in einer einsamen keineswegs liebestollen Ehe 14 Jahre lang mit ihrer Lebenslüge zugebracht haben: sie mit dem Traum von der seligen Vergangenheit, er mit dem heimlichen "Wunsch, ein wildes Abenteuerleben zu führen, Just wie dieser besonnte Weltenbummler. dessen Erscheinen die Krises und dessen Ted die Erlösung auslöst. Alles geschieht in modern gestalteter dramatischer Ferm, wie sie etwa Pirandello. Miller, Claudel, Wilder und Brecht geschaffen haben. Klaus Jägel stützte sich auf sehr gelungene Bühnenbilder von Sergio Y. de Lisa. der die Drehbühne geschickt ausnutzt. Seine Regie ist wie die Sprache von Frisch knapp und prägnant. Bis auf wenige von der Bewegung hergeschaffene Szenen wie die «es Austernverkaufers herrscht das Wort vor, das eindringliche und gehämmerte Wort eines Dichters, dessen Gehalt und Gedanken d,e Schauspieler vorbildlich ausdrückten. Jägel spielte auch selbst die Hauptrolle des unsteten Wanderers, der von all dem Schönen dieser Erd« geniesst, nicht zum wenigsten von den-Frauen. Er sprach ausgezeichnet, mit besonderer Wärme und tiefem Gefühl, wenn er von seinen wilden Träumen schwärmte, von den Idealen, denen er überall nachjagt,, ohne sie je zu erreichen. Jägel schuf eine wirkliche Gestalt, den sieghaften Träumer und Phantasten, dem alle Welt so hold ist. Emely Schiller war d.ie Schlossherrin, die mit eherner Gewalt ihre wilde Vergangenheit vergessen will. Grossartig wie sie hoch aufgerichtgt mit knappesten Bewegungen den Männern ihre Anklagen entgegenschleudert: dem Liebhaber, weil er es verzog, in der Welt herumzustromern anstatt mit ihr ein festes Heim zu gründen, und ihrem Manne wegen der auf einer Lebenslüge aufgebauten Ehe. Wolf Schlamminger fand, zum ersten Mal in Buenos Aires, eine Rolle, die bewies. dass er ein guter Sprecher und Menschengestalter ist. Sein Rittmeister, pedantisch streng, aber doch Edelmann, war eine Art moderner Major von Tellheim, freilich mit dem Zusatz, dass dieser die Ordnung liebende verknöcherte Adlige im Grunde seines Herzens Das „Teatrc Milre“ gab „Frau oder Fräulein“, ein Musical auf Basis einer Wilden Verwechslungskomödie, in der niemand wusste, wer eigentlich wer war und wer es nicht war. Nach einem etwas langatmigen Anlauf wurde es sehr lustig und hatte einen brillanten 2. Akt. Ausserdem kamen 'dabei zwei grosse Rollen heraus. Shifre Lerer wäre darauf nicht, einmal angewiesen mit ihrer quicklebendigen Persönlichkeit; aber wenn sie eine Chance hat, versteht sie, sie auszunutzen. ,*r Hier konnte sie alle verliebten Männer air. Gängelband führen, singen, tanzen, sogar einen sehr komischen Twist, und parodieren. Und sie machte alles sehr gut. Speziell ihr Schlusscouplet „Ein bisschen Lu hoff (heisst auf russisch: Liebe) braucht jeder Mensch“ riss das Publikum zu wildem Beifall mit. Die andere grosse Rolle hat Max Kloss. Ein Ehemann unter dem Pantoffel seiner Fruu mit daraus herrührenden Komplexen, der sie nicht sehen kann, aber doch liebt und auf sie eifersüchtig ist. Was Kloss daraus gestaltete, war Schöpfung eines grossen Charakterspielers und Komikers, der feinstes Lächeln und Lachstürme hervorrief. Ino Topev sang mit seinem schönen Tenor ein Liebeslied. Natürlich hat der .mit einem phantastischen Gedächtnis für alte Welterfolge begabte Komponist sich dazu von „Dein ist mein ganzes Herz“ „inspirieren“ lassen. Der Beifall, den der sympathische Künstler voll verdient hatte, war dementsprechend. Zipora Waldman und Ber nardo Sauer waren das andere Liebespaar, die zusammen mit der Lerer und Toper ein reizendes Quartett über den Frühling brachten, sogar ausnahmsweise im Walzertakt. Sie sangen und tanzten gut und mit Charme. Sauer konnte, zusammen mit Shifre Lerer, noch in einem sehr schnellen Song „Allewei!“ (So sei cs!) glänzen. Clara Goldstein und Handfuss waren ebenfalls am Platze, vor allem aber Tenovski und sein Orchester. Das Publikum ging von Anfang an vergnügt mit und wurde immer animierter und zufriedener. O. O. doch die strahlenden schwärmenden Weltenumsegler be-! neidet und ihnen nacheifern will. Schlamminger gestalte te beide Seiten seines Charakters mit Ausdruckskraft und Klarheit. Frank Nelson spielte eine sehr eigenartige Gestalt, die poetischste Schöpfung des Autors, einen Dichter, dessen grosse psychologische Kunst ihm erlaubt, den Dingen auf den Grund zu schauen, wie sie wirklich gewesen Jüdisches Lehrhaus Die naechsten Kurse finden statt, am MONTAG, DEN 10. SEPTEMBER, UM 20 UHR 30 IM GEMEINDEHAUS CRAMER 2060 1. Kurs: BIBELKUNDE: Dr, Meir Rosenberg DAS BUCH YIRMEYAHU (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) Die Teilnehmer werden gebeten, VOR Beginn des Kurses zu kommet und eine Bibel mitzubringen. 2. Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swärsensky 9. ABEND: ZWISCHEN DEN WELTKRIEGEN DIE UMWERTUNG DER WERTE - (BEGINN 21 UKR 20) 3. HEBRÄEISCHE KURSE: t. Jahr: Montag: 13 Uhr 3C und Mittwoch: 19 Uhr 15 i Dienstag und Donnerstag 18 Uhr für Neuanfaenger 2. Jahr: Dienstag und Donnerstag: 17 Uhr 3. Jahr; Montag: 17 Uhr und Mittwoch: 17 Uhr 50 Auch Fortgeschrittene lernen weiter HEBRÁEISCH im JUEDISCHEN LEHRHAUS Alle Kurse finden in der Cramer 2060 statt sind. Weil man ihm diese Wahrheiten nicht glaubt, muss er mit gefesselten Händen herumgenen. Er ist einmal Erklärer des dramatischen Geschehens und überdies Träger und Verkünder der Gedanken des Dichters. Nelson, in schlichtem Schwarz, gefesselt und dadurch in der Bewegung gehemmt. sprach mit seltener Eindringlichkeit erschütternd und ans Herz greifend. Die vielen anderen Darsteller hatten nur kurze Rollen. Max Wächter vjar ein menschlich empfindender Arzt. Schupp eindrucksvoll in Bewegung und Lächeln spielte den Austernverkäufer, der vor 14 Jahren Schicksal geschaffen hatte. Ewald war das getreue Faktotum) Barbara Koch das 14jährige Mädchen, Maria Holtmann die Dienerin und Vertraute ihrer Herrin, Irene Rö, Kramer. Geismar, Kaufmann und Hennemann mussten sich mit winzigen Rollen begnügen die sie ausiiillten. Die Theater in Buenos Aires, in allen Sprachen übrigens, geben meist leichte Kost oder Thriller. Jedenfalls schielen sie nach dem vermeintlichen Publikumsgesehmack. Dass das Deutsche Theater ein wertvolles modernes Werk aufgeführt hat, ist eine hoch zu rühmende Kulturtat, was vom Publikum dankbar anerkannt wurde. Dr. Karl Kost TEATRO MITRE CORRIENTES 5424 T. E. 54 9049 Sonnabend uni 22 Uhr Sonntag 18 und 22 Uhr Täglich um 22 Uhr Gastspiel des b’rühmten Operetten-Stars SOFIA LERER mit dem israelischen Sänger 1K0 T0PER in der Komödie MADAME FRAEULEIN Regie: DAVID LICHT EIN SCHÄRFER PROTEST ISRAELS Nicosia. — Die diplomatischen Missionen Israels und der Araber wechselten energische Erklärungen über den Film „Exodus“, der unter polizeilichem Schutz in zwei Kinos der zyprischen Hauptstadt gezeigt wird. Die diplomatischen Vertretungen Aegyptens, Syriens. Libanons und Saudi Arabiens gaben ein gemeinsames Communiqué heraus, in dem sie den Streifen als ..antiarabisch“ und die Wirklichkeit entstellend“ bezeiehneten und wie üblich behaupteten, Israel habe „den Arabern ihre Heimstätten und Böden gerauht.“ Die israelische Botschaft nannte dieses Communiqué in einer-Erklärung „verleumderisch und falsch“ und betonte, die arabische Kritik an diesem Film stehe im Widerspruch zu den „politischen Grundsätzen Zyperns, das bemüht ist, die Freundschaft und Zusammenarbeit mit allen Nationen zu pflegen.“ (ITA) Teatro Seteil Das Jüdische Kiinstlertbeater Solei! wiederholt in dieser Woche die Vorstellungen von „Mein Sohn find Ich“ mit HERMANN JABLOKOFF in der Hauptrolle. Musikalische Leitung und Einstudierung Egjjst Stein. Teatro San Telmo Der „Grupo dei Sur“ im Teatro San Telmo führt das Stück „Der zehnte Mann“ von Paddy Chayefsky auf, das in der Saison 1S59/60 in New York grossen Erfolg batte. Seither erntet die gleiche Truppe, die das Stück mit-Jacob Ben Ami und Risa Schwartz am Broadway spielte, mit ihren Vorstellungen in anderen nordamerikanischen Städten den gleichen freudigen Beifall. Di« spanische Uebersetzung von Mirta Arlt steht unter der Regie von Oscar Fessier, die Einstudierung besorgte Luis Diego Pedreira. und die Besetzung der Rollen ist folgende; Norma Aleandro, Rodolfo Salerno, Juan Carlos Gêné, Francisco Rullan, José Canossa, Sergio Corona, Alejandro Oster. Martín Martínez. Bernardo Pcreó, Eithel Blanco, Jordi Mahiques, Alberto Roy y Ricardo Fasanclla. TEATRO COLON Viernes 31, a las 21 hs.T “Don Carlos“ de G. Verdi. Dir. Orqu. Fernando Previtali, Reg.: R. Moreseo. Sábado 1? a las 17.30 hs.: última función del abono a 7: recital Byron Janis (piano). A las 21.30 horas: última función del abono a 8: concierto sinfónico. Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. Director: Andrés Vandernoot. Domingo 2 a las 17 hs.: lia. función del abono a domingos verspertinos: “Don Carlos“ de Verdi. Lunes 3 a las 21.30 horas: 17a. función del abono a 2: concierto sinfónico. Orquesta Sinfónica Nacional. Lunes 3: apertura del abono al “ciclo alemán". Dubnows .Jüdische Geschichte“ Wien. — Die Union der jüdischen Gemeinden in Jugoslawien plant die Veröffentlichung der „Geschichte des jüdischen Volkes“ von Simon Dubnow in serbokroatischer Sprache. Das Werk wurde von Professor D. Levi und D. Mewora übersetzt. »¡■-aSSSSMiSliSsiSHCilESSTtTB^ ¡ Teatro Soleil f 3 CORRIENTES 3150 3 3 T. E. 86-2307 5 5 Freitag um 22 Uhr jjj « Sonnabend um 22 Uhr * “ Sonntag 18 und 22 Uhr 3 3 Täglich um 22 Uhr 3 £ Gastspiel 3 ¡ Hermán jj I Jabfokoff | S in dem musikalischen 5 3 Lustspiel 3 I ’„MEIN SOHN UND § s- ICH“ 3 v m 3 Musikalische Leitung: 3 IM ■ 3 Kapellmeister 3 5 ERNST STEIN S Theater BUENOS AIRES MAX FRISCH „SAKTA CRUZ“ Eine Romanze in 5 Akten Regie: KLAUS JAEGEL Mitwirkecde: Maria Hollmann — Barbara Koch — Irene Rä — Emely Schüler — Karl Ewald, Luis Hennemann — Klaus Jägel — Jacob« Kaufmann — Fritz Geismar — Helmut Kramer — Frank Nelscn — Wolf Schlammiger — Helge Schupps — Max Wächter. Teatro Odeon, Esmeralda 367 — T.E. 45-3591 WIEDERHOLUNGSVORSTELLUNGEN: Freitag, 31. 8., um 19 Uhr 30 u. Sonntag. 2. 9., 15.15 Uhr Kartenverkauf werktäglich ausser Samstag von 10 b;s 12 und 14 bis 19 Ubr. — Vorverkauf für Nordstrecke: „CUCARE“. Av. Lib. Gral. San Marlin 15335, Acassuso. T. E. 743-7603. .1

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