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Jüdische Wochenschau · 1962-08-31 · 1975 (31.8.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1975 (31.8.1962)
Date
1962-08-31
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 31 de Agosta de 1962 Semana israelita Año XXIII. — No. 1975 — NAZI-PROZESS IN LONDON London. — Flaschen mit Kräutergift, die die Aufschrift „Judentod“ trugen, befanden sich unter den Gegenständen, welche Beamte von Scotland Yard im Sitz einer Organisation konfiszierten, die sic'. „Spearhead“ (Lanzenspitze) nennt und mit der nationalsoziali- Nazi-Prozess in London loh stischen Bewegung von Colin Jordan in Beziehungen steht, wie Staatsanwalt Griffith Jenes bei der ersten Verhandlung im Prozess gegen Jordan und andere drei Nazis erklärte. Die Angeklagten stehen wegen Verletzung des Gesetzss zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung vor Gericht. Die drei Mitangeklagten Jordans sind John Tyndall, Jan Kerr Ritchie und Denis Pirie. Sie werden beschuldigt, eine paramilitärische Organisation zu leiten, die eine Uebertretung des genannten Gesetzes derstellt, welches die Anwendung von Gewalt und andere Aktivitäten verbietet, die sich Polizeifunktionen anmassen. Der Staatsanwalt erklärte, ausser dem Kräutergift seien Anweisungen gefunden worden, um „einige Gläser in einem mit Juden gefüllten geschlossenen Raum aufzustellen.“ Unter den übrigen beschlagnahmten Gegenstän den sind Bilder von Goebbels und Streicher und Zeugnisse über die Absolvierung militärischer Uebungen. Staatsanwalt Jones wies darauf hin, dass das politische Glaubensbekenntnis dieser Organisation das gleiche sei wie das der Hitlerpartei und sich auf den Antisemitismus und sämtliche antidemokratischen Ideen gründe. Er be- 1 tonte, die Staatsanwaltschaft habe nicht die Absicht, die Freiheit des Wortés oder den Ausdruck politischer Ueberzeugungen zu beschränken, sondern sie wolle eine Organisation nazistischer Prägung „in den Kinderschuhen“ unterdrücken. Grosse Polizeiaufgebote bewachten den Sitz des Gerichts, und beim Eintritt der vier Angeklagten waren zischende Pfiffe und laute Zu rufe zu hören. Unter dem Publikum sah man viele Menschen mit dem gelben Davidstern, dem neuen Abzeichen der antifaschistischen Organisation. In einer Ecke lagen Radiosender und Empfangsgeräte, sowie automatische Pistolen, die oben erwähnten Bilder, Stahlhelme, Bücher und Flugblätter aufgehäuft. Der Staatsanwalt berichtete, im Hause Jordans habe man einen Brief Tyndalls an einen Obersten Shasley in der Vereinigten Arabischen Republik gefunden, der Vorschläge zur Zusammenarbeit und die Bitte um Ueberweisung von 15.000 Pfund enthält, die teilweise zur Anschaffung eines Sendegeräts dienen sollten. Nach dem Gesetz können die Angeklagten, falls sie schuldig ge sprochen werden, Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren erhalten. Der Staatsanwalt enthüllte, dass die Organisatien „Spearhead“ gegenwärtig 25 Mitglieder in London besitzt. MOSLEY IN BIRMINGHAM London. — John Hollingsworth, Abgeordneter von Birmingham, appellierte an Innenminister Henry Brooke, damit er „die ersten Anfänge ernster Rassenunruhen“ verbiete, 'die zu erwar teil sind, wenn Mosley und seine Bewegung in dieser Stadt ein Meeting abhalten. Wie Hollingworth dem Innenminister mitteilte, habe der Bürgermeister von Birmingham erklärt, er verfüge über keine Handhabe, um die einberufene Versammlung zu verbieten. Inzwischen wurde die ganze Polizei von Birmingham in Bereitschaftszustand gesetzt, um im Falle von Zusammenstössen einzuschreiten. PASTOR IUEHRT i ANTIFASCHISTEN I London. — Pastor Bill Sar- 1 gent, der Gründer der antifaschistischen Bewegung , Der Gelbe Stern’’ hat erklärt, er jäei entschlossen, die Abhaltung einer anderen faschistischen Kundgebung im Viertel von Dalston zu | verhindern, wo es unlängst zu Handgreiflichkeiten kam, als Mosley den Versuch machte, zu einer grossen Menschenmenge zu sprej chen. Der Pastor kündigte j an, seine Anhänger würden | im gegebenen Augenblick Izur Stelle sein. (ITA) LA SEMANA 15KAELJTA BISEM AN ARIO INDEPENDfüNl Jt fl*. Air«* — PUEYRREEO* 2190, 1* »*q. - I E. 83-361 1. El ul 5722 31. Augriis. J982 Zuchthausstrafen für NS-Moerder BEN GURION IN SKANDINAVIEN MALERARBEITEN FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER. PREISWERT, SCHNELLSTENS ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 T. E. 76-7281 y 76-9088 Stockholm. — Kurz nach der Ankunft Ben Gurions Sn Schweden nahmen die zu seinen Ehren vorbereiteten offiziellen Veranstaltungen ihren Anfang. Nach einem von der Stadtverwaltung gegebenen Essen wohnte Israels Ministerpräsident einem Bankett bei, zu dem ihn das schwedische Aussenministerium einlud. Bei dieser Gelegenheit war Ben Gurion Gegenstand zahlreicher Ehrungen. Der schwedische Ministerpräsident Tage Eriander nannte ihn ein „Symbol für den Mut und die Entschlossenheit im KariV des israelischen Volkes um Unabhängigkeit und Demokratie.“ Er fügte hinzu: „Ben Gurion ist in der ganzen Welt als Inspirator der Bemühungen des israelischen Volkes anerkannt, unter den schwierigsten Bedingungen eine auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet fortgeschrittene Gesellschaft zu bilden, und vor allem schätzen wir seinen Glauben an die Zukunft, der für das moderne Israel charakteristisch Ist.“ Ministerpräsident Erlander < t | Teppichhaus - M. Hochberg {UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKruPFTEN f TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN $ FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichtermgen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS * MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Doch, so fuhr er fort, „was uns am engsten mit I Schweden verbindet, sind j unsere gemeinsamen sozialen Ideale.“ j Vor dem Bankett, dem 120 Personen beiwohnten, unterhielt sich Ben Gurion 30 Minuten lang mit seinem schwedischen Kollegen und ass später mit Aussenminister Oster Undens. Ben Gurion wohnte einem Empfang bei, den der Israel- Heilbronn. — Im Erschiessungsprozess sind der ehemalige SS-Stur mführer Rudolf Theimer zu vier Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust und der frühere SS - Hauptscharführer Paul Heilig zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Beide Angeklagte wurden für schuldig befunden, im Frühjahr 1944 in dem polnischen Lager Borek bei Chelm Beihilfe zum Mord an zahlreichen Juden geleistet zu haben. Der Vorsitzende des heilbronner Schwurgerichts, Landgerichtsdirektor Härtel, : sagte, es sei dem Gericht! von Anfang an klar gewesen, dass diewahren Vor- | gänge im Lager Boiek und | alle dort begangenen Ver- , brechen nur bis zu einem gewissen Grade aufgeklärt! werden könnten. Das liege | vor allem auch daran, dass I viele Augenzeugen des da- 1 maligen Geschehens nicht j mehr lebten, nicht mehr I aufzufinden seien oder aber I es verstanden hätten, nach dem Krieg im In- und Ausband unterzutauchen und | sich so einer Sühne zu enti ziehen. Härtel erinnerte daran, dass der eigentliche Hauptangeklagte in diesem Verfahren, der Leiter des Sonderkommandos, der ehemalige SS-Untersturmführer Rolilfing gewesen sei. der bis zu seiner Verhaftung in Westfalen als führender Kri- Botsehafter Arle Aroch veranstaltete. und nahm an ei nem Bankett teil, zu dem ihn die Exekutive der Sozialdemokratischen Partei und Gewerkschaftsführer gebeten hatten. I minalbeamter tätig war und | dann während der Untersuchungshaft an den Folgen einer Magenkrebs - Operation starb. Wie der Vorsitzende erklärte, ist das Gericht zu der Ueberzeugung gekommen, dass Heilig am Tode von 24 Juden und Theimer am Tode von zwölf Juden mitschuldig sei. Theimer! könne zwar nicht widerlegt werden, dass er zu der Massenexekution erst spät h;nzugekommen sei, er müsse aber, wie die Rekonstruktion des Tatverdachts ergeben habe, an der Ersc-hiessung von zehn Häftlingen mitgewirkt haben. Die beiden änderen Opfer Theimers waren ein alter Mann und eine alte Frau,, deren Erschiessung ein israelischer Zeuge in der Hauptverhandlung geschildert hatte. Im Fall des Angeklagten Heilig habe das Gericht die eidliche Aussage des deutschen Zeugen Hammer als beweiskräftig angesehen. Hammer halte ausgesagt er habe als Angehöriger der Wachmannschaft selbst gesehen, wie Heilig bei der Massenexekution geschossen habe. Der Angeklagte habe dies zwar von Beginn an bestritten, doch spreche usätzlich gegen ihn. dass auch der Mitangeklagte Theimer in der Voruntersuchung von einer Mitwirkung Heiligs bei den Massenerschiessungen gesprochen habe. Der Vertreter der Anklage hatte für Theimer zshn Jahre, für Heilig acht Jahre Zuchthaus gefordert, die beiden Verteidiger machten für ihre Mandanten Befehlsnctstand geltend und beantragten Freispruch. SARMIENTO 1147 PAMPA 4979 esq. Triunvirato — T. E. 519561 AUTO - REPARATUR - WERKSTATT! „BEN0” ßENO HUTSCHNECTER Avda. CONSTITUYENTES 4902 T. E. 51 - 2205 xEcke Monroe) das heisst: immer gut gebügelt! I Die kommende Friihjahrssaison wird für Anzüge und Hosen, die Saison der synthetischen Oberstoffe, Dacron, Trevira, Acrocel. Für Anzüge verlangen diese Oberstoffe »ire besond?rs vorsichtige Behandlung und damit Zeit im Fertigungsorozess. 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