Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1974 (24.8.1962)
- Date
- 1962-08-24
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Viernes, 24 de Agosto de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 1974 Vorurteil und Menschenhass (Schluss von Seite 1> Hierin liegt vielleicht eine Fehlerquelle für die jüdische Stellungnah.ne gegenüber dem Problem d;s Antisemitismus als solchem. Es überschreitet in einem gewissen Sinne das jüdische Vorstellungsvermögen, dass wir für den Tod Christi vor zwei Jahrtausenden heute noch verantwortlich gemacht werden. Wir können eine so primitive durch nichts verständliche, erst recht niemals zu rechtfertigende These überhaupt nicht verstehen. Wenn wir aber die Absicht haben, gegen den Antisemitismus Front zu machen, dann müssen wir uns schon bequemen, wenigstens auf die Mentalität der Gegner einzugehen, um mit ihren Worten ihre Darstellung zu widerlegen, was wegen der Primitivität ihrer Gedankengange und der Rüpelhaftigkeit ihrer Sprache schwierig, dennoch aber notwendig ist. Sicherlich äst es nicht möglich, überhaupt mit Antisemiten zu debattieren, um sie von der Richtigkeit unserer Auffassungen zu überzeugen. Für den Antisemitismus — in welcher Form auch immer er auftreten mag — gibt es keine Möglichkeit einer geistigen oder sachlichen Auseinandersetzung. Woran das liest, äst schwer zu sagen. Möglicherweise sind die Judenfeinde von der Schwäche und Unaufrichtigkeit ihrer Beweis führungen un(i ihrer Schlagwörter überzeugt: s;e fürchten deswegen jede Konfronr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—13 Uhl T. E. 83 2613 i V-* ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ I REAL PEN; ♦ Füllhalter J 1 REPARATUREN « | Spezialgeschäft * t CORRIENTES 5S9 * ♦ T. E. 49-5850! :Jaime Liebling* ♦ s. 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Das aber ist nichts anderes als die Summierung von-Vorurteilen und Fehlurteilen im Bewusstsein des ungebildeten, kleinen Mannes, der die Massen der Gläubigen gestellt hat. Man braucht garnicht so tief in die Kirchengeschichte einzudringen, um hierfür viele Beispiele zu finden. Ein sicherlich hervorragendes Beispiel äst der „Dialog mit dem Juden Tryphon“, den der Kirchenvater Justin angeblich — geführt hat (um das Jahr 155). Aber dies war kein Dialog, sondern eine Fül'e heftiger Angriffe des Kirchenvaters, der garnicht auf Gegenargumente eingeht. Diese Methodik der einseitigen Diskussion ohne Widerspruch äst für die Antisemiten aller Schaltie- . -- -- *. - -. JUDITH i ■: SCHENKOLEWSKI \ £ KULTUSSTICKEREIEN ¡; Schahbosdecken - Ta'lis-5 beuteI - Käppchen - Maz- > zot-Taschec Hand- und r‘ - Masihinenstickervon |- Bett und rischwäscbe » Dr. P. I. RIVESA 2585 5 (fr. Bebederc) *[ J T. 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Wenn man diese Idee konsequent zuende denken wollte, müsste die Christenheit denen, weiche die Verantwortung für den Opfertod auf sieh nahmen, dankbar sein, da sie damit die Voraussetzung für die Erlösung im christlichen Sinne geschaffen haben. Nachdem aber heute die Kirche auf die Beseitigung der Sehuldanklage gegen die Juden drängt und damit für die Bekämpfung eines der grössten Verurteile gegen 3in Volk eintritt, braucht man diese Auseinandersetzungen nicht aufzunehmen. Der moderne Antisemitismus stützt sich neuerdings, d. h. während der letzten hundert Jahre, vorwiegend auf rassische Gesichtspunkte. Diese Betrachtungsweise ist relativ jüngeren Datums. Die alten Völker kannten rassische Vorurteile, wie sie heute selbst in den fortgeschrittensten Staaten üblich sind, mit Sicherheit nicht. Sie kämpften auf anderen Ebenen, und es fehlte den Menschen zu keiöer Zeit an Vorwänden zu Auseinandersetzungen und Anlässen zum egenseitigen Totschlägen, genannt Krieg. Dabei schreckten die Judenfeinde auch nicht vor der Schaffung neuer Rassen zurück. Im wesentlichen gehen alle rassischen Betrachtungen des Antisemitismus auf das Werk des Grafen Gobineau über die „Ungleichheit der Rassen“ zurück. Die deutschen Klassiker traten übrigens gegen die schon vorher wirksamen Tendenzen auf, die Menschheit in Rassen einzuteilen. Herder z. B. lehnie es ab. dieses „unedle Wort“ auf den Menschen zu übertragen. Die Judenfeinde Hessen sieh selbst von den grössten deutschen Geistern nicht belehren. So schufen sie — eri MARTHA ¡ CHAPEAUXI i B E HUTSALON Jetzt in L G R A N 0 ■ MOLDES 2561.; T. E. 73 3229! 73-9155! b t Confitería NIZA Servicios de lunch de categoría SALON DE FIESTAS Î ECHEVERRIA í 76-0286 3296, esq. CONDE 73-1049 M0HEL N. PLAKSIN Ministerkandidat in Algier Paris. — Ein algerischer Jude erscheint als Kan didat Auf der Wahlliste der algerischen Nationalen Bej freiungsfront (FLN) für die ersten Parlamentswahj len, die am 2. September stattfinden werden. Es handelt sich um den Rechtsanwalt André Chouraqui aus Oran, den gegenwärtig in Israel lebenden Expräsidenten der algerischen Zionistischen Föderation. Die Aufstellung als Kandidat kommt einer sicheren Wahl gleich. Die FLN hatte ursprünglich geplant, 18 Europäer zur Vertretung der 500.000 algerischen Franzosen zu nominieren, doch bisher haben nur zwei hiervon ihr Einverständnis gegeben, von denen der eine Chouraqui und der andere ein Franzose aus Oran ist. Die übrigen lehnten die Kandidatur ab. (ITA) LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece ,os Martes y Viernes, Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredóo 2190. Io ízq. T. E. 83-2Gi3 80-6930 A bono-Preise: Argentinien: í 100 — pro Quartal Ausland S 600 — jährl. findungsreich wie sie nun einmal im Negativen sind. — den Begriff der „arischen Rasse“. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte ein junger deutscher Sprachforscher, namens Friedrich Max Müller, der in England lebte, das Sanskritwort „Arier“ zur Bezeichnung einer indogermanischen Sprachgruppe verwendet, und die Sprecher der dieser Sprachgruppe angehörenden Völker als arische Rasse bezeichnet. Dieser Begriff der arischen Rasse wurde zum Missfallen seines Schöpfers von anderen Forschern, meist Naturwissenschaftlern, aufgegriffen und naturalistisch vergröbert, vor allem von Gobineau. Ganz eindeutig war der Begriff ,Arier“ nur als Bezeichnung einer Sprachgruppe geschaffen worden. Allmählich wurde hieraus die „arische“ Rasse konstruiert. (Vgl. hierzu Bein*Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 1S58, Seite 543). — Weitere Begriffe, die schnei] geprägt und uns heute geläufig sind, sprechen von der „jüdischen Rasse“ Und vom Germanentum als der herrschenden Rasse in der Menschheit. Wilhelm Marr, der vermutlich als erster das Wort „Antisemitismus" geprägt hat, veröffentlichte 3873 eine Broschüre, die den sinnreichen Titel „Der Sieg des Judentums über das Germanentum, vom nieht- ♦ T. Supérí 2719 E. 76-6784 n. 76-2212 JACOB LAPIDUS; dipl. Mohel NEUE ADRESSE VIA MONTE 2637. 4,. 46 1716 nnd 48-21.4 M konfessionellen Standpunkt aus betrachtet“, trägt und damit bereits anzeigt, dass das religiöse Problem und die Unterschiede auf dem Gebiet des Glaubens nebensächlich geworden sind, dass vielmehr heute das Schwergewicht in der Auseinandersetzung der Rassen, der jüdischen wie der germanischen, läge. — So entstand aus einer Mischung von Vorurteil und Hassgefiih], die in einer unlösbaren Wechselwirkung miteinander standen, die Geissei der Menschheit, die man Antisemitismus nennt. Schon längst haben die Einsichtigen begriffen, dass die Aufpeitschung der Instinkte, wie sie von den Antisemiten alier Schattierungen beirieben wird, alle Schranken der Menschlichkeit überschreitet. Der Judenhass lässt sich als soziologisches Phänomen nicht auf die Juden beschränken, sondern weitet sich zum Menschenhass aus. Der Kampf der Nazis wurde gegen die Juden eröffnet, endete aber mit so verhängnisvollen Redensarten wie „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt“. Der Hass gegen alle anderen Menschen ist für den Antisemitismus typisch, der meist in einer grenzenlosen Verblendung gegen alle Menschen gerichtet ist, die nicht so aussehen, so denken oder Hohes Comité lehnt ab Das arabische Hohe Comité für Palästina, in dem der ehemalige Grossmutti von Jerusalem, Husseini, eine führende Rolle spielt, hat die Vorschläge des UN-Versöbnungs - Ausschusses für Palatina hinsichtlich der arabischen Flüchtlinge entschieden abgelehat. (AWZ) fühlen wie die von ihrem Hass zerfressenen Antisemiten. Nicht weil wir es so wollen oder wünschen, sondern weil es tatsächlich so ist, stellen wir fest, dass der Judenfeind sehr schnell zum Menschenfeind, der Judenhasser zum Menschenhasser wird. Hierin liegt die objektive Gefahr für die Menschheit, vor der sie sich nur dadurch zu schützen vermag, dass sie mit allen Kräfien an der Ueberwindung der Trennungsmauern arbeitet. PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. - T. E. 76 0266 PRIVAT 52-7734 Dr. B. Sthwarcz % t t ♦ Î t Í ZAHNARZT J ♦ ESTOMBA 2283 52 S214 * i RAYOS X; t PARADENTOSE J 4 TELEF. ♦ VORANMELDUNG } NERVEN n. GEMÜTS- ÿ KRANKHEITEN KUHN un Dr. M. J. 'i prov. f RIVADAVIA 2625 \ Tel. 48-7524? Mont.. Mittwoeh, Freitag / 17—20 Uhr Tel. Anoel S düng erbeten. i H, ROSENZWEIG TAILOR HENRY TUCIJMAN 563 piso 1 - T.E. 32 0913! 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E. 58-4052 Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Rönt gen U ntersnehunger* SPRECHSTUNDEN: Montag. Dienstag. Mittwoch u. Freitag von ISiS Uhi i ’ Ko wird geoeten, sch vorher telefonisch auitiraenies SANTA FE 1391 A, E. 44-9493 u. 44-1541S M '''-i