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Jüdische Wochenschau · 1962-08-18 · 1973 (18.8.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1973 (18.8.1962)
Date
1962-08-18
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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'Ite'Tff.-*. Sábado, 18 de Agosto de 1962 SEMANA ISMAELITA AP.» XXm, — No. 1973 Papst gegen „jüdisches Stigma 99 Augustin Kardinal Bea, Beichtvater des verstorbenen Papstes Pius XII. und Leiter des Vatikan Sekretarias. das die Tagesordnung für das ökumenische Konzil vorbereitet, hat in einer Pressekonferenz in Rom erklärt, auf ¿eni für den kom von FREDERH2X R. LAüHttANR fach in Wahrheit auf ganz andersartige Erwägungen und Triebe zurückzuiühren. Solange aber die Kirche die gesamte Judenheit und dal mit jedes einzelne Individuum als ..Goitesmörder“ menden Oktobrr von Papst s^iärt, räumt sie damit die Johannes XXIII. cinberu.ej letzten Hemmungen fert, die r.en Kircnen-Kcnzil werde | sjc-h ¿gm Ausleben bösester man nach einem WegIsu- | Instinkt« sei.ens christlichsn, um di€ Juden von o*Gm j Virfcl^Gr ir.ö^li°lisr- Stigma, „Gott getötet zu ha- ■ a ' ben“ zu befreien. Im Evangelium Matthäi wird berichtet, dass dem römischen Landpfleger Pilatus auf die Beteuerung, er wolle nicht am Blute Jesus' schuldig werden, vom ganzen (jüdischen) Volk einmütig zugerufen wurde: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ Dieser Satz findet sich in keinem ande christliche Kind die Darstellung d:r Leidensgeschichte Jesus im Religionsunterricht in der traditionellen Ferm der erste Anlass, einen pl lieh sich auftuenrlen Abg.und zwischen sich und dem jüdischen Gespielen zu empfinden. Wieviele jüdische Kinder haben nicht eines Tages mit Fassungslosigkeit ven eiern bisherigen 'sei ren Evangelium. Er stellt die brutalste existierende Formulierung einer jüdischen Kollektivschuld am Tode Jesus' dar. Die katholische Kirche — stellte Augustin Kardinal Bea in seiner Pressekonferenz fest — erkenne an, dass eine der wichtigsten Ursachen für die Verfolgung von Juden durch Christen während der Jahrhunderte die Tatsache gewesen sei, dass man den Juden die Schuld an der Kreuzigung Jesus' zugeschrieben habe. Es sei — so sagte der Kardinal — höchste Zeit, dieses Stigma zu beseitigen. weise ln In der Vielfalt der Mo'ive könnten, zu dem. was man mit dem der wahre Grund oder die unzutreffenden Wort „Antij w'ahre Ursache, so diente semitismus“ zu bezeichnen i vor allem im Mittelalter London. — Der Jüdische Weltkongress gab mit Billigung von Dr. Nachum Goldi.iann eine Erklärung ab, um eine von der „New York Times“ und anderen Zeitungen veröffentlichte Nachricht zu widerlegen, dass der Weltkongress die Absicht hatte, „die er inzwischen fallen liess, einen inoffiziellen Beobachter zum Oekumenisehen Konzil in Rom zu entsenden und einen Repräsentanten vor dem Vatikan zu ernennen.“ In dieser Erklärung heisst es, dass der „JWK wohi wusste, dass er aus formellen und anderen Gründen nicht in der Lage war, einen solchen Repräsentanten zu ernennen“. Das Missverständnis, auf dem dieser Fall beruht, liegt anscheinend in der Tatsache, dass der JWK seit seiner Gründung im Jahre 1936 ebenso wie in anderen wichtigen Hauptstädten der Welt auch in Rom einen Repräsentanten hat. Die dortige Vertretung steht in keiner Beziehung zum Vatikan als solchem. ,,Im Gegensatz zu vielen anderen jüdischen Organisationen hat der JWK“, wie versichert wird, „niemals die Teilnahme jüdischer Beobachter beim Oekumenisehen Konzil befürwortet und noch weniger zu erreichen versucht.“ (ITA) sich gewöhnt hat, spielt in! die kirch.iche Mordbeschulder Tat diese Beschuldigung digiing mir zu oft als willseitens der Kirche eine besondere Rolle. Wohl ist die Verfolgung der Juden vielkommener Mord. Noch heute Vorwand zum ist für das * MALERARBEITEN | FACIIMAENNISCHE AUSFUEFIRUNG. SAUBER, % PREISWERT, SCHNELLSTENS ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 T. E. 76-7281 y 76-9088 '#*-aHH5--**»**$Hfr#X-*******-»*tf-***»**«#****«*' i < t Teppichhaus - M. Höchberg ■ i UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNUPFTEN ‘ + TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN < I den Weg stellen ( Freund, der aus dem Reli- Wer.n auch nicht | gionsunterricht heimkam. in der einen oder anderen Form den Satz gehört: „Ihr habt Christus getötet!“ Selbst dort, wo das Gelernte nicht unmittelbar zur Trennung voneinander und zur direkten Feindschaft führte, wurde es Ansatzpunkt zu dem unbestimmten Empfinden, „der Jude sei nicht nur eineandere Art Mensch, sondern gehöre zu einer, seit Jahrtausenden mit einem Stigma belasteten Gruppe, deren ruchlose Herausforderung „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder“ von Gott angenom- * ~rnmir II i iiiiM ■ i mm FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrik alien — Unverbindliche Vorführung t Auf Wunsch Zahlungserleichternngen \ MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. 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Sie waren, mit möglicher Ausnahme von Markus, mutmasslich nicht einmal Zeitgenossen von Jesus. Sie schrieben ihre Berichte auf Grund von älteren, die verloren gegangen sind, und mi“: einer klaren Tendenz. Aber selbst die Evangelien können die Tatsache nicht leugnen, dass die gesamte Erscheinung Jesus“, zum jüdischen Kulturkreis gehört. Jesus war ein jüdischer Rabbi, die Apostel waren Juden, und Jesus’ grosse Gefolgschaft (deren Existenz allein die Behauptung einer jüdischen Kollektivschuld ad absurdum führen sollte, selbst wenn man an eine „Schuld“ bestimmter Gruppen glaubt) war vollständig jüdisch. Seit der Auffindung der sogenannten Rollen vom Toten Meer die uns bis dahin unbekannte Einzelheiten über die Entwicklung des Judentums im letzten vorchristlichen Jahrhund?rt berichten, sehen wir die Erscheinung Jesus' in noch stärkerem Mass, als eine logische Konsequenz bestimmter religiöser Richtungen. Es ist in der Tat gerade paradox, dass gerade eine Epoche, die ein klares Bindeglied zwischen Judentum und Christentum bildet, die Elemente zu eintr tragischen Gegensätzlichkeit zwischen den beiden Religionen geliefert hat. DIE KIRCHE IN ABWEHRSTELLUNG Das Auftauchen radikal antireligiöser Bewegungen wie Nazismus und Kommunismus sowie der Fortschritt der wissenschaftlichen Forschung, die dabei ist, mehr und mehr Geheimnisse des Universums zu enträtseln, hat schon vor geraumer Zeit die Kirche in eine Abwehrstellung getrieben und die Erkenntnis gefördert, dass es zweckmässig sei. einen stärkeren Zusammenschluss aller religiösen Kräfte herbeizuführen und innere Gegensätze abzumildern. Es war aber Papst Johannes XXIII. Vorbehalten, aus dieser Erkenntnis nicht nur theoretische Schlüsse zu ziehen, sondern sofort alles daran zu setzen, diese Schlüsse zu Taten ’ werden zu lassen. 3s. Aires - PUEYRP.ELOM 21E0, l9 uq. - 1 E. 83 26) .A SEMANA ISRAELITA E1.3 E MAMA Ui O IND EP EN DIENTE Besareis der juiSsü Guatemalas 1 «r Guatemala. — Die 1.550' tauchen dieser antisemiti- Juden Guatemalas beobach- I sehen Literatur in Guatema- I ton mit gewisser Sorge neue Anzeichen ven Antisemitis- , mus, die sich in den letzten Monaten nach einer Periode relativer Ruhe bemerkbar machen. Verschiedene nichtjüdische Kaufleute und Akademiker berichten, sie hätla begann eine der drei grossen Abendzeitungen eine Artikelserie von mehr oder weniger offener antisemitischer Tendenz zu veröffentlichen. Die Artikel sind von. dem Herausgeber Clemen'.e Marrcquin Rojas unterzeichten mit der Ppst ein drei . ret. Einige enthalten offene; Seiten starkes anonymes j Angriffe gegen die Juden Flugblatt zugestellt erhal-: und die jüdische Religion, len, das von antisemitischen i während in anderen Sätze Beleidigungen und Verleumi Vorkommen wie: „Die Ju- . düngen strotzt. In diesem! den verdrängen die eingeboj Elaborat werden bekannte rene Bevölkerung von ihren Mitglieder der jüdischen Gs- : mcinschaft namentlich des Schmuggels und anderer schmutziger Geschäfte be- I schuldigt. Ebenso werden ei-! nige Politiker des Landes, die einen oder mehrere jüdische Vorfahren haben, angegriffen und heftige Kritiken an dem herrschenden : Regime geübt. Abschliessend empfehlen i die Verfasser des Flugblat- . tos die Lektüre verschiedei ner, notorisch anti.semiti- I scher Bücher wie „Der internationale Jude“ von Hen- Büden, um sich Y.'ochenendhäuser zu bauen“, „D-e Hauptstadt Israels ist nicht Jerusalem sondern New York, von wo aus die Juden die rcrdamerikanische Wirtschaft beherrschen“. „Der einzige Staatsmann, der d’e westliche Wrelt vor dem Kommunismus zu verteidigen wusste, war Adolf Hitler.“ Zum Minister ernannt Der bekannte Anwalt und Publizist Neville Asbenheim ry Ford, „Der grosse Vor-| ist zum Minister ohne Porrat ‘ von Traian Antonescu,! iefeuilie in der jamaikanieic. Diese Bücher wurden sehen Regierung erkannt kürzlich in grrss n Mengen worden. Gleichzeitig wurde aus Mexiko eingeführt und ~r in den Gesetzgebenden sind in den Schaufenstern Rat berufen, d-r rach der Ainiger Buchhandlungen im : srlargung der Unabhängigzentrum ausg-s’eKt. keit Jamaikas den Senat Gleichzeitig mit dem Auf-J dsrsiellen wird. (ITA) 7 A I ijta o o TONfdSas AÍRE ACONDICIONADO TOTAL 21 de Agosto 5 di 18 de Setiembre - 27 Mauer Putschversuch? London. — Im Irak soll kürzlich ein Staatsstreich gegen Ministerpräsident Kaisern versucht worden sein. Wie von gut unterrich'eler Seite in Bagdad verlautete wurden nach der Aufdek kung des Umsturzversuches 50 Personen verhaftet. —

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