Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1973 (18.8.1962)
- Date
- 1962-08-18
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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2 — Sábado, 18 de Agosta dr 1962 ■JttD ISCHE WOCHENSCHAU Probleme der emeinschaft Aß* XXIII. _ N*. lg;;. (Schluss von Seite J> werden; das Christentum hat in vergangenen Zeiten eine neue Gesellschaft geschaffen; die Feudalherrschaft wurde durch andere neue Prinzipien abgelöst; die Reformation war eine jener grossen Bewegungen, die das Bild der Menseheit entscheidend gewandelt hat. Die menschliche Erkenntnis hat auch schon längst die Lösungen für die komplexe Problematik des gesellschaftlichen oder ge meinschaftliehen Lebens der Menschheit gefunden. Hierbei ist es noch nicht einmal entscheidend, ob wir diese Vorstellungen für ein besseres und gesund-zs Zusam menleben der Menschen auf göttliche Inspiration, auf philosophisch? Einsicht oder auf politische Zweckmässigkeit zurückfähren. Jeder kann für sich diejenige Formulierung annehmen, die ihm vernünftig erscheint, wenn er sie nur wirklich be In der einen oder anderen Form haben alle zivilisierten Nationen dieses Zehngebot zur moralischen Grundlage ihrer Eigenexistenz gemacht, was bedeutet, dass sie alle davon — jedenfalls theoretisch —überzeugt sind, hier die verbindlichen Normen für ihre Haltung als Volk wie als Einzelwesen za finden. Dieses Siltengesetz ist von der Entwicklung politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Verhältnisse und Bedingungen unabhängig. Wenn man so will, ergibt sich aus diesem Bestand des als sittlich Erkannten unter allen Lebensbedingungen und in allen Zeitläuften die Gültigkeit dieses Gesetzes. Nur das* es ■ bis heute trotz allen Forti schrittes und trotz des hoj hen geistigen Niveaus, das ' die Menschen im Durch- : schnitt betrachtet erreich- , ten, nicht gelungen ist, die- I se sittlichen Prinzipien in den Alltag des Lebens zu t des Menschen in seinem j Kampf der Selbstüberwin- | düng seiner Leidenschaften i gibt, kann man unschwer ..den permanenten Aggres-iaus der eigenen Entwicksiensübersehuss der menschilung der Menschheit entnehllchen Natur“ zu kompensie-i men. Der Höhlenmensch ren, zu zügeln und zu über-;oder, wie man es ausdrückt, winden. * prähistorische Mensch Hier begegnen wir einem weiteren Widerspruch oder Gegensatz zwischen verstandesmässiger Erkenntnis, also zwischen dem Fortschritt der Wissenschaft und Technik, und der seelischen Situation des Menschen, also zu seinem moralischen Niveau. nr. Hoffnung und Resignation Wir haben uns mit dem zentralen Me.isr hheitsprobtem konfrontie t. Es Ist richtig, dass wie hier nur Phrasen für ei: e altbekannte Situation menschlicher Schwä- , . , , ... - „ chen formulieren, oder gibt Rennern Auch der Weg von der war ein absoluter Einzelgänger. Langsam bildete sich das Zusammenleben in Familien oder in Horden aus. Langsam wurde hieraus eine Art von Gemeinschaft, die den ersten Schritt zum „Zusammenleben“ der Menschen überhaupt bildete. Das Entstehen jenes eigenartigen Phänomens, das wir als Gemeinschaft oder dann als Gesellschaft bezeichnen, spiegelt den langen Weg wider, den die Menscheit bis heute durchschritten hat. Man braucht aber nicht auf diese Ursprünge menschlichen Lebens zurückzugeben, um den Fortschritt zu menschlichen Gesellschaft durch die allmähliche Erziehung und Bildung der Menschen vom Einzelgänger oder Hordenwesen zum Träger einer Gemeinschaft und Staatsbürger. An die Stelle des Faustrechte^ ist die staatliche Ordnung getreten. Wer auch heute noch sein „Recht auf eigene Faust“ sucht, degradiert sich zum Rechtsbrecher in den Augen der Gemeinschaft und er ist es auch in seinem eigenen Bewusstsein. In jedem Land ist beute das Recht kodifiziert, und der Staat zum Verteidiger des Rechtes berufen. Wir befinden uns in dem Stadium der Entwicklung.! dass diese für jedes einzel- IA SEMANA ISRAELITA Btsemacano — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda V erantwortlicü: Dr. IIardi Swarsensky Pueyrredóo 2190. Io izq T. E. 83-2G&3 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100.— pro Quartal Ausland * 600 — jährl ts coch reale Möglichkeiten einer moralischen Aufwärtsen vvickiurg der Menschheit? S.cherlkh wird auch wenn er sie nur wirklich bei, „ ‘ . 6 zu; dies« Frage rr’ns'antvlnt herzir°n würde. Die Richttb! lLaÄ!f'otzdent. we™ diel i Ä der primitiven Stammesgemeinschaft zum modernen Staat vollzog sich mit vielen Rückschlägen und Schwierigkeiten in einem Zeitraum dass alle Menschen, von unwürdigen Ausnahmen ab- ( _ _„ _ _ __„ _ gesehen, sich der Tatsache | ne Land geltende rechtliche! d« Rechtsbruches oder ei- und sittliche Ordnung auf •’nes unsittlichen Verhaltens die Beziehungen der Völker einem Verstoss gegen durch Schaffung und den ’ üie ethischen Grundgesetze.. Ausbau einer Internationa- ) der Menschheit bewusst sind, len Körperschaft, den Völj Das „schlechte Gewissen“ kerbund, übertragen werden!'£t der , dieses Besollen, sodass auch im interj wusstseins, aber auch der nationalen Leben nicht mehr rien für ein menschenwürdiges Zusammenlebe i der Individuen w:e der Vö‘k r sind für u~s Juden in uneeren ethische i Gesetz n verankert. deren kürzest' Formulierung rie ^ehn Ce' o'e sind. Hier ist der Mensch aufgefoic!. rt. seine Leidenschaften und seine Triebe zu zähmen, um sich in die Gemeinschaft einzuordnen und der Gesellschaft eine normale. friedliche Existenz zu ermöglichen. Wir respektieren die Gleichheit aller Menschen. aus der sich die gleichen Rechte und Pflichten für alle Menschen und alle Völker ergeben. Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—13 Uhr T. E. 83-2613 wenn diese ethisch-charaki (erliche Un.eife der Men-! ,'chen einen Atomkrieg enti fesselt, und die Menschheit sich seibs': eliminieren wird. .Hiervor kan.i man w'arnen, I aber man darf nun nicht im i Hinblick . uf eine befürchte-! te Weltkatastrophe die Dinj ge treiben lassen oder gar; einem „angenehmen Leben“ | fronen, das unverständige! und haltlose Menschen ande- :ien ermög iehen.! Die Moralisierung der j Menschheit, der Ve-w1 , den Charakter und die Ei- ,. „ . . .- . . .; geschaffen des Menschen wurde überhaupt erst durch die Faktoren haben sich , zu andern, ist ein gewaltiges Verzicht auf Eigenmcht geändert, die heute; Unterfangen. Diese Bemu:, mächtigkeit ermöglicht. Die wie immer zuvor die Re all-; hung, die so alt wie der er- Eingliesdcrung in die Gesellsierung dieser gleichgebliekennende Mensch selbst ist, kann nur dann vor benen Prinzipien verhindert , stellt einen langen Prozess ■ haben: die Unzulänglichkeit | dar. der nicht nach Generader Stärkere sich sein Recht suchen darf, sondern über jeden Konflikt zwischen Völi Notwendigkeit der Anerkennung des Sittengesetzes al len bewusst ist. Wenn wir also der Auffassung sind, dass wir einer vollständigen Umformung der menschlichen Gesellschaft gegenüberstehen, deren Zeugen wir sind, dann müssen wir dennoch zugeben. dass hierdurch das rittliche Grundgesetz nicht berührt wird. Der Sittenkedcx der Neuen Gesellschaft basiert auf den gleichen Prinzipien wie alle früheren Ge sellschaftsordnungen. Auch von Jahrtausenden. Dies setz ¡kern und Ländern ein Interte eine erfolgreiche Selbst Überwindung und die Bekämpfung gewisser menschlicher Triebeigenschaften voraus, um bei diesem eindringlichen Begriff zu bleiben. Die Aufgabe der unbedingten. durch keine Rücksichtnahmen auf andere Menschen begrenzte Freiheit oder Ungebundenheit des einzelnen, vollzog sich nicht durch einen plötzlichen Willensakt, sondern sehr langsam. Die Unterordnung unter eine grössere Gemeinschaft als die Familie des Menschen, der trotz aller Bildung und Erziehung einfach nicht die notwendige moralische Kraft besitzt. ♦ I REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschält CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 ► ♦♦♦ 4 lJaime Liebling:? S. 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Lange bevor Mosche der grosse Lehrer der Menschheit, das Sittenge.elz verkündete alsr l-""e br " •' e nis über das R chtige, das Werivolie, das ri'.niscne der Menschheit, geechenkt wurde. lebten Menschen auf der Erde, die ncch nicht den Weg kannten, der zum Frieden. zur Erlösung, zum wahren Fortschritt führt. Mit diesem Augenblick begann, wenigstens vom Standpunkt der Erkenntnis, eine neue menschliche Gesellschaft zu entstehen. Dieser Prozess eines Neuwerdens des Menschen und seiner Beziehungen zu seiner Umwelt ist noch längst nicht abgeschlossen. Das« es einen Fortschritt MOHEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2312 sich gehen, wenn neben dem Bewusstsein der Notwendigkeit solchen Verhaltens der moralische Verzicht auf die ungehemmte Entfaltung der ..Persönlichkeit“ tritt. Dass dies alles erreicht wurde, kennzeichnet den Fortschritt in der Entwicklung dar PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76 0266 PRIVAT 52-7734 nationaler Gerichtshof entscheiden soll. Die Ueberwindung des Faustrechtes im nationalen Leben eines Volkes oder einer bestimmten Gesellschaft vollzog sich ebenfalls nicht in wenigen Jahrzehnten, sondern erstreckte sich über lange Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende. Die Eindämmung der Triebeigensebaften des Menschen durch die Stärkung seines sittlichen Bewusstseins ist auch ein langer Prozess, der bereits gewisse Ergebnisse aufzuweisen hat. Der „gesittete“ Mensch, das „ziviiierte“ Volk oder die kultivierte Gesellschaft sind Ausdrucksformen für die Ergebnisse der Entwicklung vom Hordenmenschen zum Gemeinschaftsträger. Am klarsten kann dieser Fortschritt daran versinnbildlicht werden, wenn man festzustellen ln der Lage ist, 1 Ausgangspunkt für eine erfolgversprechende, weitere Erziehung der Menschheit. Aus diesen Gründen' ist kein Raum für Resignation. An der Stärkung des Bewusstseins für das Recht und die sittliche Wahrheit zu arbeiten, ist eine hoffnungsvolle Aufgabe von Generationen. Hier liegt der echte Fortschritt, .für den die Menschheit trotz vieler Fehlschläge, Enttäuschungen und Rückfälle in die Barbarei durch Selbsterziehung, und Ueberwindung mancher Triebeigenschaften zu kämpfen hat. Ermittlungen in Erbschafts- und Entschaedigungs- Angelegenheiten JAMES HIRSCH Berlin-Wilmersdorf Prager Platz 6, Telefon: 87 59 14 ^msiigaiiniiiiiiiisü •WWVWWt ■; JACOB LAPIDUS j ■: dipl. Möbel l £ NEUE ADRESSE V VIAMONTE 2037. 4,. B. 46-1716 und 48 2U4 Í Dr. I B.Schwaru ] ZAHNARZT : ESTOMBA 2283 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG NERVEN n. GEMÜTS¬ KRANKHEITEN Dr. M. J. KUHN f prov. k RIVADAVIA 2625 in ¡i S Tel. 48-7524 J Mont., Mittwoch, Freitag i i 17—20 Uhr. Tel. Anniel-) V düng erbeten.? ■-vw-.-w-vu-JV’jvrS i H. 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