Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1972 (10.8.1962)
- Date
- 1962-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viem«, 1# de Açosto de 1962 If. Sw.: — Die Europäer sind gewöhnt, die Weltgeschichte unter dem Aspekt der europäischen Heimatländer zu betrachten. Auch die Juden pflegen denselben Fehler zu begehen. Auch für sie ist die jüdische Geschichte bis in die letzten Jahrizehnte im wesentlichen eine Geschichte der Juden unter den europäischen Völkern geblieben, obwohl wir doch gelernt haben, dass die aussereuropüischen Entwicklungen gerade für das jüdische Leben und Ueberleben von ungewöhnlicher Bedeutung geworden sind. Ohne die Schicksale der europäischen Juden ist natürlich die Geschichte der Juden in den Amerikas unverständlich, genau wie dies in der allgemeinen Geschichte der beiden Kontinente der Fall ist. Denn Amerika, das ist die neue Welt, die von der alten entdeckt, erschlossen, besiedelt und inspiriert worden ist. Hiermit beginnt auch die Geschichte der Juden in Amerika. Noch sind die Forschungen nicht abgeschlossen, um den vollen Umfang des jüdischen Anteils an der Entdeckung und Kolonisierung Amerikas abzumessen. Die Meinungen der Gelehrten gehen noch auseinander. Aber immer gewichtiger werden die Stimmen, die erklären, Cristobal Colon, in Europa Kolumbus genannt, ist ein Jude gewesen. Lesenswert und spannend ist das grosse Geschichtswerk des Salvador de Madariaga über das Leben des Kolumbus. in welchem er nach wissenschaftlichen Prinzipien den Beweis dafür antritt, dass Colon jüdischen Blutes gewesen ist. Argument fügt Madariaga an Argument. Seine Feststellungen und Forschungen werden durch den jüdischen Historiker Cecil Roth bestätigt und ergänzt. Vielleicht war es Zufall, vielleicht war es Fügung, jedenfalls ist in der Stunde, als die Juden aus Spanien vertrieben worden sind, der erste Schritt in die Neue Welt unternommen worden. Merkwürdigerweise — oder ist es vielleicht garnicht so merkwürdig? — berichtet Kolumbus selbst in seinen Aufzeichnungen: ,,In demselben Monat, in dem die SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1978 —!»V Aus der jüdischen Vergangenheit spanischen Herrscher (Ferdinand und Isabella) die ‘Vertreibung der Juden aus dem gesamten Königreich verfügten f April 1492), gaben sie mir den Auftrag, meine Reise nach Indien zu unternehmen.“ Viele Marranen, zwangsgetaufle Juden, die insgeheim ihr Judentum bewahrten, ahnten voraus, dass sie dem Kolumbus eines Tages auf seinem Wege werden folgen müssen, und beteiligten sich durch Bereitstellung von Mitteln an dem Unternehmen. Als grosse finanzielle Schwierigkeiten zu überwinden waren, ist es der Marrane Luis de Santangel gewesen, der dem mutigen Seefahrer Kolumbus zu Hilfe kam. Aber Luis de Santangel war durchaus nicht der einzige Marrane, der bei der Finanzierung und Durchführung der Reisen des Kolumbus half. Auch unter den Mitgliedern der Expedition befanden sich mehrere zwangsgetaufte Juden: der Schiffsarzt Bernal, der selbst den Verfolgungen der Inquisition ausgesetzt war. der Kenner vieler orientalischer Sprachen Luis de Torres u. a. Uebrigens war dieser Torres der erste Jude überhaupt, der sich auf amerikanischem Boden niederliess. Als Kolumbus zurückkehrte, blieb Luis de Torres in Kuba und widmet« sich dort dem Anbau des damals in Europa noch unbekannten Tabaks. Noch ein kurzes Wort soll über Kolumbus selbst gesagt werden, wobei am besten Madariaga zitiert sei: ..Kolumbus war genau der Mann, den dieses Werk brauchte. Seine jüdische Abstammung verlieh ihm eine universelle Weltanschauung. Obwohl er einer Weberfamilie entstammte, hatte er von Jugend auf die Anziehungskraft des Meeres erfahren und als ein Korsar und Seefahrer das Mittelmeer durchsegelt, bevor er sich in Portugal und später in Kastilien niederliess. Ein Genueser in Genua, Wurde er ein Portugiese in Portugal und ein Spanier in Spanien. In Wirklichkeit war er heimatlos, indem er mehr Zukunft ■ ♦♦ ♦ ♦ ♦, J. P. LANDSBERG I VERSICHERUNGEN JEDER ART X Bme. MITRE 430 V. Of. 550 ¡ T.E.: 30-1474 ■♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦+♦♦♦♦♦♦♦♦♦<........ Für Turisten in USA I« FEINE PEL2MAENTEL — STOLAS — NERZE j GROSSE AUSWAHL — EN GROS-PREISE ¡¡ KING OTTER \ 360 SEVENTH AVENUE — NEW YORK, USA «* TEL. LAKAWANNA 4 1996 í israEVbríefsmmenI AA WIEDER VERKAEUFER _ ALLE NEUAUSGA- J BEM ZUM OFFIZIELLER PREIS « Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, l VLAMOIITE 550, I/B — Bu*ao, Aíras, Rap Argentina * '‘••••••aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa REiSE NACH BRASILIEN als Vergangenheit war... Alles in ihm war dynamisch, voll Bewegung, gespannt, auf die Zukunft gerichtet. Er war ein Traum, den ein Wille vorwärts drängt.“ — Aehnliche Dienste wie dem judenfeindlichen Spanien leisteten Juden auch für Portugal. Als Vasco da Gama am Vorabend der Vertreibung der Juden aus Portugal im Aufträge des Königs Manuel eine Expedition ausrüstete (1497), die dann später um das Kap der Guten Hoffnung segelte stand dem portugiesischen Seefahrer der bedeutende jüdische Astronom Abraham Zacuto aus Lissabon zur Seite. Dieser jüdische Forscher war es, der für die Expedition die von ihm erfundenen nautischen Instrumente zur Verfügung gestellt hat. Ein zweiter Jude, der als Kapitän in indischen Diensten stand, begleitete den Seefahrer auf seiner Entdekkungsreise. Vorher musste er allerdings die Zwangstaufe entgegennehmen. Er trug dann den Namen seines Chefs und ist als Gaspar da Gama in die Geschichte eingegangen. Dieser Gaspar da Gama beteiligte sich an einer zweiten portugiesischen Expedition, an deren Spitze Pedro Alvarez Cabral stand, der am 24. Aprli 1500 die Küste Brasiliens erreichte. Damit begann die Herrschaft Portugals über dieses grösste südamerikanische Land, aber auch die Geschichte der Marranen und der Juden auf diesem Kontinent. Im Jahre 1503 begab sich der Marrane Fernando do Noronha mit sechs Schiffen, deren Bemannung hauptsächlich aus Marranen bestand, nach Brasliien. Nach ihm heisst heute eine grosse, dem Festland vorgelagerte Insel. Fernando do Noronha besass ein vom König Manuel von Portugal ausgestelltes Handels- und Besiedlungprivileg. Auf einer Landkarte von 1525 trägt der Fluss Guanabana den Namen Rio de los Jud'os. Das Land blühte auf. Die von den Portugiesen unter dem Verdacht des Judaisie- JUAN JULIUSBURG MALERARBEITEN 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 ^H«UiaUWHHiIlUUIUUCaiM:u;i^tiiiU{U!HtiiS rens nach Brasilien deportierten Marranen fanden dort ihre Freiheit. Das jüdische Leben entwickelte sich. Später verboten die Portugiesen die Auswanderung, aber eine geheime Einwanderung nach Brasilien von Marranen-Famiiien brachte eine Verstärkung der neuen Gemeinden. Im Jahre 1(121 wurde die Inquisition von den Portugiesen eingeführt. Als dann zwei Jahre später die Holländer, die Vorkämpfer der Gewissensfreiheit, den Besitz Nordbrasiliens den Portugiesen streitig machten, traten die Marranen, die vor allem in den beiden nordbrasilianischen Städten Bahia und Pernambuco lebten, auf die Seite der Eroberer, die ihnen die Freiheit brachten. Aber Bahia musste bald wieder aufgegeben werden. Die Juden-Marranen flüchteten von dort nach Pernambuco, das eine der wichtigsten jüdischen Zentren in dieser Zeit wurde. Die jüdischen Siedlungen in Brasilien gelangten unter der holländischen Herrschaft zu höchster Blüte. Viele Ju den wanderten vor allem aus Holland nach Brasilien, neues Leben zu beginnen. Unter diesen Auswanderern befanden sich bedeutende Gelehrte, u. a. Isaak Aboab de Fonseca und Moses Rafael de Aquilar, die beide an der grossen Gemeinde in Pernambuco wirkten. Isaak Aboab de Fonseca war der erste Rabbiner Brasiliens. In einer anderen Gemeinde amtierte der Chacham Jacobo Logarto, welcher der erste talmudische Schriftsteller in Südamerika gewesen sein dürfte. Als dann die Portugiesen sich anschickten, den Holländern die verloren gegangene Kolonie wieder zu entreissen, standen die Jude, wie die Marranen selbstverständlich auf der holländischen Seite. Es waren Juden, die immer wieder zum Widerstand anspornten. Aber die Portugiesen konnten sich durchsetzen und ih.e Herrschaft wiederherstellen. Daifiit fanden auch die jüdischen Gemeinden Brasiliens dieser Epoche ihr Ende. Als ich jetzt in Rio de Janeiro den ständigen Delegierten der Hebräischen Universität in Jerusalem, Dr. Siegfried Krebs, traf, der vor kurzem von der Universität in Santiago de Chile zum Professor ernannt worum in der Neuen Welt ein i den ist, berich'ete er mir von den Forschungen, die über erste Judensiedlungeu in Recife-Pernambuco angej stellt worden sind. Jetzt; wurde der wahrscheinlich erste jüdische Friedhof entdeckt (von einem nichtjüdi-,’ sehen Gelehrten), der müg-J licherweise in einer nicht) fernen Zukunft ausgegrabetij werden soll. Man rechnet; damit, dass wertvolle Funde gemacht werden und manche noch nicht geklärte Frage über die Herkunft bedeutender lateinamerikanischer Familien mit Hilfe der Inschriften auf diesen Gra'osteinen geklärt werden kann. So stark war dis jüdische Position unter der holländischen Herrschaft, dass im Friedensvertrag zwischen Portugal und Holland eine besondere Klausel über das Schicksal der Juden aufgenommen wurde. Es wurde vereinbart, dass die Juden freien Abzug erhalten. Ihnen wurde hierfür eine Frist von drei Monaten gewährt. Die Portugiesen respektierten diese Vereinbarung, sodass die einst blühende Gemeinde von Pernambuco wenigstens keine Verluste durch Verfolgung und Inquisition erlitt. — (In einem weiteren Artikel soll noch einiges über das Schicksal dieser ersten brasilianischen Juden und die spätere Gründung jüdischer Gemeinden in Brasilien berichtet werden.); 1t LA F0#fj; ’(Rias di u Joachim-Lipschitz- Kinderheim Berlin. — Zur ständigen Erinnerung an den vor kurzem verstorbenen Senator für Inneres im Lande Berlin, Joachim Lipschitz, den Mentor, Schirmherrn und Förderer der Aktion ,,Unbesungene Helden“ die es sich j zur Aufgabe gemacht hat, den Männern und Frauen zu danken, die während der Nazizeit jüdischen Verfolgten unter dem Einsatz ihres Lebens geholfen haben, will die Jüdische Gemeinde zu Berlin zur Errichtung eines ..Joachim-Lipschitz - Kinderheimes“ in Israel aufrufen. In dem Kinderheim, das in erster Linie den Kindern Israels zugute kommen wird, sollen auch Kinder aus Deutschland ihre Ferien ver bringen. In Aegypten unerwünscht London. — Elizabeth Taylor darf ägyptischen Boden nicht betreten, weshalb der Millionenfilm „Cleopatra“ praktisch in Rom gedreht worden ist, mit Ausnahme einiger Aufnahmen die in einem anderen Lande gemacht wurden, wie ein aus Kairo erhaltenes Kabel besagt. General Esham Elmasrl vom antiisraelischen Boykottbüro betonte, dass Liz Taylor Aegypten nicht besuchen dürfe, well sie zum Judentum übergetreten ist und „die israelischen Belange unterstützt.“ (ITA) NO SOLO DESDE ■** PLATEA!!! Los lugares que desde la pantalla le emo' donan, le maravillan, le "transportan", VEA~ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS... USTED, MISMO EXCURSIONES "'EXODO" DE VIAJES BITTERMANN CORRIENTES 2063 - PLANTA BAJA, 0F. 9, 10, 14 y 16 . T E- 49-3491/45-4957/49-0433/45-7607 /49-1229 * ** -i* -A