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Jüdische Wochenschau · 1962-08-10 · 1972 (10.8.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1972 (10.8.1962)
Date
1962-08-10
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German, Spanish
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i - Viernes, 10 'de Agosto de -f SEMANA ISRAELITA An« XXIII. — ¡V». 1972 — Bekaempfung des Antisemitismus STATE DEPARTMENT NIMMT STELLUNG Washington. — Das State Department hat die Berichte der Jewish Telegraphie Agency über die antisemitischen Ausschreitungen in Argentinien, die Berichte aus jüdischen Kreisen sowie die offizielen Informationen der USA-Botschaft in Buenos Aires aufmerksam studiert und verfolgt nunmehr die Entwicklung dieser Ereignisse, wie aus offiziellen Quellen' verlautete. Gleichzeitig erklärte der Beigeordnete Staatssekretär für interamerikanische Angelegenheiten, Edwin M. Martin, dass das State Department seinen Einfluss gegen den Antisemitismus in Südamerika geltend macht und versicherte, dass „wir und unsere Beamten in Buenos Aires im gegebenen Falle bereit smd. mlt den Mitgliedern der argentinischen Regierung die Besorgnis aller anständigen Menschen über das illegale Treiben einer Minderheit in einer nicht offiziellen Form zu erörtern. „Das State Department hat mit Unterstützung unserer Botschaft in Buenos Aires seit zwei Jahren die Wühlarbeit des Antisemitismus in Argentinien aufmerksam verfolgt“, äusserte der Staatssekretär, „und die erhaltenen Informationen scheinen zu der Annahme zu berechtigen, dass fast alle, wenn nicht sämtlche antisemitischen Ausschreitungen kleinen, meist geheimen und recht unorganisierten Gruppen zugeschrieben werden müssen, die extrem nationalistisch sind und den Antisemitismus gewählt ha-, ben, um ein Ventil für ihre persönliche und soziale Unzufriedenheit zu finden.“ Hierzu bemerkte er noch, dass die USA-Botschaft in Buenos Aires dem State Department mitgeteilt habe, dass die .argentinische Bevölkerung“ anscheinend über die kürzlichen Gewalttaten ehrlich entsetzt sei und diese bedauere. Martin enthüllte, dass die Beamten der USA-Botschaft vor einiger Zeit auf die Schwere der antisemitischen Vorfälle in Argentinien auf merksam gemacht wurden und Anweisung erhielten, bei geeigneten Anlässen die argentinischen Politiker auf den ungünstigen Eindruck zu verweisen, den diese Vorfälle im Ausland verursachen. „Da bisher kein USA- Bürger betroffen worden ist. so war der Botschafter nicht in der Lage, formellen Einspruch vor der argentinischen Regierung zu erheben“. setzte er hinzu. Nach seiner Ansicht ist aus geie_ gentlichen Unterhaltungen mit argentinischen hohen Beamten zu entnehmen, dass diese sich Rechenschaft von dem Schaden geben, den das Treiben der antisemitischen Gruppen dem Namen Argentiniens zufügt, und „die absolute Notwendigkeit einsehen. dass unter den obwaltenden Umständen strenge Massnahmen ergriffen werden müssen.,“ KENNEDY WURDE INTERPELLIERT Washington. — Der demokratische Deputierte für New York Herbert Zelenko ersuchte den Präsidenten Kennedy telegrafisch, die Einstellung jeder Hilfe für Argentinien und Uruguay anzuordnen, falls die Regierungen dieser beiden Länder „nicht energisch für die I MALERARBEITEN! % FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG. SAUBER, * * PREISWERT, SCHNELLSTENS * * ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 T. E, 76-7281 y 76-8088 I feppichhaus-- M. 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E. 51 - 2205 * (Ecke Monroe) Ausrottung des Antisemitismus Sorge tragen.“ Zelenko fordert Kenedy auf, „schnell einzugreifen“ und fährt fort: „Die skandalösen Nachrichten aus Argentinien und Uruguay über straflos» Attentate auf Juden sind ein klarer Beweis für den Riss in der demokratischen Struktur dieser Länder und die Bedrohung der vornehmen Prinzipien Ihres Bündnisses für den Fortschritt. Diese Regierungen müssen unbedingt wissen, dass das nordamerikanische Volk den Antisemitismus verabscheut und mit Entsetzen jede Nachsichtigkeit für derartige hitleristische Praktiken sieht.“ - „Das Versagen der Behörden, diese beschämenden Ausbrüche zu verhindern, rechtfertigt eine rasche Aktion der USA im Namen der von Ihrem Bündnis für den Fortschritt vorgeschlagenen Ziele“, heisst es schliesslich in dem an Kennedy gerichteten Telegramm, „und zum Beweis für die Entschlossenheit der Amerikaner, diese Hilfe für die Stärkung der Demokratie und nicht zugunsten faschistischer oder kommunistischer Totalitarismen zu gewähren, ist Ihr offizielles Auftreten notwendig, indem Sie diesen Ländern mitteilen, dass die ihnen zufiiessende Hilfe eingestellt wird, wenn sie nicht wirksame Massnahmen ergreifen, um diese Auswüchse zu unterbinden.“ EINE DEBATTE IN DEN UN Vereinte Nationen. — Der UN-Generalsekretär U Thant steht mit verschiedenen Weltorganisationen und Regierungen über die kürzlichen antisemitischen Ausschreitungen in Argentinien und Uruguay in Kontakt, wie hier verlautete. Er gab diese Auskunft auf eine Frage, die ihm bei einer Pressekonferenz ein Journalist stellte, der wissen wollte, was aus einem Schreiben geworden sei, das U Thant vor zwei Monaten an die den UN angehörenden Regierungen Der Hsndsriilag des Vertrauens ist der Ausdruck einer erfolgreichen Partnerschaft zwischen Carlton und seinen Kunden. Die sichere Basis dieses Vertrauens bildet die Tatsache, den Kunden und ihren Söhnen, immer nur qualitätsvol le Kleidung zu liefern. Cartton - Kleidung ist Kleidung guten SUls, si« ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. Für Masskleidung ausgesuchte Import- und Nationalstoffe. In Fertigkleidung die gesamte Linie in Stabilo form Verarbeitung. Annahme mitgetorachter S ‘ofe. Ernst Koppel Herrenbekleidung Mcripú 484 I. TE. 31-7845 Herrenaasstattung Mcápú 982 TE. 31-0357 sandte. Darin hatte der Generalsekretär diese Regierungen darauf aufmerksam gemacht, dass bei der bevorstehenden Generalversammlung eine Resolution über „Kundgebungen von rassischer, nationaler und religiöser Intoleranz“ zur Debatte gestellt werden soll. „Ich habe von einigen Ländern Mitteilungen hierüber erhalten“, entgegnete U Thant. und fügte hinzu: „Ich entsinn^ mich nicht, ob Argentinien und Uruguay mein Schreiben beantwortet haben.“ > „TIMES” BERICHTET AUS BUENOS AIRES New York. — Die „Times“ veröffentlichte den folgenden Bericht aus Buenos Aires: „Die hiesigen Führer der Juden sagen, dass die Kommunisten'reiche Früchte aus der gegenwärtigen Zunahme der antisemitischen Gewalttätigkeiten in Argentinien ernten, obzwar neonazistische Gruppen als deren Urheber anzusehen sind. Die Zeitung „El Mundo“ hat eine Liste von 27 antisemitischen Ausschreitungen von gewisser Bedeutung angefertigt, die in der ersten Hälfte dieses Jahres verübt worden sind, einschliesslich der Schändung jüdischer Gotteshäuser, Bombenattentate, Angriffe mit Maschinenpistolen und Ueberfälle. Fortgesetzt werden von antikommunistischen Elementen Plakate angeklebt und antisemitische Flugblätter verteilt, in denen die Juden und die jüdischen Organisationen als Agenten des internationalen Kommunismus angeprangert und beschulddigt werden, dass die Juden selbst die Attentate in Szene setzen, um die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit von den Skandalen abzulenken, in die jüdische Kaufleute verwickelt sind. Die verantwortlichen Führer des argentinischen Judentums behaupten, der antisemitischen Kampagne lägen noch andere Absichten zugrunde als Attentate und LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE 6t. Air** — PUEYRREDOM 16. August 1962 219«, 1* M«. — T. E. 83-261- 10. Aw 5722 Hakenkreuz - Schmierereien von jungen Strolchen. Sie sind der Ansicht, diese Kampagne sei offensichtlich kontrolliert und sorgfältig dirigiert, doch sie gestehen, dass sie ihre Lenker nicht identifizieren können.“ PROTEST AUS BRASILIEN Rio de Janeiro. — Alfonso Arinos jun., einer der führenden Deputierten des Staates Guanabara, protestierte im Parlament ganz entschieden gegen die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Argentinien und Uruguay. Er forderte die Regierungen beider Länder auf, sofortige und energische Schritte zii unternahmen, „um das Treiben der Nazis und Faschisten zu unterbinden.“ Arinos ist der Sohn des brasilianischen Aussenministers. WACHSAMKEIT VONNOETEN New York. — Die „New York Herald Tribüne“ veröffentlichte einen Leitartikel „Nazis in Argentinien melden sich wieder“, in dem der Organisation der Länder Amerikas der Rat erteilt wird, aus ihrem Schlaf aufzuwachen und sich mit der Frage zu beschäftigen ob, es nicht angezeigt wäre, eine interamerikanische Konferenz einzuberufen, um über die Unterdrückung der neuen Naziumtriebe in Argentinien zu beraten. „Wenn alle Länder des amerikanischen Kontinents ihre Aufmerksamkeit auf die antisemitischen Vorfälle vrichten, so müsste dies Volk und Polizei Argentiniens beschämen und sie dazu veranlassen. gegen diejenigen vorzugehen die den guten Namen des Landes beschmutzen,“ schreibt das Blatt. Nach dem Hinweis, dass Argentinien ein beliebter Zufluchtsort für alte Nazis war, fährt der Leitarti- Die jüdische Bevoelkerung Hollands Amsterdam. — Holland besitzt eine jüdische Bevölkerung von 22.000 Seelen, von denen 17.000 Mitglieder der jüdischen Gemeinde sind, wie aus einem Bericht der holländischen Jüdischen Gemeinde hervorgeht. Darin wird festgestellt, dass es im Lande 55 Gemeinden gibt, deren grösste in Amsterdam mit 30.425 aschkenasischen Mitgliedern besteht, 1.763 Juden leben in Den Haag, 785 in Rotterdam und 397 in Utrecht. (ITA) „Nationalsozialistisch« Bewegung“ London. — Eine „nationalsozialistische Bewegung“ gibt es jetzt in Grossbritannien. Di« rechtsradikale Splittergruppe „Britische Nationale Partei“, von der in England kaum jemand Notiz nimmt, hat besch'os- ~en, sich diesen „neuen“ Namen zuzulegen. Sie soll angeblich 5.000 Mitglieder haben. (AWZ> kler fort: „Eine bestimmte Schicht von Argentinienrn hat mit Unterstützung von gewissen Deutschen und judenfeindlichen Arabern den Geist Hitlers in Buenos Aires genährt. Abschliessend heisst es: „In normalen Zeiten fallen die Hetzparolen dieser relativ unbedeutenden Gruppe auf unfruchtbaren Boden, aber in Krisenzeiten gedeihen sie, und dies scheint die Erklärung für das gegenwärtige Wiederaufflammen des Nazismus in Argentinien zu sein .. Die Juden werden zum Sündenbock, der an allem Unheil in Argentinien die Schuld trägt, ebenso wie sie früher in Deutschland für alle Uebel verantwortlich gemacht wurden.“ Wi*Zä5I33?ilSIiS!II'>Ji!SE!?=i!>*p:ii3i3IlISiS*äEtI!SSl»ggSl*SSSI*äBSiiaBääiSSäiE3Sai91IJliSfIIIIä!ä§r ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL I ► ♦ 4+-» 4 4 Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ RÜCKERSTATTUNG jetzt auch für Juden aus Polen. ★ ANMELDUNGSMOEGLICHKEITEN für alle, die nach dem I. 10. 1953 aut Laondern hinter dem eisernen Vorhang auswandern konnten. ★ SPRECHSTUNDEN: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr -★ —.- Dr. Günter Frey E ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS w¡ I Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltun 5 gen - Miets-, Zivil- und Handelssachen. «n | -*- f PUEYRRED0N 2190 «sq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613

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