Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-08-10 · 1972 (10.8.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1972 (10.8.1962)
Date
1962-08-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613380--2260-9613382
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

2 — Viernes, 10 de Agosto de 1962 J tí D S CH E WOCHENSCHAU Año XXIII. — No. 3**72 Der innere Zusammenhang (Schluss von Seite 1) nichts nutzende Arabische Liga und versucht, ihren Terror auf die freiheitlichen Länder An erikas auszudehnen. Die Reaktion der Uruguayer war eine gesunde. Die von solchen Drohbriefen bedrohte Reise-Agentur wandte;ich durch ihre Ds- Icgiex-ten an den Kongress der COTAL, der Vereinigung der Organisationen für Tourismus in Lateinamerika, der gerade in Mexiko tagte und verlangte, dass gegen diese politische Einmischung in den Reiseverkehr zwischen Ländern und Völkern eingeschritten werde. Tatsächlich fasste der Kongress dann die folgende Resolution: „1.) Jede Art von Druck, Zwang oder Einmischung, woher sie auch komme, um auf Touristen oder Reiseagenturen einzuwirken, um hierdurch die freie Entfaltung der Reise-Industrie zu beschränken, wird verurteilt. 2.) Diese Angelegenli3it soll der Internationalen Vereinigung der Reise-Agenturen unterbreitet werden, damit sie die erforderlichen Schritte einleitet.“ III. Ein Zufall? Wir können darin keinen Zufall finden, dass diese Aktion der Arabischen Boykott-Liga ausgerechnet zu dem Zeitpunkt vor sich geht, an welchem dis unbekannte faschistische Hand ihr verbrecherisches Treiben in Uruguay ausführt. Ohne Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* ÎZ4nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 Zweifel wurde auch dieses Mal Uruguay als Tummelplatz für besondere Ueberfälle, Angriffs und allgemeine nazistisch Kampagnen ausgesucht. Man erinnert sich, dass auch während der ersten grossen Sehmieraktion, die mit der Besudelung der neu eingeweihten Synagoge in Köln begonnen hat, Uruguay besonders betroffen worden ist. Man war oder ist der Meinung, dass die Bevölkerung Montevideos besonders für antisemitische Parolen zu gewinnen ist. Aber selbst wenn dies wirklich der Fall wäre, was wir nicht annehmen können, dann sympathisieren Regierung und Volk Uruguays seit Jahren mit Israel. Hierfür hat „El Plata“ als legitimes Sprachrohr der uruguayischen' Republik einen neuen Beweis geliefert. als die Arabische Boy kott-Liga den Augenblick für opportun hielt, inmitten der durch beschämende Attentate und Terror aufgewühlten Leidenschaften nun auch noch diesen Konfliktsstoff in die öffentliche Diskussion zu schleudern. Damit haben aber alle, die nach den Drahtziehern der antijüdiscehn Kampagne suchen, einen wichtigen Fingerzeig erhalten. Die Internationale des Unrechts ist komplett. In ihr kooperieren alle destruktiven Elemente, die den Weltfrieden gefährden. Nur hat man ihnen die Maske noch nicht von ihren hasserfüllten Gesichtern gerissen. Hinter einer Rauchwolke nationalistischer Redensarten, mit der sie einige einflussreiche Menschen, die gutgläubig sein mögen, zu gewinnen versuchen, verbirgt sich sehr schlecht die wahre Absicht ihrer ,,politischen Aktionen“, durch verbrecherische An- REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 Jaime Liebling i s. A.; SPERRHOELZER J HOELZERt DIAZ VELEZ 5224 } Tel.: 89-9349. 33-9305* . PROPIEDADES 4 FRANKENBERG;! berät Sie kostenlos und } ¡ anverbindlich beim Kauf «[ oder Verkauf von ’GESCHAEFTEN { WOHNUNGEN HAEUSERN Manuela Pedraza 2330 pL b. Dp. B T. E. 70-7244 JUDITH i SCHENKOLEWSKI;; KULTUSSTICKEHEIEN £ _ Schabbosdecken - Tallisi beutel Käppchen - Maz- 5 zot-Taschen ■ Hand- und )» J Masihinensticker« von .J i Bett und Tischwäsche •! f Dr. P. I. RIVERA 2585!; £ (fr. Bebedero) \ i T. E. 73-9155 £ 5 OPTICA i ♦ J DIPL. OPTIKER; I Sarmiento 829; \ T. E. 35 - 7356 i schlage neue Unruhe zu stiften, jeden Versuch der Lösung der lateinamerikanischen Probleme zu vereiteln, um das Chaos vorzubereiten, das allein ihnen die Perspektiven bietet, durch Totschlag und Raub an die Macht zu gelangen. Noch haben die wenigsten südamerikanischen Staatsmänner diese Technik des Manüvrierens erkannt und sind stutzig geworden, ob vielleicht doch mit diesen schünklingenden Phrasen ein Ausweg sich öffnet, um dem Kommunismus zu entgehen. Das Gegenteil jedoch ist der Fall. Man braucht doch nur näher hinzusehen, wohin Nasser sein Land geführt hat, in welchem der Einfluss Moskaus ni ht kleiner als etwa in Kuba ist. Nur dass Nasser schlauer als Castro operiert und seine Brücken zum Westen nicht vollends abgebrochen hat, weil er noch immer von seiner Chance Gebrauch macht, sich auch vom Westen bei seinem Marsch zum roten Paradies finanzieren zu lassen ... Das Vorgehen der Arabischen Boykott-Liga in Uruguay ist aber keinesfals nur eine interne Angelegenheit einer Reise-Agentur, die sich mutig gegen diese politischen Uebergriffe auf den Handel in Uruguay zur Wehr gesetzt hat. Es wäre bereits dadurch ein erheblicher Schritt zur Ueberwindung der bestehenden Krise getan, wenn sieh das uruguayische Aussenministerium entweder an die Vereinigung der. Amerikanischen Länder oder an die Vereinten Nationen wenden würde, um dem Treiben dieser Hetzorganisation ein Ende zu bereiten. ,r'ass durch diese Aktionen der Hass und damit der Krieg zwischen Völkern geschürt und nicht dem Frieden gedient wird, dürfte ausser Diskussion stehen. In jedem Fall sollte eine grössere politische Aktion auf höherer Ebene eingeleitet werden. Man darf sich mit den Beschlüssen des Kongresses der lateinamerikanischen Touristen- Organisationen allein nicht begnügen, so begrüssens- und anerkennenswert diese Beschlüsse auch sind. Sonst wird man weder den Boykott-Hetzern noch den Faschisten jemals das Handwerk legen. , IV. Das Beispiel Mit welcher Grausamkeit die Nazis d^n „Ausrottungs- MARTHA \ CHAPEAUX\ B HUTSALON Jetzt in E L G R A N MOLDES 2 5 6 1 Í T. E. 73 9229 73-9155 Confitería NIZA Servicios tic lunch tic cutegorítt SALON DE FIESTAS ECHEVERRIA 76-0286 3296, esq. CONDE í 73-1049 % r feldzug" gegen die Juden führten, bekundeten vor wenigen Wochen deutsche Zeugen vor einem deutschen Gericht. Hier folgt der Prozessberieht mit einigen Kürzungen: Im Einsatzkommando-Prozess vor dem Westberliner Schwurgericht gab der Angeklagte Gerhard Schneider unaufgefordert zu, er habe während des Russland-Feldzuges eine grosse Erschiessungsaktion in Surash bei Grodno geleitet. Diese Aktion, so behauptete der ehemalige SS-Obersturmfiihrer, sei von dem dort stationierten Militär, einer Pioniereinheit, geordert worden. Die Pioniere hätten sich dazu gedrängt, mitzuschie ssen. Sie hätten vorher durch Sprengungen die Gruben hergestellt, weil der Boden so hart gewesen sei. „Später sah ich Flammen aus der Kuhle aufsteigen, offenbar waven die Leichen mit Benzin übergossen worden, weil es schon dunkel geworden war und man die Grube nicht mehr zuschaufeln konnte.“ Richter: „Waren die Opfer denn alle tot?“. Angeklagter: „Jawohl.“ Der 52jährige Verwaltungsangestellte Alfred Weitenhagen. der dem Einsatzkommando als Polizeireservist zugeteilt war, bekundete als Zeuge, in Wilna seien etwa 30 bis 40 in einen Keller ge- 1 sperrte „jüdische Geiseln“ 1 von einem SS-Führer, der den Spitznamen „Bayern- Sepp“ führte, mit der Peitsche geschlagen worden, bevor man sie zur Ersehiessung wegfuhr. Richter: „Waren diese Misshandlungen allgemein bekannt?“ Zeuge: „Ich glaube, ja.“ Von der Massenerschiessung in Surash berichtete der Zeuge: „Es waren mehren» hundert Opfer. Ein SD- Führer zwang die jungen Mädchen, sich auszuziehen. Sie wurden dann in Gruppen zu zehn zu den Erschiessungsgruben mit verbundenen Augen geführt.“ Richter: „Welchen Sinn sollte > *-+-*-* M0HEL N. PLAKSIN j Super! 2719 * T. E. 76-6784 ■. 76-2312 7 das haben?" Zeuge: „Der SD-Fiihrer wollte sieh wohl ergötzen. Es war Sadismus.“ Der Zeuge berichtete über eine Erschiessung von 30 jungen Mädchen: „Einzelne hatten noch Unterkleidung an. Ich sah, wie die Unterkleidung Feuer fing, weil mehrfach mit Leuchtspurmunition geschossen wurde.“ Ueber die Erschiessung von Müttern und Kindern aus dem Ghetto in Witebsk zu Beginn des Russlandfeldzuges berichtete der 59 Jahre alte Handelsvertreter Emil Weinert. Er sagte aus, er habe selbst als Angehöriger des SS-Einsatzkommandos 9 schiessen müssen. Vorsitzender: „Waren auch kleine Kinder dabei?“ „Ja, die kleinen Kinder wurden von den Müttern auf dem Arm getragen.“ Richter: „Dann mussten Sie also zweimal schiessen?“ euge: „Zuerst wurde die Mutter erschossen. Wenn sie zusammen mit dem Kind in die Grube stürzte, wurde auf das Kind extra geschossen.“ Aeltere Kinder zwischen 10 und 14 Jahren seien in gesonderten Gruppen zu den Gruben geführt worden. Sie hätten häufig geweint und geschrien. Bei den von dem Zeugen geschilderten zwei Massenerschiessungen seien je 800 bis 1200 Insassen des Ghettos umgebracht worden. „Darunter waren jedesmal etwa 100 bis 150 Kinder und die übrigen Opfer etwa zur Hälfte Männer und Frauen.“ Auf dem Sammelplatz hätten sich die Opfer bis auf die Unterwäsche ausziehen müssen. Die Schützen seien jede halbe bis dreiviertel Stunde abgelöst worden und hätten dann Schnaps erhalten. — Das erklärten die Angeklagten und Zeugen im Einsatzkommando-Prozess. So wüteten die Nazis gegen die Juden. Und was war das Ende? Deutschland Ist zerschlagen worden. Die brau- LA SEMANA ISRAELITA Bísemanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado pot Estrellas Editorial Ltda V .irantwortlich: Dr. Ilardi Swaisensky Paeyrredóo 2190. Io izq T. E. 83-20¡3 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 190.— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl nen Faschisten haben den Kommunisten den Weg geebnet, die heute in Deutschland sitzen, die Wiedervereinigung der beiden deutschen Rumpfstaaten verhindern und die rote Grenze bis an die Elbe verlegt haben. Ohne die Nazis wäre die Hälfte Europas niemals in kommunistische Hände gefallen. Das ist der tieiere Zusammenhang zwischen den Vorkommnissen hier, zwischen den faschistischen Attentaten und den antisemitischen Terrorakten und jenem Prozess, der jetzt in Westberlin abläuft. So hat es auch einmal im Herzen Europas begonnen. Wie es geendet hat, haben wir alle erlebt. Auf diese Tatsache soll man alle hinweisen, die heute noch im nazifaschistischen Wahn leben. Wo sich diese Elemente durchsetzen, wird immer der Kommunismus das bittere Ende vom Lied sein .. PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76 0266 PRIVAT 52-7734 JACOB LAPIDUS dipl. Möbel NEUE ADRESSE J VIAMONTE 2037, 4>. B. t Í 46-1716 und 48-2154 ¡S Dr. B. Schwanz ZAHNARZT ' ESTOMBA 2283 52 8214 4 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG _!' NERVEN u. GEMÜTSi i KRANKHEITEN / Dr. M. J. KUHN J prov. i RIVADAVIA 2625 in 5 Tel. 48-7524 ¡J ¿Mont.. Mittwoch, Freitag \ i 17—20 Uhr. Tel. Annieldüng erbeten. \ : H. ROSENZWEIG S TAILOR HENRY; TUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 324)913;; Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen * *••••••••••••••••••••••••••• BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HEL6UERA 1915 T. E. 58-4052 Ermittlungen in Erbschafts- und Entschaadigungs- Angeiegenheiten JAMES HIRSCH Berlin-Wilmersdorf Prager Platz 6, Telefor: 87 59 14 iSiBMliSliBifFSSSSäSSSMSfSSäliSitifcä*5 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr .Hiiniiumn iSISESÍS3Í«í5IllSSHiHmH»IIMmilHI! VARICES-ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 f 2Mf^SSMS*fci3IS*IÍISÍSiIÍÍI*M USSSS8SIISniliiil»^BU8IHI«7nSSfI»B!ISS!BI3kSSUHl»)ii sDr. BENJAMIN L1PNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden; Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung, S fOSE HERN ANDEZ 2518 T. E 76-86TJ und T3-050C SMtimiinMHiiHmnHnnwit{inmi«nnwHiiH«nii Dr. L KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: “Montag, Dienstag, Mittwoch u Freitag von 15-1» UM Es wird gebeten, sieh vorher telefonisch ansumekien :: SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 ►ee-e •iiidmfsninnniiiinfHxniiiir t niiniuniiiuiiiRmim I «»■inminnHiiBmih

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.