Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1971 (4.8.1962)
- Date
- 1962-08-04
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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febtd«, 4 d« Agogto de 1XB SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1971 — S Besuch in Urn sil î en Neue Israel-Marken H. Sw.: — Brasilien ist ein riesiges Land, nicht nur für europäische Vorstellungen. Argentiniens Fläche ist schon mehr als sechsmal so gross wie das Deutsche Reich vor dem Weltkrieg, und Brasilien ist noch beinahe viermal so gross wie Argentinien. Es gibt nur einige wenige Staaten, die grosser sind. Das Land hat heute mehr als 70 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsziffer wächst enorm schnell. Es ist ein Land voller Leben, unruhig, ungeduldig, in einer rapiden Entwicklung begriffen. Natürlich können hier keine endgültigen Feststellungen getroffen werden. Schliesslich ist es nicht richtig, ein Land nach seinen grossen oder nach einigen grösseren Städten zu beurteilen, die wir besucht haben. Um Brasilien kennen zu lernen, sind Monate erforderlich. Brasilien zu bereisen, ist beinahe mit der Erforschung eines Kontinents gleichbedeutend. Kürzlich war ein Bekannter in Matto Grosso und filmte die Wilden. Ja, in Brasilien gibt es noch Kopfjäger und Menschenfresser. Schlangen sind in der unmittelbaren Umgebung von Rio de Janeiro und San Paolo auch noch anzutreffen, und sogar häufiger als man glaubt. Aber die grossen Städte sind auch wesentlich, schliesslich sind dort die Massen der Bevölkerung zusammengeballt, dort befindet sich der gesellschaftliche Mittelpunkt eines Landes und Volkes, der politische und wirtschaftliche Impuls geht von diesen Metropolen aus. Man sagt zwar, alle grossen Städte ähneln sich. Aber das bedeutet noch nicht, dass eine wie die andere aussieht. Die brasilianischen Hauptstädte Rio de Janeiro und San Paulo sind selbst untereinander stark verschieden. Niemand wird das übersehen. Keine der Das Flugzeug gibt für dieses Land das adäquate Verkehrsmittel zur Verkleinerung aller Distanzen. Schon der Taxichauffeur bemerkt, dass San Paulo ganz anders als Rio de Janeiro sei. Er meint, hier in San Paulo wird gearbeitet, und die Entwicklung der Stadt bestätigt seine Worte. Aber dort in Rio, dort in der bisherigen Landeshauptstadt, die auch noch dann die Hauptstadt ist, wenn San Paulo grösser oder Brasilia offizieller sein sollte, dort gälte mehr der Samba. Es ist wahr, das Volk von Rio ist lustiger, aufgeschlossener, naturnäher, wahrscheinlich auch wilder. Die meisten von uns, die hierher kamen, sind in Rio de Janeiro für einige kurze Stunden ausgestiegen, bevor die Weiterreise in die neue, unbekannte Heimat erfolgte. Sie erinnern sich sicherlich der langen Strassenbahnen, die nach allen Seiten offen und von allen Seiten mit Menschen behängt waren und... sind. Diese altertümlichen Verkehrsmittel symbolisieren manches: z. B., dass der technische Fort- Rio de'” Janeiro | scchui:it,t z,urai"dfst »n, dem Schicksal und den Verkshrsbedürfnissen der armen Bevölkerung vorbeigegangen ist, ohne von deren Not Kenntnis zu nehmen. Die langen Reihen der Wartenden sind anscheinend zu einem Symbol für viele Län- Paulo in die Höhe gebaut wird. Wozu benötigt man dort eigentlich Wolkenkratzer? Man versteht, dass die New Yorker keinen anderen Ausweg haben. Sie müssen in die Höhe bauen. Auch wenn man in Israel Wolkenkratzer errichten würde, läge hierfür ein guter Grund vor; aber in Brasilien, in einem Lande von soleher Ausdehnung und mit einer verhältnismässig dünnen Bevölkerungsdichte ist dies gewiss auffallend. Alles wird grossartig angelegt, alles zeigt Weite und Sinn für Schönheit. Die Autostrassen sind gut, breit, doppelspurig, d. h. mit doppelter Fahrbahn in beiden Richtungen. Der neue Flughafen von San Paulo liegt weitvor der Stadt und lässt die Grösse des Landes ahnen: man braucht mehr als zwei Stunden von der Terminal zum Flughafen, also ungefähr die gleiche Zeit wie für die Flugreise Buenos Aires—San Paulo. < Die Theorie, alle grossen Städte sähen gleich aus, ist absolut falsch. Einen Beweis hierfür liefern die beiden brasilianischen Vier-Millionenstädte. dürfte als Stadt schon aus landschaftlichen Gründen einmalig sein. Die Stadt zieht sich längs, auf und zwischen den Bergen hin. Man braucht deswegen lange Zeit, um sich recht orientieren zu können. Die Natur- , , , , . . „ Schönheit Rios dürfte eini der> nlc^» nur ln Latein Die malerische | amenka, geworden. — Unheimlich ist der Konmalig sein. Umgebung, die Berge, die ^äler, das Meer, die Lagunen, die Wasserfälle und die Wälder, man darf sagen der undurchdringliche oder nur schwer zu durchquerende Wald an den Wegen., die ihn durchschneiden, all das ist einmalig, wenn man berücksichtigt, dass an den Bergen und an ihren Füssen, an den Ufern des Meeres und der Lagunen, neben den Wasserfällen und den undurchdringlichen Wäldern beiden Millionenstädte trägt ' das pulsierende Leben einer einen europäischen Charakj Vier-Millionen-Stadt dahinter. Buenos,Aires ist die ein- ' braust, zige europäische Stadt in j Weniger als eine Flugstun- Südamerika, und sie ist es i de entfernt liegt San Paulo, noch heute. San Paulo hat j Beide Riesenstädte sind em ,,amerikanisches“ Tem- | durch eine Luftbrücke verpo in sich. Man wird an Chlkago erinnert. Das rasche Wachstum dieser Stadt ist verblüffend. Selbst die einheimische Bevölkerung wundert sich hierüber. Die Wolkenkratzer schiessen wie Pilze in die Luft, wenn man diese Redensart anwerrden darf. Man fragt sich, aus welchen Gründen in San bunden. In Abständen von einer halben Stunde kann man von einer Stadt zur anderen fliegen. Bald werden die Flugzeuge wie Strassenbahnen verkehren. Die Fahr- I plane vieler Autobuslinien | weisen keinen dichteren Veri kehr als diese Flugbriieke | auf. Ueberhaupt wird in 1 Brasilien sehr viel geflogen. £ Für Turisten in USA > FEINE PELZMAENTEL < GROSSE AUSWAHL STOLAS — NERZE J EN GROS-PREISE Í \ KING OTTER \ 360 SEVENTH AVENUE — NEW YORK. USA £ TEL. LAKAWANNA 4-1996 l ISRAEL-BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFEB — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS \gencia Filafelica cficial del Estado de Israel, ViAMOHTE 550, I/B — Buenos Aire*, Rep Argenzma JÜAN J U L I D S.B UJ? G. M AI ERARBEITEN 73-1143 BLANCO ENCALADA 1646 trast zwischen Arm und Reich. Das ist allerdings wirklich für ganz Südamerika charakteristisch. Es gibt kaum Uebergänge. Vielleicht gibt es einen Mittelstand. Man sieht ihn nicht. Wo er auftritt, erscheint er entweder unter den Armen oder unter den Reichen, was bedeutet, dass viele über ihre Verhältnisse leben. Man sieht Hütten neben Palästen, und die modernsten Häuser stehen neben baufälligen Bretterbuden. In Rio gibt es clie Favellas, d. h. die Armenviertel auf den Hängen der Berge mit ihren male^ risch aussehenden Elends quartieren. Die Primitivität ist unbeschreiblich. Wenige Meter entfernt befinden sich die schönsten Hochhäuser mit allem Komfort. In den Favellas gibt es aber kein Wasser. Man sieht diese armen Leute, Männer, Kinder und Frauen allenthalben sich j vVasser holen. In Rio ist die Knappheit des Wassers ein ' schweres Problem. Jeder weiss es, und jeder kann es auch feststellen. Es gibt auch in dar Armut. Schattierungen und Unterschiede. Tucholsky hat einmal erzählt, wie er einen Bettler beobachtete, der einem anderen Bettler Geld schenkte und stolz weiterging. Damals, so sagte dieser feine Spötter, habe er begriffen, dass es auch bei den Bettlern eine soziale Rangordnung gibt. An diese Geschichte musste ich denken, als man mir den Unterschied zwischen favellas und moros erläuterte. Favellas sei schon die bessere : Stufe des Elendsquartiers... j Und in Rio gibt es auch vie- 1 le moros. — I Wer die Lage eines Lanj des, die Lebensform eines , Volkes und die politische Sij tuation eines Staates kennen lernen will, der sollte i sich wenigefc erzählen lassen und selbst mehr beobachten. Aber gehen sie von den Prachtavenidas in die Seitenstrassen, sehen sie sich nicht nur die Regierungsviertel an, sondern die Wohnungen der Arbeiter und der ärmeren Bevölkerung. Dann verstehen sie von allein welche politischen Probleme zu lösen sind. Auf den Strassen von Rio de Janeiro werden sie viel lernen. Dort werden sie begreifen, aus welchen Gründen alle südamerikanischen Länder um den Fortschritt ringen. Man sieht förmlich die sozialen Fragen, die nach einer Lösung rufen. Man hört die Sorgen um die Heranbildung einer Jugend, die nicht richtig eingeordnet werden kann, weil es nicht genug Schulen gibt. Man versteht, dass man mehr Lehrer und vielleicht weniger Beamte und Soldaten braucht. Man fühlt dass es so nicht lang» weiter gehen kann. Die Schärfe der Kontraste muss zu einem Zusammenstoss oder — was noch wahrscheinlicher ist — zu einem Zusammenbruch führen, weil nur sehr wenig geschieht, um diese Kontraste auszugleichen. Denken sie an die alte Stra- 0.43 0.23 : 0.08 to 1 li; EÂfNùk au iJIlli ‘IN'IW TNItff’ ‘jniyt ISP ABU (SPARL ISPAEL O-rJLr—1 .. pi? up? pp tfvysi »p-D? 3»! 111 1KB I« SUOWC CNIIB SMllPUf jat m uanit mi u( oow , AI» Hi *91/ SIUL fflÜl OKI rn MM ff» IMf 1V. rn» i» c¡9_ ¡ VII« I« U*l. 4M« 't 1 IWW'II , Fiir Er.de August oder Anfang September ist die Ausgabe einer Neujahrsserie in drei Werten angekündigt worden, die in Bogen von 25 Briefmarken erscheinen wird. ssenbahn ,die durch Rio rattert. Auf allen Seiten hängen die Weiss an und die Schwarzen wie Trauben, unwürdig, dass auf solche Weise Menschen transportiert werden, die arbeiten. Aber wenige Meter wiederum weiter, finden wir die modernsten Installationen, die man sich denken kann, die Luftbrücke nach San Paulo. Man sieht auch keine Bemühung, diese schroffen Gegensätze auszugleichen. Man ringt nicht um eine normale, langsam, aber zielbewusst vorwärtsschreitende Entwicklung, man sorgt nicht für eine stete Evolution. Deswegen muss es zur Revolution kommen, wenn nicht noch im letzten Augenblick etwas geschieht. Viele warten auf dieses Wunder. Bisher kam es nicht. Deswegen lebt Brasilien auf einem Vulkan. Die schon viele Monate währende Unsicherheit wächst. Bald werden Wahlen durchgeführt werden, die ihre Schatten und Propaganda vorauswerfen. Ob dadurch ein-e Verbesserung der Lage erwirkt werden kann, erscheint den meisten Beobachtern recht zweifelhaft. (Wird fortgesetzt) ZEUGEN GESUCHT: GUSTAV ALLERHAND und Frau IDA, geb. GUT WIRTH, verw. WECHSLER sind im Jahre 1942 auf der Flucht von Nizza nach Spanien verschollen. Wer hatte Beziehungen zu dem Ehepaar und kann insbesondere über die Flucht und deren dramatisches Ende berichten. Um zweckdienliche Angaben bittet JAMES HIRSCH Ermittlungen in Erbschafts- und Entschädigungs- Angelegenheiten. BERLIN WILMERSDORF — PRAGER PLATZ 6 Bankett auf der "Theoder Herzt“ Der Präsident der Republik Libérien, William Tubman, war mehrere Tage der offizielle Gast der israelischen Regierung. Auch das Volk Israels bereitete ihm einen herzlichen Empfang. Tubman revanchierte sieh für die ihm erwiesenen Aufmerksamkeiten mit einem Absehiedsbankett an Bord des Ozeandampfers „Theodor Herzl“ der Schiffahrtslinie ZIM, Hochstehende Persönlichkeiten des Staates Israel und Mitglieder des ausländischen diplomatischen Korps nahmen an dieser Veranstaltung teil, bei der Präsident Tubman den Kapitän dieses Schiffes mit dem „Orden des ^frikasterns“ auszeiehnete. Kapitän Kommandant Eliezer Arzel wird demnächst anlässlich der ersten direkten Reise der „Theodor Herzl“ zwischen Haifa und Buenos Aires auch Argentinien besuchen. Gleichzeitig überreiclu-e der Priisi- . auidi J’rau JLut1* Elia*, Leiterin dès ZIM B'iros für „PubTic Relations“, eine Auszeichnung seines Landes. Am nächsten Tag verliess der Präsident Tubman Haifa an Bord des ZIM-Schiffes . Theodor Herzl“. um in sein Land zurückzukehren.! MALERARBEITEN % % FACHMAENNISCHE AUSFUEHRUNG, SAUBER, J * PREISWERT, SCHNELLSTENS * * ALFREDO STERN Virrey del Pino 2639 4 * T. E. 76-7281 y 76-9088 ,<j NO S010 DESDE LA PLATEA!!! los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le '/transportan", VEA¬ LOS, CONOZCALOS, VIVALOS./. USTED MISMO. EXCURSIONES "'EXODO" DE VIAJES N CORRIENTES 2063 - PlANTA .BAJA, 0F. 9, 10, 14 y 16 I. E. 49-3491 /45-4957 / 49-0433 / 45-7607 / 49-1229