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Jüdische Wochenschau · 1962-08-04 · 1971 (4.8.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1971 (4.8.1962)
Date
1962-08-04
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Sábado, 4 do Agosto de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aoo XXIII. — No. 1971 Verschleppte Krankheiten < Schluss von Seite 1» der frühere SS-Obersturmführer Gerhard Schneider, erklärte: ..Ich bin im nationalsozialistischen Gedankengut auf gewachsen und konnte damals die Grenze nicht klar erkennert, wo im Kriege ein Tötungsbefehl gerechtfertig ist“. Schneider versicherte vor Gericht, dass er ehrliche Scham über die Verblendung empfinde, in der er gelebt habe. Auch er bat wie Dr. Filbert um ein gerechtes Urteil. Der Staatsanwalt hatte gegen diese beiden Angeklagten lebenslängliches Zuchthaus und dauernden Ehrvei'lust; fen worden sind, beantragt, da sie des ge- I _ „ ,, . ' ... . . , meinschaftlichen Mordes in! mehreren tausend Fällen | glauben er habe nicht sofort das Verbre handelt es sich hier nur um einige wenige Uebeltäter, die jetzt nach vielen Jahren sich zu verantworten haben. Aber solche Filbert und Schneider gab es nicht nur zu Hunderten, t< usende SS- und andere Nazimänner — und ohne Zweifel auch tausende KS-Frauen, die meist noch übler gewütet haben als die Männer — waren erforderlich, um die Ausrottung von Millionen zu ermöglichen. Man braucht auch nicht zu übersehen, dass keinesfalls nur die Juden die Opfer dieser Ausrottungspolitik waren, wenn sie auch am schwersten betrof schuldig seien... Andere Angeklagte erklärten ebenfalls, dass sie ihre Schuld einsähen. Einer von ihnen beteuerte: ,.Für mich ist es weniger eine Frage des Rechts als des Gewissens. Ich bin mir voll bewusst, dass ich eine sehr cherische Jer ihm erteilten Befehle erkannt. Er hat genau gewusst, was er tat, und er gibt es auch zu. Schneider meinte, er sei im nazistischen Gedankengut gross geworden. Offensichtlich wollte er damit entschuldigen, dass er solche grosse Schuld auf mich ge- , Schandtaten wie die Ermor laden habe.* Ein anderer | jung von tausenden Men auf die Idee gekommen, ein Unrecht zu begehen. Wer ist gewillt, einen solchen moralischen Tiefstand bei einem Menschen vorauszusetzen, der eine gewisse Erziehung erhalten hat. Wer kann annehmen, dass dieser ehemalige SS-Mann noch nicht einmal Gewissensbisse empfand, als er entweder selbst auf tausende unschuldige Männer, Frauen und Kinder schoss oder sie umbringen liess? Unter diesen Umständen | ist es schwär, an echte Reue zu glauben, wenn man solche Reden der Angeklagten liest. Ehrlicher klingen die Worte eines anderen Angeklagten, dass er sich aus Feigheit zum Henkersknecht missbrauchen liess. Dieses Bekenntnis ist echt. Hier spiegeln sich alle menschlichen Leidenschaften wider. Der Henker handelte aus Erbärmlichkeit. Solche Wichte waren die SS-Helden. .. Endlich einmal einer, der seine Schande bekennt. IV. Die Saat des Hasses beklagte, dass er sich „zum Henkersknecht missbrauchen“ liess. Er habe aus Furcht und Feigheit sich bereit gefunden, die von ihm als verbrecherisch erkannten Befehl auszuführen .. III. Rede und Reue Wenn man diese Aussagen nur kurz analysiert, wird man zu beängstigenden Ergebnissen gelangen. Gewiss Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1* izq. nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 REAL PEN: Füllhalter ♦ REPARATUREN . Spezialgeschäft 1 CORRIENTES 569 X T. E. 49-5850 * | Jaime Liebling! t s. a.; X SPERRHOELZER 1 H O E L t DIAZ VELEZ ÍTeL: 89-9349. 33-9305J T. ..**-***A^A ♦ sehen mch. als eine verbre- | nationalsozialistischen cherische Handlung erkannt; Gedankengut aufgewachsen habe. Trotz der gezeigten j zu Sein, bedeutet wohl auch, Reue kann ihm diese Entj ¿€n Hass ge^en alle ande- : schuldigung nicht abgenom ■ men werden. Als die Nazis j an die Macht kämm, war er immerhin 19 Jahre alt. Er dürfte also irgendwo gelernt haben, sei es in der Schule, I in der Kirche oder im Elternhaus, dass niemand ein Recht dazu hat, blindwiitig tausende Menschen aozuiDer Nazismus ist niederge- ZER* 5224 2 * PROPIEDADES i FRANKENBERG > berät Sie kostenlos und ] c jnverbindlicb beim Kaut S oder Verkauf von 1 c GESCHAEFTEN! % WOHNUNGEN 5 HAEUSERN \ Manuela Pedraza 2530 J pi. b. Dp. B i T. E. 70 7244 schlachten, unter ihne: Frauen und Kinder. Aber unter dem Eindruck der Massenpsychose hat auch er alle moralischen Hemmungen verloren oder in sich erstickt. Damals ist er nicht >. JUDITH J SCHENKOLEWSKI!; J KULTUSSTICKEREIEN; ,* Schahbosdecken - Tallls- \ \ beute) - Käppchen - Maz- J ) zot-Taschen Hand- und \ T Masihinensticker-i von ¡t i Ben und Tischwäsche V '? Dr. P. I. RIVERA 2585 ¡1 (fr. Bebedero) £ T. E. 73-9153 ¡« ren, vor allem gegen die Juden, in sich aufgesogen zu haben; aber auch gegen die Franzosen, gegen die Polen, die Tschechen, die Russen, kurzum gegen alle diejenigen, die dasselbe Lebensrecht besitzen, das Gemeingut aller Menschen ist. : OPTICA ♦ » t DIPL. OPTIKER J! Sarmiento 829!! T. E. 35 - 7356! ,.VWAWA*AWAV. , j MARTHA S ¡CHAPEAUX}. 'I HUTSALON \ S . } 5 Jetzt in Í BElGRANOj 5 MOLDES 2 5 6 1 J Í T E. 73 9229 J 73-9155 Í; schlagen worden. Wurde auch der Hass überwunden, oder bedeutet „unbewältigte Vergangenheit“ gerade das Weiterbeslehen jener Faktoren, die bereits einmal die Menschheit an den Abgrund des Untergangs gebracht haben? Mit Bestürzung werden alle freiheitlichen Menschen, welchen Anschauungen im einzelnen sie anhängen mögen, feststellen müssen, dass zwar die Nazis bezwungen worden sind, ihre Saat aber weiter verhängnisvolle Früchte trägt. Warum musste es so kommen? — Es gibt einen einfaeheh Grund, der diese traurige Frage beantwortet. Man hat es versäumt, die Wurzeln jener Hasslehren auszumerzen. Man hat zu viel durchgehen lassen und übersehen, weil vermeintliche politische Interessen für wichtiger gehalten wurden als die Lö- M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Zu« Tode verurteilt London. — Sechs Sowjetbürger wurden wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt, während drei weitere Angeklagte mit je 15 Tahren Gefängnis bestraft wurden. Der Prozess f-nd in Krasnodar in Südrussland statt. Vier der sechs zum Tode Verurteilten haben im Jahre 1942 20.000 Juden in Radom als Geiseln zurückbehalten und in das Todeslager Treblinka gebracht. Bei den neun Angeklagten scheint es sich, wie aus den Namen zu schliessen ist, um Deutschukrainer und einen Tartaren zu bandeln. (ITA) sung der ungelösten Probleme. Dieselben Kräfte, die an der Wiege des Nazismus standen, sind wieder lebendig geworden. Die westliche Welt hat sich zu schwach gezeigt, um auf die hetzerischen Doktrinen des primitivsten Antisemitismus verzichten zu können. Wo die Dinge nicht nach Wunsch laufen, wird der Prügelknabe gesucht xind ,,im Juden“ sofort gefunden. Eigentlich braucht man nur die alten Kammern des antisemitischen Arsenals zu öffnen; dort liegen die zwar verrosteten. aber immer noch wirksamen Waffen. Auch das ist eine Frage der Massenpsychose. Die durch Jahrtausende geschleppte Krankheit des Antisemitismus wurde noch niemals ernsthaft behandelt. Man begnüg!« sieb je nach Bedarf mit Palliativmitteln. Selbst die grausigen Folgen der hitleristischen Mordaktionen konnten die Völker nicht davor zurückschrecken, nach wenigen Jahren schon wieder das Gift des Judenhasses in sich aufzusaugen, obwohl die Nazis, die schwere Schuld auf \ Confitería NIZA í Servicias de lunch de categoría SALON DE FIESTAS 3296, esif. CONDE PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo.. Mitt. Freit. 15—2« Uhr. — T. E. 76-0266 PRIVAT 52-7734 Dr. B. Schwanz! ZAHNARZT $ ESTOMBA 2283 ■ 52-8214* RAYOS X X PARADENTOSE j TELEF. t VORANMELDUNG J sich geladen haben, heute Reue zeigen, sich bezichtigen und nach Erklärungen für ihr unverständliches Verhalten und Morden suchen. Was aber geschieht in der Welt? Als Eichmanns Strafe vollstreckt wurde, legten Unbekannte einen Kranz an das Nationaldenkmal Uruguays mit der Aufschrift: „Es lebe Eichmann! Tod den Juden!“ Man kann nicht mit der Bemerkung zur Tagesordnung übergehen, dass dies die Handlungsweise verantwortungsloser Elemente gewesen sei. Sicherlich war sie das. Aber was tat man in Montevideo, was tut man in anderen Ländern und Städten, wo unverantwortliche Elemente verbrecherische Aktionen durchführen? Schweigt man nur? Durch das Nichteingreifen der berufenen Stellen wird die Tat der Unverantwortlichen zur Belastung für das ganze Volk. Wieder versucht man mit banalen Beschuldigungen die Unkorrektheiten oder Verfehlungen einzelner allen Juden anzukreiden. Warum wird nur den Juden gegenüber so verfahren? Es geht nicht nur um die unbevvältigte Vergangenheit, sondern um das mangelnde Interesse, eine schwere Volkskrankheit zu bekämpfen. Mit antisemitischen Kampagnen hat der Niedergang eines Volkes immer begonnen. Allzu leicht verstrikken sich diejenigen, die einen konstruktiven Weg zeigen sollten, in einen verhängnisvollen Kreis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Auf dem Nährboden wirtschaftlicher Schwierigkeiten, durch Arbeitslosigkeit, Inflation und durch allgemeine Schwierigkeiten begünstigt, wächst der Hass gegen die Juden, weil sie den geringsten Widerstand gegen Ben Terror antisemitischer Banden leisten können. Aber die Wurzeln der Krise, die den eigentlichen Grund der Unzufriedenheit der Massen bilden, werden nicht angeta- £11*15115:11 "ISS LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V erantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredóo 2190. Io izq T. E. 83-2G.3 80-6930 Abono-Preise: Argentinien: $ 100,— pro Quartal Ausland $ 600 — jährl Rekordjahr der EL AL Jerusalem. — Im Fiskaljahr 1961 hat die israelische Fluglinie El Al 171.000 Passagiere befördert. Dies stellt im Vergleich mit 1960 eine Zunahme von 50 Prozent dar. (ITA) stet. Deswegen verschärft sich die Lage der Völker, die nur den vermeintlichen Schuldigen suchen, nicht aber die Kraft zur Anwendung konstruktiver Massnahmen finden. Die Attentate gegen die Juden werden morgen gegen andere ausgeübt werden. Dem Verbrechen wird nicht Einhalt geboten. Verschleppte Krankheiten sind die gefährlichsten. Deswegen ist es an der Zeit, dass die Regierungen energisch gegen antisemitische Aktionen einschrei ten, nicht nur um die Juden, sondern um sich selbst zu schützen. Ermittlungen in Erbschafts- und Entschaedigungs- Angelegenheiten JAMES HIRSCH Berlin-Wilmersdorf Prager Platz 6, Telefon: 87 59 14 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN MEDICO Cardiología — Hospital Fernández Radio X — Durchleuchtung — Eiectrocardiegramme CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montag bis Freitag: 15 Sonnabend: 14—16 Uhr -18 Uhr NERVEN u. GEMÜTS- 5 KRANKHEITEN? Dr. M. J. KUHN j prov. ’« RIVADAVIA 2625 III > Tel. 48-7524 Mont. Mittwoch, Freitag \ -20 Uhr Tel. Anmef düng erbeten. i i JACOB LAPIDUS i ‘f dipl. Mohel £ 5 NEUE ADRESSE J VIAMONTE 2037, i,. «. i 46 1716 und 48-2124 J >.V^.W.V.VAVJW.* _! H ROSENZWEIG | S TAIL0R HENRY; •TUCUMAN 563 piso 1 - T.E- 32-0913; Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen X í ECHEVERRIA 76-0286 73-1049 .vwaw* BERNARDO STERN Ausfuebrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 LflESSESVSEXiiSSI&SEii SífUEEs?"! *ESF.fSEM»«»*S5SE*EESE3fl*E«3*E? üfssiiiniSiíiHii-! 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