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Jüdische Wochenschau · 1962-07-27 · 1970 (27.7.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1970 (27.7.1962)
Date
1962-07-27
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German, Spanish
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Als weltbürgerlich gesinnter, der Kunst hingegebener Mensch, fühlte man sich über kirchlich gebundene Religion erhaben. Bruno Walter scheint achts von den schweren interen Kämpfen durchgemacht zu haben, die andere ihm nahestehende Musiker erfassten: Gustav Mahler, »essen religiöse Sehnsucht ihn immer wieder zur katholischen Erlösungs - Idee trieb und ihn trotzdem verzweifeln liess, oder Arnold Schönberg, der zwanzig Jahre nach Mahler eine religiöse Bekehrung zum Judentum erlebte. Vielleicht liegt das daran, dass Bruno Walter, wie er selbst sagt, keine musikalisch schöpferische Begabung in sich fühlte, und dass ihm alles „zu Licht fiel“. Es ist nicht bekannt, ob Walter nach dem erschütternden Erlebnis der Nazi- Zeit Konsequenzen in Bezug auf seine formelle Zugehörigkeit zum Judentum gezogen hat. Dies ist auch irrelevant, denn unter den eigentümlichen Verhältnissen der post-Nazi-Aaera und besonders in Nordamerika ist nicht leicht zu ersehen, in weicher Weise sich eine solche Stellungnahme formell hätte ausdrücken können. Manchmal scheint es, als ob Walter sich eines derartigen Versagens bewusst gewesen wäre. Kurz nach Kriegsbeginn gelang es ihm, nach Nordamerika zu entkommen, wo er natürlich einer grossen Zahl anderer Emigranten begegnete, die er aus Eropa kannte. Darunter war auch Bronislaw Hubermann, den er bewundert wegen seiner grossen Tat der Organisation des Palästina - Orchesters, and weil er neben seinem musikalischen Wirken „mit klugem Wort und tapferem Verhalten im persönlichen Leben wie öffentlich gesagt und getan hat, wozu er sich als demokratischer Mensch im Gefühl der Mitverantwortung für das Weltgeschehen verpflichtet fühlte.“ Bruno Walter fügt hinzu: „Ich bekenne mit tiefem Bedauern, dass ich solchen Ausgleich zwischen den Pflichten des Künstlers und des Mitmenschen nicht erreicht habe.“ Die Erklärung dafür findet er in einem Mangel an staatsbürgerlicher Erziehung, da seine Kindheit „staatsfremd“ verlaufen sei und sein ganzes Leben, in Wahrheit seit seinem achten Lebensjahr, ausschliess'ich auf Kunst und geistige Ausbildung konzentriert war. Er fügt auch noch den niiht sehr überzeugenden Satz hinzu, „vielleicht stand der Weltbürger in mir dem Staatsbürger im Wege“, als ob nicht gerade solche weltbürgerliche Gesinnung ein Anstoss zu offenem Protest gegen die Verletzung der Menschlichkeit wäre. Walter gehört zu jenen Menschen, die von der unerwarteten Wendung der europäishen Geschichte, dem tiefen Sturz nach dem schein1 aren Höhepunkt der zwanziger Jahre, völlig überrascht und im tiefsten aufge.vühlt worden sind; er konnte sich nur mit Entsetzen abwenden und eine neue Heimat in der demokratischen Welt suchen. Es ist aber anzunehmen, dass die Erlebnisse ihn tief aufgewühlt haben und ihn eine Antwort auf die letzten Fragen der menschlichen Existenz suchen Hessen. Wie er selbst mitteilt, hat er eine ihn befriedigende Antwort in den letzten Jahren seines Lebens in der Anthroposophie Rudolf Steiners gefunden. Er vertraut dem Geist, der gegen alle Anzeichen des Zerfalls und trotz des technischen Wahns des Zeitalters wieder erstrahlen wird, gemäss dem Vers aus Hölderlins Gedicht „Patmos“, mit dem Bruno Walter sein zweites Buch abschliesst: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ Wenn wir unter allen Musikern gerade Bruno Walter als eine typische und repräsentative „jüdische“ Gestalt empfinden, so müssen wir uns bewusst sein, dass dies nur mit Einschränkung erlaubt ist. Er ist repräsentativ für eine einzige, einmalige Schicht, nämlich für das europäische jüdische Bürgertum der Zeit, die — trotz der flackernden Nachblüte der berliner zwanziger Jahre — mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges zu Ende ging. In diesem jüdischen Biir- LUACH — (KALENDER) Freitag, den 27. Juli Sonnabend, den 28. Juli Parschat 'MATOT-MASEI 4. B. M. XXX 2- Haftara Yirmiyahu II 4 — 28, III Neumondankündigung AW Sonntag, den 29. Juli Montag, den 30. Juli Dienstag, den 31. Juli Mittwoch, den 1. August Rosch Chodeseh Aw Donnerstag, den 2. August Freitag, den 3. August Sonnabend, den 4. August Parschat DEWARIM 5. B. M. I 1 — Haftara Yeschayahu 1.1 — 26 Schabat CHASON Sonntag, den 5. August Montag, den 6. August Dienstag, den 7. August Mittwoch, den 8. August Donnerstag, den 9. August Fasten TISCH‘A BE’AW Freitag, den 10. August Sonnabend, den 11. August Parschat WA’ETCHANAN 5. B. M. III 23 Haftara Yischayahu XL 1 — 26 Scha'bat NACHAMU Sonntag, den 12. August Montag, den 13. August 25. Tamus 26. Tamus -XXXVI 13 4 27. Tamus 28. Tamus 29. Tamus 1. Aw 2. Aw 3. Aw 4. Aw III 22 5. Aw 6. Aw 7. Aw 8. Aw 9. Aw 10. Aw 11. Aw — Vll 11 12. Aw 13. Aw Besuch in Lateinamerika Jerusalem. — Jaakow Tsur, der erste israelische Botschafter in La teinamerika und jetziger Präsident des Jüdischen Nationalfonds, wird in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern erwartet. Wähi-end seiner sechswöchigen Reise wird er in Mexiko und Buenos Aires an den Konferenzen des Keren Kayemet teilnehmen. In seiner Eigenschaft als Präsident des iberoamerikanisch - israelischen Instituts beabsichtigt Tsur. im ganzen 13 Hauptstädte Lateinameri kas zu besuchen. Wie man heute schon weiss. wird er offizieller Gast der kolumbianischen Regierung sein. (ITA) Kerzi-Feiern in Israel Jerusalem. — Anlässlich der 58. Wiederkehr des Todestages von Theodor Herzl wurden in ganz Israel Gedenkfeiern veranstaltet. Die Einleitung der Veranstaltungen bildete die Feier auf dem H?rzl-Berg bei Sonnenuntergang am Vorabend, bei der ein Kinderchor Lieder sang und aus Herzls Schriften vorlas. (ITA) gertum wirkte das grosse Erlebnis der Begegnung mit der europäischen Kultur des 18. Jahrhunderts nach, ihr geistiges Wesen war geprägt von den deutschen Klassikern und der von ihnen verkündeten Idee der Humanität. Unversehens war diese zur Ersatzreligion der Juden geworden, oft verbunden mit einem abgeklärten pietätvollen Verhältnis zu einem teilweise mit gutmütiger Ironie betrachteten Judentum, oft aber auch unter vollständiger Abwendung von jüdischer Tradition. Dieser Idee der Humanität sind Juden hundert Jahre lang treu geblieben, lange nachdem sie aufgehört hatte, in der umgebenden Wirklichkeit massgebend zu sein. Darum erschien. ohne dass man sich dessen genau bewusst war, instinktiv diese geistige Haltung als „jüdisch“. Das hatte nur wenig mit positivem Judentum zu tun; es war die Auswirkung einer soziologischen Gegebenheit. Unter anderen äusseren Umständen hat sich ein anderer „jüdischer“ Typ gebildet. Ob seiner tiefen Menschlichkeit erweckte Walter Bewunderung und Liebe. Er hat viele Menschen glücklich gemacht. Herzen tief bewegt. Musik ist für Ihn vor allem Klarheit, Harmonie, Singen. In der wunderbaren Grammophon Aufnahme der Einstudierung von Mozarts „Linzer“ Symphonie können wir seine unermüdliche Bemühung um die Reinheit der Wiedergabe beobachten. er selbst singt dem Orchester vor er ruft dem Oboisten zu „Mr. Bloom, sing!” — in seinem schlechten Englisch überträgt er seine eigene Begeisterung auf die Spieler. Mozart ist ihm höchste Vollendung. Die moderne „atonale“ Musik betrachtet er als eine Verirrung, von der der gesunde Sinn wieder zurückfinden wird zu dem Schönheitsideal harmonischer Humanität. Schliesslich muss noch seiner Mahler - Interpretation gedacht werden, von der uns auch eine kostbare Reihe auf Platten erhalten ist. Walter war sozusagen Mahlers künstlerischer Testamentsvollstrecker, er hat nach Mahlers Tod „Das Lied von der Erde“ und die „Neunte“ zur Uraufführung gebracht. Niemand, der sein Zusammenwirken mit Kathleen Ferner (in Mahlers „Zweiter“, in den Riickert- Liedern, im „Lied von der Erde“ erlebt hat. wird das Hebraeischer Unterricht rnsrn man . j - T T <w) bann axî pa^a •’K *?x inix inbtf na-anx : t I t ” " n1™ axr pa^a -m*? ma" -x ,¡?2yn “aia nriTrrn *73 niian did wnp /¡min*1? ma ¡an .smnîî *7:nn .D^D-ixn : : v t : t “ atfn /nPn a$$ T?T *73" .D^ayn unix inkt* ,*72nn - t t : : s : v awn nrn^ ^au atf pn .-ïimaai tfan t : Vido nx ^snn ana îx : v : : v “ t t -nirtf /'cr-nmn nraa" .nirnan *733 mas? otzñ : - t : t iï px /îsnn ox" nax xin .".T73X TT “ iaftn ^x ,na ^snn nap ’pxnán nna - rrm np aarân f(i948) rrœn mttfa riso nx anatf nnx1? natf; . v “ T V -: TT ."Dnirpn nna* nn^an (1949) træn mttfa t : v v “; rnias» nx ^xni^ rfrtfaa t : " v t : v v : v “nna*7 nna nnapn maa * * : t : t 1; - .^xnîzn *• t : (rnaVis? mas ma nxsina) * « 1 - T t .nam nm "rir mm Dtosmaa t t : vT v v t t: : : v t : ."$arra ih1?1? anx xin t \ - : “T msan ia5? nx latfa nnra - v : t ** : x*7n ,*niatf~ nsoatf d*h ^xnïzp-aa ûnison on ,nn?a H^a D^iay rntf onix xanmtf man ntfa T * V ** “V “ X .DHasî.n-maa . 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Seine Familie zog nach Wien, und Herzl studierte Jura an der Universität. „Wenn ich Richter sein werde, werde ich armen Menschen helfen und werde auch mein Volk schützen können,“ sagte er zu seinen Freunden. Er beendete seine Universitäts-Studien, aber wurde nicht Richter, denn in jenen Tagen konnte ein Jude in Oesterreich nicht Richter werden. Im Jahre 1895 erzitterte die jüdische Welt: Französische Offiziere verrieten (2) den Deutschen Geheimnisse der französischen Armee und beschuldigten den jüdischen Offizier Dreyfus des Verrats, er wurde vor Gericht gestellt (und) öffentlich (3) rissen sie ihme die Ep-iuletten (4) ab und zerbrachen seinen Degen. (Linke Spalte) Danach verbannten sie ihn auf die Teufelsinsel. „Tod dem Verräter Dreyfus! Alle Juden sind Verräter! Tod den Juden!“, schrien die Franzosen. Herzl war erschüttert. „Solange wir in der Galut sitzen werden — so dachte er — werden uns die Völker hassen, wir müssen nach Erez Israel zurückkehren, denn nur dort können wir ein ruhiges freies Leben führen (5).“ Damals schrieb Herzl sein Buch „Der Judenstaat“, das in allen Staaten grossen Eindruck machte (6). Er sagte: „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.“ Herzl starb, doch sein grosser Traum erstand — Medinat Israel erstand im Jahr 5708 (1948), 50 Jahre nachdem er sein Buch „Der Judenstaat“ verfasst hatte. Im Jahre 5709 (1949) überführte die Regierung Israels seine Gebeine vom Friedhof in Wien nach Medinat Israel. (1) wörtlich: sein Herz (4) (2) ,, enthüllten (5) (3) „ vor vielem Volk (6) BINIAMIN ZEEV HERZL (Columna derecha) Biniamín Zeev Herzl nació en Budapest y era un niño lindo e inteligente. Le gustaba estudiar el “Jumash“. Más que nada le interesaban los cuentos del libro „Shmot“ (Exodo), ellos eran cuentos sobre los “Bnei-Israel“ que fueron esclavos en Egipto, y sobre Moshe, quien los liberó de la casa de los esclavos. Su familia pasó a Viena y Herzl estudió abogacía en la Universidad. “Cuando sea juez podré ayudar a los pobres y también podré defender a mi pueblo“ les dijo a sus compañeros. Terminó sus estudios en la Universidad, mas no fué juez, pues un judío no podía ser en aquellos días juez en Austria. En el año 1895 se conmovió el mundo judío: Generales franceses descubrieron secretos militares franceses a los alemanes y culparon de traición al oficial judío Dreyfus. Dreyfus compareció ante el juzgado. Delante de un numeroso público le arrancaron las charreteras y le partieron la espada.. (Columna izquierda) Luego le enviaron a una isla, la isla de los Demonios. “Muerte a Dreyfus el traidor! Muerte a los judíos! Todos los judíos son traidores!“ gritaron los ¡ranceses. Mientras estemos en el Ga.uth, pensó Herzl, nos odiarán los pueblos, debemos regresar a Eretz Israel, pues sólo ahí podremos vivir una vida libre y tranquila. Entonces escribió Herzl “El Espado Judío“ que suscitó una gran impresión en todos los países. Dijo: “Si lo queréis, no será una leyenda.“ Herzl murió, pero su visión vive y Medinat Israel surgió en 5708 (1948) — 50 años después de haber escrito su libro “El Estado Judío“. En el año 1949 (5709) llevó el Estado Judío sus restos del cementerio de Viena a Israel. — Ehrenzeichen leben erweckte je vergessen. Das war, in Musik aufgelöst, erschütternde Manifestation der tiefsten menschlichen Not und Hoffnung, und das t.efe Weh des Abschieds, das unheimliche Grauen des drohenden Nichts und die Gewissheit von Auferstehung. Die Ferner konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Wie bei allen von ihm dirigier (en Werken ist auch hier Bruno Walter der hingebungsvolle Vollstrecker der Intention des Komponisten; Mahler war sein eigener Meister. In diesen Tönen wird auch Bruno Walter in der Erinnerung unserer Generation weiterleben.

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