Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1970 (27.7.1962)
- Date
- 1962-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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„lysy** -- i1 mvf01111 Viernes, 27 de Jnlio de 1962 S E MAMA ISRAELlfA Am XXIII. — N*. 1979 — * Gespraech mit einem Freund aus Togo Togoland, das seit 1834 eine deutsche Kolonie war, seit dem ers'en Weltkrieg teils unter französischer, teils unter britischer Verwaltung stand, hat seit 19o4 seine Unabhängigkeit vorbereitet und ist seit 1930 selbständig. Auf Einladung des Knesset - Vorsitzenden Kadisch Lus hatte ich Gelegenheit, an einer Aussprache mit dem Vorsitzenden des Parlaments von Togo, Herrn Jonathan Savi de-Tove. teilzunehmen der sich als Gast der Knesset /;u achtägigem Besuch in Israel befand, und einen von ihm in englischer Sprache gehaltenen Vortrag über die Beziehungen zwischen Togo und Israel und über die Entwicklungsprobleme seines Landes zu kören. Seine Darstellung der technischen Hilfe, die Togo von Israel bekommt und die sich auf einige Fachleute erstreckt, die Togos Jugend in landwirtschaftlicher Organisation und Siedlungswesen anleiten und ihre Erfahrungen im Erziehungs- und Schulwesen, in Exportförderung, Sozialarbeit?und Gesundheitswesen zur Verfügung stellen, beweist, dass die Hilfe der Israels wie in manchen anderen afrikanischen Ländern auch in Togo ausserordentlich gewürdigt wird. An Israel schätzt Savi de- Tove besonders den grossen historisch - kulturellen Hintergrund des Volkes der Bibei und bewundert die der : prophetischen Verheissung entsprechende Sammlung der Verstreuten aus über 70 Ländern in der alten Heimat. Volk und Regierung von Togo ziehen Israels Entwicklungs - Hilfe besonders deshalb der .mancher anderer, grosser und mächtivon MEIR FAERBER ger Staaten vor. weil die Freundschaft Israels rückhaltlos als aufrichtig betrachtet wird, denn ein so kleiner Staat wie Israel ist über jeden Verdacht erhaben an Herrschaftsambitionen’über fremd Territorien oder Völker zu leiden. Daher ist Togo auf manchen Gebieten, besonders aber auf sozialem und kulturellem, auf wirtschaftlichem und organisatorischem Gebiet jederzeit bereit, die Hilfe von Israelis in Anspruch zu nehmen. Beste Erfahrungen haben auch die Dutzenden Jugendlicher aus Togo gemacht, die im Lande eine ergänzende Ausbildung gemessen. PARLAMENT" OHNE OPPOSITION Das Parlament von Togo besteht aus einer Repräsentantenversammlung ohne Senat, hat also Einkammersystem. Das hat es mit Israel gemeinsam. Aber in Togo gibt es auch keine parlamentarische Opposition. Nach der Erreichung der Unabhängigkeit verabschiedete das Parlament eine Konstitution, lau', der die in den Wahlen siegreiche Partei sowohl die Regierung wie auch die Mitglieder, alle Mitglieder, des Parlaments stellt. Es ist also eine .Demokratie mit Einparteisystem Der Staat hat so viele nationale Aufgaben zu bewältigen, so erklärte de-Tove, dass eine Opposition störend gewirkt hätte. Wenn ein Gesetzesvorschl. g aber nach der ersten Lesung zur Vorbereitung der zweiten Lesung in die Kommission kommt, so bilden sich innerhalb der Kommission im Í MALERARBEITEN \ ♦ Günter Stern, H. Rosenhain T LEANDRO N. ALEM 2530 T. E.: 795 8710 und 740 1925 MUNRO Teppichhaus - M. Hochberg j * UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKUUPFTEN \ TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN « FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. « « Eigen* Fabrikation — Unverbindlich» Vorfhhrunq ♦ Auf Wunsch Zahlungserleichterungen * MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND « GRO ESSEN. 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ZUR AFRIKA POLITIK Bis nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Eingeborenen kein Mitspracherecht über die Grenzziehung ihrer Länder, und die herrschenden Kolonialmächte zogen die Grenzen zwischen de* Ländern nach ihren eigenen Kräfteverhältnissen und Interessen. Nicht immer war die Grenzziehung ethnisch gesehen logisch. So spricht z. B. die Bevölkerung von Dahomey zum Teil die gleiche Sprache wie ein Teil der Bevölkerung von Togo, und beide Länder könnten ganz gut gemeinsam regiert werden. Wenn sich die wirtschaftlichen Beziehungen der beiden Länder im Lauf der Jahrzehnte zu echter, freundschaftlicher Kooperation gestalten sollten, ist es nicht ausgeschlossen, dass es eines Tages auch zu einer politischen Vereinigung koi..- men könnte, ^.ber-die Zeit, da sich die Grenzen revidieren lassen werden, liegt in noch nicht absehbarer Zukunft. Zwischen den beiden poli- LA SEMANA ISRAELITA BISEMANAKIO INDEPENDIENTE R*. Afar** — PUEYRREDON 2199, 1* i*q. — T. E. 83-26IH 27. Juli 1962 25. Tamas 5722 tischen Staatenblocks in Afrika, der Monrovia- und der Casablanca-Gruppe bestehen grundsätzliche Differenzen der politischen Auffassungen. Die Bildung einer Union der afrikanischen Staaten hält de-Tove für sehr verfrüht. Europa konnte sich nach Jahrhunderten Geschichte seiner politischen und kulturellen Entwicklung bis heute noch nicht enL, scheiden, die nationalen Unterschiede zu überwinden und die Vereinigten Staaten von Europa zu bilden. Die Casablanca-Gruppe will diese Entwicklung in Afrika Immer neue Proteste ES GEHT ALLE AN Paris. — Die Bewegung gegen den Rassenhass, Antisemitismus und für den Frieden richtete an den argentinischen Botschafter in Paris ein Schreiben, in dem sie ihr „lebhaftes Interesse für die Haltung Argentimens gegen die auf Juden und jüdische Institutionen verübten Attentate“ bekundet und feststellt, dass „diese schändlichen Attentate von Individuen oder Gruppen die sich selbst nazistisch nennen, ein klägliches Beispiel da i stellen.“ Am Schluss des Schreibens heisst es, ..dass die Vorfälle in Argentinien alle Menschen angehen, die sich für die Verteidigung der demokratischen Ideale einsetzen.“ KEINE NEUIGKEIT London. — Eine Delegation des Verbandes englischer Juden suchte unter Führung seines Präsidenten Carvalho den Botschafter Argentiniens auf, um ihm ein Memorandum zu überreichen. Darin \ ird im Zusammenhang mit der Erklärung des argentinischen Innenministers Dr. Carlos Adrogue festgestellt, dass „die antisemitische Agita tion und gelegentlichen Gewaltausbrüche keine Neuigkeiten in Argentinien sind und in Wirklichkeit in den letzten Jahren zugenommen haben.“ Es wird auf die verstärkte antisemitische Propaganda und die Vorfälle der letzten zwei Jahre hingewiesen und betont, dass es in Argentinien verschiedene „ausgesprochen antisemitische Organisationen“ gibt, von denen die Tacuarä am bekanntesten ist. Obwohl der Papst und hohe Würdenträger der Katholischen Kirche diese Bewegung scharf verurteilt haben. „scheint sie sich der Unterstützung gewisser Sektoren der katholischen Ge meinschaft zu erfreuen und bezeichnet sich selbst als streng katholisch.“ Zweck des Memorandums, so heisst es. sei die Feststellung, dass „die jüngsten Ereignisse in Argentinien nicht die einzigen und nicht als plötzlicher Ausbruch von Rassenhass anzusehen sind, sondern sie bilden in Wahrheit die Folgj und Fortsetzung von schon seit langem bestehenden Wühlereien. Daher hätte „nach unserer Meinung die argentinische Regierung in Kenntnis dieser Tatsachen schon früher Schritte unternehmen müssen. um die faschistischen und antidemokratischen Eiern ente zu kontrolieren und im besonderen jene, die of fen brutale Gewalt predigen.“ Abschliessend wird in dem Memorandum folgendes ausgeführt: „Wenn irgendein Grund zu der Annahme vorhanden ist. dass gewisse Kreise der Regierung und Polizei sich widerwillig zeigen, gegen diejenigen einzuschreiten, die für die letzten Attentate schuldig sind, oder gegen Individuen oder Organisationen vorzugehen, die den Judenhass predigen, so vertrauen wir darauf, dass die argentinische Regierung unverzüglich dazu schreitet, die_e Leute zu ersetzen. Wir wissen es zu schätzen, dass das Volk Argentiniens einmütig seinen Abscheu vor den Vandalen bekundet hat.“ IN KANADA UND HOLLAND Montreal. — General Angel E. Peluffo, der argentinische Botschafter in Kanada, äusserte zu Michael Garber, dem Leiter des Ka nadischen Jüdischen' Kongresses, dass das argentinische Volk rassische und reiigiöse Vorurteile verurteilt und die Regierung alle mög liehen Massnahmen ergriffen habe, um künftighin antisemitischen Zwischenfällen zuvorzukommen und diese zu verhüten. Garber hatte dem General bei seinem Besuch erklärt, dass die kanadischen Juden über die kürzlichen Angriffe auf Synagogen. die Schüsse auf jüdische Restaurants und Institutionen, die Entführung und Misshandlung jüdischer Studenten zutiefst empört sind. Er verwies im weite ren darauf, dass diese Ueberfälle, falls man sie dulde und nicht bestrafe, die schwersten Folgen nach sieh ziehen und die giftige Saat des Gruppenvorurteils mit all seinen gefährlichen Begleiterscheinungen zum Aufgehen bringen könnten. Den Haag. — D e Exekutive der holländischen Arbeiterpartei übergab der argentinischen Botschaft in Den Haag einen Protest tilgen die antisemitischen Ausschreitungen in Argentinien. überspringen, «ber die Politiker, die d;es verla_gen, suchen eigentlich nur, uie Hegemonie über die anderen Staaten, über die afrikanischen Völker, an sich -a reissen, wie z. B. Nasser, und dazu werden sich die jungen afrikanischen Staaten nicht hergeben. Als ich im Privatgespräch mit dem Vorsitzenden de.» Togo-Parlamtnts, der fünf Sprachen iliessend beherrscht und auch sonst ein ausserordentlich gebildeter Mann ist, auf die Zeit vor den Weltkriegen zu sprechen kam, da Togoland noch unter deutscher Verwaltung stand erwies sich, dass er immer noch vorzüglich deutsch spricht. Es war seine Schulsprache, so erzählte er, und die alte Generation hat die deutsche Sprache nicht vergessen. „Aber Sie gehören doch nicht zur älteren Generation“, versuchte ich dem wi vierzigjährig aussehenden Manne ein Kompliment zu machen, da es mir unwahrscheinlich vorkam, dass er wirklich, wie mir gesagt worden war, schon siebenundsechzig ist. aber er entgegrefe lachend: „Der Schein trügt.“ Verfahren gegen Baror Tel Aviv. — Jacob Baror, der im Eichmann-Proress als Assistent des Generalstaatsanwalts aufgetreten ist, wird nach Bekanntgabe des Justizministeriums gerichtlich verfolgt werden, weil er sich fälschlich als Rechtsanwalt ausgegeben hat. Baror wurde am 31. Mai seiner Funktionen enthoben und wird wegen Fälschung öffentlicher Doku mente prozessiert werden. (ITA) ’««SäSISISPS»!! :?giJ!ÏStîïïI-ifnilT*ïijijlÏSgâIlî ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky ASUNTOS EUROPEOS EXCLUSIVAMENTE ★ RÜCKERSTATTUNG jetzt auch für Juden aus Polen. ANMELDUNGSMOEGLICHKEITEN für alle, die nach dem L 10. 1953 aus Laendern hinter dem eisernen Vorhang auswandern konnten. : SPRECHSTUNDEN: m m s Dienstag, Mittwoch und Freitag ven 15 bis 18 Uhr m m S —— —■ — — _ _ __ _ Dr. Günter Frey ASUNTOS ARGENTINOS Y SUDAMERICANOS Erbschaftssachen - Vertraege - Verwaltern gen - Miels-, Zivil- und Handelssachen. -+- PUEYRRED0N 2190 esq Av. LAS HERAS — T. E. 83-2613 .iisiBtimiSHiíifiissíssiiasiisiiSíssiíSiS-íSsSiíiiíigísiijíííiii’aáK-’iísiSígstggínessss's?*» •'*&;