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Jüdische Wochenschau · 1962-07-27 · 1970 (27.7.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1970 (27.7.1962)
Date
1962-07-27
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German, Spanish
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2 — Vierges, 27 de Julio de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXIII.-No. 1970 Der Wanderer ins Ungewisse (Schluss von Seite J) (betracht dieser Tatsachen . , , unerheblich. Wäre es nicht Wanderer kamen aus Israel, j das neue Deutschland, würde kein Jude darüber entscheiden, ob er dort leben will oder nicht... Man wird auch verstehen können, dass es manchen ehemaligen deutschen Juden aus mannigfachen Gründen in ihrem Geburtsland besser als woanders gefiel. Auch in einen Palast kehrt man nicht zurück, wenn man aus diesem Palast vertrieben worden ist .. Zu Ehren der deutschen Juden muss gesagt werden, dass die überwiegende Mehr zahl von ihnen nicht nach Deutschland zurückgekehrt ist, obwohl sie in der Emigration oder ihrer neuen Heimat ein viel schwereres Leben hatten _nd - -ter härteren Bedingungen arbeiten mussten, als sie es aus Deutschland gewöhnt waren. Schon die klimatischen wie sozialen Bedingungen in Lateinamerika sind viel bedrückender als in Deutschland. Aber die meisten haben ihr schwereres Schick sal mit Würde getragen. Sie wollten nicht dahin zurückgehen, wo man sie verjagte. Wir dürfen annehmen, dass auch in Zukunft eine ernste Rückwanderung selbst unter dem Eindruck der letzten antisemitischen Aus schreitungen in Lateinamerika nicht stattfinden wird. Ein weiterer Gesichtspunkt. der im Bericht des Herrn van Dam hervorgehoben wird, bezieht sich auf die Wiedergutmachung. Van Dam ist Experte auf diesem Gebiet. Kommentator des Wiedergutmaehungs - Gesetzes und Unterhändler in manchen Streitfragen, die sich aus diesem Fragenkomplex ergeben hatten. Wir wollen hier nicht auf die Frage der individueldie Anlass zu heftigen Diskussionen gaben. Uns kommt es hier nicht darauf an, gewisse Wertungen zu treffen oder Menschen zu zensurieren. Niemand soll sich zum Richter über einen anderen in solchen Fragen aufwerfen. Diese gute Absicht, keine Kritik zu eben, kann uns jedoch nicht daran hindern, eine scharfe Aanlyse der Situation zu versuchen. Dass ein Jude in der Bundesrepublik leben kann, ist nicht nur eine Frage des guten oder schlecht n Geschmakkes. Es ist eine Frage des Charakters, der Haltung, der Einstellung und der Gesinnung. Lass die Juden, die aus irgendeinem Grunde nach dem Kriege in Deutschland geblieben sind, sich .zugewöhnten’, ist ein Kapitel für sich, wenn auch kein erfreuliches. Die nachträgliche Rechtferiigung dieser nicht zu rechtfertigenden Haltung spielt keine Rolle. Sie ist nicht ernst zu nehmen. Die Behauptung, sie hätten ..Positionen“ gehalten. ist nicht wert, debattiert zu werden. Man kann nicht in ein Land zurück kehren, aus dem man unter solchen Umständen herausgew rfen wurde, das unsere Eltern. Geschwister und Verwandten verbrannte, unsere Kinder erschlug, alle ausraubte. verjagte, beschimpfte und beleidigte. Die Unterscheidung zwischen dem alten und dem neuen Deutschland ist in An- Dr. FREY ABOGADO PUEYRKEDON 2190 1’ izq. nachm. 16—19 Uhr T. 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Aber das ist ein breites Kapitel für sich, das in diesem Zusammenhang nicht erörtert werden soll, obwohl es van Dam auch erwähnt. Nur über das ziffernmässige Ergebnis der individuellen Wiedergutmachung soll mit einem kurzen Wort hier gesprochen werden. Van Dam unterstreicht die Höhe der Entschädigungen, die für individuelle Ansprüche gezahlt worden sind. Der Betrag ist nur insoweit hoch, als er zeigt, in welchem Umfang die Juden von den „Nazis“ bestohlen worden sind. In Wirklichkeit aber stellt diese Summe nur einen Bruchteil des geraubten Vermögens, der zerstörten Existenzen und der angerichteten Schäden dar. Das muss mit allem Nachdruck unterstrichen werden, zumal bei den jetzigen Verhandlungen die guten Bundesdeutschen sich auf die hohen Summen bereits geleisteter Zahlungen berufen. Es gereicht nicht zur Ehre des neuen Bundesdeutschlands, die jüdischen Ansprüche kürzen und immer mehr kürzen zu wollen, während gleichzeitig ehemalige Nazis und sogar Kriegsverbrecher viel höhere Pensionen beziehen, als ein Jude jemals erreichen kann. In dem Bericht van Dams findet sich dann eine Bemerkung. dass 75 Prozent des gezahlten Betrages auf Verfolgte ausserhalb Deutschlands entfallen. Diese Ziffer ist in der Tat alarmierend. Man muss sich fragen: wie ist das möglich? In Deutschland wohnen doch nur 30 000 Juden, die Höhe ist dazu noch geschätzt. Allein in Argentinien wohnen mehr als 30.000 Juden, von denen die meisten anspruehsberechtigt sind, denn hierher sind auch die Verfolgten aus Osteuropa gekommen. Geschädigte leben in Israel, Nordamerika und allen Ländern, in die Juden auswandern und flüchten konnten. Wie also kann es möglich sein, dass die in Deutschland lebenden Juden ein Viertel aller gezahlten Entschädigungen erhielten? Die Antwort auf diese Frage wird viele interessieren. Van Dam spricht schliesslich auch von der Wiedergutmachung an den Jüdischen Gemeinden, die befriedigend sei und bald ab- Confitería NIZA M0HEL N. PLAKSIN t Superi 2719 j 1. E. 76-6784 n. 76-2312 f JACOB LAPIDUS! dipl. Möbel; NEUE ADRESSE f VIAMONTE 2037, 4>. , 46-1716 und 48-2174 B.Í i? Verzieht auf Ehrenmitgliedschaft Frankfurt a.M. — Der Direktor des Frankfurter Zoologischen Gartens, Dr. Grziir.ek, hat seine Ehrenmitgliedschaft beim Deutschen Tierschutzbund m-derge'egt. Er begründete seinen Schritt damit, dass in der kürzlichen Versammlung des Tierschutzbundes in Hamrurg ,,sehr gehässige und verletzende Aeusserungen über Juden“ gefallen seien. In einem Schreiben an den Tierschutzbund erklärte er, er sei zwar Gegner des Schächtens. halte es jedoch für untragbar, dass die Arbeit zum Schutze der Tiere mit dem Ausdruck des Hasses gegenüber Gruppen von Menschen, Nationen oder Religionen verbunden werde. (AWZ) geschlossen sein werde. Die heutigen jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik sind natürlich nur ein Schatten ihrer früheren Grösse, was durchaus nicht nur ziffernmilssig zu verstehen ist. Aber die staatlichen und kommunalen Verwaltungen sahen ihren Ehrgeiz darin, das frühere jüdische Eigentum, soweit es noch vorhanden war. den heutigen Ge meinden zurückzugeben, soweit es zerstört war, neue Synagogen und Gemeindehäuser zu bauen. So kommt es, dass die auf ganze 8.000 Mitglieder zusammengeschrumpfte berliner Jüdische Gemeinde über eine Reihe schöner und sehr grosser Synagogen, über ein wunderbares Gemeindehaus und andere Baulichkeiten verfügen kann, dass der jüdische Landesverband in Bayern mit Sitz in München ein grosses Verwaltungsgebäude hat. dass es in Städten herrliche Synagogen- Bauwerke, aber keine Gottesdienste gibt, weil man einmal bei uns ohne den Minjan keinen Gottesdienst machen kann. Wir stehen hier vor einer historischen PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76-0266 PRIVAT 52-7734 Dr B. Schwartz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 52 8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG NERVEN n. GEMÜTS- 5 KRANKHEITEN $ Dr. M. J. KUHN $ > prov. i / R1VADAV1A 2625 in 5? Tel. 48-7524? } Mont.. Mittwoch, Freitag J i 17—20 Uhr. Tel. Anmel-? ¡5 düng erbeten. j Erscheinung, die man einmal genauer betrachten sollte.; Die Angelegenheit hat zwei Gesichter. Die deutschen Behörden handelten bei ihren Synagogenbauten sicherlich mit dem besten Willen, früheres Unrecht zu beseitigen. Aber sie verfolgten auch die — von deutscher Seite verständliche — Absicht mit diesem weithin sichtbaren Akt der Wiedergutmachung eine politische Demonstration über den inneren Strukturwandel, über das „Neue“, das „andere“ Deutschland zu unterstreichen. Wenn in diesen vielen Gemeinden die Mitglieder nicht in die Synagoge gehen, so nicht deswegen, weil sie nicht wollen, sondern weil sie nicht vorhanden sind. Hier liegt der einmal scherzhaft erdachte Fall tatsächlich vor, dass die Deutschen die Juden erfinden mussten, weil sie keine Juden hatten... Die Juden in Deutschland haben zu diesem Werk geschwiegen. Wo immer eine Synagoge eingeweiht wurde erschienen die jüdischen Notabein, ein „Obei’rabbiner“. ein Kantor, die Vertreter der Behörden, usw. Es war ein würdiger und weihevoller Akt. Anschliessend wurde die Synagoge sozusagen wieder geschlossen, da es keine ausreichende Zahl von Juden am Platz gab... Die Repräsentanten des deutschen Restjudentums, die über diese Sachlage am besten informiert waren, schwiegen. Denn auch sie machten Politik. Mit der kleinen Jüdischen Gemeinde in Berlin oder Düsseldorf wird heute grosse Politik betrieben, weil die Deutschen diese Schachzüge gebrauchen oder, besser gesagt, nach dem Kriege einmal gebrauchten. Deswegen war es bisher nicht zu erreichen, dass diese Sparte der Wiedergutmachung in vernünftiger Weise verwaltet wird. Während Synagogen in Deutschland in Gemeinden LA SEMANA ISRAELITA B ¡semanario — aparece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. V .rantwortlich; Dr. Hardi Swarsensky Pueyrredóo 2190. 1’ izq. T. E. 83-2Gi3 80 6930 Abono-Preise: Argentinien: í 100.— pro Quartal Ausland $ 600 — jälirl ohne Juden gebaut wurden oder vielleicht noch werden, sind tausende Juden, die einmal in Deutschland lebten, heute aber anderorts ihren Wohnsitz haben, ohne Synagoge, weil sie die Mittel nicht besitzen, ein würdiges Gotteshaus zu bauen. Die im Ausland befindlichen jüdischen Gemeinden sind in der gleichen Weise, wahrscheinlich noch viel stärker legitimiert, die Nachfolger der zerstörten, einstigen Gemeinden; sie haben zumindest das gleiche Recht, in diesen Fragen der Wiedergutmachung mitzureden, das sich die heutigen Zwerggemeinden nehmen. Auch dieses Problem sollte einmal gelöst werden, aber nicht vom Zentralrat der Juden in Deutschland, sondern in einer Konferenz sämtlicher Repräsentanten der ehemaligen deutschen Juden. Der Bericht schliesst mit einer Betrachtung, dass die Deutschen noch nicht richtig umgedacht haben, weil viele frühere Nazis noch in Amt und Würden sind. Die Erziehung der Deutschen müssen und wollen wir getrost ihnen selbst überlassen. Den Rückwanderungslustigen aber müssen wir sagen, dass dieser Weg zurück eine Wanderung ins Ungewisse ist. Eine Lösung unserer Sorgen und unseres Schicksals ist hierin nicht zu erblicken. H ROSENZWEIG j : TAIL0R HENRY I •rUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 32-0913; Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Steffen J Servicios de lunch de cutegoriu SALON DE FIESTAS? ECHEVERRIA 3296, esq. < 76-0286 CONDE J 73-1049 \ BERNARDO STERN Ausfuehrung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 1 5g!SSf“S5SSiI53StIisII?iII=Sfc«3£*£Is£“£I£Ie2sSI*siIsl£2I3iäsü§Ä . f Dr. BERNARDO GOLDSTEIN! I MEDICO g S 5 E Cardiología — Hospital Fernande! s m im Zu ** S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardio&ramme g M «■ : CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 § s » » » £ S 5 Consultas; Montag bis Freitag; 15—18 Uhr 5 S Sonnabend: 14—16 Uhr 5 «fl « SBMBBBBEBBSSSBngBBKSMKMBSBBKWMWMBBMMMaBtBSfMISSfi I VARICES-ULCERAS ¡ DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ¡ Dr. SAUL UMANSKY! Ü Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 g Hsg3ïêfSïZSiSï*lBBlS*SBiSït*lieiI*SiSSSB6i«SÎ3ïlftE***ïS«Bt'RSK *£B3EBSRISIS»EtiliBEB!5S3B*RMSaSBSESRES3BaBSSSfiäStB3iBBBBIBaSIg SDr. BENJAMIN LIPNIZKYjj ZAHNARZT S ROENTGEN3TRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- S HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- - LIRRUNG DER ZAHNSTELLUNG jjjj S Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend «« " nach vorheriger Vereinbarung, 5 5 IOSE HERN ANDEZ 2518 T. E T6-W7J und T3-M00 jjj SiiEiiiiimsus:»Hi»i»[iiiibTciiinHHfiiE;nnsiniu!C Dr. L. KLEIN Medieo Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: , Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Um > Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anaumeAdet. T. E. 44-9493 u. 44-1542 ¡SANTA FE 1391 4 4 4 4 4 4 4 ♦♦♦♦♦♦♦■♦■♦ ♦ ♦■♦♦♦

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