Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1962-07-20 · 1969 (20.7.1962) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1969 (20.7.1962)
Date
1962-07-20
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9616703-9612947-9613341--2228-9613350
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

10 entity mentions

Vie rut K, 20 de Julio de 1962 Deutsche Studenten Israel droht dieses Jahr zu einem Wallfahrtsort der Deutschen zu werden. Allein vierzig Jugendgruppen werden nach Israel reisen. Vor drei Jahren waren es weniger als ein halbes Dutzend» 3957 war es eine einzige Gruppe. Was zieht diese jungen Deutschen nach Israel — Abenteuerlust, ein moralischer Impuls, die Faszination der Wiedergeburt eines Volkes? Die moralische Komponente des deutschen Interesses für den Staat Israel ist nicht zu unterschätzen. Immer häufiger trifft man unter Jugendlichen auf die Meinung, dass dem deutschen Volk aus dem Geschehen der Vergangenheit eine besondere Bindung an den jüdischen Staat erwachse. Offenbar hat der Eichmaim Prozess diese Meinung bestärkt. Vieles an der Israel- Begeisterung der Jugend wird vorübergehend sein, es gibt in ihr aber auch Elemente der Kontinuität. An einer Anzahl deutscher Hochschulen bestehen ..Deutsch- Israelische Studiengruppen“ (.DIS), die sieh die Pflege der Beziehungen zwischen Deutschland und Israel zur Aufgabe gemacht haben. Dem Kuratorium dieser seit einem Jahr auf Bundesebene vereinigten Studentengruppen gehören Persönlichkeiten wie Theodor Heuss, Carlo Schmid. Franz Böhm Alfred Marehionini ünd Probst Heinrich Grüber an. Das Seminar ,.Israel heute und die deutsch-israelischen Jüdisches Theater wird abgerissen Wien. — Das Gebäude des Jüdischen Theaters in Warschau wird abgerissen, da der gesamte Strassenzug architektonisch neu gestaltet werden soll. Bisher steht jedoch noch nicht fest, wo das Ensemble künftig spielen kann. Das warschauer Jüdische Theater gibt fast täglich zwei Vorstellungen mit Stücken in jiddischer Sprache. (AWZ) Beziehungen“, das die DIS kürzlich auf der Jugendburg Gutenfels am Rhein veranstalteten, zeigte, dass es nicht allein eine oberfläehli che Israel-Romantik ist, die den jungen Staat für Deutsche so anziehend erscheinen lässt. Hier war ernsthaftes Fragen. W'ann wird die Bundesrepublik den Staat Israel diplomatisch anerkennen? Diese Frage wurde während des Seminars immer wieder gestellt. Dr. Stercken vom Bundespresseamt, der über die Nahostpolitik der Bundesrepublik referierte, hatte einige Mühe, den Unmut der Studenten über das Ausbleiben diplomatischer Beziehungen zu dämpfen. Er wie auch Professor Franz Böhm stimmten den Studenten allerdings darin zu, dass die Anerkennung Israels bald erfolgen müsse, wenn die Bundesregierung nicht in ein moralisches Zwielicht geraten wolle. „Die Verstimmung in Israel über unsere. Haltung wächst“, meinte Böhm. „Es ist höchst achtbar, dass die Israelis erst jetzt ungeduldig zu werden beginnen. Immerhin waren sie schon 1955 bereit zur Aufnahme normaler diplomatischer Beziehungen.“ Im Mittelpunkt der Referate von Probst Dr. Grüber und Rabbiner Dr. Blumenthal stand der Gedanke des Dialogs. Beide, der Christ und der Jude, lehnten eine gegenseitige Missionierung ab. ,,Wir Christen sind gegenüber den Juden unglaubwürdig geworden“, meinte Grüber. Wichtig sei das Gespräch, das das Anderssein des anderen respektiere. „Una sancta hominum bonae voluntatis“ nannte es Propst Grüber. Eine Frage konnte das Seminar nicht beantworten: Wird sich Israel behaupten? Auf die Dauer wird der jüdische Staat nur weiterexistäeren können wenn es zu einem friedlichen Ausgleich zwischen Israel und den arabischen Staaten kommt. Die Nahostpolitik der Bundesrepublik, so hörte man auf dem Seminar, sollte syste- HOTEL DAPHNE IHR HOTEL IN HAIFA - Israel VORHERIGE BESTELLUNGEN RATSAM HAIFA. Hadar Hakarmel, Nordaustr. ¡HOTEL ARMONI \ ISRAELS SCHOENES TOURISTENHOTEL t ■ ♦ Die beste Küche j Angenehmer Aufenthalt ♦ Tel Aviv, Jarkonstr. 90 Tel. 23711 \ (Vorherige Zimmerbestellung ist unbedingt ♦ erforderlich) Dr. MAX FLESCH Berater für Investitionen und Finanzgeschaefte in Israt \ — Lang- und kurzfristige Anlagen — Auskünfte jeder Art TEL AVIV, Israel — 18, George Elliot Str SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 1969 — 9 und Israel\ matisch versuchen, d'e Voraussetzungen für einen Frieden zwischen Israel und den Arabern zu schaffen. Aber auch die deutschen Studenten könnten ihr ScherLein beitragen. ,,An deutschen Universitäten studieren 6.000 Araber“, sagte ein Teilnehmer. „Sie w'erden das Ge sicht des arabischen Nationalismus von morgen mit bestimmen. Sollten wir nicht im Sinne einer Mässigung auf unsere arabischen Kommilitonen einwirken? Die arabischen Studenten sollten nicht lediglich eine wissenschaftliche oder technische Ausbildung in Deutschland erhalten, sondsrn wir sollten sie auch an der Erfahrung teilhaben lassen, die W’ir Deutschen mit einem hemmungslosen Nationalismus gemacht haben.“ Anne Frank-Sirasse Montevideo. — In einer kürzlichen Sitzung der Stadtverwaltung Monte Videos wurde der Antrag des Stadtrais Mario Leguizamc'.i angenommen, eine Strasse der uruguayischen Hauptstadt nach Anne Frank zu benennen. Leguizamön hatte seinen Vorschlag mit der folgenden Erklärung begründet: „Angesichts der Anzeichen einer Wiedergeburt von Nazismus und und Antisemitismus bildet der Namen Anne Frank einen Ausdruck der Brüderlichkeit, die das uruguayische Volk mit all denen verbindet, welche unter der Ungerechtigkeit von Rassenverfolgungen leiden.“ — (ITA) NACHRICHTEN AUS ISRAEL JUGENDZENTREN Angesichts der ständig zunehmenden Einwanderung und dar immer grösser werdenden Not an Ausbildungs- Stätten für jugendliche Einwanderer, werden in Bälde mit Hilfe von Keren Hajessod-Geldcrn weitere fünf Jugendzentren eröffnet werden. Heute bestehen im Lande 10 Jugendzentren mit mehr als 1000 Zöglingen; sie werden gemeinsam von der Jugendalija, der Absorptions- Abteilung der Jewish Agency und den Ministerien für Arbeit und Erziehung unterhalten und geleitet. Während der 10 Jahre des Bestandes der Jugendzentren haben dort mehr als 10.000 Jugendliche Erziehung und Ausbildung erhalten. NEUSIEDLUNG Es wurden Pläne zu einer Besiedlung des Gebietes von Korasin ausgaarbeitet, das nördlich vom Kinneretsee liegt und ein für den Anbau von Exportgemüse geeignetes Klima besitzt. Dia Arbeiten sollen von der Kolonisations-Abteilung der Jewish Agency vorgenomme» und aus Keren Hajessod- Geldern finanziert W'erden. Im Plan ist die Ansiedlung von 800 Familien vorgesehen, von denen ein Drittel in der Landwirtschaft arbeiten, während das zweite in der Industrie und das letzte bei verschiedenen Dienstleistungen Beschäftigung finden soll. 50.000 WOHNUNGEN Die Regierung befasst sieh jetzt mit dem Wohnbauprogramm für 1983, das 50.000 Einheiten umfassen soll. Hiervon sollen 60 Prozent im Negew, im Norden des Landes und Jerusalem errichtet werden, während die restlichen 40 Prozent auf die Gebiete von Tel Aviv, Haifa und Ortschaften im Zentrum des Landes entfallen. TABAK Angesichts des steigenden Bedarfes plant man die Anbaufläche von Tabak zu vergrössern. Im Vorjahr bauten Araber Tabak auf 36.000 Dunam an, während die Anbaufläche im jüdischen Sektor 5.200 Dunam betrug. Der Jahreskonsum von Tabak in Israel beläuft sich auf .etwa 3.000 Tonnen; hiervon werden rund 25 Prozent mit einem Aufwand von einer Million Dollar eingeführt. AGAVEN IM NEGEW Die Agavenpflanzungen von Gilat im Negew, die eine Fläche von 15.000 Dunam bedecken, werden in diesem Jahr einen Ertrag von 40 Millionen Blättern, die 500 Tonnen Fasern ergeben, abwerfen; hiermit ist der Landesbedarf zu einem Fünftel gedeckt. Im Gebiet von Arad, mit dessen Besiedlung vor kurzem begonnen wur de, gibt es gegenwärtig 300 Dunam Agavenpflanzungen und im Gebiet von Besor 1.000 Dunam. ENTWICKLUNGS- GEBIETE Dimona, selbst ein Städtchen von Neueinwanderern, das sich in den letzten Jahren in geradezu staunenswerter Weise entwickelt hat, ist der Ort, der im abgeiaufenen Finanzjahr die grösste Zahl von Einwanderern aufnahm. Von den neu eingewanderten Familien wurden 64,3 Prozent in Entwicklungsgebiete gebracht, während 35,7 Prozent in den Städten und älteren Ortschaften des Landes ansässig gemacht wurden. NEUE SIEDLER FUER SCHOKDA Vor einigen Wochen wurden 17 Familien von Neueinwanderern direkt vom Schiff nach Schokda im Nsgew gebracht und in diesem Dorf angesiedelt. Die Neusiedler, die zusammen 110 Seelen zählen, haben sich im ersten Stadium gut eingeordnet und man hofft, dass sie in ihrem neuen Wohnort Wurzeln schlagen werden. AUFLOESUNG EINER MAABARA Die seit langem bestehende Maabara von Ramatajim wurde aufgelöst und ihre Insassen in ständige Wohnungen überführt. In diesem Ort wird viel für die Einordnung von Neueinwanderern geleistet. So wurden vor kurzem 45 Familienn von neuen Einwanderern gleich nach ihrer Ankunft in für sie bereitgestellten Wohnungen in neuen Häusern untergebraeht. tC*y£m£T PP COMITE CENTTlOEUROPEO Corrientes 2294 — VI Stock — i. E. 48-3695 48-568! THEODOR KERZL-GEDENKFEIER Am 10. Juli führten wir gemeinsam mit dem ganzen zentraleuropäischen Sektor eine Horzf-Feier anlässlich der am 20. Tamus bevorstehenden 58. Jahrzeit des Schöpfers des politischen Zionismus durch, auf der, nach einleitenden Worten unseres Vorsitzenden, der Generalsekretär des Landesdirekloriums des KKL, Chawer Moses Sendery, sprach. Der Redner gab einen interessanten Ueberblick über die Entwicklung vor allem des Negew, über seine Bedeutung für die künftige Kolonisation und über die Beziehung Israels zu den jungen und neuen afrikanischen Staaten. Der sehr lehrreiche Vortrag bildete einen ausgezeichneten Auftakt für die Vorführung der beiden neuen KKL-Kulturfilme „Ewiges Sandmeer“ und „Galil“, die starken Anklang fanden zumal sie neue Eindrücke vermittelten. TROTZ ZUSAGE — SEHR GERINGE BETEILIGUNG In freundlichster Weise hatte die „Nueva Comunidad Israelita“ ihren schönen Saal für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt, und man durfte erwarten, dass die Zusage von zehn Gemeinden und Organisationen unseres Sjrachkreises, diesen Abend als den ihrigen anzusehen, ein grosses Auditorium anlocken würde. Diese Annahme war irrig. Es fand sich nur ein sehr kleiner Kreis interessierter Menschen zusammen, und mehrere Vorstände Hessen sich nicht einmal vertreten, sodass man von einer Gemeinschafts - Veranstaltung, wie sie nach vielen Jahren zum ersten Mal geplant war, nicht sprechen kann; vielmehr muss auch hier — ähnlich wie im Fall der grossen DAIA-Kundgebung vom 2. Juli — auf ein Fehlen des nationalen Verantwortungs - Bewusstseins hingewiesen werden. Besonders bedauerlich dürfte das Wegbleiben der sämtlichen Herren Lehrer sein, da ihre Mitwirkung in der Keren Kajemeth - Arbeit 'für die Schuljugend, in erzieherischer Bedeutung, unerlässlich ist. Dieser KKL-Veranstaltung kam mit Rücksicht auf die e .forderlichen grossen Opfer, die vom argentinischen Jischuw für Israel und seine Aufgaben gebracht werden müssen, in diesem Augenblick eine besondere Bedeutung zu. Dies ist von weiten Kreisen und auch von Verantwortlichen an der Spitze der Organisationen nicht verstanden worden. Die Fx-eur.de des KKL, die dessen enorme Leistung auch in der Gegenwart und vielleicht ¡.och mehr in naher Zukunft zu würdigen wissen, werden sich durch diese Enttäuschung nicht entmutigen lassen. Sie wissen, dass ganz Israel ein einziges lebendiges Denkmal von Theodor Herzl darslcilt, und dass es keine schönere Ehrung geben kann für diesen grossen Sohn unseres Volkes, der die moralischen und polilischen Grundlagen des jüdischen Staates schuf, als für Israel und die nationale Renaissance des jüdischen Volkes zu arbeiten. Der Keren Kajemeth Lejisrael zeigt einen der wichtigsten Wege zur Errichtung dieser hohen Zie- Aus unserer Arbeit I I Aus dem Nachlass von j Frau Be^îa Mann s. A. wari de uns von Herrn Werner j Rosenberg und Frau Henny,! geh. Mann die Summe von 10.000.— überwiesen. Zum Andenken an die Verstorbene werden Bäume im ,,Dr. Mibashan-Wald“ gepflanzt. I Anlässlich der Hochz.it | von Herrn Samuel Wrobel | unj Frl. Berta Liberman , wurde durch die Mitarbeit | von Frau Frida Schindel de |i 8.000.— gesammelt; das neuvermählte Paar wird in Zaslavsky und Herrn Zwierzynsky der Betrag von das „Goldene Buch“ in Jerusalem eingetragen. Anlässlich der Vermählung von Herrn Alfredo Böning?r und Frl. Anita Kahn | ergab die Sammlung zugunsten des KKL den Betrag i von $ 5.670.—; auf den Na- I men der Neuvermählten werden Bäume in Israel gepflanzt. Bei der Verlobungsfeier : von Herrn José Hrimenrath und Frl. Ester A. Sacrao wurde durch die Mit-.rbeit von Carmen und Bubi Heimenrath die Summe von $ 2.350.— gesammelt; auf den Namen des Brautpaares werden Bäume eepflanzt. Wir danken allen unseren Spendern und Mitarbeitern. Industrial & Comercial Bank (ISRAEL - LATIN AMERICA) Ltd. T E L A V I V 65, Allenby Road NEUE BUEROS IN BUENOS AIRES Av. CORRIENTES 1145 (GALERIA DEL OBELISCO) T. E. 35-3463 MFC COBA INVESTMENT & TRUST Cia. Av. CORRIENTES 1145 T. E. 35-3463

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.