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Jüdische Wochenschau · 1962-07-20 · 1969 (20.7.1962) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1969 (20.7.1962)
Date
1962-07-20
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German, Spanish
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Der wahre „Exodus” ,unSCHALOM BEJS1-CHORIN Der Roman ,,Exodus“ von Leon Uris und die Verfilmung des Themas der ..illegalen“ Einwanderung nacn Erez Israel in den Janren nach dem zweiten Weltkrieg haben dieses Stück heroischtragischer Gasrlnchte der jüngsten Vergangenheit wieder lebendig gemacht. Natürlich fehlte und fehit es nicht an Kritik: zuerst am Roman und heute an d;m grossen Film-We,k. Wir sprechen hier nicht von der arabischen Kritik und von den antisemitischen Xundgeoungen des amerikanischen Möehte-gern-Hiilers. Rockwell. der Demonstrationen vor den Kinos veranstaltete, die „Exodus“ zeigten. Wir sprechen von der Kritik die Menschen übten, die selbst mit diesem Kampf der Reste des geschlagenen jüdischen Volkes in Europa um das Recht auf eine eigene Heimat zutiefst verbunden waren. Aber diese Kritik trifft insofern ni; die Sache, als sowohl Autor Uris wie Regisseur Premirger immer und immer wieder beton-en, dass sie eine freie Verarbeitung des historischen Themas, aber kein? eigentliche Dokumentation beabsichtigten. Es erhebt sich aber die Frage, ob es gegenüber der freien filmischen Bearbeitung nicht einen wirklich historischen Dokumentarfilm gibt, der das grandiose Zusammenwirken der damaligen Hagana, der Freiwilligen aus Erez Israel mit der Scheerit Hapleta, den letzten Ueberlebenden der Katastrophe. festgehalten hat? Es gibt einen solchen Film: ,.Die Illegalen“, der 1946 47 aus authentischen Aufnahmen zusammengefügt und mit einer dünnen Handlung untermalt wurde: der bekannte amerikanisch - indische Autor Mever Levin hat damals im Auftrag der Hagana diesen Streifen h^gestellt, der aber niemals im Lande Israel selbst gezeigt wurde. Heute ergibt sieh eine dreifache Notwendigkeit, diesen Film wieder zu zeigen, und man hat nunmehr neuerdings die erste hebräische Version davon hergestellt, die kürzlich erstmalig in Jerusalem im Saal des Keren- Hayessod einem ausgewählten Kreise von Mitarbeitern der Nationalen Fonds, der Sochnut und der Presse gezeigt wurde. Meyer Levin sprach einleitend ein paar Worte: er habe, so betonte er mit stolzer Zriickhallung, allerlei literarische Erfolge aufzweisen, aber ihm sei dieser bescheidene Dokumentarfilm von vor vierzehn Jahren eigentlich das Wichtigste in seiner Produktion geblieben. Fünfzig Minuten lief dann der Schmalstreifen und uns — liefen die Tränen herab. Kunstlos aber wahr spricht hier das Judenschicksal zu uns in der einfachen Geschichte von Mic.ia und Sara. einem jungen Paar, das sich auf den Trümmern des Warschauer Ghetto b?gegnet und gemeinsam, allen Gewalten zu Trotz, den Weg ins Judenland antritt. Der Film ist kein Kunstwerk, will keines sein; er Will die Wahrheit, die bittere und harte und doch beseligende Wahrheit festhalten. Es sind einfache, schlichte Menschen, die hier zu Hel den des Geschehens werden. Sie sprechen ein unverfäZSchtes Jiddisch, wenngleich der Begleitiext heute hebräisch gehalten ist. Sie sind keine Uebermenschen; sie siegen keineswegs immer, aber sie sind menschliche Menschen, jüdische Juden; Menscnen, wie du und ich .. Da stehen sie auf den Trümmern des Warschauer Ghetto, der junge Micha und seine hübsche, kleine Sara und blicken mit Augen, in denen sich die Schrecken der überstandenen Jahre malen, auf den riesigen Schutthaufen, unter dem die Reste der einst gewaltigen jüdischen Gemeinde ruhen, die in einem Meer von Blut und einem unvergleichlichen Aschenregen untergegangen ist. In irgendeiner Ruin; bauen sich die überlebenden Jungen ihr Nest. Und Sara fühlt, dass in ihr sich neues Leben regt. Leben auf dem Hügel des Todes? Nein — das soll, das kann, das darf nicht sein: ..Hier kann man nicht leben“, erkennt Sara. Sie und Micha wollen lach Erez Israel ihr Kind soll dort, nur dort geboren werden. Wie gelangt man aber dorthin? Das gelobt» Land war damals das verbotene Land, das haben wir heut, fast vergessen. Ohne Papiere gan es keine legale Alija. Aber Menschen, die die Hollen von Auschwitz und Maidanek überstanden hatten, die aus dem Untergang des Warschauer Ghetto gerettet wurden, kannten keine Hindernisse mehr. Sie packten ihr elendes Bündel und gingen — nach Jerusalem! Und nun sieht man, wie Micha und Sara sich dem Strom der ..Illegalen“ anschliessen. Irgendein polnischer Grenzw’ächter reisst das liebende Paar auseinander. Allein kommt Sara nach Wien, wo im ehemaligen Rothschild-Hospital eine Auffangstelle der „Illegalen“ enstanden ist. Weiter geht es von Lager zu Lager. Ueberall sind die Helfer der „Brieba“, erprobte Kämpfer der Hagana, am Werke; mit Autobussen und auf Schleichwegen der grünen Grenzen zwischen den halbzerstörten Ländern Europas werden die Heimatlosen weitergeschleust bis zu irgendeinem Hafen, von dem aus ein Flüchtlingsschiff nach dem anderen unter falscher Flagge in See sticht. Hier und dort helfen alliierte Soldaten weiter, ein amerikanischer Armee-Rabbiner (wir erkennen unseren alten Freund Rabbi Eugene Lipman in seiner schmucklosen Frontuniform) bietet Hilfe: ein ganzes Netz ist über Europa gespannt, von Polen über die Tschechoslowakei bis nach Oesterreich und Deutschland (selbst die später so berühmte Möhlstrasse in München fehlt nicht) und zur Küste in Italien und Frankreich reicAt die jüdische Untergrundorganisation, die nur ein Ziei kennt: Erez Israel. Der Strom, der sich damals ins Land ergoss, glich einem reissenden Gebirgsbach. durch nichts aufzuhalten. Geröll und Schlamm werden mitgerissen. Dämme und Deiche können nicht standhalten. Der Strom schwillt an und drängt zur Mündung. Nichts konnte diese Menschen entmutigen: nicht die Grenzen und ihre bewaffneten Wächter, nicht die gefahrvolle Enge der Schiffe, nicht die Uebermac-ht der britischen Küstenwache. nicht die Morddrohungen der Araber. Wer Hitler überlebte, kapitulierte nicht vor Bevin. Im ..Ofen 'Gr Leiden“ war dieses Volk DOKUMENTE-URKUNDEN CHRONIKEN-LILDER über die Geschichte des ehemaligen deutschen Judentums sammelt das LEO BAECK-INSTITUT PUBUKA TIONEN DES I.EO BAECK INSTITUTES SCHRJLFTENKE1HE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN VtNir Book V I960 — VOM L.B.-iNSTITUT HERAUSGEGEBEN: BY THE EAST AND WEST LIBRARY, LONDON mit einer Fülle hervorragender Beitrage in englischer und deutscher Sprache. (416 Seiten) WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-Instituts Anmeldungen bei Herrn CURT WILK, Moreno 2258, und im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU, Pueyrredon 2190, 1. izq. (83/2613) LITERATUR riut§sseau uni di Kürzlich g’dachte die Kulturmenschheit des 250. Geburtstages von Jean Jacques Rousseau. Auch jährt sich dieses Jahre zum 200. Mal der Tag der Veröffentlichung seines didaktischen Romans „Emils“. Aus diesem Grunde ist es wohl angebracht, die Beziehungen Rousseaus zu den Juden einer Untersuchung zu unterziehen. Rousseau erwähnte zum ersten Mal die Judenfrage in indirekter Weise. Im vierten Buch des zweiten Bandes von „Emile“ weiht ein savoyischer Vikar Emile — die zentrale Gestalt des Romans — in sein Glaubensbekenntnis ein und beschreibt ausführlich das Wesen der verschiedenen Religionen. Im Laufe seiner Ausführungen stellt der Vikar folgende Fragen: „Kennen Sie viele Christen, die sich die Mühe gegeben haben, um das, was das Judentum gegen sie vorbringt, einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen? Wenn einigen davon etwas bekannt geworden ist, so haben sie es in den Büchern der Christen gelesen. Eins herrliche Art und Weise, sieh über die Gründe ihrer Gegner zu unterrichten’ Allein, was lässt sich da anfangen? Wollte irgendjemand das Wagestück unternehmen. unter uns Schriften zu veröffentlichen, in denen aas Judentum offene Begünstigung fände, so würden wir Verfasser, Herausgeber und Buchdrucker zur S'rafe ziehen. Dieses polizeiliche Verfahren ist bequem und sicher, um stets recht zu haben. Es muss in der Tat ein Vergnügen sein. Menschen zu widerlegen, die nicht zu sprechen wagen. Denjenigen unter uns, deren Gelegenheit gegeben ist, mit Juden Umgang zu pflegen, ist damit nicht viel mehr geholfen. Diese Unglücklichen tragen nur zu sehr das Gefühl in sich, dass sie in vollständiger Abhängigkeit von uns leben. Die Tyrannei, die man gegen sie ausübt. macht sie furchtsam, und sie wissen, wie schnell die christliche Liebe zu Mitteln der Ungerechtigkeit und Grausamkeit ihre Zuflucht nimmt. Was können sie sich wohl zu sagen unterfangen, ohne sich der Gefahr auszusetzen, von uns der Gotteslästerung beschuldigt zu werden? Die Habgier stachelt unseren Eifer an, und sie sind viel zu reich, um nicht unrecht zu bekommen. Die' Gelehrtesten und die Aufgeklärtesten zeigen auch stets die grösste Vorsicht. Es wird vielleicht gelingen, irgendeinen Elenden zu bekehren, der sich dafür bezanlen lässt, seine Glaubensgenossen zu verleumden; man wird vielleicht mit einigen feilen Trödlern ein Gespräch anknüpfen können, die aus Schmeichelei den Nachgiebigen spielen werden. Man wird über ihre Unwissenheit oder ihre Gemeinheit einen Triumph feiern, während ihre gelehrten Glaubensge-, nossen im Stillen diese Torheit belächeln werden. Lässt sich aber deshalb annehmen, dass sie an Or- hart geglüht worden: stahlhart! So wurde Isarel aus der Asche des Untergangs geboren. Dass diese Geburts-Stunde der auferstandenen Nation in einem Film - Dokument festgehalten werden konnte, ist ein grosser Gewinn für die Heutigen; denn die Gefahr des Vergtesscns schwebt über uns allen. ron Dr IS. Af. GELtß, JerU*a ten, wo sie sich in Sicherheit fühlten, ihrer} Gegnern ebenso leichtes Spiel einräumen würden? In der Sornonne ist es so klar wie der Tag, dass sich die messianischen Weissagungen auf Jesus Christus beziehen. Bei den Rabbinern in Amsterdam gilt es für ganz ebenso klar, dass sie nicht den geringsten Bezug auf ihn haben. Ich werde mir nie eine vollständige Kenntnis der Gründe der Juden Zutrauen, solange sie nicht einen freien Staat, nicht eigene Schulen und Universitäten haben, in denen sie ohne Gefahr reden und diskutieren können. Dann erst sind wir zu erfahren imstande, was sie zu sagen haben.“ / Wir ersehen aus diesen Worten, dass Rousseau zu einem für jene Zeit überraschenden Schluss kam und die zukünftige Geschichte des jüdischen Volkes vorausahnte. Es ist anzunehmen, dass er über die Polemik zwischen den holländischen Juden und Vol’aire unterrichtet war, und es ist nicht ausgeschlossen, dass er auch von der englischen Bewegung „Restoration of the Jewy“ gehört hatte die die Rückkehr der Juden in ihre historische Heimat offen befürworte'e. Er wusste auch etwas über die ehemaligen Marranen in Holland und ihre Erwartung des Messias, der die historische jüdische Nation in ihrem angestammten Lande wiederherstellen sollte. Es unterliegt auch keinem Zweifel, dass Rosseau die Unruhe, die Sabbatai Zwi unter den Juden verursacht hatte, sowie die durch seinen Fall erzeugte Sehnsucht zur Rückkehr nach Zion nicht unbekannt waren. „Emile“ wurde auf Betreiben des Erzbischofs von Paris auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt, veil die katholisch; Kirche ih Rousseau einen Feind des Christentums sah. Die Reaktion der „aufgeklärten“ Juden war jedoch ganz anders. Es war nur natürlich, dass die liberalen, in Rousseaus Werken ur.d insbesondere in „Emile“ und ,,Contrat Social“ zum Ausdruck gebrachten Ideen im Kreise der Anhänger Moses Mendelssohns ein günstiges Echo fanden. Jedoch in den Salons der berliner Juden waren die Männer stärker vom Rationalismus beeinschüi gegen gese cheUterdrückung. kurz der Nouvell; äufjjm Schrillste! cha:Ginzburg war dass er nach ihre ein«Erzählung. .-! ]ie“ schrieb. Weit der .Maskiliin" i gerd« jüdisc! er runj waren von 1 G-e stSschaf ts-Theoi beeiärnckt weil nur Toleranz, sonc Ml ,BT MIR und ich werde di« den Angeln heben' ers» Zeile dieses ses fe der Film tx Ergebnis einer fracösischen Ko stelä er einen Me der Entwicklung stäidigen israelisi Produktion dar. mehr ais diese kaufmännischen 1 er ieufen. einer der allgemeinen internationalen ] weirej. Wenn'wir dera Titel als ein zeicanen, dann ist LUACH — C K A LENDER Freitag, den 20. Juli .. Sonnabend, den 21. Juli :?■ Parschat PINCHAS 4. B. M. XV m Hnftara Yirmivahu Il_jjjAX Sonntag, den 22. Juli .. Todestag vor. Theodor Herr; läw Montag, den 23. Juli Todestag von Chaim Nachmam Bialik 1934 Dienstag, den 24. Juli w Mittwoch, den 25. Juli J Donnerstag, den 26. Juli Freitag, den 27. Juli _ ’ Sonnabend, den 28. Juli " Parschat MATOT-MASEI 4. B. W.XXXo v Haftara Yirmiyahu II 4^m ftara Yirmiyahu 11 4 28. ijr Neumondankündiguig Sonntag, den 29. Juli Montag, den 30. Juli Dienstag, den 31. Juli Mittwoch, den 1. August Rosch ChodeschAw Donnerstag, den 2. August Freitag, den 3. August Sonnabend, den 4. August Parschat DEWARIM 5. B. M. 1 j Haftara Yesehayahu l.i _ , Schabat CHASObf ‘ Sonntag, den 5. August Üontag, den 6. August 27 28 28

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