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Jüdische Wochenschau · 1962-07-20 · 1969 (20.7.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1969 (20.7.1962)
Date
1962-07-20
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, 20 de Julio de 1%2 SEMANA ISRAELITA Año XXIII. — No. 196J — 5! Ereignisse der Woche evii Besuch in Rosario Der Präsident des Keren Hajessod, Rabbiner Dr. Israel Goldstein (Jerusalem), stattete im Rahmen seiner Reise nach Argentinien auch den Juden in Rosario einen Besuch ab. Es war interessant zu beobachten, mit welcher Anhänglichkeit und inneren Wärme Dr. Goldstein überall begrüsst wurde, abgesehen davon, dass er es wie wenige verstand, die Menschen für seine Aufgaben und Ziele zu gewinnen. Leider konnte Dr. Goldstein wegen schlechter Weiterverhältnisse die vorgesehenen Besuche in Córdoba und Mendoza nicht zur Durchführung bringen. Rosario ist eine grosse Stadt und doch Provinz. Das Leben unterscheidet sich erheblich von dem uns gewohnten Leben in der Weltstadt Buenos Aires, wobei hier nicht von Aeusseriichkeiten die Rede^ist, denn in dieser oder mancher Beziehung liegen die Dinge dort besser. — Der erste Eindruck waren die vollen Versammlungsräume mit begeisterten Juden. die den Tag dieses Besuches als einen Festtag auffassten. Sicherlich kommen dorthin seltener Sendboten aus Israel aber das allein kann den Unterschied nicht erklären. Das soll nicht bedeuten, dass hier allgemeine Versammlungen schlecht besucht seien, aber dort fehlten nur sehr wenige. Natürlich ist es eine alte Erfahrung, dass die Intensität des jüdischen Lebens umso grösser ist, je kleiner die Gemeinde oder die Stadt ist, in der sich dieses Leben entwickelt. Besuch abgeschlossen Die Reise Dr. Goldsteins war ein grosser Erfolg. Sicherlich haben auch äussere Faktoren einen Einfluss gehabt, dass diese Reise eine so starke Wirkung hinterliess. Wer es nicht wusste, ist jetzt davon überzeugt: hier begegneten wir einer der grossen Persönlichkeiten unserer jüdischen Gegenwart, einem Menschen, der sich ebenso durch sein Wissen und Können wie durch die Unbedingtheit der von ihm vertretenen Ideen auszeichnete. Dr. Goldstein sagt, was er meint, und er meint es sehr ernst mit dem, was er sagt. Dr. Goldstein kam, um die argentinischen Juden zur Mitarbeit an der „Rettung der Gefangenen“ aufzufordern, die vom Keren Hajessod, hier Einheitskampagne genannt, durchgeführt wird. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, an ,Pid chon Sch'vuim“, an der Erlösung der Gefangenen Isv wwvwwwwwvuvwvvwwwwwvwwwwmvmV 5 \ n " n itm KOSCHERE FIÂMBRER1A IM ONCE VIERTE! ist neu eröffnet. — Koschere Sandwichs und kalte Getränke. — Alle koscheren Gebrauchsartikel. S. D. HEILBRUN, PASTEUR 463, Lokal 4 T. E. 48-6387 SAISON - AUSVERKAUFSPREISE IN FERTIGKLEIDUNG! 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Diesen Bann wollte Goldstein brechen. Es ist ihm gelungen. Ueberall, wo er erschien, waren die Menschen beeindruckt, beeindruckt von der Grösse der Aufgabe, die vor uns steht, beeindruckt von einem grossen Menschen, der sich zum Sprecher unserer Gefangenen machte, sei es in den nordafrikanischen Ländern, sei es in Staaten, die hinter dem eisernen Vorhang liegen. Zwei Besucher Das argentinische Judentum hatte das Glück, in diesen Wochen den Besuch zweier hervorragender Männer zu haben, die beide in der nichtjüdischen Welt einen hervorragenden Namen und grosses Ansehen besitzen: Rabibner Goldstein und Prof. Chain. Beide sind Männer des Geistes, Forscher und Wissenschaftler. Der eine ist ein bedeutender Rabbiner, d ssen mehr als vierzigjähriges Wirken in seiner Gemeinde, in Nordamerika und in Israel Pefe Spuren zurückgelassen hat, der andere eine anerkannte und weltberühmte Autorität und Nobelpreisträger, Weltbürger“ beide. Rabbi Goldstein hat sein Judesein als Berufung begriffen, Prof. Chain ist ein bewusster Jude. der sich mit seinem Volk, seinen Idealen, Hoffnungen und Leiden eng verbunden fühlt. Aus diesen Besuchen mögen die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Man sollte nicht nur mit berechtigstem .Stolz auf solche Männer hinweisen, di“ Söhne unseres Volkes sind, sondern auch darum bemüht sein, selbst seinen persönlichen. ideellen wie materiellen Beitrag zur Lösung unserer jüdischen Gegenwartsprobleme zu leisten. Eine berechtigte Bemerkung In einem der letzten Berichte wurde festgestellt, dass die Herren Rabbiner unseres Sektors zur Kundgeb.u!?g d?r jüdischen Solidarität, die unter dem Vorsitz von Dr. Hardi Swarsensky von der gesamten argentinischen Judenheit abgehalten wurde, mit einer Ausnahme nicht erschienen waren. Wie wir nachträglich hierzu erfahren, hatten die zuständigen Instanzen unseres organisationeilen Lebens versäumt, die Rabbiner einzuiaden. Es sollte insbesondere bei Veranstaltungen dieser Art niemals übersehen werden, vor allem nicht von der Kehilla (AMIAl, auch die Rabbiner unseres Sektors zu rufen und sie gemeinsam mit den Vorständen oder deren Vertretern einzuladen, das gilt ebenso auch für die Empfänge, die von der israelischen Botschaft veranstaltet werden. Von den Vorständen der Gemeinden müssten die entsprechenden Anregungen ausgehen. Dies mit aller Klarheit zu fordern, war eine Notwendigkeit. Damit ist aber auch klargestellt, dass den Herren Rabbinern kein Vorwurf gemacht werden kann, wenn sie bei einer zentralen Veranstaltung gefehlt haben. — (Weitere Ereignisse auf Seite 8) Nazifaschisten in ueberfallen juedischen Arzt Der jüdische Arzt, Dr. Mäximo Hendel Blanc, ein Argentinier, der seit fünf Jahren in Uruguay lebt und seine Praxis in Montevideo ausübt, wurde von vier Individuen überfallen, die ihm ein Hakenkreuz in das Bein schnitten. Dr. Hendel musste interniert werden, weil er eine Schädelverletzung erlitt. Ebenso wie bei den zwei früheren Opfern, der Paraguayerin Soledad Barret, der ein Hakenkreuz, und dem uruguayischen Studenten Elbio Yamandu FerrCr, dem Hammer und Sichel eingeritzt wurden, sind die Schnittwunden leicht, während der Schlag, der Dr. Hendel auf den Kopf versetzt wurde, gefährlich ist. Dr. Hendel konnte seine Angreifer nicht identifizieren. Nachdem er das Bewusstsein wiedererlangt hathatte, gab er an, er sei aus seiner Wohnung telefonisch zu einem dringenden Fall gerufen worden, doch habe man die Adresse nur ungenau angegeben. Daraufhin sei er sofort mit seinem Auto dorthin gefahren, und als er die Hausnummer nicht finden konnte, habe er versucht, sich nach den Strassennamen zu orientieren. In diesem Augenblick näherte sich ihm ein Mann, der ihn fragte, ob er der Arzt Dr. Hendel sei, und als er dies bejahte, erhielt er einen schweren Schlag auf den Kopf, worauf er die Besinnung verlor. Hierzu muss bemerkt werden, dass der Ort, an den man ihn rief, einsam und verlassen liegt. Als Dr. Hendel wieder zu sich kam, befand er sich mehrere Strassen von dem Ort entfernt, wo er sein Auto stehen gelassen hatte. Obwohl er von dem Schlag betäubt war, kann sich der Arzt erinnern, dass er in ein grosses Auto gestossen wurde, in dem sich drei oder vier Männer befanden. Die- S6 versuchten, wie er sich ebenfalls erinnert, ihn dazu zu bringen, „Heil Hitler“ und „Tod den Juden“ zu rufen. Später gelang es ihm unter grosser Mühe, sich in ein benachbartes Haus zu schleppen, wo man ihm Hilfe leistete. DER AERZTLICHE BEFUND Nach dem ärztlichen Befund sind die Schnittwunden des Opfers leicht und die durch den Schlag auf den Kopf hervorgerufene Gehirnerschütterung zeigt eine Besserung. Dr. Máximo Hendel Blanc hat sein ärztliches Studium in Argentinien absolviert, verheiratete sich hjerauf mit einer Uruguayerin und zog nach Montevideo, wo er sich nach Ablegung der entsprechenden Prüfungen an der dortigen Medizinischen Fakultät als Kinderarzt niederliess. Er gehört dem Aerztesyndikat von Uruguay an, das die Auskunft gab, dass Dr. Hendel „sich nicht 2ktiv politisch betätigt und Antikommunist ist.“ Es konnte festgestellt werden, dass Dt. Hendel ausehliesslich für seinen Beruf lebte und sieh nicht in die Politik einmisehte, doch als Jude verschiedenen jüdischen sozialen und kulturellen Institutionen angehört. Die Leiter des Aerztesyndikats betonten ihren Abscheu vor den verübten Attentaten und informierten die Behörden davon, dass mehreren Aerzten, von denen viele überhaupt keine Beziehungen mit dem Judentum haben, in anonymen Drohbriefen mitgeteilt wurde, dass „die Unsichtbaren sie beschatten.“ EINSTIMMIGE EIT- POERUNG DER PRESSE Die uruguayischen Zeitungen verurteilten einstimmig dieses neue Attentat. „El Dia“ richtet eine energische Aufforderung au das Publikum, aktiv mit den Behörden zusammenzuarbeiten, da der Augenblick gekommen sei, in dem das demokratische Bürgertum, das die überwiegende Mehrheit im Lande darstellt, eine wachsame Haltung beziehen muss. Die Polizei hat die Untersuchung dieses neuen Falles eingeleitet, obwohl die be:- den früheren Attentats noch nicht aufgeklärt worden sind. INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas descansa* ANDONAEGUI 1270 T. E.: 51 Buenos Aires 4810 i NO SOLO DESDE LÄ PLATEA!!! 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