Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1969 (20.7.1962)
- Date
- 1962-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 2*) de Julio de 1962 SEMANA ISRAELITA Afio XXIII. — No. ¿969 Junge Schauspieler aus Deutschland! perlmann *** einem sehenswerten stueck Schauspieler, die Theaterstücke verfassen, — Shakespeare. Möllere, Raimund, Nestroy, Guiiry, Pagnol. Coward und Curt Gütz, uni nur die Bedeutendsten zu nennen, — verstehen ihr Handwerk ausgezeichnet. Sie Müssen bühnenwirksame Situationen zu gestalten und geben den Schauspielern Rollen, aus welchen sie etwas schaffen können. Merkwürdigerweise bevorzugen sie alle, — das einmalige unerreichbare Genie Shakespeare bildet die Ausnahme —, das Volkssfiick, die Komödie und das Lustspiel vor der , schicksaisschweren tragischen Menschengestal tung. Auch Curt Götz hat in reiner ..Ingeborg ‘ eine reizende Komödie geschaffen, die man schon oft mit Freude sah und die noch keine Patina an'gesetzt hat. Es handelt sich um das berühmte Dreieck; aber hier ist nicht wie bei den Franzosen die Hauptsache, ob das erotische Verlangen sich durchsetzt oder seine Erfüllung verhindert wird. Anerzogene Ehrbegriffe und typisch deutscher Anstandskomment spielt eine wesentliche hemmende Rolle. Gütz schreibt im Stil der Gescllschaftskomödien von' Oscar Wilde. Der blendend spritzige geistreiche Dialog mit seinen Bonmots und Aphorismen ist ihm das Wes entliehe und Ursache seines dauernden Erfolges. Klaus Jägel führt die Regie. Er sorgt für flottes Tempo und lässt die Darsteller nie auf ihren Pointen ausruhen, die wie Wasser einer Fontäne im Sonnenschein schillern und sofort zerstäuben. Grossartig an seiner Auffassung war, dass er, ohne ein Wort des I Textes zu ändern, uns eine völlig neue „Ingeborg“ geschenkt hat. Curt Götz schrieb seine Komödien mit grossen Rollen für seine Frau und für sich. Deshalb wurden die beiden jungen Hauptdarsteller gewöhnlich von einem reifen Bonvivant und einer Salondame gespielt. Hier waren es 1945 Jacob und die Danzky. Jägel besetzte sie mit blutjungen Schauspielern die fast kindlich an ein neues Liebeserlebnis heran-; gehen. Es war eine Art | ..Frühlings-Erwachen“, min- | destens im Kokettieren mit | dem ehelichen Seitensprung. Emily Schiller, die zum ersten Mal hier auftrat, ist ein schönes junges Mädel, das zu sprechen und unaufdringlich zu gestalten versteht. Sie besitzt einen natürlichen Charme der Be wegung, der begeistert. Wie sie den jungen Peter verführt, nicht als kokette Frau, sondern wie ein Kätzchen, das mit der Maus nur spielt, um sich der eigenen Kraft bewusst zu werden, ist wirklich reizend. Helge Schupp, ebenfalls blutjung, ist ein lächelnder verlegener Knabe, der gern möchte und fühlt, dass er auch könnte, der ab^r doch dauernd über den grundanständigen moralischen Adam in sich stolpert. Grossartig. Jedenfalls versprechen beide, Emily Schüler und Helge Schupp, viel für die Zukunft. Wolf Schlamminger | der Dritte aus Deutschland gekommene Künstler, mach te seine Rolle gut. Man wird ihn in anderen Rollen, j die seiner Eigenart mehr entsprechen, schätzen können. In Oscar Wildes Komödien gibt es einen Lord. der. nur geistreiche und verbliif- Als letzte Aufführung in seinem Gastspiel brachte Perlman „Der Präsident von Chelm“, ein sehenswertes Stück von Meir Margu lit, das dem Publikum sehr gut gefiel. Herrmann Ludwig hat zwar wieder eine melodienreiche und schmissige Musik beigesteuert. Trotzdem ist es diesmal keine der üblichen Possen, sondern ein Werk, das neben vielen heiteren Szenen auch ernste, ins Herz gehende Augenblicke bot. Perlman ist ein armer Hausierer, der schwer ar beitend sich etwas Geld gespart hat, auf das andere angenehme Zeitgenossen scharf sind; aber es geht alles gut aus. Während die ..klugen“ Ratgeber um ihr Vermögen kommen, wird Perlman reich, und mit dem Reichtum kommt auch die soziale Position. Er wird fende Aphorismen herauszusprudeln hat. Curt Götz hat diese dankbare Rolle der Tante Ottilie anvertraut. Lily Rapp liess keine Pointe aus. Besonders die etwas boshaften und anzüglichen brachte sie leicht .parodiert in höchst wirksamer Art. Als betrunkene alte Dame bewegte sie sich nach dem Vorbild und mit dem Pathos der unvergleichlichen Adele Sandrock. Karl Ewald fand als Diener, der mit gespreiztem Schnabel nur im Konjunktiv, mit den Allüren eines britischen übervornehmen Butlers redete, Gelegenheit zu beweisen, wie gut er komische Rollen gestaltet. Mit einem Wort: alles, oder fast alles, war bestes gekonntes Theater. Leichte Kost, aber reizend und nach dem Geschmack der Zuschauer. Dr. Karl Kost Jüdisches Lehrhaus Die naechsten Kurse finden statt, am MONTAG, DEN 30. JUL!, UM 20 UHR 30 IM GEMEINDEHAUS (RAMER 2060 1. Kurs: BIEELKUNDE: Dr. Meir Rosenberg DAS BUCH YiRMEYAHU (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) Die Teilnehmer werden gebeten, VOR Beginn des Kurses zu kommen und eine Bibel mitzubringen. 2. Kurs: GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky 6. ABEND: DIE GUTE ALTE ZEIT VERSINKT (Der erste Weltkrieg und seine Folgen) (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRAEISCHE KURSE: . 1. Jahr: Montags: 18 Uhr 30 und Mittwochs: 19 Uhr 15 2. Jahr: Dienstags und Donnerstags: 17 Uhr 3. Jahr: Montags: 17 Uhr und Mittwochs: 17 Uhr 50 Der neue hebraeische Anfaengerkurs hat am Dienstag, den 17. Juli begonnen und wird DIENSTAGS und DONNERSTAGS von 18 bis 19 Uhr 30 stafffinden. Alle Kurse finden in der Cramer 2060 statt Präsident seiner Chelmer Landsleute und wirft mit Schecks zur Unterstützung seiner lieben Nebenmensehen geradezu um sich. Dazu gibt es tragische Konflikte zwischen der jiddischen Marame (die diesmal von Perlman gesungen wird) und der bösen Schwiegertochter, die ihren Mann betrügt, mit eindringlichen Szenen, die jedem Geschmack e.was bieten. Perlman ist grossartig. Als Präsident ist er der sympathische liebenswe, tu Tausendsassa wie immer. In den ernsten Szenen zeigt er aber, dass er auch ein Menschendarsteller von Rang ist. Wenn er seiner Mutter erzählt, dass er plötzlich reich geworden ist, ist er, ohne Uebertreibung. wirklich sehenswert. Sein Schwiegersohn ist ein deutsch, nicht jiddisch, sprechender Doktor. Wie Perlman daraufhin sein Jiddisch zum „Deutsch, wie er es versteht“, umwandelt, erweckt Lachstürme. Gitta Galina singt tanzt und spielt wie immer. Diesmal hat sie Gelegenheit, anderen ihre Meinung zu sagen. was ihr gut liegt. Ausserdem führt sie mit angeborener Eleganz einige Modelle vor, dass den weiblichen Zuschauern buchstäblich „die Spucke wegbleibt“. Elha Rabinovich als jiddische Mamm-s ist so natürlich und eindringlich, dass sie berechtigten Applaus auf offener Szene hervorruft. Die entzückende Rivkele Reben, der mit ihrem deutsch sprechenden stimmbegabten Partner Mauricio Eichmann, der Hauptschlager zufüllt, spielt ihre Rolle wie eine perfekte Schauspielerin. Margot Steinberg hatte seit langem endlich wieder Gelegenheit, zu beweisen, dass sie singen und temperamentvoll tanzen kann. José Maurer, Luis Mintzes und Samuel Goldin spielten die klugen, nicht immer sympathischen Zeitgenossen sympathischer als angemessen wäre. Perlmans sagte letztens, — man muss es wiederholen, — dass man Talent brauche, um Zuschauer ins jüdische Theater zu locken. Wenn das jüdische Theater eingehen sollte, wäre es ein schwerer Verlust. Dabei lohnt es sich wirklich, den „Präsidenten von Chelm“ 2U sehen. Ein angenehmer, erfreulicher Abend. O. O. Neuer Film über Auschwitz Wien. — Die polnische Filmindustrie wiil in diesem Jahr einen neuen Film über das Konzentrationslager Auschwitz drehen.Der Filmfcandlung wird der Roman „Das Ende unserer Welt“ von Tadeusz Holuj, dem Generalsekretär des Internationalen Auschwitz-Comités, zugrunde liegen. (AWZ) i Teafro Soleil j S CORRIENTES 3150 S - T. E. 86-2307 5 «ABSCHIEDS PREMIERE A S Freitag um 22 Uhr 8 " Sonnabend um 22 Uhr * 3 Sonntag 18 und 22 Uhr £ Täglich um 22 Uhr S s MAX PERLMAN l m S und £ 5 GITTA GAUNER § m 5 in dem musikalischen % 3 Lustspiel * 3 DER PRAESIDEHT \ 1 VON CHELM : M K ■ Musikalische Leitung: 'jjj 3 Kapellmeister “ S HERRMANN LUDWIG « m cs p,ib2l»>hlBArtltIf^2l£«miSAJ Eine neue Einwandererstadt Nunmehr soll mit der Errichtung einer neuen Stadt für Einwanderer namens Karmiel begonnen werden. Sie liegt im Westgaliläa, wo es viel Wasser gibt und auch genug Boden für intensive Landwirtschaft vorhanden ist. Auch die guten klimatischen Bedingungen dürften sich auf die Entwicklung der Stadt günstig auswirken. Besonders wuchtig aber ist der Umstand, dass die •ieue Stadt in einem von Juden nur sehr spärlich bevölkerten Gebiet gebaut wird; TEATRO COLON Viernes 20 a las 21.30 hs.: Función en adhesión al Día de Galicia, organizado por el Centro Gallego de Bs. Aires, con el concurso del Cuerpo de Baile Estable y Coro Estable del Teatro Colón. La orquesta Filarmónica de Bs. Aires. Cantata “Moriana“ de Rob. García Morillo, y Ballet “El Niño Brujo“ de Salzedo-Carter. Sábado 21 a las 17.30 hs.; 4a. función del abono a 7: recital del violinista Salvatore Accardo. A las 21 horas; 6a. función de Sábados nocturnos: Opera “Marianita Limeña“ de Valdo Sciamarella y Cantata y Ballet, los mismos del día 20. Lunes 23 a las 21.30 hs.: 10o. concierto del abono a 20: Orquesta Sinfónica Nacional. Director: Juan José Castro. Martes 24 a las 21 horas: 8a. función del Gran Abono: ‘‘Sueño de una Noche de Verano“, ópera de Benjamín Britten. Jueves 26 a las 21 horas: 7a. fjincicn del abono popular: “Sueño de una Noche de Verano“ de Britten. denn obwohl sich der etwa 1000 Quadratkilometer grosse Landstrich zwischen dem Naaman-Bach in der Ebene von Akko und Ramal Idmit an der libanesischen Grenze durch viele natürliche Vorzüge auszeichnet, fehlt es dort an jüdischen Siedlern. Es wohnen dort viel mehr Araber und Drusen als Juden, die überdies grösstenteils im Künstenstreifen in den beiden Städten Akko und Naharia konzeneriert sind, während die 70.000 Angehörige der Minderheiten in 40 Dörfern leben. Es gibt zwar auch einige hunderte jüdische in Dörfern ansässige Familien, ur,d zwar in Aehihud, Schasor und Parod entlang der Landstrasse Akko-Safed und in Sasollelim, Zipori, Mizpe, Jodefet und Segew entlang der Strassen Scbfar Am-Nazaret und Akko-Dir Chana, aber diese fallen gegenüber den zehntausenden Arabern und Drusen nicht in die Wagsehale. Angesichts der grossen Einwanderung wurden in der jüngsten Zeit Schritte zur Aenderung dieses Zustandes unternommen. Wie oben erwähnt, beschloss die Regierung am 18. Kilometer der Strasse Akko Safed eine Stadt von Neueinwanderern mit dem Namen Karmiel zu errichten. Gleichzeitig mit dem Bau von Wohnhäusern wird man auch mit der Errichtung von Anlagen beginnen, in denen die Einwohner ständige Beschäftigung finden können. Der erste Betrieb wird eine moderne Textilfabrik mit einer Belegschaft von einigen hunderten Arbeitern sein. In der ersten Phase werden 3.000 Wohneinheiten für etwa 10.000 Einwohner gebaut, aber das Endziel ist eine Stadt, die mehr Einwohner als Akko und Naharia zusammen zählen soll. fs-JNTERTUR ‘•••.»¡r»**' *u AS«ncia d* Viojes Mit S S „THEODOR HERZL“ nach ISRAEL Ab BUENOS AIRES 17. Dezember 1962 und 28. Februar 1963 RESERVIEREN SIE RECHTZEITIG DURCH UNS! TUCUMAN 978 p. 4 T. E. 35-2567 u. 2779 DçuffchM Theater rr IN BUENOS AIRES CURT GOETZ INGEBORG rr KOMOEDIE IN 3 AKTEN REGIE: KLAUS JAEGEL Mitwirkende: Lily Rapp Emily Schiller Karl Ewald Wolf Schlamminger Helge Schupp Wiederholungsvorstellungen: Freitag. 2«. Juli 19.30 Uhr Sonntag. 22. Juli 15.15 Uhr ..TEATRO ODEON". Esmeralda 367. TE. 45 3591 Kartenverkauf werktäglich (ausser Samstag) von 10—12 und 14—19 Uhr sowie an den Aufführungstagen an der Abendkasse. Vorverkauf für Nordstrecke: „Cucaré“, Av. Libertador General San Martin 15.335, Acassuso, T. E. 743-7663. Es wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Kalkulieren Sie Zugverspätungen und Parkschwierigkeiten eini Nach Beginn der Vorstellung kann mit Rücksicht auf das übrige Publikum bis zur Beendigung des 1. Aufzuges kein Einlass mehr gewährt werden.