Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1969 (20.7.1962)
- Date
- 1962-07-20
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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JÜDISCHE WOCHENSCHAU 2 — Viernes, 20 de Julio de 1962 Año XXIII. — No. I960 Die Hilfe für neue Laender (Schluss von Seite 1> Kairoer Konferenz ein Gewicht zu verleihen. Alle diese Länder sind natürlich vom wirtschaftlichen Standpunkt aus interessant, denn sie können als Objekte wirtschaftlichen Unternehmungsgeistes für die finanzstarken Mächte und Unternehmungen ein einträgliches Geschäft werden. Aber es sind politische und nicht wirtschaftliche Gesichtspunkte, die darüber entscheiden, wer dieses Geschäft machen soll, der Westen, der Osten, ein sogenannter Neutraler oder wer sonst. Da die Wirtschaftskonferenz in Kairo ein politisch wichtiges Geschäft ist, wurde ihr grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Eine der wesentlichen Fragen war die Form, in welcher die „Entwicklungsländer“ gefördert dert werden sollten. Allen | Anwesenden war wohl klar, j dass sie bei dem weiteren Aufbau ihrer Länder und beim Ausbau ihrer Landwirtschaften und Industrien auf fremde Hilfe angewiesen sein würden. Aber wer soll derjenige sein, der diese Hilfe leistet? Hierbei handelt es sich durchaus nicht um eine theoretische Frage von zweitrangiger Bedeutung. Denn jeder, der Hilfe bringt, wird sich naturgemäss auch seinen Einfluss sichern. Das ist nicht zu vermeiden. Philanthropie ist diese Entwicklungshilfe noch niemals gewesen. Nicht jeder Staatsmann hat die Kraft und den Mut, den Ben Gurion einmal zeigte, als er in einer *ehr schweren Stunde Israels trotz katastrophaler Wirtschaftslage eine politische Forderung Eisenhowers abgelehnt hat. obw'ohl dieser mit der Sperre der Hilfsgelder drohte. Hierüber war sich offensichtlich der Vertreter Indiens in Kairo klar, der auf den schlauen Gedanken kam, nicht ein bestimmtes Land, sondern die UN Dr. FREY ABOGADO PUEYRREDON 2190 1» iz«p nachm. 16—19 Uhr T. E. 83 2613 REAL PEN Füllhalter « REPARATUREN; Spezialgeschäft * CORRIENTES 569; T. E. 49-5850; sollten die Entwicklungshilfe zahlen. Dass es sich bei diesem Vorschlag um einen, noch nicht einmal sehr eleganten Dreh handelt, ist klar. Denn woher könnten die .UN über die erforderlichen Gelder verfügen, wenn sie diese nicht in erster Linie von den USA erhalten werden. Auch dem indischen Delegierten dürften die enormen Schwierigkeiten nicht unbekannt sein, mit denen die UN zu kämpfen haben, um ihr Defizit auszugleichen. Die Forderung zur Zahlung von Entwicklungsgeldern gegen die UN hat also einen mehr als problematischen Charakter. Im übrigen dürfte es nur formell etwas daran ändern, ob die USA diese Zahlungen direkt oder über cen Umweg der UN leisten. Der Vorschlag Burmas, die Entwicklungsländer sollten sich aller extremistischen Betätigungen enthalten, reflektiert die Zugehörigkeit dieses asiatischen Landes zum Westen. Darüber hinaus aber spricht aus dieser Forderung ein natürliches Verständnis für die Situation und das tatsächliche Kräfteverhältnis. In krassem Widerspruch zu die ser burmesischen Einsicht stehen das ständige Säbelgerassel und die hemmungslosen Drohungen Nassers, dessen wirtschaftliche Potenz und militärische Stärke im diametralen Gegensatz zu seinem Auftreten stehe i. Trotz der sympathischen Haltung Burmas muss man sich darüber im klaren sein, dass das von dieser Seite vorgetragene Argument einen politischen und keinen wirschaftliehen Charakter trägt. In der gleichen Weise muss der Wunsch eines libyschen Delegierten gewertet werden, der seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, die bisher für Rüstungszwecke ausgegebenen Gelder mögen künftighin für den wirtschaftlichen Aufbau Verwendung finden. Diese Forderung ist hundertprozentig berecntigt. Aber sie bleibt eine leere Formel, wenn nicht das gesamte System der politischen Führung der Weltinteressen geändert wird. Unterstellen wir einmal, dass die Weltmächte diesen £ JUDITH i SCKENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN 5 Schabbosdecken - Tallis- \ beutel - Käppchen - Maz- S zot-Taschen - Hand- und £ Masthinenstickerri von i Bett und Tischwäsche $ Dr. P. I. RIVERA 2585 (fr. Bebedero) T. E. 73-9153 Jaime Liebling; S.A. Î SPERRHOELZER \ H O E L Z E R* ♦ Tel.: 89-9349. 33-9305* ♦ DIAZ VELEZ 5224 PROPIEDADES I FRANKENBERG;! berät Sie kostenlos und ¡ 'anverbindlich beim Kauf, \ oder Verkauf von j ’GESCHAEFTEN ¡ I WOHNUNGEN | haeusern;! Manuela Pedraia 253# ¡ 1 pl. b. Dp. B i! T. E. 70-7244 ■ 1 OPTICA j j Sarmiento 829. \ T. E. 35 - 7356 j DIPL, OPTIKER V.W.V.. { MARTHA ’ lCHAPEAUX\ HUTSALON Jetzt in BEL6RAN0 Í MOLDES 2 5 6 1 T. E. 73 9229 73-9155 allgemeinen libyschen Vorschlag akzeptieren. Was ist bisher von Aegypten z. B. mit den Entwicklungsgeldern oder internationalen Anleihen gemacht worden? Hat Aegypten weniger oder mehr aufgerüstet als andere Staaten? Ungeheure Millionen-Dollar-Kredite sind in Aegypten hineingepumpt worden. Gewiss handelt es sich bei vielen dieser, von Russen wie Nordamerikanern, gewährten ,,Beihilfen“ um politisch bedingte Aktionen, die zur Beschwichtigung Nassers oder zur Gewinnung seiner Gunst und Bündnistreue investiert wurden. Aber was geschah mit diesen Unsummen? Geht es den ägyptischen Bauern heute besser als vor 20 Jahren? Hat sich die Volksgesundheit in Aegypten gehoben? Ist die Zahl der Analphabeten geringer geworden? Die berechtigte Forderung, die für Rüstungen investierten Millionen sollten besser zur Entwicklung vieler linder und zur Bekämpfung von Hunger und Not verwandt werden, hat doch nur im Rahmen eines weltweiten Aufbauprogramms einen Sinn, das sich nicht auf einige, an sich nicht sonderlich bedeutungsvoll« Länder beschränkt, sondern in erster Linie die grösseren Mächte umschliessen muss, zu denen man auch Aegypten rechnen kann, wenn man will. III. Die Tatsachen Alle einsichtigen Staatsmänner und Völker verstehen, dass die Annahme von Entwicklungshilfen eine Einbusse eigener Souveränität mit sich bringen muss. Man kann vor den Grundgesetzzen der Politologie, die sich als eigene Wissenschaft längst etabliert hat, nicht seinen Kopf in den Sand stecken, weil die Ergebnisse und Erkenntnisse mit dem eigenen Wollen und Hoffen in Widerspruch stehen. Es ist nicht gerecht, die Hebung von Bodenschätzen im Zuge eines Entwicklungsprogramms ausländischen Firmen zu übertragen, weil nur diese über die notwendigen Erfahrungen und erforderlichen Mit tel verfügen, dann aber nachträglich über einen Imperialismus zu klagen, den man selbst gerufen hat, es sei denn, dass aus irgendwelchen politischen Gründen M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2312 J JACOB LAPIDUS Í \ dipl. Mohel jj Í NEUE ADRESSE %’ VIAMONTE 2037. 4j. B. J 46 1716 und 48-2124 } eine billige Demagogie betrieben wird. Wir stehen vor einer merkwürdigen Situation. Wenn man es so will, kann man sagen, dass wir heute den Status eines Kolonialismus ohne Kolonien haben. Früher, in den ,.guten, schrecklichen Zeiten“ war alles viel einfacher. Damals hatten wir Kolonial-Imperialisten, die ihre Kolonien aufbauten, dort Gelder investierten und die Menschen ebenso wie das Land, welches unter ihrer Kolonialherrschaft war, ausbeuteten. Das Problem der Wirtschaftshilfe gab es nicht Die Kolonialmacht hatte ein eigenes Interesse an der Landentwicklung. Die Notwendigkeit der Investition von Geldern ist für die ehemaligen Kolonien, die heute selbständige Staaten sind, geblieben. Sie verfügen nicht über die wirtschaftliche Potenz, sich selbst in allen Zweigen ihrer Volkswirtschaft zu helfen. Sie sind auf mächtigere Länder angewiesen. Diese verlangen ihren Preis für die Hilfe, der nicht nur in geldlichen Vorteilen, sondern in der Sicherung politischer Positionen besteht. Auch das ist bei der heutigen Struktur unserer politischen Geographie und der herrschenden Wirtschaftspraxis nichts Ungewöhnliches. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob es sich um Geldgeber aus der kapitalistischen oder aus der kommunistischen Erdhälfte handelt Wir befinden uns also im Stadium eines „umgekehrten Kolonianismus“. Die Nicht-mehr-Kolonien, heute also selbständigen Länder, verlangen unter der Parole der Entwicklungshilfe eine Wiederholung des kolonialen Systems, ohne dies so nennen zu wollen. Unter der Fahne eines autonomen, souveränen Staates kehren die Länder zu einer faktischen Abhängigkeit unter mächtigere „Freunde“ zurück. Die Völker, die auf PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit, 15—20 Uhr. — T. E, 76 0266 PRIVAT 52-7734 Dr. B. Schwanz 4 t : : ZAHNARZT l ESTOMBA 2283 52 8214 1 RAYOS X I PARADENTOSE * TELEF. f VORANMELDUNG j? NERVEN n. GEMÜTS- ' % KRANKHEITEN . j: Dr. M. J. KUHN I / prov. 1? RIVADAVIA 2625 III! i Tel. 48-7524 , 5 Mont.. Mittwoch, Freitag i 17—20 Uhr Tel. Anmel-1 y düng erbeten. i W/AWWUWWW.V! : H, ROSENZWEIG; : TAIL0R HENRY jTUCUMAN 563 piso 1 - T.E. 32-0913; l Groesste Auswahl in imp. u. hiesigen Stoffen l BERNARDO STERN Ausführung saemtlicher MALERARBEITEN HELGUERA 1915 T. E. 58-4052 Entwicklungshilfe angewiesen sind, können erstaunt feststellen, dass es immer zwei Parteien geben wird, die bereit sind, ihnen diese Hilfe zu gewähren: entweder Amerika oder eine andere, zum Westen gehörende Macht oder aber Russland, mitunter sogar China, oder ein von ihnen bestimmter Satellit. Jeder, auch der kleinste und neueste Staat, der noch über keine oder geringe eigene Erfahrung verfügt, muss sich im Angesicht dieser eindeutigen Tatsache die Frage vorlegen, warum dies so ist, aus welchen Gründen gleich zwei Mächte zur Leistung jeder erforderlichen Entwicklungshilfe bereit sind. Die Antwort versteht sich von selbst. Nimmst du die Hilfe vom Westen, wirst du in die westliche Welt ein" gegliedert, bis du jedoch bereit, von den anderen die erbetene Hilfe zu empfangen, so stellst du dich in die östliche Front. Alles andere sind schöne, aber nicht zutreffende Worte. Die Hilfe für neue Länder ist ein Mittel der Re-Kolonisierung der soeben entstandenen neuen Staaten, ihre Rückgliederung in politisch nicht mehr bestehende Imperien. Die Zusammenfassung von Staaten zu Wirtschaftseinheiten kann diese rückläufige Bewegung aufhalten. Hierzu gehört aber nicht nur guter Wille, sondern eine politische Reife, die heute selten beobachtet werden kann. Zwei Gestapobeamte verhaftet Wien. — Kürzlich wurden in Salzburg zwei ehemalige Angehörige der Gestapo verhaftet. Sie werden beschuldigt, an Erschiessungen von Juden in Polen, vor allem in Stanislau, beteiligt gewesen zu sein. (AWZ) LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — ^parece .os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Virantwortlicn: Dr. Hardi Swaisensky Paeyrredón 2190. 1° izq. T. E. 83-2Gí3 80-6930 Abono- Preise: Argentinien: J 100.— pro Quartal Ausland S 600 — jährl Neue Wehnungen Jerusalem. — Ein umfassender Wohnungsplan zur Befriedigung künftiger Notwendigkeiten wurde vom israelischen Ministerium für Wohnungsbau bekanntgegeben. Der Plan sieht die Erstellung von 200.000 Wohneinheiten vor, von deneu die Hälfte für die neuen Einwanderer und die andere Hälfte für die Bedürfnisse der ständigen Einwohner des Landes bestimmt ist. Der Plan sieht die Verteilung der Bevölkerung vor, die heute vor allem in der Küstenebene zwischen Haifa und Tel Aviv konzentriert ist. Nur 40 Prozent der neuen Wohnungen werden n den vorhandenen städtischen Zonen gebaut, während 50 Prozent in Entwicklungszonen und die restlichen 10 Prozent in Gemeinschafts-Siedlungen konstruiert werden. Die erste Phase des Projekts, das sofort in Angriff genommen wird, sieht den Bau von 9.200 Wohnungen im Landesnorden, 4.000 Einheiten für die Zone von Haifa und 3.000 in vorhandenen Dörfern vor. In Jerusalem werden 3.500, in Tel Aviv 6.000, in der Gegend von Ramie 10.000 und 17.000 neue Wohnungen im Negew erstellt werden. (ITA) £ïâïBÏSlâIS«SSiaîIÎ*âiiSSIlîï3Si-- i Dr. BERNARDO GOLDSTEIN i S MEDICO g ■ s I Cardiología — Hospital Fernández 5 M ¡5 S Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme g 1 CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 § J* M 5 ■ Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr S 2 Sonnabend: 14—16 Uhr S VïlflïIISISI! fifflsfIÍI5IIS ■SHÏMSSSÏÏSiîïSSÏ«Zt-e»âS3Siât*i3-—- SSB*HlSSS31S-32äiSS^*sSIj» ¡ VARICES-ULCERAS | 5 DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS jj I Dr. SAUL UMANSKY ) « Sarmiento 3MG T. E. 87-1362 g M <• i*M*S«S*I«*SE*S**ISSH*aSSS*ttiStSÎÏIirH*:-ÏEe*ÏBl*ïïï*ÏHH:SÏ^ ^StIlSSNS*lMS*i6iiEr:«S«SS’i»SHSiE*iISriJSiMSSaSSäHSSIäSMia SDr. BENJAMIN LIPNIZKYs s ZAHNARZT S g ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- S 5 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGUg g ULERUNG DER ZAHNSTELLUNG S S Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend g 5 nach vorheriger V erembarung, S S JOSE HERNANDEZ 2518 T E 78-86*3 und 73-05« g ii!:RtsiH5äi3re5SiiSKK5:äii:5iist!HäiiiE;3H«n:äusiin? Dr. L. KLEIN Mc.iico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: .Montag. Dienstag. Mittwoch u. Freitag von 15—18 Uh* > Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anaumeidec! SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542