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Jüdische Wochenschau · 1962-07-13 · 1968 (13.7.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1968 (13.7.1962)
Date
1962-07-13
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German, Spanish
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8 — Viernes, 13 de Julio de 1962 SEMANA ISRAELITA Afio XXIII, — No. 1968 reignisse (Fortsetzung der Ereignisse | von Seite 5) ton für jeden Anfang.“ Es sei rühmlich, für den K. H. zu arbeiten, und man dürfe von diesen Menschen, die ganz aufgehen in der Aktivität für Volk und Land, als von einer ,,Aristokratie un seres Volkes“ sprechen. ,.Kibbuz Galiot“, die Sammlung der Zerstreuten, ist die Parole für die kommenden j fünf Jahre, in denen Hunderttausende unserer Brüder und Schwestern in Israel für ihre Kinder ein end gültiges Heim finden werden. Ein wirkliches Heim! Von seiner eigenen Familie erzählend, die 1893 nach den Vereinigten Staaten gekommen war, machte Dr. Golds'ein darauf aufmerksam, dass ganz gewiss ein jeder im freien Amerika willkommen ,var, der Be drückung und ''Verfolgung entgehen konnte, um sich ein neues Leben aufzuoauen. Doch bei aller Grossherzigkeit und Demokratie im freien Amerika, hatte doch ein jsder seine ungeheuer schwere Last allein zu tragen; niemand nahm dem fremden Immigranten die schwersten Sorgen am Beginn ab. Wie anders dagegen der kleine und junge Staat Israel! Im Auswanderungsland schon, im Flugzeug oder auf dem Schiff, bemüht man sich um den künftigen israelischen Bür ger, versucht, ihn dorthin zu lenken, wo er am nützlichsten für das Land und am günstigsten für seine Familie eingesetzt werden kann, ln diesem Zusammennang schilderte der Referent die beispiellosen Schwierigkeiten, die sich augenblicklich bei der Herausführung jiidi scher Mensehsn aus gewissen Ländern der Unfreiheit ergeben. „Von der Sklaverei“ zur Freiheit“ ,,Meawdut Leeherut“, von Sklaverei zur Freiheit, sei auch j etzt die Losung.’ Dr. Goldstein erinnerte an den vergeblichen Ruf Chaim Veizmanns im Jahre 1921 ,,Jüdisches Volk wo bist Du?“ Man müsse davor warnen, diesmal zu versagen. Jetzt bestiinds eine Chance, dis sich vielleicht Die Rassenhetze in Argentinien New York. Eines der beliebtesten Fernsehprogramme in Nordamerika das die Station NBC unter dem Namen Hantley - Brinkley überträgt, zeigte eine Sendung, .n der die kürzlichen antisemitischen Attentate in Argentinien behandelt wurden. (ITA) für lange nicht wiederholen könnte und man dürfe nicht warten. Gottlob gäbe es heute Probleme, die mit Geld zu lösen wären; wir erinnern uns an Zeiten da kein Geld der Welt unsere unglücklichen Brüder retten konnte. Dr. Goldstern schilderte noch kurz die neuen, so wichtigen israelisch-afrikanischen Beziehungen und schloss mit einem dringenden Appell an die gesamte Judenheit Argentiniens, sich für eine grosse jüdische Tat zusammenzuschliessen. Pressekonferenz in der „Congregación“ C. W.: — Die Presse wurde von der ,,Congregación Israelita de la República Argentina“ eingeladen, um einige Mitteilungen von Bedeutung für das jüdische Leben in diesem Lande entge-, genzunehmen. Zunächst berichtete Rabbiner Marshall Meyer, der soeben aus Israel und Europa zurückge kehrt ist, über die Tagung des „Weltsynagogenraies“ in Jerusalem („United Syn agogue“ — konservativer Gemeindeverband) an dem 800 Delegierte aus vielen Ländern teilgenommen hatten und dessen Beratungen allgemeines Interesse in Israel selbst fanden, was dar in zum Ausdruck kam, dass Ben Gurion. Mesche Sharett, der Religionsminister Dr. Wahrhaftig u. a. längere Reden hielten. Auch der; Staatspräsident Ben Zwi Hess es sich nicht nehmen, | den Kongress persönlich zu ¡ begriissen. Bedeutende Re fera'e hielten u. a. Prof. Mosche Davis und Prof. Ernst Simon. Der Leiter des, „Machón“ und Dozent des neuen Rabbinerseminars für Lateinamerika, Prof. Edery, gab £ JUAN JULIUSBURG . j; MALERARBEITEN ' 73-1148 BLANCO ENCALADA 1646 JUEDISCHE WOCHENSCHAU in Monlevitfeo/Uruguay Einzelnummer 70 Gentésimos Jahresabono 45.— $ urug. LUFTPOST VERSAND DURCH „PLUNA" ANZEIGEN-ANNAHME Librería Neulaender RIO BRANCO 1231 Tel. 83887 ABONOS — COBRANZA Sra. L. Loeblowitz PARAGUAY 1164, piso 2, opt. 9 Distribuidor: KIOSK TUREK CONSTITUYENTES 1757 Tel. 42 640 seine Pläne zu den Erziehungsprojekten bekannt, die der „Consejo Mundial de Synagogas“ ir. Buenos Aires durchführen will. Danach sollen einmal viele noch nicht angeschlossene Gruppen gleicher konservativer, traditioneller Richtung mit dem Weltverband verbunden werden. Vor allem muss gutes Lehrmaterial aus Nordamerika beschafft und eine Basis für jüdische, religiöse Erziehung vorbereitet wer den. Die Tatsache, dass nicht mehr als 22 Prozent jüdischer Kinder jüdischen Unterricht erhalten, stellt eine Warnung und Mahnung zugleich dar. Sehr interessant waren auch die Ausführungen von Prof. Siegel, der als Gastdozent hier weilt und zusammen mit Rabbi Meyer über das „Lateinamerikanische Rabbinerseminar“ berichtete, das seit März arbeitet, und dessen feierliche Eröffnung am 1. Juli stattfand. Dr. Siegel, Professor am „Jüdischen Theologischen Seminar“ in New York, liest hier seit sechs Wochen über Talmud und Theologie, Das Seminar, das mit vier Studenten begann, die eine sehr gute Vorbildung genossen, und von denen zwei aus der Jugendgruppe der „Rama“ kamen, kann im nächsten Jahr mit weiteren Hörern rechnen. Gegenwärtig wird am Ausbau der Hochschulbibliothek gearbeitet. Der Lehrplan sähe im Durchschnitt pro Woche 24 Vorlesungsstunden vor, denen sich von Montag bis Donnerstag weiteres Studium im Lehrhaus selbst bis spät nachts anschlösse. Jüdisches Studium höchster Intensität in Verbindung mit der Erlangung eines Universitätstitels stelle an jeden Studenten für 5—6 Jahre enerme Ansprüche. Die sehr fruchtbare Aussprache endete mit dem Wunsch der Beteiligten, dass die Verstärkung der jüdischen Kulturarbeit, wie sie „Congregación“, „Weltsynagogenrat“ und „Centra“ gemeinsam anstreben, Problem des Antisemitismus Vor einem zahlreichen Publikum ergriff auf einem Vortragsabend der Vereinigung für die Freiheit der Kultur als erster Redner Silvano Santander das Wort, der ebenso wie die beiden anderen Referenten dieser Veranstaltung dem Untersuchungsausschuss über die antiargentinisehen Umtriebe angehörte. Santander führte u. a. das Folgende aus; „Ich versichere, dass die kürzlichen Informationen des nordamerikanischen Aussenministeriums über die Agitation nazistischer Elemente in Argentinien die von mir früher schon erhobenen Anklagen bestätigen.“ Er verwies im weiteren auf die Straflosigkeit, deren sich die bewaffneten Banden erfreuen, und die durch folgende Tatsachen erhärtet wird; keiner der Urheber des Ueberfalls auf eine jüdische Versuchsfarm in der Provinz Buenos Aires ist zur Rechenschaft gezogen worden; obwohl José Luis Nel, bei dem Waffen gefunden wurden, verhaftet wurde, weil er in Belgrano zwei Autos, deren Inhaber Juden waren, zertrümmert und in Brand gesteckt hat, so wurde der genannte Nel wieder freigelassen, ohne dass man ihn bestraft hätte. Santander führte noch andere Beispiele an. „Es besteht in Argentinien eine Organisation“, fuhr der Referent fort, „der deutsche Nazis angehören und die enge Beziehungen mit den argentinischen Nazis unterhält. Ihr Leiter ist der Sohn eines Offiziers aus der deutschen Hitlerarmee, dessen Namen, Personalien eines der wirksamsten Mittel im Kampf gegen die antisemitischen Angriffe darstellsn. Das „Lateinamerikanische Rabbinerseminar“, das weder nach der orthodoxen, noch nach der reformierten Seite hin ausgerichtet ist, kann ein wichtiger Faktor in diesen Bemühungen sein, da seine nationalreligiöse Tendenz zweifellos am weitesten unseren Auffassungen entgegenkommt. Pressestimmen aus USA New Ycrk. — Die grossen amerikanischen Zeitungen widmen jetzt den antisemitischen Vorfällen in Argentinien ihre Aufmerksamkeit. Die New York Times bringt ein langes Kabel aus Buenos Aires, in dem die Vorkommnisse aufgezählt wer den und darüber berichtet wird, dass Innenminister Adrogué der „tiefen Besorgnis“ der Regierung über die gegen die Juden gerichteten Angriffe Ausdruck gegeben hat. New York Ilerald Tribüne veröffentlicht ebenfalls eine Uebersicht über die Ausbrüche des Antisemitismus, die an Ort und Stelle verfasst wurde und sich hauptsächlich auf die Infor ma’ionen der ITA stützt. Die New York Times schreibt u. a.: „Die Differenzen, die in Regierungskreisen über die kürzlichen antisemitischen Anschläge herrschen, haben zum Rücktritt von Kapitän i. R. Paul Angelini, des Chefs der „Coordinación Federal“ ge führt. Sein Vorgesetzter, der Chef der Bundespolizei, Ka pitän Enrique Green, hat praktisch die Anzeigen von zwei jüdischen Jugendlichen, dass sie in den letzten Tagen überfallen und ihnen Hakenkreuze eingeritzt worden seien, als den Tatsachen nicht entsprechend erklärt. Angeblich soll sich Kapitän Angelini über die „ungeeig neten Massnahmen“ aufgeregt haben, die sein Vorgesetzter gegen eine nalionalistische Gruppe, die sich Ta cuarä nennt, angeordnet hatte. Die antisemitischen Ausbrüche in Argentinien begannen kurz nach der Hinrichtung von Adolf Eichmann, der von israelischen Agenten aus Argentinien entführt wurde. Im Juni wurde eine jüdische Studentin überfallen, der ein Hakenkreuz in die Brust geschnitten wurde. Hierauf schloss die Universität von Buenos Aires einen Tag. um ihren Protest gegen die wiederholten antijüdischen Demonstrationen klarzustellen. Einige Tage darauf liess dis Polizei ein geständiges Mitglied der Taeuarä den 21jährigen Jcrge Steifen Soler, frei, der bei der Pro testkundgebung in der Universität mit einem Revolver bewaffnet angelroffen wurde. Dieser junge Mann, der einer in der Gesellschaft gutbekannten, begüterten Familie angehört, wurde von den Studenten misshandelt, die in Kenntnis seiner Gesinnung den Grund für seine Anwesenheit bei dieser Versammlung fcststellen wollten. Soler nannte den Behörden der Universität üf fentlich die Namen von Personen, die ebenfalls Mitglieder der Taeuarä sein sollen, doch die Verwandten der Genannten bestritten diese Angabe. Vor Gericht sagte Soler aus. seine Erklärungen seien, unter Zwang aus ihm hcrausgeholt worden.“ — und Tätigkeit der Polizei bekannt sind, welche die Beweise in ihrem Besitz hat. Das Büro dieser Organisation befindet sich in einer Buchhandlung in der Azcuänaga auf der Höhe 1000, an die die Nazipropaganda aus dem Ausland gelangt. Dort wird das Material übersetzt und von der in der Santa Fe 2457 gelegenen Buchhandlung verteilt. All dies weiss die Polizei und lut nichts. Auf einer Versammlung der Taeuarä wurde die Verantwortung dieser Gruppe für das Attentat gegen einen jüdischen Schüler der Sarmiento - Schule zugegeben. Auch das weiss die Polizei, und sie greift nicht ein. In letzter Zeit konnte man an Wänden Plakate sehen, die von einer Vereinigung für die Rechte von Nichtjuden unterschrieben sind. Dies ist eine offene Uebertretung der internationalen Abkommen, die uns verpflichten, Rassenwahn und Völkermord zu bekämpfen. Die Adresse der genannten Organisation ist Tucumän 415. Die Polizei weiss dies auch und unternimmt nichts.“ DER SINN DER FREIHEIT Hierauf sprach Adolfo Lanüs. Er verwies darauf, dass seit einiger Zeit gewisse Leute das Vaterland, Rosas und den geflüchteten Diktator hochleben lassen. Seiner Meinung nach, so führte er aus, sei es nur im Wahn primitiver Instinkte möglich, einen Vergleich zwischen dem Vaterland, Rosas und dem Flüchtling zu ziehen, denn „Rosas stürzte in Ca serös, der andere floh vor der Befreiungs-Revolution, und wenn sie etwas getan haben, so haben sie das Vaterland verraten und verunglimpft. — Das Ideal des Vaterlandes ist mit der Idee des Despotismus unvereinbar. Wir sind zur Freiheit geboren, und das Land wurde von seinen grossen Söh r.en im Zeichen der Demokratie aufgebaut. Die Freiheit muss jeden Tag von neuem verteidigt und gewonnen werden, um in ihren Genuss zu gelangen, und diejenigen, die nicht danach handeln, verdienen unseren schärfsten Tadel. Jene, die sie hochlehen lassen, wollen die Diktatur, weil sie sich von ihr Vorteile versprechen, und solange sie glauben, straflos auszugehen, wagen sie sich hervor, aber wenn dies nicht der Fall ist dann verstecken sie sich und verschwinden.“ An anderer Stelle fragte der Redner, wer die Verteidiger diktatorischer und totalitärer Systeme in Bewegung setze, und gab hierauf folgende Antwort; „Der Krieg könnte diese Erscheinung erklären doch wie steht es heute? Diese Menschen sind unfähig, ein reines und freies Leben unter der Demokratie zu führen. Sie wählen das autoritäre System, das eine Verneinung der Freiheit darstellt, weil ihre eigene Unfähigkeit, ehrliche Menschen zu sein und auf diese Weise die Früchte des Lebens zu ernten, sie auf den Weg des Verbrechens führt.“ Anschliessend kam Lanús auf die Verfolgung der Juden zu sprechen, wozu er folgendes sagte: „Es gibt Verbrecher unter den Juden ebenso wie in jeder anderen Religion. Ich selbst habe im Gefängnis einen Verbrecher gesehen, der eine der Jungfrau Maria geweihte Medaille trug. Wenn wir die gleiche Methode anwenden, deren sich die Anhänger der Rassenlehre bedienen, so müssten wir verallgemeinernd annehmen, dass alle, die die Jungfrau Maria anbeten, Mörder sind. Aus all dem könnte man den Schluss ziehen, dass es vorzuziehen sei, keine Nationalität und kein« Religion zu haben, damit diese nicht von den Verbrechen der Menschen befleckt werden.“ DIE ROLLE GEWISSER PRIESTER Als letzter Redner trat Antonio Solari auf. Er behandelte die kürzlichen Ausbrüche von Rassenhass in Argentinien, deren Ursprung er auf den Einfluss nazistischer Ideen zurückführte, worauf er fortfuhr: „Wir müssen hier jedoch auch klarstellen, dass die Faschisten selbst in den Wänden katholischer Kirchen Zusammenkünfte abhalten. Hinter diesen Organisationen stehen katholische Geistliche wie Echeverry Boneo und Julio Menvielle, die bewaffneten Banden wie der Tacuara und Guardia Restauradora Nacionalista ihren Rat leihen, was nicht heissen soll, dass sich alle Priester dieses Delikts schuldig machen.“ Solari warnte in diesem Zusammenhang vor den Umtrieben der Kommunisten, die .sich zwar in Buenos Aires als Führer im Kampf gegen den Rassenhass erklären, in Russland jedoch nicht anstehen, die antisemitischen Verfolgungen systematisch zu organisieren.“ Daher sollte man wachsam sein und gegen die kommunistische Durchdringung in jedweder Verkleidung Vorkehrungen treffen. Die BARMIZWAH unseres Sohnes RUBEN findet s.G.w. am Schabbath den 21. Juli, in der Synagoge „Bet Israel'', Conde 1345, um 8 Uhr 30 statt. WERNER ROSENBERG und Frau HENNY geb. MANN Monroe 3642 Empfang: Sonntag, den 22. Juli, von 17—20 Uhr, ‘Monroe 3642. STATT KARTEN ALFBED0 B0EN1GER ANITA B0ENIGER gti>. KAHN VERMAEHLTE Nahuel Huapi 2931 — Rio Ceballos (Cordoba) Die Trauung findet s.G.w. am 15. Juli im Tempel Paso 423 um 19 Uhr 30 statt.

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