Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1968 (13.7.1962)
- Date
- 1962-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Dieser Masstab muss sehr streng sein, denn die Zahl der Eingeweihten, der Ukkul (Einzahl: Ukkal) ist verhältnismässig gering. Unter den Drusen-Abgeordneten in der Knesset ist kein Ukkal. Der Dschuhal, der Uneingeweih te, aber, weiss fast nichts von den Geheimnissen seiner Religion. Das Grund-Dogma der Religion ist die Einheit des Wesens Gottes, der von Zeit zu Zeit in menschlicher Inkarnation erscheint. Aristoteles war eine solche Fleischwerdung Alkhakims, des Gottmenschen. Sie berufen sich auch auf Aflatun (Platon), der lehrte, dass die Wanderung der Seele bis zur endgültigen Rückkehr in den Schoss des Schöpfers zehntausend Jahre dauert. So lange währt etwa eine Periode der Weltgeschichte, die die Menschheit benötigt, um die nächst-höhere Stufe der Erkenntnis und ihrer Entwicklung zu erreichen. Die zehnt« und bisher letzte Inkarnation war der Fatimide El-Hakim Biamrillah, 996—1020 Sultan von Aegypten. Neben Gott verehren die Drusen fünf ,.Minister“ Gottes. Hauptpflichten des Drusen und des Menschen überhaupt sind: Wahrhaftigkeit, Hilfsbereitschaft vor allem gegenüber Glaubensgenossen, bescheidenes Leben und redlicher Broterwerb. Der Gründer der Religion war der genannte Biamrillah. Nach einem seiner bedeutendsten Anhänger, Darasi, der die Lehre in ein System brachte, nennen sie sich Ibn-Darasi, Drusen; das Hauptgebiet seiner Tätigkeit lag in Syrien. Es gibt etwa eine Vieitelmillion Drusen im Mittleren Osten, davon in Israel unge fähr 23.000. die in achtzehn Dörfern leben, von denen einige durch die ägyptischen Soldaten im Freiheitskampf zerstört wurden. Heute sind die wesentlichsten Drusendörfer in Israel in ddr Küstenebene Djulis, Jerka, Abu Senan und Kfar Jaassif. in Galiläa Januch, Ssamija, Kessra, Chorpisch, P’kiin, Bet Djan und En Alla Assaad, im Emek Jesreel Dama, El-Ma‘er und Ssadjur, auf dem Karmel Ussfija und Dalliat el Carmil und in Unter-Galiläa Schafram. In seiner Rede anlässlich der Behandlung des Gesetzes für die religiösen Gerichte der Drusen betonte der drusische Abgeordnete Jahr Muadi, dass die Drusen die einzige Minderheit sind, die die Militärpflicht im Zahal auf sich genommen hat, und dass sich die Drusen als vollberechtigte Mitbürger in Israel fühlen. Zur Zeit der zweiten Knesset erhoben sich die Drusen am Dschebel Drus wieder einmal gegen syrische Unterdrückung, und damals gab die Regierung in Beantwortung eines Tagesordnungsantrages in der Knesset eine Sympathie-Erklärung für die drusischen Autonomie - Bestrebungen ab. Dieser Aufstand hatte nur einen teilweisen Erfolg, und Dokumente Die Zufahrtstrasse zum Friedhof Weissensee trägt den Namen von Herbert Baum. Dies war ein jüdischer Widerstandskämpfer gegen die Barbarei, der er mordet wurde und heute einen bevorzugten Platz in der Ehrenreihe des Friedhofs einnimmt. — Rechts und links ist die Strasse flankiert von blühenden Kastanienbäumen, (wir haben Mai), nur weiss man am Eingang kaum, ob das Tor geschlossen oder geöffnet ist. Wir waren, trotzdem es Sonntag war, fast die einzigen Besucher auf diesem riesigen Gelände. Ein Rondell vor den alten Halle trägt einen Gedenkstein für alle Opfer der Jahre 1933 jitler - Deutschland ch gute Deutsche?; Menschen, die Anstand besaßen und, wenn nötig, auch urage? Gab es Menschen, die ihren verfolgten Mit- ,en geholfen haben? jsie? Wo sind sie? je am Leb®" **nd> gebührt ihnen unser Dank, wenn sie jrt mehl febee sollten, sollen sie dem Vergessen entrissen denn *fe h**>en durch Ihre Haltung und ihr Verhalten die ,r DeutMh*> gerettet , ^enjchen, die Ihnen zwischen 1933 und 1945 gehol- Dokuinentation vor. KINDLER UND SCHIERMEYER *• Cr-^**“* 37 Neue Bücher Jeremiah, Man and Prophet von Sheldon Blank. Hebrew Union College Press, Cincinnati 1961. Dr. Blank ist Professor für Bibelkunde an dem liberalen Rabbinerseminar in Cincinnati. Nach einem Werk über Jesaias legt er jetzt eine gründliche Studie über den Propheten Jeremiah vor. Der Autor hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Bild des Menschen Jeremiah zu geben und darüber hinaus das Verhältnis dieses grossen Propheten zu Gott zu untersuchen. Jeremiah war ein Prophet, der uns von seiner prophetischen Erfahrung erzählt, uns genau darstellt, wie er betete, aber auch wie er dem Worte Gottes zuhörte. Im ersten Teil seines Bu ches gibt Prof. Blank einen Ueberblick über das Leben des Propheten, wobei er im mer Jeremiah oder seinen Schüler und Sekretär Baruch selbst zu Worte kommen lässt. Im zweiten Teil analysiert der Verfasser die Gebete des Propheten auf ihre Form und Inhalt. Es ist das Buch eines grossen Gelehrten, der sich aber an ein weites Publikum wendet und klar und immer verständlich zu schreiben versteht. Dr. C. Vogel die Drusen behielten in ihrem Heimatgebiet eine gewisse Autonomie. Jetzt haben sie volle bürgerliche und religiöse Autonomie auch in Israel, mit dem sie sieh in mancher Hinsicht seelisch verbunden fühlen. einer Epoche bis 1945, schlicht und einfach und vielleicht gerade deshalb besonders erschüt ternd. ' Nun gehen wir die alte Ehrenreihe herunter. Namen neben Namen von Männern und Frauen, die sich besonders für ihre Gemeinschaft eingesetzt hatten, deren Ruf weit über ihre Wohnstadt in die W7elt hinausgedrungen war, Rabbiner, Schriftsteller, Künstler, deren Ruhm wohl der nächsten Generation kaum mehr etwas sagen wird. Es herrscht ein Schweigen auf den Wegen, ab und zu fliegt ein Vogel auf, dann kommen Stellen, an denen eine Landmine blind am untaug liehen Objekt gewütet hat. prunkvolle Familiengräber, von denen die Metallbuchstaben gestohlen wurden und deren Steine die grüne Patina der Ungepflegtheit tragen. Nur wenige Gräber sind gepflegt, was nur zum Teil auf die Nachlässigkeit der Enkel, besonders aber auf den Mangel an Arbeitskräften der Sowjetzone zurückzuführen ist. Wir wandern und wandern ,und nirgends scheint diese Stätte des Todes ein Ende zu nehmen. Die Neue Halle ist eine völlige Ruine, Symbol dieser ehemals blühenden Gemeinschaft, Gras wächst zwischen der Kuppel himmelwärts; es wirkt nicht unmittelbar traurig, sondern ehzr wie eine grosse Harmonie des Vergehens und Gewesenen. Der Eindruck des Friedens über den Wegen und zwischen den Gräbern ist vollkommen, er ergreift auch uns und überdeckt die Trauer und das Gefühl des Verlassenseins. Grosse Flieder slräucher umsäumen die Wege, wie zum Trost und Linderung unserer Schmerzen. An einer Mauer liegen viele Gräber aus dem Jahre 1942, Es sind diejenigen, die den schnellen Tod einer langen Tortur vorgezogen haben. LTnsere Märtyrer! Voll Ehrfurcht und tiefstem Verbundensein erfüllt, legen wir einige Blumen auf ver¬ Hebraeischer Unterricht ivnsÿn nssn (’’’lîriiwn ra'13 '3-1 TV : 1 * Ti - --ism nx ,)na ¡ “isprn T? fatf n^n £3»nn xin .)na trnrinn □ir©» ñipan ■’aœina nom ^an nasa bv v T T î **■ T T - «in .tnin’n Vx n^ian ,rvnjxi rmîiDî ,nmsp T - : : -a# dv nniEñ .“inn inix, xw rniaoaa aitfn pna! nrrntf rnpa ( *?ô|n Tps .irn^xn jia’röa ,£r“nrr trnxa xsa íd1 j -rraa /rnx -nvr-Y? j maca ,*rnx mrr - nn1? ' T Î V : * TV : V v I D^œrrrii Æ'Hvr - ' .n^nxaa - ¡ -natf ,pa;3a ,,a*i n?o j ,DiD“7n nxsan •aa5? nan j -n fn'pT)Vî! nanna j "wainwTiaa nrannsa 1 .nim? nixD'onm! 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De sus anotaciones estudiamos sobre su época y recibimos ilustración y descripción de la situación de los judíos en los países de su dispersión. No está clara la razón que lo conmovió a hacer largos viajes en el tiempo de las cruzadas cuando no estaban en uso buenos medios de transporte y los caminos estaban malos y peligrosos. Hay que suponer que su ambición en sus expiraciones era hallar las huellas de las diez tribús perdidas. Benjamín anotó detalladamente los nombres de los países y ciudades que visitaba, (Columna izquierda) (en ellas) su extensión y belleza y la distancia entre cada ciudad y ciudad y el número de habitantes de ellas. El se interesó en los pobladoras del lugar y oyó de ellos su situación general y las relaciones entre judíos y no-jud'os. El escuchó cuentos, recuerdos y leyendas, conversó con los grandes de Israel y de esa generación. Un capítulo muy importante en sus viajes es su visita a Eretz Israel que estaba bajo el dominio de los cruzados. En la ciudad-puerto de Jafó encontró doscientos judíos, en la ciudad Lod un judío un judío en Belén, en Tiberiades cincuenta judíos y en Jerusalén como doscientos. El libro de Rabí Benjamín, que fué escrito antes del invento de la imprenta, fué difundido en muchas copias que se encuentran hoy en museos y diversas universidades. RABBI BENYAMIN AUS TUDELA (Rechte Spalte) Bald sind es 800 Jahre her (1), dass R. Benyamin aus Tudela in Spanien zu seinen Fahrten nach 300 Plätzen in Europa, Asien, Afrika und Eretz Israel auszog. Benyamin aus Tudela hat als erster eine Beschreibung von allem was er sah und hörte, aufs Papier (2) gebracht. Aus seinen Aufzeichnungen lernen wir von seiner Epoche und empfangen wir Bild > und Eindruck von der Lage der Juden in (den Ländern) ihrer Zerstreuung. Unklar bleibt uns das Motiv, das ihn zu seinen ausgedehnten (3) Reisen trieb, als noch keine guten Verkehrsmittel in Betrieb waren und die Wege schlecht und gefährdet waren. Es ist anzunehmen, dass sein Wunsch war, auf seinen Reisen die Spuren der untergegangenen zehn Stämme zu finden. Benyamin notiert mit alten Einzelheiten die Namen der Länder und Städte, die er besuchte, (Linke Spalte) ihre Grösse und Schönheit, die Entfernungen zwischen Stadt und Stadt und deren Einwohnerzahl. Er inferresierte sieh für die Bevölkerung und hörte von ihnen (4) über ihre allgemeine Lage und die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden. Er notierte <5) Geschichten. Erinnerungen und Legenden und sprach mit den Grossen Israels zu jener Zeit. Ein wichtiges Kapitel in seinen Reisen bildet sein Besuch in Eretz Israel, das unter der Herrschaft der Kreuzfahrer stand. In der Hafenstadt Jaffa fand er 200 Juden, in Lud — einen Juden in Bethlehem — einen, in Tib:rias — fünfzig, und in Jerusalem — gegen zweihundert. Das Buch von Rabbi Benyamin. das vor der Erfindung des Buchdrucks verfasst w-urde, ist in vielen Exemplaren verbreitet, die sich heute in Museen und verschiedenen Universitäten befinden. Wörtlich; (1) erfüllen sich 200 Jahre von damals ,, (2) in Schrift „ < 3) langen ,, (4) aus ihrem Mund „ (5) er fing auf schiedene Gräber — und wandern weiter. Drei Männer und Frauen begegnen uns auf unserem zweistündigen Gang durch unsere eigene Vergangenheit, die so stolz noch in der Art war. wie sie ihre Toten zur letzten Ruhe trug. Nun wächst der Efeu, der stille Sieger über die Gräber. Er kennt oft keine Trennung durch Wege und Gänge, schlingt sein grünes Band um die Bäume hinauf und wieder herunter, leb?ndiges Symbol des alle einigenden Todes. Tausend Gedanken bewegen uns hier auf diesem Ewigen Ort. Wir, Zeugen einer grossen Vergangenheit, fühlen uns hier wie selten als Glieder einer langen Kette von Generationen, und dieses Gefühl der Verbundenheit verlässt uns nicht. II. D.