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Jüdische Wochenschau · 1962-07-13 · 1968 (13.7.1962) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
23 (1962)
Issue
1968 (13.7.1962)
Date
1962-07-13
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German, Spanish
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DER WEG ZUM LEBEN Die Abteilung für Jugendalija wurde unter der Leitung von Henrietta Szold im Jahre 1934 gebildet, in erster Unie, um jüdische Kinder aus Hitlerdeutschland zu retten. Immer mehr Eltern waren in den dreissiger Jahren bereit, ihre Kinder der Sochnut, d. h. der Jugendalija, anzuvertrauen, damit sie sie nach Palästina bringe und sie dort im jüdischen Geist erziehe. Viele dieser Eltern in Deutschland und in anderen Ländern, die in späteren Jahren von den Nazis überrannt wurden, hofften, ihren Kindern bald folgen zu können aber nur wenigen galang es talsächlich, sodass die gänzliche Fürsorge und Betreuung der geretteten Kindern in den Händen der Jugendalija verblieb. In den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg erweiterte sich der Aufgabenbereich der Jugendalija bedeutend, und die Organisation spielte eine führende Rolle bei der Rettung und Neuerziehung der jüdischen Waisenkinder die die Katastrophe in Europa überlebt hatten. In der folgenden Jahren, besonders nach der Gründung des Staates, stand die Jugendalija vor neuen, immer grösseren Aufgaben, als es galt Olimkinder, sowohl Waisen als auch Kinder, deren Eltern nach der Einwanderung nach Israel nicht in der Lage waren, ihnen eine angemessene Ausbildung zukommen zu lassen, zu betreuen, beherbergen, bekleiden und zu erziehen. Seit ihrer Gründung hat die Jugendalija mehr als 300.000 Kinder in dieser oder jener Art betreut, ihre Eingliederung im Lande ermöglicht, einen Beruf gelehrt und sie zu produktiven Bürgern des Staates, in der Stadt und auf dem Land erzogen. In den letzten Jahren war die Leitung der Jupendalija in der Lage, ihre Fürsorge auch Tausenden von Kindern von Familien zukommen zu lassen, deren Eltern schon lange Jahre in Israel ansässig waren. Dies war eine Zeitlang möglich, als ein gewisser Rückgang der Einwanderung die Zahl der Kinoer. die von der Jugendalija betreut werden mussten, etwas verkleinert hatte. Inzwischen jedoch hat die Alija' wieder in stärkerem Masse zugenommen, und die Heime der Jugendalija in Jugenddörfern, Kibbuzim, Erziehungsinstitutionen, etc sind erneut bis auf den letzten Platz mit Zöglingen überfüllt, von denen die meisten erst kurze Zeit im Lande weilen. Mehr als 10.000 Kinder werden g:genwärtig von der Jugendalija betreut, und obwohl die Aufnahmekapazität der Institutionen der Organisation bis zum letzten Bett ausgenutzt ist. schmieden die Leiter der Jugendalija immer neue Pläne, um den steigenden Aufgaben vor denen sie sich sehen, gerecht zu werden. ..Wenn ihr in einigen Zimmern fünf anstatt der üblichen vier Betten seht, dann bedeutet das einfach, dass wir eben mehr Kinder haben, die auf uns angewiesen sind, als wir theoretisch aufzunehmen in der Lage sind. Aber wie überall in Israel ist auch die Jugendalija in der Lage, mehr zu leisten als ursprünglich vorgesehen'‘, erklärte der Leiter des (religiösen) Jugendalija-Dorfes Yemin Orde, bei Nir Etsoin, das mit Geldern der englischen Gruppe der Freunde der Jugendalija errichtet wurde, bei einem Besuch von einer Gruppe von Journalisten Dieselbe Bjreitschaft, die Aufnahmemöglichkeiten bis zum äussersten zu strecken, fanden die Journalisten auch bei einem Besuch in Ramat Hadassa Szold, eine Art Durchgangslager der Jugendalija, in der Kinder, die von der Jugendalija betreut werden, die ersten Wochen verbringen, einer ärztlichen und psychologischen Untersuchung unterzogen rr OLAMENU TEL AVIV POB 3002 X l rr * ► l ISRAEL | NEUERSCHEINUNGEN DES VERLAGES * Prof. Dr. H. Sternberg : I Zur Geschichte der Juden in Czernowitz? Reich illustriert Kart. 3 —j Prof. Kamilo Landmann: Israel und die Juden der Welt x SUBSKRIPTIONS-EINLADUNG: Kart. 2—4 : i GESCHICHTE DER JUDEN : IN WIEN J Herausgsgeben von HUGO GOLD t Gewidmet dem Andenken von Prof. Dr. Zwi Perez Chajet Unter Mitarbeit der hervorragendsten Kenner der; Geschichte der Wiener Juden. ERMAESSIGTER SUBSKRIPTIONSPREIS: : VOR Erscheinen.S 15. Nach Erscheinen. $ 20. Alle Zuschriften u. Anfragen sind ausschliesslich an den Verlag, Tel Aviv, P.O.B. 3002 (Israel) zu richten. Die Preise sind in U$A*Dollar angegeben. werden, um sodann den verschiedenen, ihnen und den Aufnahmemöglichkeiten entsprechenden Erziehungsinstitutionen überwiesen zu werden. Gerschon Abramson, Leiter von Ramat Hadassa Szold, erklärte, dass dieses Jugendaüja-Zentrum für ca 150 Kinder geplant wurde, aber wenn Not am Mann ist. „und das ist letztens oft der Fall“, auch bis zu 250 Kindern aufnehmen kann. Während zwei Tagen besuchten die Journalisten ein halbes Dutzend von Jugendzentren, Jugenddörfern und Institutionen der Jugendalija im Norden des Landes, und gewannen so ein überzeugendes Bild von der Verschiedenartigkeit und Mannigfaltigkeit der Aufgaben und der Bemühungen der Jugendalija, die heute ein komplettes Erziehungnetz aufgebaut hat, das den Kindern von Oiim, und auch oft von Watikim. nicht nur eine GrundschulbiliAnng. sondern auch Mittelschulbildung und eine Berufsausbildung sichert. Man sah die Kinder in Ramath Hadassa Szold, viele von ihnen erst seit kurzer Zeit im Lande, mit verschlossenen Gesichtern, oft stumpfen Augen, und von denen ihre Instruktoren sagten, „dass sie mehr Sorgen und Probleme als Jahre haben“. Man sah die Kinder bsim Berufsunterricht, am Schraubstock, in den Klassen und auf dem Feld, in Neurim, aufgeweckte Kinder, mit einem Drang zum Lernen, von denen ihre Lehrer offensichtlich stolz berichten. Man sah Kinder aus allen Teilen der Welt im Kibbuz Eiion, sich wie zuhause fühlend, obwohl sie erst seit wenigen Monaten in Israel sind. Man sah die 40 Kinder in der Janos Korzcak-Schule im Kibbuz Loehamej Hagetaot. wo im Schatten des eindrucksvollen Denkmals für die Opfer der jüdischen Katastrophe in Europa ca 50 Olimkinder, deren Eltern zu den wenigen Ueberlebenden dieser Periode gehörten, zu Bürgern des jüdischen Staates Israel erzogen werden. Man hörte die ausführlichen und eindrucksvollen Erläuterungen des Leiters der Jugendalija. Mosche Kol „der Vater von 100.000 Kindern“, wie er sich gern nennen lässt, nicht nur über die Errungenschaften der letzten 28 Jahre, sondern hauptsächlich über die Aufgaben der kommenden Jahre. „Noch gibt es viele Gruppen von Jugendlichen, die ungenügend wenn überhaupt von den staatlichen Erziehungsgremien oder von der Jugendalija erfasst werdeD können. Noch müssen gewaltige Bemühungen unternommen werden, um z.B. iiir Jugendliche zu sorgen, die im Alter von 16 bis 18 Jahren ins Land kommen d. h. nicht mehr in die Grundschule gehen, aber bevor sie zur Armee müssen, doch noch einer Berufsausbildung, hebräischen Unterrichts, etc. bedürfen. „Jeder Erfolg“, erklärte Mosche Kol. „zeigt uns nur dass immer grössere Probleme unserer harren. Wenn es uns z. B. gelang in den letzten zwei Jahren zwei Gruppen von rückständigen Kindern zu erziehen und sie zu befähigen in normalen Klassen ihre Studien fortzusetzen. so zeigt das uns, dass den vielen Tausenden von Kindern, die ebenfalls in ihren Studien zurückgeblieben sind, zu helfen ist, d. h. dass immer grössere Probleme vor uns liegen.“ Die eindrucksvollste Etappe in der Rundfahrt durch die Institutionen der Jugendalija war jedoch der Besuch in dem Kibbuz Mezuba, im westlichen Galil. Hier, wie in Dutzenden von Dörfern und Kibbuzim, befindet sich eine kleine Gruppe von Zöglingen der Jugendalija und erhält neben der Grundschulausbildung auch eine landwirtschaftliche Schulung Was jedoch Mezuba von vielen anderen Jugendalija- Gruppen unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Siedlung selber vor über 20 Jahren von Jugendlichen gegründet wurde, die selber mit der Jugendalija ins Land gekommen waren. — eine der ersten Gruppen dieser Organisation. — von der Jugendalija erzogen wurden und dann hier ihre eigene Siedlung gründeten, in der in den folgenden Jahren weitere Gruppen von Zöglingen der Jugendalija Aufnahme fanden. „Wir erhalten zwar eine finanzielle Unterstützung für die Zöglinge der Jugendalija, die wir heute betreuen, aber vom rein finanziellen Standpunkt aus ist das kein lohnendes Unternehmen. Wenn wir jedoch immer wieder neue Gruppen von Kindern hier aufr.ehmen und erziehen, tun wir das einerseits, weil wir wissen, dass finanzielle Erwägungen letzten Endes nicht entscheidend sind, und zweitens weil wir selber der Jugendalija gegenüber eine Schuld haben, die wir nie vollkommen zu begleichen in der Lage sein werden. Die Jugendalija hat uns den Weg zum Leben gewiesen, und es ist nur gerecht, wenn wir jetzt mithelfen, neuen Gruppen von Zöglingen dieser Organisation denselben Weg zu zeigen“, erklärte Eli, der in Mazuba für die Erziehung der Jugendalija-Züglinge verantwortlich ist. LUAC H — (KALENDER) Freitag, den 13. Juli 11. Tamus Sonnabend, den 14. Juli 12. Tamus Parschat CHUKAT-BALAK 4. B. M. XIX 1 — XV 9 Haftara Micha V 6 — VI 8 Sonntag, den 15. Juli 13. Tamus Montag, den 16. Juli 14. Tamus Dienstag, den 17. Juli 15. Tamus Mittwoch, den 18. Juii 16. Tamus Donnerstag, den 19 Juli 17. Tamus Fasten SCIIIWA ASSAR BETAMUS Freitag, den 20. Juli 18. Tamus Sonnabend, den 21. Juli 19. Tamus Parschat PINCHAS 4. B. M. XV 10 — XXX 1 Haftara Yirmiyahu I 1 — II 3 Sonntag, den 22. Juli 20. Tamus Todestag von Theodor Herzl 1904—5664 Montag, den 23. Juli 21. Tamus Todestag von Chaim Nachmann Bialik 1934—o694 Dienstag, der. 24. Juli 22. Tamus Mittwoch, den 25. Juli 23. Tamus Donnerstag, den 26. Juli 24. Tamus Freitag, den 27. Juii 25. Tamus Sonnabend, den 28. Juli 26. Tamus Parschat MATOT-MASEI 4. B. M. XXX 2—XXXVI 13 Haftara Yirmiyahu II 4 — 28, III 4 Neumondankündigung AW Sonntag, den 29. Juli 27. Tamus Montag, den 30. Juli Dienstag, den 31. Juli 28. Tamus 29. Tamus LITERATUR Das Fest der & Auf Mittwoch, den 25. April, fiel in diesem Jahr die Nebi-Schuejb-Feier der Drusen. Da dies aber der Schiuss-Festtag von Pessach war, hatten die Führer der Drusen-Gemeinde beschlossen, ihre Feier auf den nächsten Tag, auf Donnerstag, zu vertagen, weil sie den Vertretern der Regierung und besonders dem Religionsminister die Teilnahme ermöglichen wollten. Diese Vertagung ist ein Zeichen des guten Einvernehmens, das zwischen Drusen und dem Staatsvolk in Israel besteht. Vor fünf Jahren, am 23. April 1957, wurden die Drusen in Israel als autonome Minderheit mit vollen Rechten für freie Religionsaus iibung anerkannt. Damals wurde den Drusen auch das Recht eingeräumt, in jeder Zahal-Formation zu dienen, während vorher nur Sonderformationen für drusische Soldaten im Zahal bestan den hatten. Da die Autonomie-Erklärung damals unmittelbar vor den Nebi-Schu'ejb-Feiern stattgefunden hatte, so versammelten sich die Drusen auch in diesem Jahr unter dem frischen Eindruck eines für sie von der Knesset kürzlich verabschiedeten Sondergesetzes, das ihre Autonomie nun auch praktisch voll verwirklicht hat, nämlich das Gesetz über die selbständige religiöse Gerichtsbarkeit, das sie vom Gesetz für die mohammedanischen Kadis loslöst, ihnen also einen völig freien Status gibt, wie sie ihn selbst in der Zeit der Türkenherr. schaft nicht besassen. Für Angelegenheiten von Eheschliessungen und -Scheidungen, also für Personenstandsfragen der Drusen in Israel, ob sie nun Staatsbürger oder ständige Einwohner ohne israelische Bür^, gerschaft sind, werden nun die drusischen religiösen Gerichte ausschliesslich zuständig. Das Gesetz ist parallel zum Gesetz über die jüdischen und die mohammedanischen religiösen Gerichte formuliert, die Richter (Kadi Midhav) beziehen ihr Gevon MEIR F0bER halt vom Staat, und die Gerichtsurteile geniessen volle staatliche Anerkennung. Nebi Schu'ejb ist der Prophet Jethro, der Schwiegervater unseres Lehrers Moses, wie die geistigen Führer der Drusengemeinde betonen, die Drusen und die Juden der gleichen Völkerfamilie angehören. Jethros Grab befindet sich, der drusischen Tradition gemäss, unweit von Chittin bei Tiberias, und dort versammeln sich die Drusen alljährlich am Todestag ihres Propheten zu einer Art Volksfest. In der „Chalwe“, dem einer Moschee ähnlichen aber fast schmucklosen Bethaus kommen die Eingeweihten zusammen, sitzen teils auf dem mit Teppichen bedeckten Fussboden, teils auf den die Wände entlang liegenden Kissen oder stehen im Gespräch gruppenweise herum, bis die eigentliche religiöse Feier beginnt, an der Uneingeweihte und Fremde nicht teilnehmen können. Die Krönung der Wallfahrt zu Nebi Schu'ejb ist ein Volksfest, auf dem die Männer nach dem Takt der Trommeln und Sehineilen „Debka“, Schwerter - Tanz, und andere rhythmische Tänze aufführen, während andere Zusehen und den Takt mit den Händen klatschen. Die feiernde Bevölkerung und die jüdischen Gäste wurden mit einer Reihe von Fahnen begrüsst. und zwar der israelischen Staatsfahne und der Drusenfahne, die aus vier vertikalen Streifen in den Farben grün, weiss, blau, weiss besteht. Die Fahne der Drusenformation im Zahal hat überdies ein blaues, gleichschenkliges Dreieck am rechten Rand mit der Spitze zur Fahnenmitte und in diesem blauen Feld einen weissen Davids Stern, den die Drusen aber „Stern Salomos“ nennen. Die Drusen sind ein sympathisches Völkchen. Sie fluchen nicht, rauchen nicht und meiden den Alkohol, obwohl die meisten in die Ge- . ihrer R^1*10 geweiht smd-c ichung ■s werden s e ,nderJ) erst.’ ¡Ösen Gemeint ,■ individuell j würdevoll h berechtigte! zu werden. I muss sehr s n die Zähl n, der Ukkul rka!) ist verh‘ gering. ünt* ^geordneten i ist kein Ukka i ¡¡er Uneingi weiss fast Geheimnisse Einhei der vi Alkl!D. Si r Sc Bü Aegypten. Neben Go ehren die Drusen fün nider" Gottes. Haup' tei des Drusen un Menschen überhaupt Wahrhaftigkeit, Hilii schaft vor allem geg Glaubensgenossen, t daes Leben und re Broterwerb. Der G der Religion war < nannte Biamrillah. N n«n_ seiner bedeut« Aihänger, Darasi, < Lehre in ein System te. nennen sie sich : rasi, Drusen: das H biet seiner Tätigkeit Syrien. & gibt etwa eine nuiiion Drusen im N Osten, davon in Isra Gab es in Hitler Deu auch gute Di Gab es Menschen, de Anstand beSa Zivilcourage? Gab es Menschen menschen geholfen haben? Wer sind sie? Wo Wenn sie am Leben sind, gebühr( aber nicht mehr leben sollten so||6n werden, denn sie haben Ehre der Deutschen ge,^ Schreiben Sie uns Ihre Erlebnisse mit Menschen, 4 fen haben. Wir bereiten eine große Dokumentation ¥0f VERLAG AG, 8000 München 8, Lucile-Grahn-StraH« 3;

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