Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1968 (13.7.1962)
- Date
- 1962-07-13
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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2 — Viernes, 13 de Julio de 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Aue XXIII. — No. 1S6S Ungeloeste Menschheitsfragen (Schluss von Seite 1 ■ ter. Reich, das di? ereutschei Katholiken als politische Partei ausschaltete, den Nazis vo.le Machtmöglichkeiten m die Hand spielte und dann übrigens als ein Bummerang recht heftig aut die Katholische Kirche zurück fiel .. In der letzten grooisehen Revolution erkämpft hatte, und dem Vierten Stand, der aufstrebenden Arbei.erschaft in vollem Gange. Diese Kämpfe wurden auch damals durchaus nicht nur auf der Strasse oder in den Fabriken, in Kabinettsberatungen oder par amentarischen Diskussionen ausgetragen, sondern auf ssen Sozialenzyklika des geistiger Ebene: die Werke Papstes Johannes XXII l. , Mater et magisira“ wird ein kühner und von ai-en Menschen beachtenswertcr Yersuch unternommen, eine konstruktive Soziallehre, die den heutigen Umständen angepasst ist, dem sozialistisch-kommunistischen Gedankengebäude entgegenzus. eilen. Nur dadurch, dass reaktionäre Kräfte sich dieser Enzyklika annehmen werden und ihre Ausführung zu vereiteln bemüht sein dürften, kann jene echte geistige Auseinansitzung nicht geführt werden, die allein die Beseitigung der kommunistischen Gefahr mit sich bringen würde. Denn auch die Kirche als solche biid et keine geschlossene Einheit, sondern muss trotz der, man muss sagen, diktatorialen Tcsition des Papstes, mit divergierenden Strömungen und Ansichten rechnen, die sich vielleicht nicht auf die kirchliche Doktrin, wohl ater auf die Praxis der tag täglichen Arbeit beziehen. In Fragen der Lehre ist der Papst nach katholischer Auffassung unfehlbar, wenn er ex caiedra predigt. Hier zu muss eine Bemerkung gemacht werden, die über dieses spezielle Thema ins Allgemeine hinüfcerreicht. Dieser weittragende Grundsatz von der Unfehlbarkeit des Papstes in Glaubensfragen stammt aus der neuesten Zeit. Er wurde auf dem Ookumenisehsn Konzil im Vatikan 1870 aufgestellt. Damals waren bereits die grossen sozialen Auseinander Sitzungen zwischen dem aufgeblühten Dritten Stand, dem Bür<;“rtum, das sich seine Rechte in der Franzö- F ABOGADO PUEVEREDON 2190 nachm. 16—19 T. E. 83-2613 Uhl v REAL PEH Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 , T. E. 49-5850 ♦ ♦♦ ♦ ♦♦ ♦ oer Karl Marx Engels, Saint-Simon, Proudhon und vieler anderer bedeutenden einen Sturmangriff gegen kirchliche Doktrinen und Dogmen. Die Kirche begriff, dass ihr hier eine grössere Gefahr für ihren Bestanc, und für die Fundamente ihres Glaubens und Seins e'wuchs, als in der französischen Revolution. die zwar die Gesellschaftsordnung grundlegend veränderte, aber keine' neue Gesellschaftsordnung anstrebte, in welcher ganz andere ais die bisherigen Kraftfaktoren massgeoend sein sollten. wL dies im Sozialismus der Fall ist. III. Wenn man einm„l die Zeit fände, den politischen (und wirtschaftlichen) sowie den geistigen Erscheinungen unserer Zeit nachzugehen und über sie nachzudenken, — hier ist nicht die Rede von den Philosophen oder anderen nachdenklichen Menschen, sondern vom guten Durchschnitt des Bürgers unserer Tage —, dann würde man mit Erstaune t .entdekhen‘, dass der Kampf um die neue Gesellschaft so alt wie das Leb?n der Menschen als staatenbildendes Wesen ist. und dass insbesondere die Wurzeln der kommunistischen Doktrinen auf altjüdischen und urchristlichtn Vorstellungen beruhen. Hierbei können wir heute auf umfassende wis senschaftlic-he Forschungen aufbauen, die im Zusammenhang mit den beriihmj ten Funden der .Rollen vom j Toten Meer* stehen Es wilrj de sich für jeden, der ein! wenig am Zeitgeschehen und seinem Werden interessiert ist, lohnen, wenigstens einige der vielen, populär geschriebenen Bücher zu lesen, di? in allen Sprachen erschienen sind. Das jüdische Sozialgesetz, : JUDITH i J SCHENKOLEWSKI J KULTUSSTICKEREIEN } {Schabbosdecken Tallis-J* ä beutel - Käppchen - Vf.azi -• zot-Taschec Hand- und % ' Masihinensticker<-: von i Bett und Tischwäsche i? Dr. P. I. RIVERA 2585 \ S (fr. Beberiero) *- S uas noch heute die Grundlage der allgemeinen Ar beitsgesetzgebung bildet, ob man dies nun wahrhaben will oder nicht, orachte zum ersten Male den Gedanken der Arbeit und damit die Verpflichtung des einzelnen gegenüber der Gesellschaft zum Ausdruck. Der Gedanke der Arbeitsruhe am Schabbat, als eines der fundam;ntalen Gesetze für die Menschheitsordnung aufgestellt, musste von der modernen Arbeiterschaft blutig durchgesetzt werden, denn es gab damals kein» gesetzlich geregelte Arbeitspause, auf die der Mensch Anspruch gehabt hätte. Erst später erkämpfte.i sich Arbeiter und Angestellte das Recht auf Urlaub, auf bezahlte Arbeit usw. Aber alle diese Berechtigungen ergeben sich aus dem grandiosen Gedanken, dass jeder Mensch, aber nicht nur der Mensch, sondern augh das Tier und darüber hinaus der Boden — Idee des Jowetjahres — Recht auf Arbei'sru h? habe. Vom Judentum wurde aber auch der Gedanke der gerechten 'Güterverteilung gedacht und gelebt. Die Id^e eines im Zeichen des Rechtes und der Gerechtigkeit stehenden Kollekiivismus war im alten Judentum lebendig. Die urchristlichen, man kann sagen: kommunistischen Gemeinschaften waren im Grunde genommen jüdisch? Sektierer, wie : sie uns in der Qumrum Gej meinde begegnen, deren Lej bensstatut wir nun heute be- | siizen. Man ist g?wöhnt : dass die:e merkwürdigen | Menschen mit einer Handbewegung erledigt werden, die besag?n selb das waren eben weltfremde Sonderlinge, die ersten und radikalen Verläufer des Mönchtums Aber dies? Ha^dhewegung ist falsch, sie klärt nichf, sondern verwischt die Spuren. Man wartet allgemein die Stellungnahme der Katholischen Kirche zu diesen Funden und Rollen ab. weil durch diese Entdeckungen manche Gesichtspunkte auftauchen, die an der Einmaligkeit und Erstmaligkeit der Erscheinung des Jesus Christus Zweifel auftauchen lassen. Die Juden naben auch lange nicht gewusst, wie sie den Rabbi Jehoschua von Nazar?th in ihr Denksystem einfügen sollen. Man braucht hierzu nur das Kolossalwerk Klausners zu studieren. Solche neuen Erfindun- T. E. 73-9155 ¡Jaime Liebling: ♦ + : s. a. t SPERRHOELZER l ♦ HOEIZEB;; DIAZ VELEZ 5224 : J Tel.: 89 -9349, 33-9305 * % PROPIEDADES? FRANKENBERG ' beräi Sie Kostenlos und ' inverbindlich beim Kauf, V oder Verkauf von 1 i GESCHAFFTEN ¡ % WÖHNINGEN HAEUSERN Manuela Pedraza 1530 pi b. Dp. 8 T. E 70-7244 ÍAWJVJVAVWWWU-J *■ ♦ ♦-* ¡OPTICA ♦ ♦ ♦ ♦ DIPL, OPTIKER j Sarmiento 829, ÍT.E. 35 - 73561 5 MARTHA \CHAPEAUX¡ \ - HUTSALON S Jetzt in í belgrano M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 JAC0B LAPIDUS dipl. Mohel NEUE ADRESSE YTAMONTE 2037, 4^. 46-1716 und 48-2ir.4 gen und Entdeckungen haben schon des öfteren zu einer grundlegenden Umorientierung geführt. Nur diejenigen geistigen Bewegungen und Gedankengebäude, die über die Kraft verfügten, das Neue in ihr System reibungslos einzugiiedern, nur sie haben die Zeiten überdauert. Wenn wir ein wenig Selbstkritik üben dürfen, — und wir sollten es tun, — dann werden wir mitunter beobachten müssen, dass das Judentum nicht immer mit den Strömungen der Zeit, mit den bleibenedn Fakten, nicht den vorüberhuschenden, Schritt zu hal ten vermag. Der technische Fortschritt, der aus dem Leben d?r Menschen, der Fa milien, der Völker nicht mehr hinwegzudenken ist, wurde von den zentralen religiös nationalen Autoritäten unseres Volkes in keiner Weise berücksichtigt, was sich recht nach'eilig ausgewirkt und zur Erschütterung der Autorität beigetragen hat IV. Der jüdische Ursprung des Christentums ist im Augenblick nicht bestritten. Es gab Zeiten und Tendenzen, die jüdische Vergangenheit des Christentums zu bestreiten. Heute ist dies anders. Das Christentum in seinen vielen Schattierungen be trachtet sich als eine Fortentwicklung oder als eine höhere Stuf? des Judentums. Das Judentum ist nicht dieser Meinung. Es betrachtet seine Lehre als ein so geschlossenes Ganzes dass diese Ergänzung und eine Personifizierung nicht erforderlich erscheint. In wesentlichen Fragen gehen Juden wie Christen von den gleichen Voraussetzungen ausnämlich von den jüdischen Gesetzen, die dann von anderen Juden, sogenannten Aposteln, mit ihren eigenen Worten weitergesagt und weiter gelehrt worden sind. Je weiter wir in den Zeiten zurückschauen, umso stärker tritt die Identität oder Aebnlichkeit in den Auffassungen auf wie sie uns z. B. in den Evangelien begegnen. Leo Baeck schrieb eine kleine, äusserst wichtige Arbeit über ,,Das Evangelium als Urkunde der jüdischen Glau bcnsgeschichte" Wir Juden vertreten die Auffassung, dass in der aufgeregten Zeit als die Römer über das jüdische Land herrschten, viele Prediger- Rabbiner auftraten, die das Heil durch Selbstbesinnung und Verinnerlichung des Lebens forderten. Deswegen gab es auch viele Sekten, die nach kollektivistischen Prinzipien lebten. Der Kommunismus hat den Versuch unternommen, eine neue kommunistische Form des Gemeinschaftsle bens zu finden. Wir wissen dass diese Bestrebungen gescheitert sind. Merkwürdig, nur im alfc?n Judenlande Israel sind die von den zionistischen Pionieren gemachten Versuche der Errichtung von Gemeinschaftssiedlungen aufgrund kollektivistischer Prinzipien geglückt: die Kwuzot und Kibbuzim stellen zwar keine weltfremden Siedlungen von Sonderlingen dar, sind aber in ihrer Struktur den alten Kollektiv - Gemeinschaften der jüdischen Sektierer aus der prä- und frühchristlichen Zeit zu vergleichen. Dass hier jüdische Existenzformen geschaffen wur den, die vom doktrinären Kommunismus abweichen LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — aparece os Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Lrda V erantwortlich: Dr. Hardi Swa.xensky Pueyrredóo 2190. Io izq T. E. 83-2Ci3 80 6930 Abono- Preise: Argentinien: $ 190 — pro tíaartal Ausland S 600 — jähri PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. E. 76 0266 PRIVAT 52-7734 t Dr.; | B. 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Dass die Abwehr des Kommunismus die wesentliche Voraussetzung für die Ueberwindung der Zeitkrisc ist, darüb?r kann kein Zwei fei für denjenigen bestenen der selbst fest im Boden des Judentums verwurzelt ist Man muss aber überlegen, wie die alten Ideen und Po tenzen in die Möglichkeit versetzt werden, den neuen Gegebenheiten einer anderen Zeit gerecht zu werden. Es kommt, mit einem einfachen Wort gesprochen, nur darauf an. das Alte mit dem Neuen zu verbinden. Wem dies gelingt, dem gehört die Zukunft. P. LANDSBERG VERSICHERUNGEN JEDER ART Bme. MITRE 430 V. Of. 550 T.E.: 30-1474 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN I MEDICO S M Cardiología — Hospital Fernández 2 Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme g CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 § Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr iSIISSISEIIääiill iSSSIfsStlsSSiSIlSSlS-EIflüS" I VARICES-ULCERAS § 5 DE LA PIERNA — ARTERI0SCLER0SIS : S Dr. SAUL UMANSKY § I Sarmiento 3116 T. E. 87-1362 ¿Sf2I2II2SSS3II5«lII£:ia2I35*-;*5!i3BS23I35S3EfII£iiäI3f*i3i S1ISS5 1 Dr. BENJAMIN LIPNIZKYs \ ZAHNARZT E g ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- 5 2 HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG — REGU- ■ 5 LIF.RUNG DER ZAHNSTELLUNG 2 ■ Sprechstunden: Dienstag - Donnerstag — Sonnabend 2 nach vorherig« Vereinbarung, S S JOSE HERN ANDEZ 2518 T E nsm und n -osotg Dr L. KLEIN Medico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: ‘ | Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—18 U*“ ,, - ■ Es wird gebeten, «ich vorher telefonisch anaumeiden.,, SANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542 ^4 + ♦♦ + **** 4 4 444 -8Ü 1