Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1967 (6.7.1962)
- Date
- 1962-07-06
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 6 ¿e Juîîo di 15S2 AOo XXin. — N®. 1967 — S SEMANA ISRAELITA Ereignisse der Woche Der Besuch Dr. Wir haben bereits über den Besuch berichtet, den der Präsident des Keren Hayessod in Jerusalem, Rabbiner Israel Goldstein, dem argentinischen Judentum macht. Seine Arbeitstage sind mit Besprechungen und Ansprachen in grösseren und kleineren Kreisen ausgefüllt. Dr. Goldstein, der verschiedene Doktorwürden trägt und u. a. auch Dr. ju ris honoris causa der grössten nordamerikanischen Universität ist, würzt seine Reden mit zahlreichen geistreichen Bemerkungen, Zitaten aus der Weltliteratur und aus dem breiten Gebiet der jüdischen Lehre und des jüdischen Wissens, er versteht es meisterhaft, Anekdoten einzuflechten und von Erlebnissen zu erzählen, sodass eigentlich jede seiner Reden ein kleines Meisterwerk ist. — Israel Goldsteins Hayessod hier, ausser den vielen Mitarbeitern, mit denen die Vereinigte Kampagne in der argentinischen Provinz rechnen kann. Auf einer Arbeitssitzung der Leitung unter dem Vorsitz von Dr. Swarsensky informierte Rabbi Goldstein einen kleinen Kreis über die wichtigsten Probleme, nachdem die engsten Mitarbeiter von dem Kopräsidenten der dische Leben des Landes zu nehmen. Im zentraleuropaeischen Sektor C. W.: — Das zentraleuropäische Comité der Vereinigten Kampagne veranstaltete ein Essen in den Räumen der Bne Brith-Loge zu Ehren von Dr. Israel Goldstein. dem Präsidenten des Welt-Keren-Hajesscd, um einigen besonders wichtigen Beisteuerern wichtige Informationen über die dringenden Erfordernisse der Stunde zu geben. Begleitet vom Präsidenten der Campana Unida in Argentinien, Dr. Hardi Swarsensky, deren Generalsekretär Dr. Lapacö und dem Delegierten der Keren Hajessod-Arbeit in Lateinamerika, José Tschornitzky, wurde Dr. Goldstein bei seinem Erscheinen herzlich begriisst und durch den Präsidenten der C. U. den Gästen vorgestellt. Sodann ergriff Rabb. Goldstein das Wort, um zunächst zu sagen, wie tief er sich den Juden aus Mitteleuropa verbunden fühle, die bereits in der Mitte des vorigen Jahrhunderts derjenigen Gemeinde, an welcher er 42 Jahre lang als Rabbiner gewirkt habe, angehört hätten. Was aus Deutschland stammende jüdische Menschen in Israel schufen, berichtete Israel Goldstein, habe das Leben des Landes in vieler Hinsicht bereichert. Unvergessen bleiben die grossen Leistungen von Dr. Arthur Hantke s. A. und Kurt Blu menfeld, dessen Grösse der Redner übermittelte, für den Keren Hajesscd, der sich bei der Rettung von zentraleuropäischen Juden seit 1933 so wunderbar bewährte. Jetzt handele es sich um Juden aus Südosteuropa, wo der grösste Teil der Judenheit für die Auswanderung nach Israel registriert sei und diese von einem Augenblick zum andederen, unter Zurücklassung ihres Eigentums und Vermögens, antreten müsse. Dort, und vor allem auch in Marokko, vollziehe sich ein historisches Geschehen, ein echtes Drama unserer Zeit. Diese neue Alija hat auch den besonderen Vorzug der Altersschichtung, es seien Menschen, die in der Lage sind, sich ein neues Leben aufzubauen. Doch zwischen jener europäischen und der nordafrikanischen Einwanderung liegen Welten; Israel überbrückt bei ihnen einen Zeitraum von 500 Jahren; cs ist der Schmelztiegel, dir eine neue jüdische Gemeinschaft entstehen lässt. Untrennbare Partner Wenn für die Einordnung und Ansicdiung von Tausc-ni den dieser Menschen rund! 15.000 Dollar pro Familie er- ■' forderlich sind, bis diese j sich in etwa sechs Monaten ¡. installiert haben, so tragen I führte Dr. Goldstein weiter! aus. die Israelis zwei Drit tel dieser Kosten, während auf die gesamte Gol^, d. h. Ueber die Pressekonfei-enz haben wir bereits informiert,. andere Berichte lassen wir heute folgen. Besonders interessant war eine Zusammenkunft mit den Mitarbeitern der Kampagne aus den verschiedenen Comités der Hauptstadt und Gran Buenos Aires, an der auch einige Vertreter des zentraleuropäischen Comités teilgenommen haben. Mehr als 500 freiwillige Helfer bilden die „Armee“ des Keren Gegen die argentinische Tradition Der Minister der Provinzregierung Buenos Aires, Dr. Hector Lanfranco, stattete in Begleitung des Unterstaatssekretärs dieses Ministeriums, dem Sitz der Jüdischen Gemeinde von La Plata einen Besuch ab, wo er vom Vorstand empfangen wurde. Als Zweck seines Besuches bezeichnete Dr. Lanfranco den Wunsch der Provinzregierung, in deren Vertretung er erscheine, ihre Solidarität mit den Juden angesichts der antisemitischen, allgemein bekannten Angriffe auszusprechen. Der Minister betonte, dass die kürzlichen antisemitischen Manifestationen und Attentate die argentinischen Gefühle empören und gab seiner Zuversicht Ausdruck, dass sich dieselben nicht wiederholen werden. Kampagne, dem Escribano Abraham Mäler, vorgestellt worden waren. Dr. Israel Goldstein hatte auch Gelegenheit, wichtige Institutionen, insbesondere Schulen, in Buenos Aires kennen zu lernen, um so einen Einblick in das pulsierende jü- Wir raeumen aus und Sie raeumen ein! 20 USA-Doüarr 80 D-Mark oder den Gegenwert in Pesos 200 reinwollene siabiloformverorbeitete Anzüge. 200 reinwollene Winter- und Uebergangsmäntel. 1 Posten Anzüge und Mäntel für 1.900.— 1 Posten Regenmäntel für . 1.500. — 1 Posten Flanellhosen ... 490.— 200 Sommeranzüge zu gleichen Ausverkaufs preisen. 2.500 Oberhemden und sonstige Herrenwäsche in der Boutique Mai pü 982 weit unter jetzigen Gestehungskosten. Von 8 Uhr bis 20 Uhr durchgehend geoeffnet. 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Dr. Marion S. de Siner, Rabbiner Dr. Israel Goldstein aus Jerusalem. Presbyter Dr. Carlos Cucchetti, Pastor F. Sosa und Repräsentanten der bonaerenser Presse. Am Schluss der Veranstaltung hielt der Präsäident der Institution. Herr Adolfo Weil, eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Vom historischen Gesichtspunkt aus bedeutet ein Jahrhundert eine Etappe in j der Entwicklung dér Menschheit. Dies bewegt uns dazu, auf das in dieser Zeitspanne Vollbrachte zurückzubükken. Unsere Vereinigung, die älteste jüdische Institution in Argentinien, hat bei der Schaffung vieler jüdischer Organisationen im Lande aktiven Anteil gehabt auf rund siebeneinhalb Millionen Juden, ein Drittel entfällt. Mit anderen Worten: Kann die Diaspera diese Aufgabe nicht erfüllen, so drohen abermals die Maabarot, droht verminderte Einwanderung urej Herabsetzung des guten Namens Israels und des Weltjudentums. Man hoffe, dass der argentinische Jischuw bei der Rettung dieser Familien tatkräftig mitwirken wird. Mit leidenschaftlichen Worten, hinter denen der tiefste, (Fortsetzung der Ereignisse auf Seite 8) und auf diese Weise zur Entwicklung des jüdsichen Lebens in Argentinien entscheidend beigetragen. Im Jahre 1862 beschloss eine Gruppe von Juden, die sich aus nicht mehr als 20 Familien zusammensetzte, diese „Congregación” zu gründen. Hiermit erfüllten sie ihre heilige Pflicht, ein Gotteshaus für ihre religiösen Bedürfnisse zu erstellen. Aber für uns Juden ist die Synagoge nicht nur der Ort, wo wir uns zum Beten zusammenfinden, sondern sie ist auch der Mittelpunkt, von dem aus ein Leben des Geistes und der Erziehung entfaltet werden soll.“ „Unser Glauben verpflichtet uns, erzieherisch zu wirken“, fuhr der Redner fort. „Nicht umsonst sagt man, dass wir das Volk des Buches sind. Von Kindheit an müssen wir uns der Verantwortung bewusst werden, dass ein jeder Jude durch seine Abstammung ein Werkzeug der jüdisch-christlichen Zivilisation ist, die die Geschicke der westlichen Welt bestimmt. Ethik, Moral, Nächstenliebe bilden eine unteilbare Einheit unserer Erziehung. All dessen waren sich jene Juden im Jahre 1862 bewusst, die aus anderen Ländern kommend sich auf argentinischem Boden angesiedelt hatten, und als ■sie den Grundstein für diese Vereinigung legten, wollten sie tatkräftig zur Entwicklung des neuen, aufblü- ¡ henden Vaterlandes beitragen. Sind denn nicht die ethischen und moralischen Grundsätze der luden die gleichen wie die, die die argentinische Verfassung aufstellt? „So haben wir durch unsere jüdische Haltung unserer Eigenschaft als Argentinier doppelte Würde verliehen. Dies ist das Erbe welches uns jene weitsichtigen Männer von der Grösse eines künftigen Argentiniens hinterlassen haben, und die Leiter dieser Institution haben durch alle Generationen dieses Erbe geachtet und weiter entwickelt. Liebe Deinen Nächsten wie dich selbst, ist eia jüdisches Gebot, und es wird von den Christen gepredigt und es ist in der argentinischen /ep fassung verankert.“ REDE DES « STAATSSEKRETAERS Als nächster sprach der Unterstaatssekretär im Innenministerium, Dr. Maree lo Gowland Acosta. Er bezog sich auf die Ausführungen seines Vorredners, des Präsidenten der „Congregación“. um fortzufahren: „Wir haben mitangehört, welche fruchtbare Arbeit die jüdische Gemeinschaft in Argentinien gele;stet hat. deren Ursprünge auf die Zeit der Präsidentschaft des Cenerals Mitre zurückgenen. Wir gedenken des Verdiensten Philanthropen Baron Hirsch und seines Werkes der Kolonisierung in den Provinzen Entre Ríos und Buenos Aires, wir schätzen die Verdienste der Sociedad de Damas Israelitas de Beneficencia und der Gesellschaft für den Schutz jüdischer Einwanderer. „Wir haben die Rassenverfolgungen nicht vergessen, die entmenschte Menschen während des zweiten Weltkrieges entfesselten. Argentinien hat mit offenen Armen allen Verfolgten mn Vaterland geboten, die seinen Boden bewohnen, seine Gesetze achten und seine Auffassung von dem friedlichen Zusammenleben aller Menschen zu der ihren machen wollen. Daher findet die jüdische Gemeinschaft auf unserem Boden die Wah rung ihrer Rechte und die Möglichkeit, ihr Leben zu entfalten. Im Namen des Innenministers, in dessen Vertretung ich hier stehe, freue ich mich, diese Erklärung in einem Augenblick abgeben zu können, in dem nicht alle Argentinier dies so verstehen. Ich erhebe mein Glas auf das weitere Gedeihen der Congregación und auf das persönliche Wohl aller ihrer Mitglieder.“ Die Ausführungen des Dr. Gowland Accsta fanden den lebhaften Beifall der Anwesenden, die sich vón ihren Sitzen erhoben um auf diese Weise ihrer Zustimmung zu diesen offiziellen Erklärungen ein grösseres Gewicht zu verleihen. NO SOLO DESDE, LA PLATEA!!! Los lugares que desde la pantalla le emocionan, le maravillan, le "transportan", VEA-'' LOS, CONOZCALOS, VIVALOS... USTED MISMO EXCURSIONES "EXODO" DE --J -- **•.- +* VIAJES ' -r K.uuiiTutTrrri •COMIENTES 2063 --PLANTA BAJA; 0F. », 10, 14 y 16 -, i jî-34îi/45-4î57/49-0433/45-7607/49-l22i4ë\