Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1967 (6.7.1962)
- Date
- 1962-07-06
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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* — Viernes, « de Juli* de 1962 SEMANA ISRAELITA AS« XXIII. _ No. ]R7 MUSIK IN BUENOS AIRES GEORGES PRETRE DIRI¬ GIERT LRA ORCHESTER Ein besonderes Ereignis bedeutete das Debüt des jungen französischen Orehesterleiters Georges Pretre, der sich mit dem Nationalen Rundfunkorchester vorsleiite. Der ausgezeichnete Dirigent fühlt sich, obwohl er von der Oper kommt, auf dem Konzertpodium äusserst sicher. Man hatte vom ersten Augenblick an den bestimmten Eindruck dass man es mit einem energischen, strenger Selbstkontrolle unterworfenen und höchst dynamischen Künstler zu tun hat. Seine Sch’agtechnik verrät hohe Schule — André CluyLns war sein Lehrer — seine Zeichengebung ist klar und unmissverständlich, ohne jene Aeusserlichkeiten, in denen so viele seiner Kollegen zu schwelgen pflegen. Pretre ist ein ernster Musiker, der ein tiefengehendes Studium jeder Partitur vornimmt, die er zum Leben erweckt. Die sattsam bekannte Tscbaikovvskysche Symphonie Pathétique“, opus 74 h-moll. stand unter dem Zeichen einer tiefschürfenden, nichts weniger als abgeschmackt erscheinenden Interpretation. und man nahm gewisse Einzelheiten war, über die allzuoft einfach hinweggespielt wird. Der Argentinier Floro Ugarte w’ar mit seiner folklorisehen Sui- Neue Ausgrabungen Tel Aviv. — In einem Steinbruch in der Nähe der Synagoge von Meron im galiläischen Berglande wurden Ueberreste von Topfen und Werkzeugen aus der mittleren Bronzezeit gefunden. (AWZ) te Nr. 2 .De mi Tierra“ auf dem Programm vertreten, die eine sorgfältige und lie bevolle Wiedergabe erfuhr. Das Konzert fand mit dem Reisser ,,Capriccio Espagnol“ von Rimsky-Korsakoff seinen Absen.U' . r u chesterleiter schien hier seine Untergebenen zu hypnotisieren. es schienen von ihm magnetische Kräfte auszugehen, denn man nahm zuweilen kaum eine Zeichengebung wahr. Die rauschend-hinreissende Version riss nicht nur das ganz vorzügliche Orchester, sondern auch das enthusiasmierte Auditorium mit sich, das sich nach endloslangen Applaus Orgien nur schwer beruhigen konnte. Wenn dennoch etwas auszusetzen ist, so wäre es lediglich die Programmgestaltung. Ein Dirigent dieser Kategorie sollte nicht ein Konzert mit dem Schwanengesang eines Komponisten beginnen, um dann über Folklore zur Baliett- Musik zu gelang n. c-n TEATRO COLO* Viernes 6, a las 21 horas: 6a. función de Gran Abono: “Penelope“ de Fauré. Sábado 7, a las 17.30 hs.: 1er. recital del abono a 2: André Tschaikcwsky. Domingo 8, a las 17 horas: 6a. función del abono a Domingos Vespertinos: “Penelope“ de Fauré. Martes 10. a las 21 horas: 7a. función de Gran Abono: Espectáculo Lírico - Coreográfico: “El Niño Brujo“ de Eduardo Salzedo. “Marianita Limeña“ de Valdo Sciamarella y Cantata coreográfica “Moriana“ de Roberto García Morillo. Jueves 12 a las 21 horas: 5a. función del Abono Popular: "Penelope“ de Fauré. DAS DEUTSCHE THEATER SPIELT WIEDER Das hiesige Deutsche Theater hat mit etwas Verspätung seine neue Spielzeit begonnen, die 23. in einem fremden Erdteil, fern vom deutschen Sprach- und Kulturgebiet, was an sieh schon eine hoch zu schätzende Kulturtat bedeutet. Zur Eröffnung wählte man . Eine etwas sonderbare Dame“ des irischen Autors John Patrick, dessen „Kleines Teehaus“ schon einen Welterfolg errungen hat. Der Schauplatz ist ein Sa natorium für harmlose Geisteskranke, die bis auf ein zelne kleine Ticks ganz vernünftig erscheinen und ge nau so natürlich wie die normalen Menschen reagieren. Sie fressen mit Vergnügen jede Schmeichelei, suchen sich und ihre vermeintliche Bedeutung bei jeder Gelegenheit herauszustreichen und kennen den Wert des Geldes so gut, dass sie ausnahmslos nur das verschenken, was sie nichts kostet. Sie leben wie in einem eleganten Hotel, nur dass sie es nicht verlassen dürfen. In dieses amüsante Milieu schneit ein Senator mit seiner Mutter und seinen Geschwistern hinein. Der Autor macht nicht glaubhaft, warum es sich just um eine politische'Zierde der Nation handelt, die sich so schlecht benimmt, aber sehr genau, warum er das tut. Es handelt sich uni das liebe Geld und sogar um nicht weniger als zehn Millionen Dollar, die seine Stiefmutter geerbt hat. Diese sehr amüsante alte Dame hat nicht nur ein goldenes Herz, sondern auch einen kleinen Stich. Frau Savage hat den Wohltätigkeits-Fimmel. Fimmel, weil sie mit ihrem Gelde kein wirklich grosses Werk auf¬ Jüdisches Lehrhaus Die naechsten Kurse finden statt, am MONTAG, DEN 16, Mi, UM 20 UHR 30 IM GEMEINDEHAUS (RAMER 2060 1. K- BIBELKUN DE: Dr, Meir Rosenberg (BEGINN 20 UHR 30 pktl.) 2 K urs: \ GEGENWARTSKUNDE: Dr. Swarsensky 5. ABEND: DIE WIEDERGEBURT DES VOLKES (Geistige Lag» der Juden zwischen den Zeiten) (BEGINN 21 UHR 20) 3. HEBRAEISCHE KURSE: 1. Jahr: Montags: 18 Uhr 30 und Mittwochs: 19 Uhr 15 2. Jahr; Dienstags und Donnerstags: 17 Uhr 3. Jahr: Montags: 17 Uhr und Mittwochs: 17 Uhr 50 E« ist geplant, einen weiteren hebraeischen Aniaengerkurs für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse einzurichten, der im Monat Jult beginnen wird. Dieser Kurs kann nur stattfinden, wenn sich wiederum eine genügende Anzahl von ERNSTHAFTEN Teilnehmern einschreiben wird Um schriftliche Anmeldung unter genauer Angabe der Adresse und Telefonnummer wird gebeten. Alle Kurse finden in der Cramer 2060 statt baut oder unterstützt, sondern nur sehr ausgefa'lene Wünsche von nichtssagenden Privatpersonen erfüllt. Der Senator und seine Geschwister glauben natürlich den Mammon bei sich nesser aufgehoben. Deshalb erklären sie die nette alte Dame für geisteskrank. Sie haben sich aber gründlich verrechnet. Was alles passiert, bis der Arzt die „sonderbare Dame“ als gesund entlässt, sei nicht verraten. Die Schauspieler aus Deutschland waren bei der Premiere noch nicht dabei. Auf der Bühn.-, standen nur bonaerenser Schauspieler deutscher Sprache, die ihre Sache sehr gut machten. Wächter als Regisseur land den rechten Komödienton und brachte es fertig, unterstützt durch das sehr geschickte Bühnenbild Haberls, alle elf Darsteller gleichzeitig auf der Bühne zu haben, in getrennten Gruppen und ohne, dass jemand seine Kollegen überspielen konnte. Auf der Bühne gab es eine hocherfreuliche Ueberraschung. Man hatte die Hauptrolle Lilly Rapp anvertraut, die bisher eigentlich nur in kleinen Rollen aufgetreten war. Sie machte ihre Sache überraschend gut. Man kann wahrscheinlich Frau Savage auch anders spielen, mehr als betont immens reiche Dame, die sich alle Wünsche erlauben kann und deshalb einen kleinen Stich hat. Lilly Rapp gab sie als sehr elegante Frau ,,entre les deux ages“, bis zum letzten Augenblick stets hoehvernünftig mit wirklich liebenswertem Wesen und guten Herzen und einem sprühenden Humor. Die angeblich Irren spielten alle mit schöner Charakteristik: Delia Wiedt w>!der und ausgelassener. Frank Nelson als der Normalste von allen. Max Kloss als ewiger Geiger, der nicht Violine spielen kann, Maria Hollmann als elegante Dame der Gesellschaft und Martha John, die eine Malerin sehr komisch herunternuschelte. Die vernünftigen Menschen wurden durch die aufgedonnerte und snobistische Lilly Wiehert, den polternden Karl Ewald und seinen ruhigen Bruder Frank Roese verkörpert als die habgierigen Kinder der Frau Savage, durch Max Wächter als ruhigen überlegenen Anstaltsarzt sowie durch Renate Garden, die ein Extralob verdient für die stille, fein menschliche Art. in der sie als Krankenschwester ihre Patienten betreute. Das Premierenpublikum, offensichtlich erfreut, wieder Theater in deutscher Sprache gemessen zu rönnen, ging gern mit und dankte allen Darstellern, besonders Lilly Rapp, mit herzlichem Beifall. Dr. Karl Kost NEUE BUECHER The destruction ©f the European Jews von Raul Hilberg. Quadrangle Books. Chicago 1961. Ueber die Vernichtung des europäischen Judentums gibt es eine riesige Literatur, doch nur wenig zusammenfassende Standardwerke. Zu den letzteren gehört ohne Zweifel das 800 Seiten zählende Buch von Professor Hilberg, der mehr als zehn Jahre daran gearbeitet hat. Es ist unmöglich, dieses Buch in einer Kurzbesprechung zu behandeln. Doch seien die Grundgedanken hervorgehoben. Hilberg legt sich immer wieder die Frage vor, wie die Vernichtung von Millionen Menschen systematisch möglich war. Frühere Zeiten hatten Pogrome gekannt, aber keine bis ins einzelne durchgeführte Vernichtungsaktion. Die Antwort des Verfassers ist, wie er dokumentarisch belegt, dass ohne die Hilfe der deutschen Bürokratie im weitesten Sinn, d. h. der Armee und der Geschäftswelt diese grässliche Aktion unmöglich gewesen wäre... Auswärtiges Amt, Armee, Eisenbahnverwaltung und Industrie arbeiteten Hand in Hand. Für die deutsche Gesellschaft waren die Juden Ungeziefer und ihre Vernichtung wurde daher auch logischerweise durch Zyklon B. ein Gas. das für die Ungeziefervernichtung bestimmt war. durehgeführt. Die Deutschen waren von einem fanatischen Vernichtungswillen erfüllt. Als bereits der deutschen Armee und Bürokratie klar war, dass der Krieg verloren war, nahm der Mordprozess gegen die Juden reibungslos seinen Fortgang. Im Eichmann - Prozess wurde von jungen Israelis häufig die Frage aufgeworfen, warum es keinen Widerstand seitens der Juden gab. Der Aufstand des Warschauer Ghetto war eine rühmliche Ausnahme. Aber der Warschauer Aufstand gibt die Antwort. Er wäre nie möglich gewesen, wenn die jüdische Gemeinde ihre alte Struktur behalten hätte. Erst die Absetzung des Judenrates ermöglichte den Kampf. Die jüdische Führung war es. so sagt Hilberg. die den Deutschen die systematische Durchführung der Vernichtungsaktion erleichterte. Das Werk von Prof. Hilberg wird für lange Jahre das Standardwerk über die schrecklichste Epoche der jüdischen Geschichte bleiben. Niemand kann an 'hm vorübergehen. ' Dr. C. Vogel Neue Wohnungen für Einwanderer Jerusalem. — In Kürze wird mit dem Bau von Tausenden neuer Wohnungen, die hauptsächlich für Neueinwanderer bestimmt sind, in verschiedenen Städten Israels begonnen werden, nachdem zwischen dem Wohnungsbau - Ministerium und verschiedenen Stadtverwaltungen ein Abkommen getroffen worden ist. Es ist geplant, in der Nähe von Neve Schanan bei Haifa ein neues Viertel zu errichten, das den Namen Israelia tragen und über 2.000 Häuser umfassen wird. 500 Häuser sollen in Jerusalem, 4.000 bei Bat Jam und über 1.000 Häuser in Kiriat Nordau in der Nähe von Natania gebaut werden. — (ITA) /> ÊNTCRTUR % *** Su Agencia da Viajas \ Rosch Hüschunali in Israel DIREKTER FLUG MIT JET 24. 9. 1962 RUECKREISE MIT S S "THEODOR HERZL" AB HAIFA 25. 11. 1962 AUSKUENFTE UND RESERVIERUNGEN: TUCUMAN 978 p. 4 T. E. 35-2567 u. 277S Theater I Teafro Solei!! 5 CORRIENTES 3150; 5 T. E. 86-2307; Ol m 5 DER GROSSE ERFOLG m J Täglich um 22 Uhr jj ■ Sonntag 18 und 22 Uhr! i MAX PERLMAN! MR 5 und | | GITTA GALINER 5 in dem musikalischen ■ Lustspiel i DAS DAMEN- § SCHNEIDERL m ■ Musikalische Leitung: ■ Kapellmeister 5 HERR MANN LUDWIG m " 8SSas»S»*SJeM«S£*?l»t*i.2-. iS BUENOS AIRES JOHN PATRICK „Eine eiwas sonderbare Dame" Komödie in 3 Akten Regie: MAX WAECHTER Mitwirkende: Renate Garden Maria Hol »mann Mar,ha John Lily Rapp Lilly Wilbert Delia Wiedt Karl Ewald Max K'oss Frank Nelson Frank Ro»se Max Wächter Vorsteiiungen: Freitag ...... 6. Juli 19 Uhr 30 Sonntag. 8. Ja'i 15 Uhr 15 Alle Vorstellungen im ..TEATRO ODEON". Esmeralda 367. TE. 45 3591 Kartenverkauf werktäglich (ausser Samstag) von 10—12 und 14—19 Uhr sowie an den Aufführungstagen an der Abendkasse. Es wird um pünktliches Erscheinen gebeten. Kalkulieren Sie Zugverspätungen und Parkschwierigkeiten ein! Nach Beginn der Vorstellung kann mit Rücksicht auf das übrige Publikum bis zur Beendigung des 1. Aufzuges kein Einlass mehr gewährt werden.