Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 23 (1962)
- Issue
- 1967 (6.7.1962)
- Date
- 1962-07-06
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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í — Viernes. 6 de .Titilo d» 1962 JÜDISCHE WOCHENSCHAU AS« XXIII. — No. 1967 Wohin sie der Hass führt (Schluss von Seite J> auf die Juden, begrenzen lässt. Der Schauplatz eines der grossen Verbrechen des letzten Krieges war der südfranzösische Ort Oradour, der von den Deutschen zerstört worden ist. Die Bewohner wurden umgebracht: die offizielle Zahl der Toten war 648. davon 267 Kinder... Das war die Vergeltung, die von der 2. SS-Panzerdivision „Das Reich“ genommen wurde, weil Partisanen angeblich einen Ba taillonsführer ge angen genommen hatten. Der Chef des deutschen Oberkom mandos Jodl hatte einen Befehl erlassen, dass Kollektivmassnahmen gegen die Einwohnerschaft ganzer Dörfer, die bei den Deutschen garnicht so selten waren nur in Ausnahmefällen durchgeführt und von hohen Kommandeuren angeordnet werden dürfen. Im Mai 1944 hatte General Lammerding den Oberbefehl über die SS- Division ,,Das Reich“ übernommen. Es war ein grausamer General. Unmittelbar nach seiner Befehlsübernahme wurden 400 Menschen aus Eysses ermordet. Am 9 Juni werden in Tülle auf' direkten Befehl Lammerdings 900 Jugendliche (Franzosen, keine Juden) erhängt. Die Ortschaft wird zerstört, die Bevölkerung, welche von den deutschen SS-Soldaten angetroffen wird, entweder sofort liquidiert oder in d^e Kirche getrieben, die dann in Brand gesteckt wird. Ein SS-Soldat sagte im Oradour Prozess (1953) wie Dr. FREY ABOGADO PUETRREDON 2t90 « 1* izq. ♦ < nachm. 16—19 Uhr J T. E. 83 2613 * REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T. E. 49-5850 >♦4« ♦♦♦♦-< jJaime Liebling! S. A. | t SPERRHOELZER t 1H O E L Z E R* DIAZ VELEZ 5224 ♦ Tel.: 89 -9349, 33*9305♦! PROPIEDADES FRANKENBERG ■ berät Sie kostenlos und onverbindlich beim Kauf oder Verkauf von GESCHAEFTEN WOHNUNGEN HAEUSERN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 folgt aus. nachdem er selbst zugegeben hatte, zwei Frauen erschossen zu haben, die sich hinter einer Hecke versteckt hielten: , Dann wui de ich zur Kirche geschickt. Ich musste Reisig hineintragen. Es war schon ein grosser Haufen sonstigen Brennmaterials drin. . Unter dem Reisig und Stroh hörte ich Stöhnen und Wimmern von Frauen. Ich sah auch einen Kameraden, der eine Frau und ein Kind mit dem Gewehrkolben erschlug .. Das war j Befehl. Ueberhaupt. die Of- ' fiziere sind an allem schuld. Schon von vorneherein. bei der Abfahrt nach Oradour. hat Leutnant B. gesagt: Heute muss Blut fliessen.” In zahlreichen Fällen wurde nach den gleichen Methoden wie in Oradour vorgegangen. Der blindwütige Hass zerstörte nicht nur Dörfer, sondern mordete Frauen, Kinder, unschrldige Menschen. So war es in Oradour, in Lidice (CSR>, in Polen, der Ukraine und Holland. So war es allerorts, wo der Hass wütete. Denn Hass, einmal entfesselt, kennt keine Grenzen. Alle fallen ihm zum Opfer. Nicht nur Juden, alle. Männer. Frauen und Kinder, wie in Lidice und Oradour. Damals wie heute. III. Eine Zwischenbemerkung Der deutsche Oberkcmmandierende, Generaloberst Jodl, erklärte am 4. Juni 1946 vor dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg: „Ich kann nur sagen, dass das Verhalten der 2. SS-Panzerdivision. das muss ihr Kommandeur ver ntworten“. — Dieser Kommandeur war der ge- } JUDITH SCHENKOLEWSKI KULTUSSTICKEREIEN Schahbosdeeken - Tallisbeutel - Käppchen - Mazzot-Taschen - Hand- und Masthinensticker«-: von JBett und Tischwäsche . Dr. P. I. RIVERA 2585 5 (fr. Bebedero) i T. E. 73-9155 OPTICA DIPL. OPTIKER i Sarmiento 829; | T. E. 35 - 7356Í \ MARTHA i iCHAPEAVX\ HUTSALON } B Jetzt in ELGRAN Í MOLDES 2 5 6 1? £ T. E. 73 9229 j 73-9155 nannte General Heinz Lammerding. Der französische Ministerpräsident Ramadier teilte seinerzeit mit, dass ein Haftbefehl gegen Lammerding bereits 1947 ex-lassen worden sei, aber der ehemalige General war nicht zu finden. Am 5. Juli .1951 wurde Lammerding von einem Militärtribunal in Bordeaux in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Zwei Jahre später schrie „Die Weit“: „Verteidigungsminister Pleven teilte dem Rat der Republik mit, dass die französische Regierung die Auslieferung des ehemaligen SS Generals Lammerding beantragen werde, der zur Zeit des Blutbades von Oradour Kommandant der SS-Division „Das Reich“ war ..“ Inzwischen war der Aufenthaltsort Lammerdings bekannt geworden. Seine Auslieferung wurde vor vielen Jahren beantragt. Nach dem Kriege soll Lammerding zunächst unter falschem Namen gelebt haben. Als der Oradour-Prozess lief, sandte er ein Schreiben an das Gericht in Bordeaux, in welchem er seinen Untergebenen bestätigte, sie seien „unschuldige und pflichtgetreue Soldaten“ gewesen. Heute ist Lammerding Bauunternehmer in Düsseldorf. Obwohl von der Presse zeitweise scharf angegriffen, ist er ein angesehenes Mitglied des Verbandes der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS. Der Exgeneral und heutige Bauunternehmer beteuert seine Unschuld an den Verbrechen von Oradour. Eine deutsche Zeitung fragte jüngst, aus welchen Gründen Lammerding eigentlich nicht ausgeliefert wurde, wer ihn decken und wer ihm helfen würde. — Die Ruinen von Oradour stehen noch als stumme und doch beredte Ankläger, nicht nur gegen den einen SS-General, sondern gegen das System des grenzenlosen Hasses. IV. Kinder Gottes Vor wenigen Tagen erhielt eine jüdische Gemeinschaft in Südamerika ein Schreiben eines hohen katholischen Geistlichen, eines Erzbischofs, dem von einem Memorandum der Konferenz jüdischer Institutionen zum Oekumenischen Kongress Mitteilung gemacht worden war. Dieses Schreiben ist M0HEL N. PLAKSIN Superi 2719 T. E. 76-6784 n. 76-2312 i 4-t gerade in dieser Zeit bemerkenswert, weil es die verbindenden und nicht die trennenden Gedanken zwischen Gemeinschaften und zwischen den Menschen unterstreicht. Die friedliche und brüderliche Zusammenarbeit der Menschen und der Völker müsse angestrebt werden. Er sei einig mit den jüdischen Bemühungen, die geistigen Werte höher als die materiellen zu stellen. Sind wir doch alle Kinder Gottes! Die Menschen sollten versuchen, in gegenseitigem Verstehen und in Harmonie zu leben, in Frieden und Liebe, in Würde, in gerechter Freiheit und in gegenseitigem Respekt. — Das sind erhebende Ermahnungen, kraftvoll-schöne Worte, hohe Ideale und ein erstrebenswertes Ziel, um das es sich zu leben lohnt. Ach, wie weit ist die Menschheit hiervon entfernt! Im Angesicht der augenblicklichen Situation der permanenten Feindschaften, des kalten Krieges, der ständigen Spannungen und schweren Krisen verblassen die Hoffnungen auf die Erfüllung all dieser Forderungen, die vom Erzbischof erwähnt worden sind. Was nutzen die Ermunterungen und Warnrufe, wenn sie nicht von dem Bemühen der Menschen um Verwirkichung begleitet werden? — Sollte es nicht doch gelingen, aus diesen Hoffnungen Realitäten zu schaffen? Der Kirche sind sehr grosse Möglichkeiten gegeben. Sie hat auf ihre Gläubigen den stärksten Einfluss. Sie müsste viel mehr als bis heute verlangen, dass nach diesen Grundsätzen gelebt wird. Sie müsste einen Feldzug gegen den Hass eiuleiten. der alle Menschen umschliessen soll, damit wirklich Frieden und Einvernehmen herrscht, wenigstens in jenem Teil der Welt, soweit ihr Einfluss reicht. Die ersten Wendungendes Papstes an die Christenheit, alte Vorurteile und Feh’er zu berichtigen und den Hass Í JACOB LAPIDUS } ■! dipl. Mohel \ £ NEUE ADRESSE S? VIAMONTE 2037, 4J. B.'] 46-1716 und 48-2124 PRAKTISCHER ARZT Dr. J. P. Kroll Bieber 3 DE FEBRERO 2030 Mo., Mitt. Freit. 15—20 Uhr. — T. 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Hier könnte doch mehr geschehen, als sich mit Worten zufrieden zu geben, die gewiss tröstend und erbauend sind, die aber allein nicht die Schranken niederreissen können, die zum Hader anstatt zum Verständnis führen. Kinder Gottes, das ist der tragende Gedanke, der zur Gleichheit, zum gleichen Recht für alle hinüber leitet. Sollte es wirklich nicht gelingen, die gleichen Rechte für alle Menschen zu schaffen und zu beachten, den Respekt damit vor jedem Menschenwesen zu begründen, der notwendige Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben darstellt. Das Ergebnis eines vieltausendjährigen Ringens der Menschheit um Freiheit, Frieden und Fortschritt hat. wenn man den augenblicklichen Zustand betrachtet, nur sehr geringe Ergebnisse gezeitigt. Noch suchen die Menschen für ihre eigenen Sünden und Defekte fremde Prügelknaben. So war es vor Jahrtausenden, so ist es noch jetzt. Die grosse Pre digt der Liebe, des Friedens und der messianischen Hoffnungen, gehalten von Priestern, Denkern und Philosophen, hat 'm Alltag der Völker kaum einen realen Niederschlag gefunden. Die Leidenschaften, nicht der Verstand oder das Herz, regieren auch diese Stunde. Dabei sehnen sich die Menschen nach Ruhe, Ordnung. Sicherheit und Frieden. Hieran kann es keinen Zweifel geben. Dennoch regieren Hass und Ambition, Machtbegehren und Streben nach Einfluss. Ist die Frage unberechtigt, warum dies so ist, obwohl die Massen, der Durchschnittsbürger jeden LA SEMANA ISRAELITA Bisemanario — ^parece; os Martes y Viernes. Editado pot Estrellas Editorial Ltda V ¿rantwortlich: Dr. Hardi Swarsensky! Pueyrredóo 2190. Io izq l T. E. 83-26x3 ¡ 80 6930 Abono-Preise: . Argentinien: í 100.— pro Quartal Ausland S 600 — jährl Landes, Ruhe, Arbeit und sein Brot sucht? Die führenden Schichten tragen die Verantwortung für den Fortschritt. Die re gierenden Kreise müssten dafür sorgen, dass der olinde Hass von der Liebs. die Undulsamkeit von Toleranz, der permanente Krieg vom Frieden abgelöst werden. Sie kennen den Weg, sie wissen um das Ideal, das alle Menschen bewegt, sie haben auch die Macht, das Ziel zu erreichen. Aber sie selbst sind in die Kämpfe um die Positionen verstrickt, sie selbst ringen um die Macht, mit der sie letztlich nichts anderes anufangen wissen, als sich in neue Abenteuer, neue Kriege und neue Streitigkeiten einzulassen. Die Gesundung der Nationen muss von oben, von ihren Spitzen aus erfolgen, denn des guten Willens der kleinen Leute kann man gewiss sein. AVir sind alle Kinder Gottes. gleich welcher Nation, welcher Religion, welcher Hautfarbe, welchen Bildungsgrades, welcher Gesinnung. Wohin Hass führt, wis sen alle und haben alle am eigenen Leibe erfahren. Besitzt die Menschheit wirklich nicht die Kraft, die ihr geschenkten Gaben und Möglichkeiten zur Verwirklichung der hohen Ideaje eiuzusetzen, die alle gemeinsam haben, weil alle Kinder Gottes sind? — <jí«*siií*sssHBS*ssstE6¿iii-i*t3 3ni?-rr,.r: 1 Dr. BERNARDO GOLDSTEIN | 2 MEDICO 8 m m s Cardiología — Hospital Fernández § ÍM M ns m 5 Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramme g M s CUBA 2141 — T. E. 73-8782 u. 73-6817 3 m n M M m m S Consultas: Montag bis Freitag: 15—18 Uhr ¡¡ S Sonnabend: 14—16 Uhr 3 M ifiS!SSI$SSHEi5«ílI*5i*í*»I*7*f*5‘--íf,;,'3í‘íii 3IHXS1II1 HiHsaisKí3isa35ini;iíHKS«s«5S?Ei¡3i3:isn- I VARICES-ULCERAS ¡ DE LA PIERNA — ARTERI0SCLER0SIS ¡ Dr. SAUL UMANSKY l Sarmiento 3116 T. E. 87* 1362 «a iör. BENJAMIN LIPN1ZKY 3 ZAHNARZT S ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN — BE- ¡5 HANDLUNG Mil GASBETAEUBUNG - REGU. 5 LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG j» Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend 3 nach vorheriger Vereinbarung. » JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 7»-8$tj und 73-osoc hniiiHiKiiiuini-tHuuu'aiMimnuEiriAiuiiiuiüSi Dr. L KLEIN Medieo Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersnehungen SPRECHSTUNDEN: Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr 1 Es wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumeidet : SANTA FE 3391 T. E. 44-9493 u. 44-1542; ... .